Ist der Sozialstaat eine Utopie?

Aus der Autorenecke

(Analytisch, politische Philosophie)

Ist der Sozialstaat eine Utopie? 

Noch nie waren Bürger vor Bundestagswahlen, besonders vor richtungsweisenden, wie im Jahr 2021, so unentschlossen und aufgebracht in ihrem Meinungsbild. Wir erleben in einem besonderen Jahr, soziale Ungleichgewichte wie nie zuvor. Menschen gehen auf die Strasse, schließen sich zu neuen Gruppen zusammen, machen ihrem Unmut in Demonstrationen und im Netz Luft. Es muss die Frage gestellt werden, ob wirklich alle Teilnehmer diverser Formierungen eine ernste Gefahr für die Demokratie darstellen. Randgruppen wird es immer geben. Das Augenmerk müsste auf der sogenannten Mitte liegen, die durch zumeist kleinere Randerscheinungen instrumentalisiert werden. Die Gründe für diese Instrumentalisierungs- und zunehmende Gewaltbereitschaft liegen tief im deutschen Sozialstaat verankert.  

Wir wollen anhand des Beispiels der Sozialleistungen in Deutschland aufzeigen, was geschieht, wenn Idealismus auf Realität trifft?

Ein Triell nach dem anderen, es wird „Klartext“ gesprochen. Journalisten, Medien wie Bürger versuchen den Kanzlerkandidaten auf den Zahn zu fühlen. Doch gelingt dies bis gut einer Woche vor den Wahlen nicht. Die Wahlprogramme versprechen sicher Utopien, die weder praktisch umsetzbar noch finanzierbar sind. Wenn es unbequem wird, wird gerne ausgewichen. Da vergessen auch Politiker gerne mal den Faktencheck. Hauptsache die Antwort sorgt erst einmal für Ruhe. 

Ruhe in Frieden Geldbeutel

Für Ruhe im Geldbeutel sorgte die Partei der Sozialdemokraten Anfang diesen Jahrhunderts mit der fahrlässigen Vernachlässigung in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Was folgte waren Verwerfungen, die das Soziale am Sozialstaat bis heute in Frage stellen und das Glück vom Erwerb relativieren. Prahlt man heute damit, sich um das Wohlergehen von Geringverdienern kümmern zu wollen und diese zu entlasten, damit Reichere höher besteuert werden können, wirkt eine Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes in Höhe von 3,00 Euro ab 2022 wie eine Farce. Ebenso der revolutionäre Vorschlag, Langzeitarbeitslose zum Müll sammeln einsetzen zu wollen und diese auf demütigende Art und Weise wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Zum Einen, können Müllsammelnde davon ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Es erinnert an die 1-Euro Jobs, die bis nach 2009 durch Langzeitarbeitslose geleistet werden mussten. Die einzigen Verdiener daran waren die Unternehmen, die „Ein-Euro-Jobber“ beschäftigt hatten. Zum Anderen werden der Niedriglohnsektor und die Langzeitarbeitslosigkeit durch undurchdachte Aktionen, wie Müll sammeln, systematisch aufrecht erhalten.

Wie wir in der Pandemie beobachten konnten, hat sich das glückliche Leben vieler Menschen im Land schlagartig gewandelt. Was für die einen absolute Zufriedenheit war, war für andere Anlass zur Revolution.

Saß das Geld für die einen vorher schon knapp, gaukelten andere immer noch die neuen „Newcomer-Millionäre“ vor und versuchten sich durch die Not der anderen zu bereichern. Was sich mit Ankündigung der Soforthilfen allerdings offenbarte, war ein Bild von flächendeckender sozialer Armut im Land. Anstatt sich der Frage zu stellen, warum es so viele Freiberufler und Selbstständige gibt, die von der Hand im Mund leben und sich mehr schlecht als recht über Wasser halten können, schlug an dieser Stelle tatsächlich der unsoziale Staat zu. Die Vorgehensweise sowie die Regelung der Finanzhilfen sind kaum nachvollziehbar. Natürlich müssen Unternehmen gesichert werden, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und lebenswichtige Lieferketten bedienen. Gesehen aber haben wir Konzerne, die Gelder erhalten, Dividenden erhöhen und Personal entlassen, während Solo-Selbstständige, Freiberufler oder Kleinunternehmer um ihre Existenz fürchten und viele von ihnen in die Sozialleistungen verwiesen wurden. 

Wie sozial ist der Sozialstaat

Reisen wir ein paar Jahrzehnte zurück, um zu verstehen, warum der Sozialstaat durchaus einer Überprüfung bedarf und die Frage gestellt werden muss, wie sozial der Sozialstaat tatsächlich ist. Deutschland zählte vor dem Jahr 2005 zu den Ländern, in denen Vollbeschäftigung das Ziel war und Menschen, die in Not geraten sind, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe oberhalb des damals geltenden Existenzminimums bezogen. 

Im Jahre 2005 wurde von dem in Berlin sitzenden sozialdemokratischen Finanzsenator, Tilo Sarrazin, die Hartz IV-Reform in Kraft gesetzt. Das Gesetz hat Leistungen der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe zusammengeführt. Was zu Beginn revolutionär galt und den Arbeitsmarkt beflügeln sollte entpuppte sich nach und nach zu einem Menschen verachtenden, man möchte bald sagen, vernichtenden Politmaschinerie. 2008 erstellt Tilo Sarrazin in „Bild am Sonntag“ seinen Mitbürgern einen Speiseplan, der laut Zeitung aufzeigt, „wie man als Arbeitsloser von 4,25 Euro am Tag leben kann“. Er errechnete, dass Menschen, die sich in wirtschaftlicher Not befänden, sparen könnten, da es in Deutschland „drei vollwertige Mahlzeiten schon für 3,76 Euro“ pro Tag gäbe. 4,25 Euro waren der festgelegte Regelsatz, der ausschließlich für Ernährungszwecke vorgesehen war. Kindern standen gerade Mal 2,28 Euro für eine vollwertige Ernährung pro Tag zu. Das Deutsche Forschungsinstitut für Kinderernährung wies darauf hin, das für Jugendliche 4,70 Euro pro Tag für Ernährung gerade zum Überleben reichen.

Sarrazin, damals Finanzsenator und Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn Netz sowie Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten, bezog damals selbst ein Monatsgehalt in Höhe von 11.000 Euro pro Monat.

Ein typisches Beispiel dafür, wie Armut in Deutschland betrachtet wurde und heute noch wird. Ich möchte bald von Verrohung der Sitten gegenüber armen Mitbürgern sprechen. Die Umstände, die zu Armut geführt haben, zählen nicht. Tatsächlich kann es jeden Einzelnen jederzeit treffen. Etwa durch angeordneten Lockdown, durch Krankheit, Scheidung, Unfälle, Insolvenz von Arbeitgebern und in der Folge Arbeitsplatzverlust, Veränderungen von Märkten und  Arbeitsmarktbedingungen, wirtschaftliche und politische Unruhen, etc. 

Die Einführung von Hartz IV kommt der „Geiz ist geil“-Mentalität sehr nahe, die Menschen verachtet und verhöhnt. Und das folgenlos. 

2009 gab es die „Berliner Kampagne gegen Hartz IV“, die sich mit den Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger beschäftigt hat und Ihre Ergebnisse Anfang des Jahres 2009 vorlegte. Fazit dieser Dokumentation: „Wer nicht spurt, kriegt kein Geld“. 

Nach sorgfältiger Prüfung und Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts, wurden sowohl die Existenz der Jobcenter und die menschenverachtende Vorgehensweise eben Solcher als verfassungswidrig erklärt. Zur Begründung wurden die Ankündigungen von Sanktionen als psychologisches Druckmittel und der Zwang hin zu einem Job, die den Betroffenen nicht aus der Armut heraus befördert und darüber hinaus dem anstellenden Unternehmen dient, herangezogen. Die psychische Belastung von Leistungsempfängern sei auch ohne Druck gesundheitsgefährdend. Weiter wurde angeprangert, die Jobsuchende zu einer Flut von Bewerbungen verpflichtet, damals 20 pro Monat, und bei Nichteinhaltung der Regelsatz gekürzt wird. Darüber hinaus waren Elternteile, bis 2009 vorwiegend Mütter in ihrer Existenz bedroht, wenn sie ihnen die finanziellen Mittel für sämtliche Schulunterlagen ihrer Kinder fehlten. Dieser musste bis dahin aus dem Regelsatz bezahlt werden.

Aus verschiedenen Fragebögen zu Umfragen darüber, wie Betroffene das Jobcenter und die Hilfeleistungen wahrnehmen, wurde folgendes angegeben:

  • Seelische Grausamkeit. 
  • Druckaufbau durch Androhung von Sanktionen.
  • Willkürliche Äußerungen von Fallbearbeitern, wie sie damals genannt wurden.
  • Mangelhafte Aufklärung und fehlende Informationen.
  • Keine Hilfe und keine Alternativangebote.
  • Aktive Drohgebärden und Einschüchterungen.
  • Bei Ankündigung von Leistungskürzungen, könnten Sachleistungen gegen Hunger und Verwahrlosung nur im Ausnahmefall gewährt werden.

Es wurde gar nicht bis unzureichend darüber aufgeklärt, dass es Lebensmittelkarten gab, die zumindest die Ernährung gesichert hätten. Das Problem bestand darin, dass die Betroffenen kaum mehr die Kraft hatten, Lebensmittelkarten beim Jobcenter anzufordern. Vorausgesetzt, dass das Jobcenter überhaupt bereit war, darauf einzugehen.

 

Das Soziale kommt aus der Bevölkerung

Selbstredend gibt es heute Tafeln. Aber auch diese können nur mit Berechtigungsschein genutzt werden. Viele Einzelhändler stellen heute Möglichkeiten zur Sachspende zur Verfügung, die jeden Bürger dazu einladen soll, Hilfe für arme Mitbürger zu leisten. Doch auch hier zeigt sich, dass die Leistungen der Ämter bis heute zum Leben nicht ausreichen. 

Bis heute entwickeln Arbeitslose am Ende ein Gefühl des Bittstellers. Regelsätze lagen und liegen unterhalb des Existenzminimums und weit unter dem Pfändungsschutz. Gerät der Hartz IV-Empfänger zudem in die Schuldenfalle, etwa durch Scheidung und ausbleibender Unterhaltszahlungen oder weil das Geld zum Leben nicht reicht, gibt es bis heute mit Ausnahme der Privatinsolvenz keinen Schutzschirm Seitens der Jobcenter. Ob das Jobcenter die Kosten für eine Insolvenz trägt, ist die freie Entscheidung des Sachbearbeiters. Bis heute hängt viel vom guten Zusammenspiel zwischen Beratern und Betroffenen ab. 

Inzwischen wird das Personal in Jobcentern durchaus geschult. Es wird versucht, ein Bewusstsein für die belastende Ausnahmesituation der Jobsuchenden zu erzeugen. In der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit hat sich bis heute einiges im Positiven getan.

Die Spielregeln des Hartz IV-Gesetztes bleiben bis dato fraglich und werden in der Praxis nach wie vor als ein Verstoß gegen die Menschenwürde angesehen.  

 

Betroffene brauchen Zuwendung

Aus meiner eigenen Erfahrung in der Arbeit mit Langzeitarbeitslosen heraus, weiß ich nur zu gut, unter welcher enormen Belastung Betroffene stehen. Scham, individuelle Schicksalsschläge, menschenunwürdige Lebenssituationen, häusliche Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum der Eltern bei der Arbeit mit jungen Erwachsenen, Wiedereinstieg nach Krankheit, persönliche Veränderungen z.B. nach Umzug, politische und wirtschaftliche Machtverschiebungen, etc., können Menschen in schwierige Lebenssituationen bringen. Nicht jeder findet den Weg zurück in ein geordnetes Erwerbsleben und nicht jeder ist für den Gang in die Selbstständigkeit geeignet. Wenn zudem die Liquidität schwindet, stehen Menschen vor scheinbar unüberwindbaren Hürden. Wenn diese dann auch noch in den Jobcentern liegen, zerbrechen Betroffene innerlich an ihrer misslichen Lage. Es ist ein Trugschluss, dass Krisen grundlegend zu mehr Stärke verhelfen. Wenn Menschen keinen Ausweg mehr sehen, zudem von der Gesellschaft mit Vorurteilen beglückt werden und sich von denen, die helfen sollen, sprich Jobcenter, nicht ernst genommen fühlen und damit in der ständigen Angst, sanktioniert zu werden, leben, weil der Job nicht passt, drei Bewerbungen zu wenig geschrieben wurden oder Krankheit heruntergespielt wird, stehen Menschen am Rande des Abgrunds, mit Suizidpotenial. Hinter jedem Existenzkampf steht der Kampf ums blanke Überleben. Was diese Menschen brauchen ist Zuwendung und aktive Hilfe zur Selbsthilfe.

In Gesprächen mit Teilnehmern meiner Kurse, wurde mir sehr klar, das sich in unserem Land dringend etwas ändern muss. Das der Sozialstaat dann versagt, wenn Soziales gebraucht wird. Das Schlimmste, was Betroffene durchmachen, sind bis heute die Ankündigungen von Kürzungen, der Druck in die falsche Richtung geschoben oder ganz abgeschrieben zu werden, wenn vollkommen unrealistische Bewerbungszeiträume überschritten werden, die Teilnahme an wenig zielführenden Qualifizierungsmaßnahmen und eine mangelnde psychologische Betreuung. Der Gesprächsbedarf der Betroffenen findet keine Berücksichtigung. 

Finden Langzeitarbeitslose ein neues Beschäftigungsverhältnis, fehlen Scouts oder entsprechend geschulte und erfahrene Coaches, die den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben über 12 Monate begleiten und zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer vermitteln. Der Langzeitarbeitslose muss zwangsläufig seine Fähigkeiten wieder auf- und ausbauen, das Vertrauen in sich und die neuen Kollegen wiederfinden. Denn immer noch ernten neue Mitarbeiter, die aus der Langzeitarbeitslosigkeit kommen, Unverständnis, Ungeduld, Spott und Hohn, wenn es nicht vom ersten Tage an rund läuft. 

Tausende Sozialklagen sind bei den Sozialgerichten bis heute anhängig.     Selbst wenn diesen stattgegeben wird, muss der Gesetzgeber für die entsprechenden Maßnahmen Sorge tragen. Im September 2021 liegen die Zahlen der Hartz IV-Bezieher laut statista.com insgesamt bei 5.363.920 Menschen. Schauen wir uns auf der Welt um, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass wir in politischen und wirtschaftlichen Umverteilungen von Machtzentren leben, die immer existenziell gefährdende Lebensphasen einläuten. Die Pandemie hat die Armut im Land offenkundig gemacht. Steigende Inflation und damit die Verteuerung der Lebenshaltung, auch durch neue Abgaben, wie die CO2-Steuer, verschlechtern die Lebenssituation aller Bürger, besonders aber die der Geringverdiener und Arbeitslosen. Rollt zudem eine Insolvenzwelle über das Land, weil sich Solopreneure, Freiberufler und andere Betriebe nicht über die „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ retten konnten und wird Personal nicht aus der Kurzarbeit zurück geholt, drohen neben der Massenarbeitslosigkeit auch Unruhen im eigenen Land, im Kampf um die Würde des Menschen in seiner Existenz.

Ob Demütigungen Seitens des Staates durch Druckaufbau gewollt sind oder nicht, darüber lässt sich debattieren. Nicht von der Hand zu weisen ist der sogenannte Pygmalion- oder auch Hawthorne-Effekt, wie er vor dem 2. Weltkrieg stattgefunden hat. Die Rosenthal-Studie untersucht in der Psychologie - vereinfacht formuliert - den Verzerrungseffekt zwischen Erwartungshaltung und Ergebnis. Diesen Effekt hat man sich in Folge der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit seit jeher zu Nutze gemacht. 

 

Blicken wir zum besseren Verständnis noch einmal zurück

1923 wurde nach diversen wirtschaftlichen Turbulenzen im internationalen Handel ein sogenannter Währungsschnitt gemacht. Die deutsche Wirtschaft sollte einen Aufschwung finanziert durch ausländische Krediten erleben. Besser bekannt als „Die goldenen Zwanziger“. Die damalige große Koalition bestehend aus SPD und bürgerlichen Parteien wollte dafür Sorge tragen, die Arbeitslosigkeit durch eine Sozialversicherung in den Griff zu bekommen. Demzufolge wurde 1927 das „Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung AVAVG“ erlassen. Wie heute, wurde die zu erwartende Zahl von Arbeitslosen zu niedrig eingeschätzt und damit ein illusionärer Beitragssatz, der selbst in wirtschaftlich stabilen Zeiten nicht ausreichend gewesen wäre, festgelegt.

Die dramatische Weltwirtschaftskrise offenbart 1929 die unzureichende Finanzbasis, sodass der Beitragssatz erhöht wurde, mit der Folge, dass die bestehende Koalition 1930 zerbricht. Was folgt, sind Präsidialkabinette, die sich auf die Notverordnungskompetenz des Reichspräsidenten stützten. 

Die Parallelen

Deutschland traf die Krise besonders hart, weil der Wirtschaftsboom auf ausländischen Krediten basierte, die in der Krise aufgekündigt wurden. Die Wirtschaft kollabierte, das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um ca. 30 Prozent. 6 Millionen Arbeitslosen wurde angesichts der staatlichen Deflationspolitik nur marginale öffentliche Hilfen zugebilligt. Gehälter im öffentlichen Dienst und die Renten wurden gekürzt. Das Massenelend war nicht mehr aufzuhalten, was den politischen Rändern bei den Wahlen an Stimmen zugute kam. Im Besonderen der faschistischen NSDAP. 

Nachdem Preußen als letztes demokratisches Bollwerk dem Reichszwang unterstellt wurde, war der Weg für die Ernennung Hitler’s zum Reichskanzler frei. Dieser versprach Arbeit in der Schwerindustrie. Doch es war ein Täuschungsmanöver. Auch wenn die Wirtschaft zwischenzeitlich leichte Erholungstendenzen aufwies, überwanden die Nationalsozialisten die Armut breiter Bevölkerungsschichten, indem sie neue Armut schufen. Demokraten und Mitbürger jüdischer Konfessionen wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen und nach dem rechtskonservativen Staatsrechtler Carl Schmitt in seinem Politikmodell in „Freund und Feind“ unterteilt. Für Freunde wurde „Arbeit und soziale Sicherung“ geschaffen, während die Feinde Anfangs diese Arbeit zahlen mussten. Was niemand wusste, war, dass die soziale Sicherung eine Arbeit im Militär bedeuten würde. 

Für die militärische Aufrüstung und die Kriegsführung wurden die Rücklagen der Rentenversicherung verwendet. Der Staat druckte zwar Geld, unterband aber den Preisstopp.

Hitler schuf eine Armee durch die volkswirtschaftspolitsche Umverteilung im Rahmen zusätzlich erzeugter Massenarbeitslosigkeit. 

Und heute …

Wenn wir uns auf der Welt umschauen, beobachten wir mit größter Sorge durchaus die ein und andere Parallele. „Niemand will etwas“ … bis er es umgesetzt hat. Wir stehen erneut vor drohender Massenarmut ausgelöst durch eine Pandemie bedingte Weltwirtschaftskrise, inflationären Tendenzen, neuen Herausforderungen durch den Klimawandel und der sich deutlich abzeichnenden Verschiebungen politsicher Machtverhältnisse. Wir diskutieren über Nato-Einsätze und den Auf- oder Abbau von Rüstung insgesamt, obschon wir inzwischen wieder mit ernsten kriegerischen Auseinandersetzungen rechnen müssen. Löhne und Gehälter reichen in Deutschland in vielen Fällen nicht mehr aus, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Wohnen wird zum Luxus. Für die Rente muss jeder selbst vorsorgen. Fraglich bleibt für die breite Masse, von was?

Das Menschen in eine existenzgefährdende soziale Leistung geschoben werden mit wenig bis gar keiner Aussicht auf einen realen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben, lässt zudem mit Sorge auf die Vergangenheit schauen. Deutschland hätte mit seiner politischen Struktur die Macht und das Potential, im Ernstfall über volkswirtschaftspolitische Umverteilung, die Armut im Land auf militärischer Karriere-Laufbahn zu beenden. 

In Bezug auf die Wahlen lässt kein Wahlporgamm auf ein Abfedern der Armut im Land schliessen. Weder die Bereitschaft, noch der Wille dazu sind zu erkennen. Die Hartz IV-Erfinder um Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, dem ehemaligen Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement, der damalige Bundestag und nicht zuletzt Provokateure wie Tilo Sarrazin zeichnen hierfür verantwortlich. Auch wenn sich die Damen und Herren im Bundestag verändert haben, Hartz IV ist geblieben, die Not im Land auch. 

Fazit

Wenn Massenarmut und gefühlte Ausweglosigkeit in Wut und Aggressionen umschlagen, wozu die Deutschen in der Regel etwas länger brauchen, erleben wir Demonstrationen mit aufständischem Potential, die nachvollziehbar, wenn auch nicht in Ordnung sind. Die Gesetzgebungsorgane aber die Verantwortung hierfür tragen. 

Der Hilfeschrei aus der Bevölkerung war in der heißen Phase der Pandemie deutlich zu vernehmen. Wir müssen tiefer schauen, um herauszufinden, wer tatsächlich zu gewaltverherrlichenden Randgruppen gehört, und wer einfach nur den Weg aus der Armut heraus zu suchen wagt. 

Es ist unser aller Pflicht, wieder genauer hinzuschauen und Abhilfe zu schaffen. Politik muss endlich wieder die Interessen der Bürger vertreten und den Menschen im Land dienen. 

Europa ist nur so stabil und reich, wie es die jeweiligen Länder sind. 

Deine / Ihre 

Gabi C. Stratmann


Mensch als Kostenfaktor - Wo und wann beginnt Diskriminierung?

Aus der philosophischen Autorenecke

Mensch als Kostenfaktor - Wo und wann beginnt Diskriminierung?

Der neue Idealismus, der vielfach auf allen Ebenen der Gesellschaft verkörpert wird, hat auf den ersten Blick Parallelen mit Freiheitskämpfern, Revolutionären und Abenteurern, die ihr Ding durchziehen. Unabhängig und frei, auf der Suche nach dem großen Glück. Imponiergehabe setzt immer eine Volksbewegung in Gang, die offen ist für Ideen, und die sich einem vagen Ideal einer neuen Weltordnung verschreibt, ohne die oft dahinter liegende radikale Formation zu erkennen, die bereit ist, massenhaft „Seelenmorde“ zu begehen. 

Schauen wir uns die Bedeutsamkeit der Menschheit und die Würde des Einzelnen aus der philosophischen Ebene in puncto Kosten einmal etwas genauer an.  

 

Alles eine Frage des Preises

Stellen wir uns die Frage, was Glück ist, haben viele schnell persönliche Wünsche und Träume parat, die man üblicherweise so aufzählt. Aber ist Glück tatsächlich die reine Erfüllung schöner Wünsche oder bedeutet Glück nicht eher sich in Verzicht zu üben? Was würde geschehen, wenn wir alle unnötigen Ansprüche aus unseren Gedanken eliminieren? Wären wir bereit, beispielsweise auf materielle Dinge, wie Auto, Haus, Reichtum, Aktien, leckeres Essen, ja sogar auf Partnerin oder Partner zu verzichten, um ein geordnetes und ruhiges Leben im Einklang mit uns selbst leben zu können, wenn wir wüssten, dass unsere Existenz gesichert wäre? 

Unsere Gesellschaft ist durchgehend ökonomisiert, als wäre sie der Discount schlechthin, indem man sich nach Belieben bedienen kann. Die, die über Vermögen verfügen, bedienen sich zu günstigen Konditionen bei denen, die über wenig Geld verfügen, die wiederum einen höheren Preis für ihre Existenz und Träume bezahlen müssen. 

Wir leben in einer Gesellschaft, die neben der Ökonomisierung ausgeprägter Diskriminierung ausgesetzt ist. Neben der Benachteiligung der Frauen hat Rassismus insgesamt tiefste Spuren in der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Nach wie vor erleben Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrem Geschlecht, ihrer Neigungen und Interessen regelrechte Ächtung auf verschiedensten Wegen. Auf ganz neuen Wegen. Rassismus findet heute auf der mentalen und ökonomischen Ebene statt in Form von psychologischem Missbrauch und emotionalen Erpressungen. Und damit wirkt die Würde des Menschen nurmehr wie ein theoretisches Konstrukt eines Grundgesetzes.

 

Wenn Märkte gesättigt sind, wird der Mensch selbst zum Kapital

Die Gesellschaft ist schon längst unterschwellig in Klassen unterteilt. Wohlhabende, Eliten, Lobbyisten und all jene, die ihr Dasein mit mässiger Absicherung fristen müssen. Diese Welt besteht heute nur noch aus der Addition von Zahlen. Entsprechend dieser Mentalität werden Branchen aller Art und der Mensch selbst zu Gewinnmaximierungsmaschinen.

Unternehmen leiden grundlegend an viel zu teurem Personal, wenn denn geeignete Mitarbeiter überhaupt zur Verfügung stehen. Gesucht werden Personen mit beinahe übernatürlicher Qualifikation für ganz banale Aufgabengebiete, die viele erfahrene und ausgebildete Personen, die durchaus am Markt vorhanden sind, bedienen könnten. Zudem werden Menschen nach wie vor mit Hilfe von Psychotests kategorisiert, um einen Eindruck vom potentiellen Mitarbeiter zu bekommen und dessen Einsetzbarkeit zu prüfen. Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss können nicht eingestellt werden, weil sie Lese- und Schreibschwächen aufweisen oder nicht mit Zahlen jonglieren können. Abiturienten gegenüber stehen kleine und mittelständische Betriebe vielfach mit Vorbehalten gegenüber. Sie können zwar lesen, schreiben, rechnen und würden Verständnisfähigkeit mitbringen, wären allerdings im Übernahmefall zu teuer. Antiquierte Denkmuster stehen heute im Konflikt zur modernen kreisförmigen Arbeitswelt der Zukunft. Diskrimierung finden wir beispielsweise in psychologischen Tests ebenso wie in Gehaltsgruppierungen. 40 bis 50 Stunden-Woche (inklusive Überstunden), bei gleicher Eignung mit unterschiedlicher Studien- oder Berufsbezeichnungen fallen in der Regel unterschiedlich hoch aus. Tarifverträge sind Paradebeispiele. Ein Mitarbeiter, 50 Jahre, Diplom-Betriebswirt, 7 Semester an der Universität, entsprechend berufserfahren erhält eine geringere Eingruppierung als Personen, die um einiges jünger sind, Bachelor oder Master vorweisen können. Im Rahmen der Hochschulreform zur Internationalisierung von Studiengängen wurde mit der Änderung des Hochschulrahmengesetzes der Diplom-Studiengang durch Bachelor- und Masterabschlüsse im August 2002 ersetzt. Personen mit vergleichbaren Erfahrungen am Markt haben längst nicht dieselben Voraussetzungen auf berufliche Karriere oder einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben im Falle von Arbeitslosigkeit. 

In der Medizin beobachten wir eine Zwei-Klassen-Medizin besonders in ärmeren Ländern, aber auch in England, den USA und in Deutschland.

Während in den Vereinigten Staaten ca. 45 Millionen Amerikaner bis heute nicht krankenversichert sind, können sie medizinische Leistungen nur in Anspruch nehmen, wenn sie über entsprechend hohes Einkommen verfügen. Ärmere Schichten vertrauen auf Gott. 

In Deutschland haben sich Wohlhabende im Club der Privatversicherten zusammengefunden und versichern sich durch den Aufbau der Privatversicherungen gegenseitig. Angestellte mit geringerem Einkommen und das ist der überwiegende Teil der Bevölkerung sind bekanntermaßen über die gesetzlichen Kassen versichert. Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung wird über die Aufteilung der Versicherten vorgenommen. Eine Differenzierung in Arm, Krank, Alt, Alter, Geschlecht, Risiko, Lebensweise, etc. Eine moderne Form der Diskriminierung und Schubladendenken. Der Mensch wird auch hier zum Kostenfaktor. Er ist den Versicherungen mehr wert, je weniger Kosten er verursacht und umgekehrt. Die Wertschätzung sinkt, je teurer die Behandlungskosten werden. Die Einschätzung darüber nehmen die Kassen, also Fremde vor, die sich auf übermittelte Daten von Ärzten und auf sozioökonomischen wie epidemiologischer allgemeiner Fakten- und Erkenntnislage.

Der Patient erkennt den versteckten Kostensatz seiner Person lediglich am Verhalten von Ärzten und Klinikpersonal. Mediziner sind zu regelrechten Fallpauschalenjongleuren geworden. Im Hinterkopf arbeitet das Controllingrad; Zeiteinteilung für das Arztgespräch, in der Regel 20 Minuten, danach muss der behandelnde Arzt die höhere Abrechnung begründen, Kostenaufstellung für durchzuführende Maßnahmen ambulant, medizinische Eingriffe in Kliniken, wie Material, Zeit, Dauer der OP, Bettenbelegungszeiten, usw. Medizinisches Krankenhauspersonal berichtet an die Geschäftsführer seiner Klinken. Ein betriebswirtschaftlicher Apparat, der im Idealfall den Menschen nicht komplett übersieht. Wenn doch, lag es am Zeitfaktor und fehlendem Budget. 

In England werden lebensverlängernde Operationen und Maßnahmen im staatlichen Gesundheitsdienst, wie Bypässe, künstliche Hüftgelenke oder Dialyse bei Personen, die das achtzigste Lebensjahr vollendet haben nur dann durchgeführt, wenn sie wohlhabend sind und die medizinischen Leistungen selbst tragen können. Privatversicherte können Herz-OP´s bei positiver Risikoeinschätzung auf Kredit gegen Anzahlung durchführen lassen. Sinn und Zweck ist schlicht und einfach, Wartezeiten Wohlhabender zu vermeiden. Was zur Folge hat, das gesetzlich Versicherte mitunter eine OP länger auf ihren Eingriff warten müssen. 

In vielen Ländern dieser Welt ist die medizinische wie soziale Versorgung der ärmeren Bevölkerungsschichten eingeschränkt. Je weniger Menschen verdienen, desto mehr Hürden muss er nehmen und damit zum ausdauernden Marathonläufer mutieren.

 

Ökonomisierte Ungleichgewichte

Weiter liessen sich viele weitere Bereiche finden, in denen ökonomisierte Ungleichgewichte in der Gesellschaft vorhanden sind, die nicht selten im Sprachgebrauch schon zu finden sind. Handelt es sich um Pflegebedürftige oder Kunden, Arbeitslose oder Kunden, Hartz IV’ler, umgangssprachlich "Sozialschmarotzer" oder Kunden, ein Versager, der nichts taugt oder ein Mensch, der Hilfe benötigt. Handelt es sich um Reinigungskraft oder Fachgestellten oder Partner die für ihren Auftraggeber, üblicherweise Arbeitgeber genannt, mitunter heute noch unter fragwürdigen Bedingungen ihren Dienst tun, damit wir ihnen das Einkommen zahlen können, das sie benötigen, um sich und ihre Familien ernähren zu können. 

Es wird Zeit, dass wir den Menschen um uns herum, Menschen, die für uns an den unterschiedlichsten Stellen aktiv sind, mit denen wir in Kontakt treten in einer durchökonomisierten Gesellschaft, Respekt und Wertschätzung frei von verbaler und abwertender Klasseneinteilung zuteil werden lassen. 

Selbstredend lässt sich auf fast allen Gebieten unseres Handelns die Effizienz steigern. Geld wird immer benötigt und meistens mehr davon. Geld ist genügend vorhanden, was die Verteilung betrifft, müssen wir grundlegend neu denken. Deutsche Jammerclubs und ein falsches Verständnis von Besteuerungsprogrammen besonders in Wahljahren sind wenig zielführend.

Die Herausforderungen der Zukunft, werden das gesamte System, besonders das des Sozialstaates, auf einen harten Prüfstand stellen. 

Wenn ich mir die modernen Freiheitskämpfer und Revoluzzer anschaue, die ihren neu interpretierten Idealismus zur Show stellen und das vermeintlich über Nacht erreichte Glück, welches sich grundlegend in Materiellem Ausdruck verleiht, habe ich meine Zweifel am Zusammenhalt einer gerechten Gesellschaft.

Wird zudem die eigene Herkunft, der harte Weg hin zu Reichtum um Wohlstand vergessen, sind wir weit entfernt von sozialer Nächstenliebe. Wir fördern im Rausch des Geldes neue soziale Ungleichgewichte. Der Sozialstaat könnte so noch schneller der Vergangenheit angehören, als es uns allen lieb sein dürfte.

Wohlstand für alle kann es nur geben, wenn wir das Soziale auch sozialfähig machen …

Davon sind wir in Deutschland allerdings weit entfernt. Idealismus und Realität klaffen weit auseinander.

Von der Utopie des Sozialstaates berichte ich im nächsten Beitrag.

 

Deine / Ihre

Gabi C. Stratmann


Philosophie & Publizistik

Wer oder was ist der moderne Mensch?

Aus der philosophischen Autorenecke

Wie entstehen falsche Bilder vom Menschen und wo kommt dieser Trend her?

Vorstellungen von der richtigen Ordnung des Zusammenlebens und entsprechende Vorgaben gibt es seit Menschengedenken. Was aber gilt heute? Ist die Menschheit bedeutender als der Mensch selbst? Und was ist mit der Würde des Menschen? Haben wir diese nicht längst berührt? Die entscheidende und tiefgründige Frage hinter Ordnungsprinzipien und Zukunftsgestaltung geht viel weiter:

Was oder wer ist der moderne Mensch?

Unser Verständnis der Lebenspraxis besteht heute durchaus darin, so zu leben, wie wir es für richtig halten und dabei die Würde des anderen nicht zu verletzen. Doch wir tun es ... 

Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Welt, anstehender Wahlen und künftiger existentiellen Herausforderungen jedes Einzelnen wollen wir hier das neue "politische Menschenbild" aus der philosophischen Betrachtungsweise beleuchten:


Antike versus Moderne, wir leben in Parallelschleifen

Es gibt Parteien, die das Wort „christlich“, "sozial", "liberal" oder "frei" in ihrem Namen tragen. Wir können darüber debattieren, ob es sich hierbei um Blasphemie handelt angesichts der Tatsache, das christlich häufig dem Christentum gleichgesetzt wird oder uns auf eine kleine Reise in die Vergangenheit begeben. Um der Eingangsfrage ein wenig mehr Raum zu geben, dürfen wir der uralten Frage danach, ob Jesus nun Politiker oder Revolutionär war erneut nachgehen. Vielfach wird die Theorie, das die Lehren Jesus’ etwas mit Politik zu tun hatten Seitens der Kirchen vehement abgelehnt. Die Ideologie Jesu stiftete eine Religion und Glaubensgemeinschaft, die ins Jenseits führe und nicht politisiert werden dürfe. Welcher Logik folgt eine solche Argumentation, wenn Jesus beinahe täglich politisch in Anspruch genommen und damit für politische Ziele missbraucht wird. 

Am 27. November 1095 ruft Papst Urban II. auf der Synode von Clermont in einer Predigt zur Befreiung Jerusalems auf. Die Menschenmenge, die nicht an klassisches Latein gewöhnt war, antwortete mit dem abgewandelten „Deus lo vult“ (klassisch: „Deus vult“ bedeutet „Gott will es“) und begründet damit den ersten Kreuzzug. Um das Heilige Land zu befreien wurden tausende Juden umgebracht. Vier Jahre später ist von Kriegsberichterstattern aus Jerusalem zu vernehmen, dass die ihren "bis zum Knöchel im Blute der erschlagenen Juden und Muslime wateten".

Zielsetzung fördert Gewaltbereitschaft

Was wir in diesem kleinen Auszug erkennen, ist ein Szenario für ein religiöses Sendungsbewusstsein, das zum Erreichen von Zielen auch die Bereitschaft zeigt, Gewalt anzuwenden. So entstanden „gerechte“ oder Glaubenskriege als Verteidigung oder Rückeroberung widerrechtlich angeeigneter Gebiete; militärische Gewalt als Mittel galt für sittlich vertretbar bzw. von Gott gewollt. Damit wurde der Kreuzzug als Krieg der Papstkirche in der Stellvertreterschaft Gottes geführt. 

Die wöchentlichen Sitzungen des US Sicherheitsrates unter Leitung des 43. US Präsidenten George W. Bush (2001-2009) begannen grundlegend mit Bibellesungen des Alten Testaments in der Fassung der texanischen Baptisten mit dem Hintergrund, politische Aktivitäten, wie beispielsweise Militäreinsätze, zu begründen. 

Religiöse Botschaften tragen bis heute auch politische Botschaften in sich. Heute ist das Evangelium für viele Gruppierungen eine Art Gebrauchsanweisung für ein geordnetes Leben und den direkten Weg in den Himmel. Der Dichter Heinrich Heine (1797-1856) beschreibt das Evangelium in seinem Wintermärchen als das „Eiapopeia vom Himmel“ oder „Opium des Volkes“, während Karl Marx (dt. Philosoph, 1818-1883) und Wladimir I. Lenin (Russischer Politiker, marxistischer Theoretiker, 1870-1924) von einem „Einschläferungsmittel in der Hand der Mächtigen“ sprechen. 

Die Kirche diente von Martin Luther bis zu Kaiser Wilhelms Zeiten der Monarchie. Zum Leidwesen der Protestanten bis heute. Verschiedene Orden und Bruderschaften, die sich mit Theologie und Revolution auseinandersetzten wurden nicht gerne gesehen und entsprechend untersagt. 

Wie können sich christlich-demokratische Lebensweisen in Frieden und Freiheit entwicklen, die in allen Lebensbereichen oppositionell Diktatoren, Kommunisten und Militärstaaten gegenüberstehen? Standen zu jenen Zeiten Mönche, Nonnen, Priester, ein Teil der Bischöfe auf Seiten des Volkes, bevorzugte ein erheblicher Teil den Anspruch auf Macht und stellten die Kirche in den Dienst der Willkürschaft. 

Dient das Evangelium als Grundlage für Ordnungsprinzipien und Ausgestaltung politischer Zukunft? 

Für Aristoteles (384 v.Chr. - 322 v.Chr.) bestand der Sinn der Politik darin, für das geordnete Zusammenleben der Menschheit Sorge zu tragen. Nehmen wir das Evangelium zum Vergleich her, kann zweifelsohne festgestellt werden, dass Jesus sich immer wieder über die Ethik des Zusammenlebens der Menschheit geäußert hat. Er geht sogar soweit, sich Herrschenden zu widersetzen, Gesetze und Regeln zu brechen und sich auf die Seite Benachteiligter, besonders Frauen zu stellen. Im Kern geht es immer wieder um die „Verkündung der frohen Botschaft“. Seine Reden sind eine Mischung aus Faszination und Provokation. Er rüttelt an der Weltordnung der Antike und geht in den Angriff auf diese Welt. Herrschern, Römern, Sadduzäern stößt er vor den Kopf, indem er das System anprangert. 

Seine Lehren stehen heute im Gegensatz zu selbst ernannten Bühnen-Gurus moderner Märkte, die wie Statuen verehrt werden, zu Heilern, Sehern, Scannern, Medium, Sekten etc. und so mancher Coaches, die sich in ungesunden Gefilden der Esoterikbranche tummeln. Auch Börsenspekulanten und Lobbyisten folgen diesem Ordnungsprinzip, denen Massen ungefiltert folgen. Die Gier nach Geld zerfrißt ganze Hirne in der Überzeugung, dass sich die Masse den Interessen des Kapitalismus unterordnet. Schaut man sich auf der Welt um, funktioniert dieses Prinzip seit Menschengedenken. Mit einem entscheidenen Unterschied:

Jesus verstand Geld als etwas, das dem Menschen dienen muss und nicht den Menschen beherrscht.

Heute verhält sich das exakt umgekehrt. Die Gesellschaft hat sich den Kapitaltinteressen unterzuordnen. Auf der großen Showbühne dieser Welt können beispielhaft Nokia, Deutsche Bank um Josef Ackermann und Lehman Brothers genannt werden. Auf der kleinen Bühne die unzähligen Coaching-Angebote, die gleichermaßen zu Dumpingpreisen wie zu Wuchern angepriesen werden. Die Selbst-Bereicherung fragwürdiger neuer Dienstleistungsanbieter, die immer häufiger zu Überschuldung, emotionaler, psychischer und finanzieller Abhängigkeit von Kunden führen sind alles andere als christlich, sozial oder demokratisch. 

Nokia ist seiner Zeit über den Jordan gegangen, weil den Investmentbankern die Kapitalrendite von 15% zu gering war; diese wollten 25%. Auf diese Weise hat auch Josef Ackermann vielen Tausend Menschen die Existenz ruiniert. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank wollte anfänglich für sein kriselndes Unternehmen 25% Kapitalrendite, die Marge sollte mit einem Stundenlohn von 6 Euro erreicht werden, um anschließend weitere 10% herauszuschlagen. Ackermann pokert zu hoch. Er kommt 2009 in Erklärungsnöte und rechtfertigt die unfassbare Größe von 25% an der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See, mit der „Richtgröße der Besten der Welt“, die es kaum erwarten konnten, den Kurs der Deutschen Bank einbrechen zu sehen. 

Ein Paradebeispiel dafür, dass mit einem System in dem mit Geldgeschäften grenzenlos Geld erzeugt werden kann, ökonomisch falsch, sozial unverantwortlich und höchst unsittlich ist. Der Beweis ist der Bankenskandal um Lehman Brothers 2009. Wettgeschäfte mit Wertpapieren von Anlegern, d.h. 900 000 Derivat-Kontrakte haben die größte Bank der Welt in den Konkurs getrieben und die größte Weltfinanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren ausgelöst. Weit über eine Billion US-Dollar wurden vernichtet, verbrannt und versenkt. 

Auch die katholische Kirche verfügt über ein nicht unerhebliches Vermögen. Hätte sie auf eine solche Katastrophe ökonomisch sinnvoll im Zeitgeist reagiert und das Schlimmste verhindert? 2005 gibt die dt. Bischofskonferenz ihre Broschüre „Das Soziale neu denken“ heraus. Nun, ich denke, dass wir Nächstenliebe nicht neu denken oder interpretieren können. Ist es nicht besser, das Neue sozialer zu denken und die Globalisierung, die Klimaproblematik, das Miteinander der Gesellschaft im Nächsten liebenden Lichte zu gestalten? 

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass der Vorsitzende der Sozialkommission der dt. Bischofskonferenz der Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer war, der für seine neoliberalen und marktradikalen Überzeugungen stand.

Die Finanzpolitik in der Corona-Pandemie stellt die Gesellschaft vor für viele kaum zu bewältigende Herausforderungen und spaltet diese durch, wenn auch ungewollte, Clusterung in „Rettungsfähig“ und „Sterben lassen“. Hat sich die Politik auch vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen blenden lassen im Machtspiel von Lobbyisten, Eliten und einiger „weniger“ die auch von Hartz IV ihr Dasein fristen können? 

Der Relaunch der Bergpredigt?

Heute hören wir unzählige „Bergpredigten“, die an Marktradikalismus und Neoliberalismus erinnern, in den Social Media Kanälen, auf Bühnen, auf Kick Off Veranstaltungen, auf Conventions, in Wahlkampfreden, etc. Coaches über Coaches, Verschwörungstheoretiker, Fanatisten, Esoteriker, Sektierer, Chatbots, etc. reihen sich ein und überschlagen sich mit revolutionären Veränderungsangeboten, indem die Instinkte der Menschen als verdorben dargestellt werden. Wir hören und lesen unzählige Gebrauchsanweisungen für das Leben selbst, das Auslöschen behindernder Vorleben oder der Entwicklung einer neuen Egozentrik. Die Basis ist immer das schlechte Gewissen der Masse, die sich dem „Mammon“ unterordnen soll. 

 

Wo ist die Gesinnungsethik abgeblieben?

Der Mensch wird verbogen, durch ein vollkommen verrücktes oder falsches Menschenbild. 

Die Gebote, die wir heute zur Kenntnis nehmen, stellen erneut die Weltordnung auf den Kopf. Seit Menschengedenken gibt es keine generelle Ordnung, die das Zusammenleben eindeutig definiert. Ein Vielfaches an Interpretationen und Neuinterpretationen wird seit der Antike aufrecht erhalten. Viele namhafte Philosophen gaben ethische und moralische Richtwerte vor und überließen die Entwicklung in der Verantwortung des Einzelnen. 

Die Römer praktizierten das „Pax-Romana“, eine etwa 200 bis 250-jährige Periode des Römischen Reiches, die trotz kleiner Aufstände von geordnetem Frieden und Stabilität geprägt war. 

In der Zeit Luther wurde die „Zwei-Reiche-Theorie“ praktiziert. Das Reich Gottes und das Reich der Welt wurden strikt getrennt. 

Die Monarchie verlangt, in Teilen bis heute, den Absolutismus des „L’état c’est moir“. 

Die Deutsche Vergangenheit ist vielen weithin bekannt, der Nationalsozialismus und Kommunisten hatten eine Menschen verachtende Vorstellung von gesellschaftlicher Ordnung und darüber, wie der Mensch zu sein hat … 

 

Und was ist heute?

 Die Antwort auf diese Frage und damit auf unser aller Verhalten und Zukunft hat Konsequenzen. Harte politische Diskurse sind in vollem Gange auf allen Eben der Gesellschaft, weltweit. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie, verursacht durch ein System, dass die Masse den kapitalistischen Interessen unterstellt und massiven Einfluss auf Mutter Erde und jeden Einzelnen in seiner Existenz genommen hat. 

Wer oder was ist also ein Mensch? Und was ist dieser Mensch noch wert?

Wie sehen wir unsere Mitmenschen heute angesichts steter Optimierungsprozesse des Einzelnen, von Zuwanderung und Migration, von steigender Armut durch zu niedrige Löhne und Gehälter, nicht ausreichender Renten, Überalterung ganzer Gesellschaften, gefährdeter Existenzen? 

Was passiert in unseren Interpretationen darüber, wie unsere Mitmenschen zu sein haben, wenn Glanz und Glamour schwinden, wenn Masken fallen, wenn das Idealbild zusammenfällt, wenn Krankheiten die Menschheit heimsuchen, wenn der „Jugendstil“ nur noch durch Botox aufrecht erhalten werden kann, wenn jeder Einzelne seinen Weg ohne Rücksicht auf den Anderen zu nehmen, geht, wenn künstliche Intelligenzen und Digitalisierung den Mensch ersetzt? 

Bis heute wird der Mensch definiert durch sein gesellschaftliches Bewusstsein und der Zugehörigkeit zur richtigen Klasse 

Wieder sind im Großen Töne der Zugehörigkeit zu vernehmen, die übergeordneten Gruppierungen zugeordnet werden können, wie Rasse (Nazis), Nationalität (Nationalisten), Religion, Geschlecht und Sexualität (Fundamentalisten) und ihre weiteren tief verzweigten bisweilen vermeintlich harmlos wirkenden Untergliederungen. Auch heute gibt es besonders bei den Fundamentalisten Gegenden, in denen Benachteiligte, Frauen, Kinder, Homosexuelle purer Gewalt ausgesetzt sind, weil sie nicht dem Idealbild entsprechen und die Ordnung des Zusammenlebens stören. Die Frau zählt in erschreckend vielen Gegenden der Erde als Mensch zweiter Klasse.  Die Würde des Menschen ist besonders an der Frau die am weitesten verbreitete negative Kategorie des Menschen. Frauen bilden den höheren Anteil der Weltbevölkerung und erleben wie niemand sonst, Diskriminierung, Entrechtung, Schändung sogar Versklavung. Bis vor hundert Jahren waren Frauen auch in Europa massiv benachteiligt. Die Dramatik wird deutlich, wenn man bedenkt, das weltweit von einer Milliarde Analphabeten achtzig Prozent Frauen sind, spiegelt das die „Klasse des falschen Geschlechts“. Frauen sind nicht dümmer als Männer, werden aber nach wie vor von staatlichen Systemen und Bildung ferngehalten. 

Bis heute spielen weltweit, in Europa wieder, Klasse, Rasse, Herkunft, Geschlecht, Sexualität und Religion eine entscheidende Rolle über Erfolg und Misserfolg, über Zugehörigkeit, über Akzeptanz, über Karriere und Bildungschancen und weit darüber hinaus. Femizide sind weltweit zu beobachten. Politik, Wirtschaft, Religion, Esoterik, Coaches, Speaker, Trainer, wir alle greifen in das Leben anderer ein. Früher wie heute waren und sind falsche Bilder von Menschen und Kategorisierungen ursächlich für Verbrechen und Übergriffigkeiten aller Art, für die größten politischen Fehlentscheidungen, die sich die Menschheit geleistet hat und wieder zu leisten im Begriff ist. 

Die Erfahrungen der Vergangenheit sollte uns Lehre sein, die politische Bedeutung unseres Handelns hinter das Menschenbild zu stellen und die Beweggründe unseres Handelns gründlich zu überdenken. Es gibt keinen richtigen oder falschen Menschen. Der Mensch selbst, ist, wie er geht und steht, singt und lacht, fällt und wieder aufsteht, liebt und weint, das Original, wie er erschaffen wurde. Emotional, gefühlvoll, sich verirrend und wieder zurückfindend. 

Werfen wir noch einmal einen Blick in das Evangelium, so finden wir geschrieben: „Der Mensch, wie er geht und steht, ist der eigentliche Mensch, in seiner Würde unantastbar, unabhängig von Rasse, Hautfarbe und Geschlecht.

Aber … wir tun es!

  • Wir dürfen heute nicht länger so leben, dass wir die Würde durch tägliche Manipulationen im Kleinen antasten und im Großen die Würde unserer Nachkommen verletzen. 
  • Täglich gehen unzählige Tier- und Pflanzenarten zugrunde, kommen auf die Liste bedrohter Arten oder sind bereits ausgestorben.
  • Die Weltmeere weisen sauerstoffarme Todeszonen auf, sind verschlammt und vergiftet durch Plastikmüll, den wir in den Meeren versenken. 
  • Jede Sekunde jagen wir Tausende Tonnen Treibhausgase in die Luft.
  • Die grüne Lunge von Mutter Erde ringt nach Luft im Qualm der täglichen Brandrodung des Regenwaldes, größer als Dänemark, Luxemburg und Schweiz zusammen. 
  • Seit Jahren weicht das Grün in Gärten und Städten regelrechten Beton- und Kieslandschaften aus Bequemlichkeitsgründen. 
  • Auch kleinste Besorgungen in der Stadt werden vielfach mit dem PKW erledigt, um sich künstlich über den vielen Verkehr und Feinstaub in den Innenstädten aufzuregen. 
  • Wir opfern Nächstenliebe und das gesellschaftliche Miteinander und damit die Ordnung des Zusammenlebens, der digitalen Welt.
  • Wir zerstören die ureigene Liebe des Menschen durch Spaltung, Spott und Hohn.

Zum ersten Mal in der Milliarden alten Menschheitsgeschichte, hat sich eine Spezies entwickelt, die dazu imstande und offensichtlich in Teilen noch, bereit ist, die gesamte Biosphäre zu vernichten. Wir sind seit Jahren dabei dem Geld zu dienen, Mutter Erde und ganze Gesellschaften zu zerstören, wie Parasiten, die dem Ruf des Mammon folgen, in der Gier nach Macht.

 

Wir können unsere Kinder nicht auf einen anderen, gesunden Planeten umsiedeln

Den Homo Sapiens unterscheidet etwas von anderen Parasiten:
Wir haben es in der Hand, das Bild vom Menschen und von uns selbst zu korrigieren und der Gesinnungsethik neuen Raum zu geben. 

Lernen wir alle wieder, das Neue sozialer zu denken und im Lichte unseres Seins unseren Kindern eine Zukunft und uns selbst ein friedliches, geordnetes Miteinander zu ermöglichen, indem uns die Mittel dienen und nicht wir den Mitteln. 

Daran möchte ich glauben, dass uns das in der Gemeinschaft einer freiheitlichen, friedlichen und demokratischen Gesellschaft gelingt. Demokratie ist keine Ordnung, sondern eine Lebenseinstellung. 

Deine / Ihre 

Gabi C. Stratmann


Werte-Sterben im Vertrieb

Werte-Sterben im Vertrieb

Seit den 90er Jahren wird besonders in Unternehmen das Wertethema immer wieder hochgepuscht. In allen Unternehmensbroschüren mussten und müssen Werte enthalten sein. Auch bei vielen selbstständigen Unternehmern, Vertrieblern, Projektleitern, etc. wird zwar von Werten gesprochen, doch bei genauerem Hinsehen, fallen paradoxe Phänomene zunehmend ins Gewicht. Was bedeuten Werte im Umgang mit potentiellen Kunden oder Wählern?

Eines vorab: Werte sind richtig und wichtig. Aber leben wir sie auch?

Paradox erscheint das Phänomen, daß Werte am wenigsten dort gelebt werden, wo sie am meisten hochgejubelt werden. Selten ist eine Übereinstimmung von vorgegebenen bzw. definierten Werten und gelebten Unternehmensalltag zu erkennen. Besonders in Organisationen mit einer Art Code of Conduct und Ähnlichem, auch auf den "Märkten der Moderne" fallen solche Diskrepanzen auf. Verschiedene Berater verdienen sich eine sprichwörtlich goldene Nase damit, den Business-Alltag mit proklamierten Werten in Einklang zu bringen. Häufig mit mässigen Erfolgen. Übersehen wird, daß bei allen Veränderungen Werte neu definiert werden müssen, etwa bei Wechsel der Geschäftsführung, Beförderung von Entscheidern, Veränderungen im Team, Entlassung oder Einstellung neuer Mitarbeiter, bei Natur- und Umweltkatastrophen, Pandemien und ihrer Folgen, Kurzarbeit, Inflation etc..

Die Kluft zwischen der gewünschten Realität und Wertevorstellungen ist enorm. Eingespielte Organisationen definieren Kernwerte, die als Voraussetzung vermittelt werden und die entsprechend gelebt werden müssen. Zumeist handelt es sich hier um Traditions- oder Familienunternehmen.

Werte zu definieren ist essentiell für den Umgang mit Kunden oder in der Parteidefinition für die Wählerschaft. Die Definition selbst reicht jedoch nicht aus. Der potentielle Kunde oder Wähler merkt schnell, ob diese Werte tatsächlich auch gelebt werden. Erfahrungsgemäß nehmen viele Akteure, die mit verschiedensten Geschäftsmodellen und Wahlkampfprogrammen an den Markt gehen, Werte als Aushängeschild her und versuchen sich durch diese zu profilieren, um einen schnellen Zugang zu „ihrem“ Markt, zu „ihren“ Zielkunden, zu „ihrer“ Wählerschaft zu gewinnen. Zu erkennen sind solche Aushängeschilder an exzessiv betonten Selbstaussagen über sozial hocherwünschte Werte. Als Beispiele seien genannt Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Respekt, Loyalität, Authentizität, Wertschätzung etc..

Natürlich sollen Werte definiert werden, für die Unternehmen und Unternehmer aller Größenordnungen sowie Politik tatsächlich stehen und die sie in ihrer Funktion und ihrem Handeln voll ausfüllen können. Denn nur dadurch kann auf Dauer eine vertrauensvolle Basis mit Wählern, Kunden, Interessenten und Käufern geschaffen werden.

Werden Werte hingegen immer wieder stark in den Vordergrund gestellt, ist die Überbetonung von Werten schnell spürbar. Solche Überbetonungen dienen häufig dem Ausgleichs- und Vernebelungseffekt, um über eigene Unzulänglichkeiten oder Unsicherheiten bewusst wie unbewusst, hinwegzutäuschen. Im Umgang mit Kunden und/oder Aufbau von Businessstrukturen oder beim Wählerfang ein fataler Fehler. Der wachsame Empfänger solcher Botschaften erkennt die tendenziösen Erwähnungen von Werten und wird von Indentifizierungen absehen und das Gegenteil von dem tun, was erwünscht ist. Im Unternehmen von einem potentiellen Kauf absehen oder das Jobangebot ablehnen, in der Politik wird der Wähler seine Stimme anderen Parteien zukommen lassen.

In sämtlichen Anbahnungs- und Verkaufsgesprächen sollten Sätze wie „Sie können mir vertrauen…“ oder „Mir können sie es erzählen, ich schweige wie ein Grab…“ oder gar die Frage „Haben sie kein Vertrauen zu mir…?“ vermieden werden. Hieran sind subtile Akteure oder mitunter auch Manipulatoren zu erkennen. Die Zielperson fühlt sich verraten.

Bei solchen Äußerungen sowie bei Werteüberbetonungen ist, sowohl im Privaten wie auch im Geschäftsleben, im Dialog als auch schriftlich, äußerste Vorsicht geboten. Die paradoxe Absicht hinter einem solchen Vorgehen ist der Versuch, den potentiellen Wähler, Kunden, Interessenten, Gesprächspartner, Familienangehörigen oder Freunde regelrecht „einzulullen“, damit diese vertrauensselig werden. Im anschliessenden Umgarnen der Gesprächspartner verrät sich der Verkäufer, der Unternehmer, der Arbeitgeber, der Politiker schnell, wenn er seine definierten Werte als Person, nicht mit Leidenschaft, ehrlich und tatsächlich wertschätzend ausfüllen kann. Der gewünschte Effekt bleibt aus.

Je mehr Werte überbetont werden, desto mehr Vorsicht ist geboten. Zumeist werden eigene Schwächen und Unsicherheiten manipulativ überspielt.

Werte sind richtig und wichtig. Wenn sie echt sind und tatsächlich auch gelebt werden.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren.

Deine/Ihre
Gabi C. Stratmann


Klimawandel

Earth Overshoot Day 2021

Earth Overshoot Day 2021

Die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen ist das fundamentale Problem unserer Zeit. Wir müssen es als eine Frage des Überlebens der Menschheit verstehen lernen. Wenn wir die Ressourcenverknappung nicht lösen, werden alle weiteren Maßnahmen zur Rettung des Klimas ihr Ziel verfehlen. Dabei geht es nicht nur um die Größe von Veränderungen, sondern um ihre Geschwindigkeit. 

Um die Welt vor der endgültigen Zerstörung zu retten und damit menschliches Leben zu schützen, sind neue Strategien erforderlich. Ein neuer interdisziplinärer Ansatz ist das Transition Engineering, der Unternehmen, Organisationen und politische Systeme dabei unterstützen soll, innovative Wege zu finden, um Umweltschäden zu reduzieren und die letzten noch verbliebenen Ressourcen vernünftig zu managen. 

Während einige Länder vorangehen, etwa durch das Auslaufen lassen von Verbrennungsmotoren, zeigen sich in anderen Ländern sozioökonomische und politische Widerstände. 

 

Eines ist wichtig:

Wenn Ressourcen geschont und das Klima gerettet werden soll, müssen alle aktiv beteiligt werden, um überhaupt die Ziele und Erwartungen der Weltbevölkerung erreichen zu können.

 

In diesem Jahr sind seit Beginn der Berechnungen im Jahre 1970 die Ressourcen der Erde weltweit mit dem heutigen Tage früher verbraucht als jemals zuvor. Die globale Nachfrage nach natürlichen Ressourcen übersteigt die Geschwindigkeit, wie natürliche Ressourcen nachwachsen können. Die Erde ist überlastet.  

 

Beim Weltüberlastungstag handelt es sich um einen Kampagnentag, der uns auf unsere Schulden und übermässigen Verbrauch im Sinne der Nachhaltigkeit aufmerksam machen soll. Laut „National Footprint and Biocapacity“ bräuchten wir mehr als eine Erde, im gegenwertigen Ressourcenverbrauch der Menschheit wären es 1,7 Erden, um die Bedarfe zu decken. Beim Overshoot wird die Biokapazität dem ökologischen Fußabdruck mit einem Jahresfaktor gegenübergestellt.

 

Unter Biokapazität versteht man die Fähigkeit des Planeten, verbrauchte Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe, wie Treibhausgase abzubauen. Der ökologische Fußabdruck bemisst die Menge der verbrauchten Ressourcen durch die Menschen. 

 

Folge

Die Folgen bedeuten, den Rest des Jahres quasi auf Kredit des Planeten zu leben. Wir verbrauchten Brennmaterial und Nahrungsmittel, die nicht mehr auf natürlichem Wege ersetzt werden können. Weiter produzieren wir mehr Abfall und erzeugen mehr Treibhausgase, die der Planet nicht mehr verkraften kann. Das hohe Konsumniveau in Industrie- und Schwellenländern sorgt für den immer schnelleren Anstieg der Verknappung unserer Ressourcen. In der Folge kann sich der Planet nicht mehr erholen. 

Diesem Raubbau an Mutter Erde müssen wir Einhalt gebieten. Unsere Kinder und Enkelkinder werden mit den natürlichen Grenzen der Erde leben lernen müssen. Wenn wir ihnen überhaupt noch eine Lebensgrundlage hinterlassen. 

Nachhaltigkeit muss die Grundlage allen wirtschaftlichen und politischen Handelns sein. Es gibt keinen Planet B.

 

Deine/Ihre

Gabi C. Stratmann 


Nachhaltigkeit als Grundlage des Wirtschaftens

Nachhaltigkeit als Grundlage des Wirtschaftens

Nachhaltigkeit muss die Grundlage unternehmerischer Tätigkeit sein.

Nachhaltigkeit oder Corporate Social Responsibility beschreibt unsere unternehmerische Gesellschaftsverantwortung unabhängig unserer Produkte und Dienstleistungen. Gemeint ist damit ein freiwilliger Beitrag von Unternehmen aller Größenordnungen zu einer nachhaltigen, über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehenden, Entwicklung. 

Ein grundlegendes Erfordernis ist es, die eigene Geschäftstätigkeit - also das eigene Handeln am Markt, bezüglich Umwelt, des gelebten Umgangs mit Kunden, Partnern, Mitarbeitern, Empfehlern und verschiedenen Interessengruppen zu hinterfragen. Für viele Unternehmer, Selbstständige oder Startup´s ist ein solches Hinterfragen nicht greifbar oder zu abstrakt. Hohe Anforderungen und ein hoher Verwaltungsaufwand schrecken zudem häufig ab, obschon der Nachhaltigkeitsbegriff zumindest in unserer Sprach- und Denkweise fest verankert ist. 

Die moderne Form der Nachhaltigkeit umfasst die Säulen der Ökonomie, der Ökologie und sozialer Aspekte, mit dem Ziel, die Bedürfnisse der heutigen und künftigen Generationen zu befriedigen und dafür zu sorgen, daß auch next Generationen EU ihre Bedürfnisse in einer sich rasant verändernden Welt befriedigen können. Hierbei müssen alle Bereiche des Handelns, wie beispielsweise Kunden, Partner, Mitarbeiter, Gemeinden, Natur, Geldgeber, Familie, involviert sein. Arbeitgeber, Unternehmer, Selbstständige, Projektleiter etc. müssen ein nachhaltiges Agieren vorleben, damit involvierte Akteure es verstehen und übernehmen können. Die Gesellschaft muss in ihren Individuen als auch im Kollektiv mitgenommen werden. 

Die Vorteile für nachhaltiges Führen von Unternehmen, Projekten z.B. sind vielfältig; etwa gesteigerte Effizienz, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, Motivationsschub, Kundenzufriedenheit, gesteigerte Effektivität, Imageverbesserung, Zufriedenheit von Kooperationspartnern, Steigerung des Selbstwertes und das so wichtige Thema der Ressourceneinsparung.

 

Um das zu erreichen müssen wir eine Reihe von Herausforderungen bewältigen: 

Soziales Feld

Im sozialen Bereich geht es u.a. darum, wie hohe Fluktuation von Mitarbeitern, Ausgrenzungen jeder Art, ein ständiger Wechsel von Kooperationspartnern oder Motivationsverluste von Empfehlern verhindert werden können.

Ökonomisches Feld

Die ökonomische Herausforderung liegt im tatsächlich nachhaltigen Wirtschaften im und außerhalb des Unternehmens oder des Projekts.

Ökologisches Feld

Die ökologische Säule umfasst den unmittelbaren Einfluss unseres Handelns auf die Umwelt, auf unser weltweites Klima.

 

Folgende Fragen sollten bei jeder Form von Strategieplanung oder Unternehmensführung zur Kommerzialisierung neuer Produkte oder Markterschließungen unterstützen:

  • Kennst du deine gesellschaftliche Verantwortung als Arbeitgeber/Arbeitgeberin, als Unternehmer/Unternehmerin? 
  • Bist du dir der Verantwortung voll bewusst? 
  • Bindest du Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen, Kunden oder Partner strategisch und nachhaltig in deine Vorhaben ein?
  • Kommunizierst du deine nachhaltige Orientierung so, daß es deine Kunden, Partner, Mitarbeiter, Empfehler verstehen?
  • Förderst und forderst du aktiv deine Kunden, Partner, Mitarbeiter, Empfehler und sorgst für ein angenehmes und vertrauensvolles Klima?
  • Triffst du langfristige Maßnahmen zum Aufbau und Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit? Welche?
  • Hast du eine Übersicht darüber, was bei deiner Arbeit alles schief gehen kann?
  • Kennst und pflegst du enge Beziehungen zu Lieferanten, Auftraggebern, etc.? Weltweit? 
  •  Verfolgst du lokale Partnerschaften?
  • Handelst du umweltbewusst und sparst wo immer möglich Rohstoffe und Ressourcen?
  • Achtest du im Einkauf immer auf qualitativ hochwertige und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen? Stichwort auch Fairtrade.
  • Achtest du beim Erbringen deiner Dienstleistung auf hochwertige Qualität?

Nachhaltiges und erfolgreiches Arbeiten ist die Grundlage unternehmerischer Tätigkeit jeder Art und Größenordnung; angestellt wie selbstständig. Das gesamte unternehmerische Handeln muss darauf ausgerichtet sein.

Nur wer seine Vorhaben nachhaltig führt, wird auch in Zukunft Mitarbeiter, Empfehler, Partner und einen Markt für seine Produkte und Dienstleistungen finden.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren.

#ressourcenmangel #changetheworld

Deine/Ihre

Gabi C. Stratmann 


Digital Change! Auf ein Wort mit Gabi Stratmann

Digital Change – Wenn sich alles verändert! 

Wenn die Digitalisierung den Menschen überflüssig macht!
Auf ein Wort mit Gabi Stratmann


Was brauchen heute Unternehmen, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

"Unternehmen müssen groß denken und die Welt verändern. Sie müssen künftig exakt wissen, was den Kunden interessiert, Erlebniswerte schaffen, flexible Kooperationen anstreben und Veränderungen zum Normalzustand werden lassen. Das heißt auch, sich von dem typisch deutschen Sicherheitsdenken zu verabschieden.

Besonders wir Deutschen optimieren in viel zu kleinen Schritten, eher vorsichtig und abwartend. Was uns vor 60 Jahren weit gebracht hat, wird künftig nicht mehr ausreichen. Schauen wir uns kurz die markanten Eckpunkte der Welt AG an, in der wir uns täglich aufhalten; da sind höhere Lebensstandards, Teilrückgang von Armut, vollständige Integration der Weltwirtschaft – beispielsweise können wir heute ein neues Verhältnis von Arbeit, Kapital, Rohstoffen und Nationalstaaten beobachten. Die historische Rangfolge des Bruttoinlandsproduktes hat sich verschoben. Auch ein spürbarer relativer Niedergang der USA und der EU, beeinflussen unsere Wahrnehmung und lassen den Wunsch nach Veränderung laut werden. Falsche Anreize in der Wirtschaft, neue Herausforderungen in der Verhaltens – und Neuropsychologie, Ungleichheiten durch Konzentration auf Reichtum einzelner Schichten, Ausbau von Molekular- und Nanotechnologien, Transformation der Produktionsfaktoren im Hochgeschwindigkeits- und Hochfrequenzhandel der Digitalisierung, Robosourcing wie künstliche Intelligenzen, usw. nehmen starken Einfluss auf den Wandel des Arbeitsmarktes und des Konsumverhaltens. Der Konsum der Verbraucher steht heute im Verhältnis zu Glück, Wohlstand und Wohlbefinden.

Wer also langfristig erfolgreich sein möchte, muss neben einer optimalen Positionierung und Vermarktung, auch dazu bereit sein, sich selbst immer wieder neu zu hinterfragen und zu reflektieren sowie im Bedarfsfall sein gewinnbringendstes Businesskonzept oder erfolgreichstes Produkt „aufzugeben“ oder gar zu zerstören. Unternehmen in Deutschland halten angesichts der rasanten Veränderungen, zu starr an „alt Bewährtem“ fest. Das ist heute eine gefährliche Erfolgsbremse."


Online, Offline, Allein – Buchhändler versus Amazon! Besonders der Einzelhandel ist betroffen. Zerstören Digitalisierung und zahlreiche Online-Möglichkeiten den Handel?

"Nein. Sicher, die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit, aber auch entscheidende Vorteile: etwa Kostenreduzierung, höhere Flexibilität, intensivere Globalisierung, größere grenzüberschreitende Investitionen, größere Handelsströme, Befriedigung der Ansprüche jüngerer Generationen, etc.

Besonders der Einzelhandel steht seit nunmehr 20 Jahren im ständigen Wandel. Die eigentlichen Herausforderungen stehen im Zusammenhang mit dem veränderten Konsumverhalten der Verbraucher. Ansprüche und Bedürfnisse verändern sich fortschreitend mit den Online-Möglichkeiten. Hier ist es fundamental, daß der Handel sein Retail in Abhängigkeit mit seinem Produkt, regelrecht revolutioniert. Hierfür sind Kreativität und  Risikobereitschaft gefragt. Bisher ausschließlich stationäre Händler repräsentieren ihre Produkte mittlerweile auch auf verschiedenen Online-Plattformen und umgekehrt. Zalando etwa bedient jüngst auch stationäre Shops.

Denken wir an die ersten SB-Märkte in den 1950er Jahren. Der Kunde bekam erstmalig eine Produktkompetenz, indem er seine Produktauswahl erstmals selbst wählen konnte. Für den Konsumenten heute ist das selbstverständlich. Der Möbelgigant IKEA beispielsweise setzt seit vielen Jahren auf dieses Erfolgskonzept. Der Kunde entscheidet eigenverantwortlich, online wie offline, selbst über seinen kompletten Einkauf. Das betrifft sowohl die Auswahl der Möbel, die Art der Lieferung, den Aufbau, die Reparatur, die Entsorgung der Altmöbel, etc.. Selbst die Zahlungsmodalität bestimmt der Kunde. Das Unternehmen geht lediglich auf die individuellen Bedürfnisse ein.

Bevor der Kunde heute feste Verkaufsflächen betritt, kann er sich online umfassend informieren und vergleichen. Mit diesem Informationsstand verkürzt er seinen unmittelbaren Aufenthalt im Laden. Marc’o Polo kehrt dieses „Problem“ um, indem sie ihren Kunden beispielsweise die Möglichkeit bieten, die persönliche Kollektion online zusammenzustellen und diese in einen für ihn gut zu erreichenden Store liefern zu lassen. Dort kann er dann bequem und in Ruhe, die Kleidung anprobieren und sich persönlich beraten lassen. Die Stores solcher Trendmarken sind heute sehr ansprechend gestaltet. Dem Kunden wird durch das Ambiente der „guten alten Stube“ regelrecht ein Gefühl von Wohnzimmeratmosphäre vermittelt. Diese Stores wirken gemütlich und einladend. Zudem bieten viele solcher Anbieter mittlerweile auch „Café-Lounges“ in ihren Läden. Der Kunde ist als Gast willkommen, was ihn länger im Laden hält. Ganz ohne Kaufzwang. Passé sind hier sterile, mit kaltem Licht versehene Einkaufshallen.

Um auf den Buchhandel zurückzukommen; ich bin der Meinung, daß in unserer heutigen Wissensgesellschaft, die Zukunft den Büchern gehört. In beiden Varianten, also Print und Digital. Das E-Book hat das Buch in das digitale Zeitalter und den kriselnden Buchmarkt selbst in eine erfolgreiche Zukunft katapultiert. Das E-Book fördert durchaus eine völlig neue Lesekultur und macht Bücher auch bei neuen vor allem jüngeren Leserschichten beliebt. Auch Studenten profitieren von diesen Online-Angeboten. Studienliteratur beispielsweise ist heute in Teilen mit Scanner-Codes versehen, so daß der Studierende rund um die Uhr, an jedem Ort Online-Zugang zu seinem Lernmaterial hat. Vor wenigen Jahren standen besonders die Deutschen dem E-Book sehr kritisch gegenüber. Heute erhöht sich der Umsatz dieser digitalen Literatur. Aber auch hier gilt, das der Verbraucher einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem klassischen Buch spüren möchte. Auch hier gibt es beide Käufertypen – der Classical-purchaser und der Trendy-purchaser. Beide Formate haben ihre jeweiligen Vorzüge und individuelle Zielgruppen.

Problematisch wird es erst, wenn sich das Kaufverhalten „umkehrt“. Also wenn der Kunde sich im Geschäft umfassend beraten lässt, Preise vergleicht und anschließend online kauft. Hier wird der Kunde in der Regel auf das preisgünstigere Produkt zurückgreifen und erfahrungsgemäß bei günstigeren Online-Discountern ordern, was dann für den einzelnen Händler zum kostspieligen Problem werden kann. Denn der Kunde ist heute ein komplexer Käufer, der nicht nur online oder nur offline kauft. Er ist vielmehr ein Hybrid, der auf ganz neuen Wegen vom Einzelhandel erreicht werden muss."


Wie profitiert der Einzelhandel von der Digitalisierung?

"Indem der Handel einen qualitativen und deutlich spürbaren Mehrwert für seine Kunden schafft.

Schauen wir uns zunächst die Komplexität der Digitalisierung insgesamt an. Alle Unternehmen, auch unabhängig des klassischen Einzelhandels, stehen heute vor anderen Herausforderungen, als zur Zeit nach den Kriegsjahren, wie beispielsweise Anschaffung  mobiler Geräte, permanentes Onlinesein, andere Interessennetzwerke, sich verändernde Staatsführungen, kulturelle, politische und soziale Ungleichgewichte, Transformation des Weltmarktes, Kooperationshandel in Form eines individuellen Kollektivismus, Wegfall von Wertschöpfungsketten, Veränderung des Finanzsektors, des Bildungswesens und des Journalismus (ich denke hier an „alternative Fakten“), Problematik von Big Data, wie Datenschutz, Komplexität, GPS, Anonymität, Gesichtserkennung, etc., politische Fragen und damit einhergehende digitale Spaltung, Online-Zugang auch in netzschwachen Regionen, neuronale Auswirkungen der Digitalisierung, wie Verhaltensänderungen, Anpassung, FaceTime – Facelifting, Infrastrukturen, wie Cloud-Computing, Digitale Ökosysteme, Digitale Silos, Cybersicherheit, etc.

Vorsichtiges Optimierungsverhalten, durch Anhaften von beinahe zwanghaftem Sicherheitsdenken, reichen angesichts der Komplexität nicht mehr aus. Das bereitet mir, in Gesprächen mit Unternehmen, etwas Sorge.

Besonders der Einzelhandel benötigt strategische und hochinnovative Ansätze auf verschiedensten Wegen, um den Hybrid-Kunden zu erreichen. Sowohl die Kommunikation als auch der Vertrieb müssen orts- und zeitunabhängig und endgerätefähig sein und den Kunden auf allen Vertriebswegen ein absolutes Shoppinghighlight bieten. Online- und Offline-Services, wie Bestellabwicklung, Reklamationen, Umtausch, Rechnungsabwicklung, etc. müssen gut miteinander vernetzt sein. Solche Services müssen unabhängig von der Art der Kaufabwicklung, im stationären Geschäft wie auch über online-Plattformen, bequem abgewickelt werden können.

Der Handel muss sich aufgrund sich verändernder Lebensstile, eines sich verändernden Arbeitsmarktes und sich ändernden Arbeitszeitmodellen, an den Bedürfnissen des Kunden anpassen. Und das so einfach wie möglich. Sogenannte Lebensmittel „To Go“ (früher Convenience) machen das bereits möglich. Auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg, schnell einen Kaffee, ein paar Lebensmittel besorgen. Wunderbar.

Da wir heute nicht mehr nur von reiner Beschaffung, was beim Online-Shop der Fall ist, sprechen können, müssen ähnlich eines Freizeitparks, regelrechte Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Der Kunde braucht neue Anreize, um den festen Shop aufzusuchen. Allzu lästig sind Stau, Parkplatzsuche, Parkgebühren, Knöllchen, Menschenmassen, usw. Nicht auszudenken, wenn dann das bevorzugte Geschäft gerade schließt oder das Lieblingsprodukt, kurz zuvor ausverkauft wurde. Fünf Minuten haben dann entschieden."


Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens?

"Was wir benötigen, ist die Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens. Die Servicewüste muss neu befruchtet werden, indem der Handel hervorragende online- und offline-Services, wie Umtauschmöglichkeiten, unkomplizierte Zahlungsabwicklungen, qualifizierte, erlebenswerte Beratungen, ein entspanntes, angenehmes Ambiente (Café-Lounge, Bar, Sitzecke), eine qualitativ gute Auswahl sowie die Möglichkeit, nicht vorhandene Ware vor Ort zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen, anbietet und mit Leidenschaft lebt."


Verschiebung von Marktanteilen?

"Deutsche Unternehmen müssen sich von ihren konservativen und stark zögerlichen Veränderungsmethoden verabschieden. Im internationalen Vergleich liegen wir im Mittelmaß. Andere Länder sind uns mit Innovationen im stationären Handel, weit voraus. Die Deutschen leiden an starker Preis-Sensibilität mit fatalen Auswirkungen. Bei Preiserhöhungen wechselt der deutsche Kunde schnell auf ein günstigeres Produkt oder bevorzugt einen Anbieterwechsel und sorgt so in erheblichen Maße für die Verschiebung von Marktanteilen und Sortimenten. Viele Unternehmen scheuen daher entsprechende Investitionen oder versuchen die Kosten für Innovationen auf Produktpreise umzuwälzen, häufig zu Lasten der Qualität. In der Folge kauft der Kunde nicht, er fühlt sich verraten. Auch inhabergeführte Unternehmensstrukturen stehen mitunter auf der Erfolgsbremse, da sie einer „neuen“ Zukunft oftmals kritisch und konservativ gegenüberstehen. Es sind häufig schwerfällige Apparate."


Veränderungen müssen also zur Lebensaufgabe werden ...

"Wer erfolgreich werden oder bleiben möchte, muss Veränderungen zur Lebensaufgabe machen. Neue digitale Möglichkeiten allein reichen nicht aus, der Handel muss sich neu erfinden und komplett umstrukturieren. In Zukunft zählen ausschließlich Erlebnischarakter, Mehrwert für jeden einzelnen Kunden, erhöhter Servicegedanke, Qualitätsbewusstsein und individuelle Bedürfnisse. Der Handel muss lernen zu flirten – er muss um die Gunst des Kunden, seines Gastes, in verliebter Manier buhlen."


Was ist mit dem Stellenwert von Social Media?

"Auch das Marketing hat sich mit der Digitalisierung und den zahlreichen Möglichkeiten des Internets in den vergangenen Jahren rasant verändert.

Es geht heute darum, mit der eigenen Qualität und Firmenpräsenz, dafür zu sorgen, daß der Kunde zum Unternehmen kommt. Ging man früher auf klassischen Vertriebswegen aktiv auf den Kunden zu, um einen Kaufabschluss zu generieren, geht der Kunde heute auf das Unternehmen zu. Die sozialen Netzwerke machen es dem Kunden einfach. Der Unternehmer hat heute die Möglichkeit, mit der richtigen Community und einer professionellen Positionierung, hohe Reichweiten, etwa durch Videos und/oder regelmäßigem Content, etc., mit relativ geringem Kostenaufwand zu erreichen. Auch die Interaktion mit Kunden kann so schneller generiert werden. Social Media Marketing ist Empfehlungsmarketing. Es geht um Transparenz, Qualität und Bewertungen und um die eigene Reputation. Wir erleben täglich, wie Kunden diskutieren, recherchieren, abwägen und vergleichen. Das eigene Profil und die Online-Reputation müssen also für den Kunden, sowohl im Netz als auch in der pysischen Welt, einen positiven Eindruck hinterlassen. Besonders im Social Media Marketing ist der Kunde hinter dem Kunden von Bedeutung. Social Media bietet hervorragende Möglichkeiten zur Kundenbindung, Werbung, Informationsaustausch, aktive Interaktion mit Zielgruppen, Erhöhung der Marktpräsenz durch Erhöhung der Reichweite, individuelle Specials, Bewertungsmöglichkeiten, u.v.m. Online-Marketing ist keineswegs Zeitverschwendung. Es ist ein kosten- und zeitsparendes Instrument zur weltweiten Marktpräsenz und fruchtbarem Dialog. In meinem Fall, können meine Kunden mich auch dort live erleben und auf kurzen Wegen mit mir oder meinem Management Kontakt aufnehmen. Dabei bin ich ortsunabhängig. In meinem Business ein entscheidender Vorteil.

Dem gegenüber stehen die zunehmende Kriminalität und Missbrauch im Netz. Die Frage nach dem Schutz für den Anwender, die Anwenderin stehen bis dato im Raum. Auch die unzureichende Infrastruktur des Netzausbaus in Deutschland."


Handlungsbedarf in vielen Unternehmen ...

"Hier sehe ich bei vielen Unternehmen noch Handlungsbedarf. Sie wirken in Teilen unnahbar auf ihre Kunden. Denken wir an typische Hotlines, bei dem der Kunde gefühlte Stunden Fragen beantworten oder Zahlenkombinationen eingeben muss, um am Ende zu hören, daß alle Leitungen belegt sind und man diesen Umstand natürlich zutiefst bedauert. Je komplexer die Informationsflut im Netz wird, desto unübersichtlicher wird sie. Umso mehr haben potentielle Kunden auch wieder das Bedürfnis, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, nach persönlicher Beratung. Dennoch hat die Coronapandemie gezeigt, dass Unternehmen, wenn sie wollen, durchaus imstande dazu sind, die Netze der Online-Welt sinnvoll zu nutzen. Die Zukunft wird Hybrid sein. Nicht nur im KFZ-Bereich oder im Schulunterricht. Wobei das Thema Schule ein eigenes Interview wert wäre."


Unternehmen der Zukunft!

"Unsere Zukunft wird auch künftig tiefgreifende und radikale Umstrukturierungen erfahren. Und hierbei spielt das Feld der weiter zunehmenden Globalisierung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird es Verschiebungen von geopolitischen Machtverhältnissen aufgrund des Klimawandels geben, die wir heute schon deutlich spüren. Die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Mensch wird stark beeinflusst durch eine fehlgeleitete auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik, durch einen nicht nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen, durch  einer starken Revolution der digitalen Kommunikation und damit verbundenen Veränderungen von neuronalen Entwicklungen, sowie durch manipulativen Eingriffen in Bio- und Gentechnik. Hier liegen der gewinnbringende Nutzen und das Risiko für den Menschen sehr nah beieinander. Oder anders ausgedrückt, es wird immer mehr zu Spaltungen zwischen Systembefürwortern und Systemgegnern kommen. Wie wir im Verlauf der Pandemie deutlich verfolgen konnten."


Teamplayer oder Marathonläufer ...

"Unternehmen von Morgen müssen Teamplayer und Marathonläufer sein. Sie müssen bereit sein, sich mit Kunden zu verbünden, Konkurrenten zu Partnern zu machen und neue lockere Kooperationsmodelle einzugehen. Aber das alleine reicht nicht aus, um in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen. Es ist, wie ich Eingangs schon erwähnt habe, die Bereitschaft zur permanenten Veränderung. Auch wenn das bedeutet, sich von „bewährten“ Produkten oder Dienstleistungen und besonders festgefahrenen internen Abläufen, zu verabschieden. Echte Innovationen, ein dynamisches Auftreten, flexibles Reagieren auf das Marktgeschehen, die richtige Nutzung des Internets und mutige Entscheidungen, bringen dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg. Die erfolgreichsten Unternehmer/Unternehmen, haben auch die mutigsten Veränderungen gewagt. Der Unternehmer der Zukunft muss ein Visionär sein und strategisch zielfokussiert handeln. Verliert er sich im operativen Alltagsbusiness, wird er zum Getriebenen und findet sich im Spiel von Jäger und Sammler wieder."


Was müssen Unternehmen heute lernen?

"Unternehmen müssen lernen, die mobilen und digitalen Möglichkeiten richtig zu nutzen und den Kunden in die Wertschöpfungskette mit einzubinden. Das gilt auch für den Mitarbeiter. Ihnen muss klar werden, das der Markt immer transparenter wird. In der Folge sind die Kunden und Mitarbeiter bestens informiert und entsprechend anspruchsvoll. Sie wollen mitreden und mit gestalten. Transparenz und Mitgestaltung bedeutet intern auch, in das eigene Personal zu investieren, um Aufgaben besser delegieren zu können. Der Produktionsprozess selbst muss in Zukunft individueller und maßgeschneiderter sein. Das heißt, lokale Vorlieben und personalisierte individuelle Produkte haben eine Zukunft. Zu beobachten sind solche Trends bereits in der Automobilbranche. Viele Hersteller verkaufen heute stark individualisierte Fahrzeuge. Land Rover etwa bietet auf seiner Online-Plattform überwiegend Grundkarosserie, bestehend aus Modell und Hubraum an. Alle anderen Komponenten eines Fahrzeuges, kann der Kunde selbst nach eigenen Wünschen konfigurieren. Was heute noch dem Premiumsegment vorbehalten ist, wird künftig Standart sein. Sicherlich ist es für viele Unternehmen auf der globalen Weltbühne heute noch effizienter, im Standardverfahren und vereinheitlichten Abläufen zu agieren; für den Future-Kunden aber dürfen solche Vorgänge künftig nicht mehr spürbar sein."


Gesundes Business im Wandel! Konsequenzen der neuen digitalen Zeit!

"Im heutigen digitalen Zeitalter geht es auch um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sowie konkrete Lösungsansätze für individuelle aber auch gesamtwirtschaftliche Erfolge. Es ist wichtig, das Unternehmer und Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, sich ihrer Bedeutung auf der wirtschaftspolitischen Weltbühne und damit ihrer Verantwortung für Mensch, Umwelt und ihrer Ressourcen bewusst werden. Was zur Folge hat, mutig Entscheidungen zu treffen und Veränderungen angstfrei und aktiv zu gestalten. Ein Business, das ausschließlich auf betriebswirtschaftlichem Kostencontrolling, reinen politischen zumeist lobbyismusgesteuerten Entscheidungen beruht, reicht heute nicht mehr aus, um zukunftsfähig zu sein.

Der Hauptakteur des Business bleibt der Mensch in seinem Facettereichtum und unzähligen Fähigkeiten, die es wieder zu entdecken gilt. Es ist wichtig, Unternehmer und Unternehmen zusammenzuführen, Impulse zu setzen, gemeinsam neue kreative Ideen zu entwickeln, Lösungsansätze zu kreieren, neue Kontakte zu knüpfen, in den Dialog zu gehen und vieles mehr. Gemeinsam können wir alle einen positiven Einfluss auf das Weltgeschehen im Großen wie im Kleinen nehmen. Wir dürfen nicht übersehen, daß sich der Mensch bei allen Vorzügen der Digitalisierung, zeitgleich durch diese auch überflüssig macht. Dies führt zu Ängsten, Zweifeln, Blockaden und zu Motivationsverlust. Einer der größten Umsatz- und Erfolgsbremsen."


Wie passen Erfolg und Glück zusammen? Verbundenheit mit dem Unternehmen.

"Der Mensch muss sich mit seinem Unternehmen verbunden fühlen. Das ist heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Verbrannte Mitarbeiter bringen keine Leistung. Unternehmen kränkeln vor sich hin, der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel, neue Möglichkeiten und Perspektiven müssen geschaffen werden. Es kann nicht sein, daß Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen, durchs Raster fallen, krank werden und sich mitunter aufgeben, weil sie jeden Glauben in sich und ihre Fähigkeiten verlieren und Unternehmen der Meinung sind, das chronische Anpassungsmechanismen in Form von Entlassungswellen eine positive Wendung bringen. Wenn dein Schiff sinkt, macht es keinen Sinn, verzweifelt das eindringende Wasser heraus zu schaufeln. Da schaufelst du bis zum Grund.

Ein gesunder Mensch bedeutet auch ein gesundes Unternehmen, Kreativität, Innovation und Vitalität. Strategische Unternehmensführung betrifft heute weitaus komplexere Themen. Es geht nicht mehr nur um betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn dieser technologisiert wird, bleibt der Mensch ein lebendiges Wesen mit Emotionen, einzigartigen Fähigkeiten aber auch Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln. Es wird übersehen, daß Unternehmen und Mensch, eine Einheit bilden, die gut miteinander agieren müssen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig gesundheitsfördernde und gesundheitserhaltende Maßnahmen sind, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Unsere Gesundheit und Stabilität sind die wertvollsten Ressourcen, die wir in uns tragen. Sie sind unser persönlicher Erfolgsfaktor. Unternehmenserfolg und persönliche Gesundheit setzen das Verständnis eines vielschichtigen Themenkomplexes voraus, mit dem ich mich seit vielen Jahren intensiv beschäftige und Unternehmen begleite. Erfolg setzt sich heute aus der Verbindung von mentalpsychologischen und physiologischen Eigenschaften des Menschen und seiner Handlungs- und Veränderungsbereitschaft zusammen. Nichts verändert sich, ausser wir verändern uns. Wir haben zwei Möglichkeiten, das System in dem wir leben, zu bekämpfen oder einen positiven Umgang mit diesem System zu finden und darin einen Raum, in dem wir erfolgreich, glücklich und gesund sein können. Ich zeige den Menschen, wie sie Ängste, Unsicherheiten und Zweifel abbauen und wie Veränderung funktioniert.

Mir ist das in den letzten Jahren sehr gelungen. Ich bin glücklich und erfolgreich mit dem was ich tue. Das war nicht immer so. Wer mich kennt, weiß, daß ich zweimal der Tod von der Schippe gesprungen und einmal dem Rollstuhl nur knapp entkommen bin. In dieser Zeit habe ich Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf die Welt und mein damaliges Angestelltendasein, verändert haben. Die Ärzte gaben mich damals auf. Ich mich selber aber nie. Und das macht den Unterschied. Ich bin immer wieder aufgestanden, wenn ich gefallen bin. Ich habe an mich geglaubt, während andere zweifelten. Ich habe weiter gemacht, wo andere aufgaben. Ich habe so immer wieder Veränderungen vorgenommen und mein Ziel stets vor Augen gehalten.

Was mich antreibt, ist neben dem Wunsch nach Freiheit und mich selbst ausleben zu können, vor allem der Wunsch, den Menschen etwas zurück zugeben, das mir zuteil wurde, neue Impulse zu setzen, ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Arbeitsmarkt, wie wir ihn heute kennen, wird es künftig so nicht mehr geben. Ich bin überzeugt davon, das alle Menschen und Unternehmer langfristig erfolgreich sein können, wenn sie bereit dazu sind, neue alternative Wege zu gehen. Ich zeige ihnen, wie Veränderung funktioniert und Ängste, Unsicherheiten und Zweifel erfolgreich abgebaut werden können.

Seit vielen Jahren engagiere ich mich für schlechter gestellte Menschen weltweit, das Elend ist kaum zu ertragen. Wenn wir unser Kapital richtig einsetzen, bedeutet das nicht nur Reichtum und die Erfüllung von persönlichen Träumen. Vielmehr bedeutet es Investition in Bildung, in Frieden, in gesunde Ernährung, in den Erhalt der Natur. Ich sehe es als meine Pflicht, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen auf das Weltgeschehen und nachfolgenden Generationen eine Welt mit zahlreichen Perspektiven und alternativen Möglichkeiten zu hinterlassen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Glück, Freiheit, Gesundheit und Erfolg!"


Bei allen Unsicherheiten, die Veränderungen mit sich bringen, bei allem was wir tun, sollten wir bedenken, daß wir eines Tages auf unser Leben zurückblicken werden… Was wollen Sie dann sehen?

"Ich möchte in Liebe, Demut und tiefer Dankbarkeit auf mein Lebenswerk zurückschauen sowie neugierig und gespannt auf das erfolgreiche Agieren nachfolgender Generationen schauen.

Dankbar bin ich heute schon für die Erfahrungen, die ich machen durfte, auch wenn ich auf so manche gerne verzichtet hätte sowie die Menschen in meinem Leben beruflich wie privat. Für jene, die da waren, für alle, die da sind.

Im Leben gibt es immer Höhen und Tiefen, selten verläuft unser Leben statisch. Rückschläge sind mitunter nur schwer zu ertragen. Ich kann ein Lied davon singen. Irgendwie bin ich ein "Stehaufmännchen". Aber genau hier ist es enorm wichtig, sich daran zu erinnern, wer wir eigentlich sind, an welcher Stelle wir möglicherweise falsch abgebogen sind, wo wir ein Stückchen weit zu viel vertraut haben, usw. Aber eines ist besonders in schwierigen Lebensphasen wichtig; sich darauf zu besinnen, wo wir unsere Wurzeln haben, wo wir herkommen. Sich die Frage zu stellen, was habe ich mitbekommen, was davon ist heute noch oder wieder stimmig für mich. Wer auf dem "Höhepunkt" seines Lebens vergessen hat, welchen Weg er selbst zurückgelegt hat, hat die Nächstenliebe abgelegt. Mir fehlen in vielen Dialogen und Selbstdarstellungen eben jene ehrlichen Informationen darüber, wie schwierig manche Situationen wirklich waren. Stattdessen wird mir zu viel im reinen Fanatismus schön geredet. Ein Mensch, der am Boden liegt, kann diese Situation nicht wirklich schön finden. Stellen Sie sich einmal vor, Sie drohen zu ertrinken. Die Wasserwacht ruft Ihnen zu, Sie müssen sich schon selbst retten, es kommt niemand und holt Sie daraus. Das sind heute Totschlagargumente, mit denen vielfach um Erfolg geworben wird. Hier haben sich Menschen massiv selbst verloren. Wenn ich also eines Tages und gelegentlich mache ich das heute schon, auf mein Leben zurückschaue, möchte ich ohne schlechtes Gewissen jüngeren Generationen zeigen können, welchen Sinn die Steine, die allzu oft im Wege lagen, hatten und wie sie mit ihren Erfahrungen einen positiven Umgang pflegen können. Denn einen Fehler dürfen wir niemals begehen; verschiedene Zeiten mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen, zu vergleichen."

Ich sehe, es gibt viel zu tun für uns alle auf dieser Welt. Vielen Dank für das Gespräch.

Auszug aus dem Interview des Niedersächsischen Wirtschafts-Workspace “Auf ein Wort mit Gabi Stratmann“.


Inspiratio spiritus! Wie entsteht menschliche Produktivität?

Inspiratio spiritus

Vom willentlichen Verstand und ganzheitlicher Wahrnehmung. Wie entsteht menschliche Produktivität?

Kennst du dieses Gefühl, dass immer dann eintritt, wenn du in deiner Kreativität förmlich aufblühst; wenn du eine Art Eingebung erfährst auf Fragen oder Problemstellungen und du dich im Nachhinein fragst, wieso du nicht gleich auf exakt diese Idee gekommen bist? Nach der ersten Euphoriephase über deine Erkenntnis, legt sich der kurzfristig aufkeimende Tatendrang auch schon wieder. Denn irgendetwas kann doch nicht stimmen. Soll das jetzt tatsächlich die Lösung sein? Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Und viel zu einfach …

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich in jungen Jahren von meiner Lehrerin ermahnt wurde, ich sei eine Träumerin, wäre nie bei der Sache und überhaupt viel zu unaufmerksam. Ob ich ausreichend Schlaf bekäme, denn ich würde auf sie einen müden Eindruck erwecken. Was ich sie nicht anmerken ließ, war die Tatsache, daß ich in Wirklichkeit voller Aufmerksamkeit war. Ich hatte die berühmten sieben Sinne klar beieinander, mein Geist arbeitete messerscharf und ich beobachtete unseren Dialog aus einer Art Vogelperspektive. Dieser „Perspektivenwechsel“ geschah scheinbar immer dann, wenn ich gerade einmal wieder dabei war, für mich wichtiges von unwichtigem zu trennen. Ich befand mich in einem Zustand der erweiterten Wahrnehmung, einem Gefühl von Losgelöstsein und völliger Gedankenlosigkeit – was mir natürlich erst im späteren Erwachsenenalter rückblickend bewusst wurde. In der Forschung sprechen wir hier auch von „in der rechten Gehirnhälfte geprägten ganzheitlichen Zustand des Seins“.

In diesem Zustand sind wir in der Lage, den Fokus unserer Aufmerksamkeit neu zu setzen und so die „Perspektive“ zu wechseln. Wir erschaffen eine Art Hologramm, indem wir unsere Instanz vom Inneren auf das Aussen verlagern, so dass wir in der Lage sind, beides zeitgleich zu betrachten. Der Einfachheit halber, lässt sich dieser Zustand etwa mit „Vorsichhindösen“ oder einem „Dämmerzustand“ (Dämmerzustand ist in diesem Fall im übertragenden Sinne zu verstehen und nicht mit dem med.-psych. Dämmerzustand zu verwechseln) beschreiben. Ich erinnere mich an unzählige Fachsimpeleien meines Vaters. Es ging um verschiedene Problemstellungen, in denen niemand so recht wusste, wie die damit im Zusammenhang stehende Thematik und Aufgaben gelöst werden sollten. Ich saß einfach nur da und lauschte. Keine rechte Ahnung, wovon eigentlich die Rede war, lieferte ich ihnen die perfekte Lösung. Verblüfft schauten alle zu mir herüber. Dieses Phänomen sollte sich so lange wiederholen, bis ich anfing, mich als „Lösungsgeber“ zur Verfügung zu stellen. Fortan freute ich mich auf die Gespräche und war enttäuscht, keine Antworten mehr zu finden. Was geschehen ist? Ich bin meinem willentlichen Verstand zum „Opfer“ gefallen. Denn dieser hatte meine ganzheitliche Wahrnehmung verhindert.

 

Was bedeutet der Zustand der inneren Ruhe für uns und unsere Produktivität?

Neurologen sind heute in der Lage, den Zustand unseres Bewusstseins, also unsere Gehirnaktivitäten sichtbar zu machen. Wird ein Zustand mit ausgeprägten Alphawellen – also „Vorsichhindösen“ gemessen, befinden wir uns außerhalb des unmittelbaren Einflusses unseres Verstandes. Im normalen Tagesbewusstsein jedoch halten wir uns im sogenannten Beta-Bereich auf. Hier liegen unsere Hirnfrequenzen zwischen 38 und 15 Hz. Das heißt, unsere bewusste Aufmerksamkeit ist mit logischen, prüfenden, trennenden und denkenden Prozessen beschäftigt. Bei einem hohen Stresspegel, Angstzuständen, innerer Unruhe und Zweifeln oder permanenter innerer Kritik, befördern wir uns in eine hohe Beta-Frequenz.

Kommen wir hingegen zur Ruhe, sinken unsere Hirnfrequenzen in den Alphawellenbereich ab. Diese liegen zwischen 14 und 8 Hz. Im Alltag lassen wir Ruhe jedoch kaum noch zu. Aktuelle Entwicklungen des Weltgeschehens beschäftigen uns, eine dauerhafte Präsenz in den medialen Kanälen erhöhen mitunter unseren Stressfaktor, Existenzsorgen und Zukunftsängste lassen Viele am System zweifeln und geraten ins grübeln, etc. Individuelle persönliche Krisen haben immer dann eine traumatisierende Wirkung, wenn keine Lösungsmöglichkeiten erkennbar sind. In solchen schwierigen Situationen entwickelt sich dann irgendwann ein Moment, in dem der Betroffene das Gefühl hat, mit seinen Kräften am Ende zu sein. In Folge dessen gibt er auf und lässt los (nicht zu verwechseln mit Resignation). Das ist der Moment, in dem unser verletztes Ego unserem eigentlichen Sein die Regie überlässt. Wir beginnen zu „dösen“ und befinden uns, wie zuvor bereits erwähnt, außerhalb des unmittelbaren Einflusses unseres Verstandes. Wir treten ein, in ein durch uns geschaffenes Hologramm. Wir wechseln die „Perspektive“. In diesem Hologramm schauen wir uns quasi wie in einem 3D-Film selbst zu. Aus psychotherapeutsicher Sicht würde dieser Zustand, besonders in Lebenskrisen, mitunter als Realitätsflucht beschrieben. Sämtliche historischen wie aktuellen bahnbrechenden Ideen und Erfindungen erfolgten und erfolgen auch heute aus Eingebungen. Ich wurde für meine wertvollste Idee, die wie einige wissen aus einer Lebenskrise heraus entstanden ist und aus dem mein heutiges Wirken und meine Produkte resultieren, für den Wissenschaftspreis nominiert. Große Erfinder und Entdecker wie beispielsweise Albert Einstein, erfuhren ihre revolutionierenden Erfindungen in einem „vorsichhindösenden“ oder auch halbschlafähnlichen Zustand. Nämlich dann, wenn ihr Verstand sich zurückgezogen hatte und sie sich im Alphawellenbereich aufhielten.

Wille hebelt Verstand aus

Das unser Verstand unverzichtbar und wertvoll ist, wissen wir. Allerdings agiert dieser immer nur in seinen beziehungsweise durch uns selbst verursachten und festgelegten Grenzen. Unser Verstand erarbeitet zwar einzelne Bestandteile von Erfindungen, doch die zündende Idee, die Grundinspiration sowie übergeordnete Zuordnung kann nur durch unseren Geist vorgenommen werden. Die Basis der Arbeit unseres Verstandes basiert auf unseren Erfahrungen. Ebenso besteht die gesamte Forschung aus empirischer Erfahrungswissenschaft. Es werden Informationen gesammelt, im Labor oder auf dem Feld und systematisch verlaufend oder reproduzierbar untersucht. Doch geschieht dies im Prinzip auf den Grundstrukturen unseres Verstandes. Daher ist das Studium durch selektive Auswahlverfahren nicht jedem zugänglich. Doch zu echtem Fortschritt tragen empirische Erfindungen durch das Fehlen von „Einfachheit“, „Natürlichkeit“ und „Massenabwicklung“ so nicht wirklich bei.

Produktivität und echtes Potential für qualitativ hochwertige Innovationen kann nur entstehen, wenn zur Intelligenz des Verstandes auch die Intuition des Geistes aus unserem Hologramm des Alphawellenbereiches hinzu kommen. In halbschlafähnlichen Zuständen entrinnen wir der Dominanz unseres Verstandes, wechseln die Perspektive und betrachten die Dinge somit von oben.

 

Fazit

Solange unser Verstand willentlich ausgelegt ist, solange verhindert er unsere ganzheitliche Wahrnehmung. Tagträumen wir uns also unseren Erfolg und überlassen unserem Selbst das Zepter.

Denn in diesem Zustand sind wir offen, für echte Inspiration, unerwartete Einfälle und unzensierte Eingebungen. Der tatsächliche Ausgangspunkt für Kreativität, Produktivität und Erfolg.

Lerne, aus deiner inneren optimalen Haltung besonders in schwierigen Situationen zu agieren.
Wie die diese aufrecht hältst?

Jetzt Beratungstermin vereinbaren.

Deine/ Ihre
Gabi C. Stratmann


Schöne neue Welt? Menschen kann man nicht besitzen

Schöne neue Welt?

Menschen kann man nicht besitzen

Wir kämen wesentlich weiter auf dieser Welt, wenn wir damit beginnen würden, den homo sapiens als das anzuerkennen, was er ist und ihn so zu lassen, wie er ist: Ein Mensch!

Wenn das einzig richtige nur noch das ist, was am Menschen selbst alles falsch ist, zerbricht diese Gesellschaft und damit eine gemeinschaftliche Zukunftsfähigkeit. 

Menschen haben Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse, die eine gewisse Art der Befriedigung, der Erfüllung bedürfen. Menschen wollen gestallten, wollen ernst genommen werden, wünschen Anerkennung ihrer Leistung, brauchen Halt und Orientierung, Liebe, Nähe, Geborgenheit, eine Hand die sie hält. 

Zuversicht treibt sie an. Der Glaube an eine bessere Welt offenbart den Zweifel an der Richtigkeit ihrer Aktivitäten. 

Vertrauen schenken Menschen immer im Voraus, täglich. Im Stundentakt aber wird genau das zunehmend missbraucht: ihr Vertrauen in den Nächsten, der den Profit in der Psyche des anderen für sich entdeckt hat. 

Der Mensch, der nur Mensch sein wollte wird  heute zunehmend psychisch regelrecht vergewaltigt. Indem ihm suggeriert wird, falsch zu sein; falsch in seiner Einstellung, falsch in seinen Glaubenssätzen, falsch in seinem Mindset, falsch in seinen Gefühlen, falsch in seinen Emotionen, falsch in seiner Wahrnehmung, falsch in seinen Entscheidungen, falsch in seinem Job, falsch in seiner Kleiderwahl, falsch in der Partnerwahl, falsch in der Beziehung, falsch in seinen Wünschen, falsch in seiner Ausdrucksfähigkeit, usw. 

Der Mensch begegnet sich längst nicht mehr auf Augenhöhe. Er beeinflusst sich gegenseitig durch diese neue perfide Art der Geringschätzung. Eine erschreckende Form versteckter Gewalt, der sich immer mehr bedienen unter dem Deckmantel pseudopsychologischer Ansätze. Dahinter verbergen sich nicht selten Machtansprüche und Besitzdenken. Eine uniformierte Welt, mit psychischen Klonen erschafft keine Zukunft. Sie zerstört Zukunft. 

Die Psyche des Menschen gehört zur Würde des Menschen. Sie sollte unangetastet bleiben. 

Erkrankungen, echte psychische Belastungen oder das Herbeiführen von Veränderungen braucht mehr, als kapitalistisches Machtstreben und manipulativer pseudowissenschaftlicher Mechanismen. 

Es darf die Frage gestellt werden, wie die Weltbevölkerung bis heute überlebt hat. Und warum es Menschen und ganze Bevölkerungsgruppen gibt, die mit sich, ihrem Wirken und ihrem Leben zufrieden sind. 

Angesichts des Selbstoptimierungswahnsinns - treffender wäre wohl der Wahnsinn zur Optimierung des Nächsten, müsste die Zufriedenheitsrate dem Nullpunkt gleichkommen. Wer ist nun unzufrieden? Der, der sich selbst hinterfragt und mit seinen Erfahrungen einen weisen Umgang pflegt oder derjenige, der den Drang verspürt „Gutes“ tun zu müssen, indem er seine Mitmenschen auf seine eigenen Bedürfnisse hin auszurichten bzw. folgenschwer umzupolen versucht.

Zweifelsohne realisiert die Weltbevölkerung allmählich die Folgen ihrer Aktivitäten auf dieser Welt. Eine bedrückende Realität, die kein sehr rühmliches Bild auf die Spezies Mensch wirft. Eine Veränderung des Lebenswandels muss erzeugt werden. Aber kann die Lösung ernsthaft darin zu finden sein, die Menschheit nach Belieben umzuprogrammieren; ein Reset auf Adam und Eva.  

Die Verunsicherungstaktik im Optimierungswahn des Menschen hat eine Lawine ins Rollen gebracht. Diese donnert unaufhaltsam zu Tal. Lawinen sind bekannt für ihre zerstörerische Kraft. Wer in eine Solche gerät, kommt selten unbeschadet heraus. 

Die Welt AG besteht immer noch aus homo sapiens. Menschen mit Gefühlen und Emotionen. Mit Bedürfnissen nach Gemeinschaft, Nähe, Liebe und Nächstenliebe. Ausgestattet mit Herz und Verstand, um diese Welt, die ihnen anvertraut wurde, im ökologischen Gleichgewicht lebensfreundlich zu gestalten und im friedvollen Miteinander auf ihr zu leben. 

Wir würden wesentlich weiter kommen auf dieser Welt, wenn wir den Mensch wieder Mensch sein liessen und diesen nicht länger als Aktie auf dem Businessparkett missbrauchen würden. 

Der Mensch ist zur Beute seiner Selbst geworden. 

Fazit

Ungesunde Beziehungsstrukturen nehmen erheblichen Einfluß auf den Selbstwert und die Psyche. Sowohl in privaten Beziehungen als auch im beruflichen Kontext zeigen übergriffige und toxische Mechanismen ihre Wirkung.

  • Woran erkenne ich unseriöse Mechanismen?
  • Wie kann ich mich aus ungesunden Beziehungskonstellationen lösen?
  • Wann ist ggf. eine Trennung erforderlich?
  • Wer sind die richtigen Ansprechpartner in Krisensituationen?
  • Wie setzte ich Grenzen und schaffe es, diese aufrecht zu erhalten?
  • Wie verhalte ich mich als Führungskraft?
  • Was mache ich als Mitarbeiter, wenn Übergriffigkeiten ihren Lauf nehmen?

Jetzt Beratungstermin vereinbaren.

Deine/Ihre
Gabi C. Stratmann


Climate change, changes everything!

Climate change, changes everything!

Die „Welt nach der Industrie“ war immer ein Teil meiner Themen. Wir sind nah‘ dran …

Das fundamentale Problem ist die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen, wenn wir das Klima retten wollen. Es stellt sich im Grunde nur eine Frage, die wir mit einer neuen Klimapolitik verknüpfen müssen: 

Behandeln wir die Thematik des climate change als die Frage des Überlebens der Menschheit oder verbinden wir mit den aus meiner Sicht unzureichenden Plänen reinen Vollkapitalismus im Ausbau innovativer Business Strategien.

Es gilt Umweltfolgen zu reduzieren und verbliebene Ressourcen vernünftig zu managen.

Es geht also nicht nur um die Größe der Veränderungen in der Problemlösung verbunden mit dem Maximum an Gewinnstreben an sich, sondern um die Geschwindigkeit der Maßnahmen. Vorausgesetzt, wir setzen das Überleben der Menschheit in den Vordergrund allen Handelns.

Sozioökonomische, wirtschaftliche und politische Widerstände werden jedes Vorhaben kippen und die Klimakatastrophe verschärfen. Überdies wirken solche Mechanismen massiv auf die Gesellschaftsstruktur ein, dessen Lebensgrundlagen sich radikal verändern werden. Die Weltbevölkerung muss unter aktiver Beteiligung mit einbezogen werden, um die Klimaziele zu erreichen und Frieden zu wahren.

Neue Strategien, wie Transition Engineering sind notwendig, um die Welt vor der restlosen Zerstörung durch den Menschen zu schützen. Das Auferlegen von immer höheren Finanzierungsbedarfen, etwa der CO2-Besteuerung ohne grundlegende Veränderung weltweiter nachhaltiger und fairer Wirtschaftsmechanismen, sprich Ökonomie und Ökologie ins Gleichgewicht zu bringen, werden die Ziele verfehlen lassen. Fossile Brennstoffe, Entwaldung, Wassermanagement, Nahrungsmittelketten, Überbevölkerung, nicht bewohnbare Lebensräume, Wohlstandsverlust durch Arbeitslosigkeit, sind die zentralen Themen.

Wenn wir die Ziele der Agenda 21 ansatzweise erreichen wollen, müssen alle Staaten national denken, global handeln und zur gemeinschaftlichen internationalen Zusammenarbeit bereit sein.

Die Forderung nach mehr Umweltschutz ist nicht neu. Die UNO-Weltkonferenz für die menschliche Umwelt forderte den internationalen Ansatz bereits im Jahre 1972.

Was haben wir bis dato erreicht … eine Situation, die das Überleben auf diesem Planeten ernsthaft in Gefahr gebracht hat.

Climate change, changes everything!

Eine endliche Welt kann nur eine endliche Bevölkerung ernähren. Wenn wir gehen, hinterlassen wir ein Erbe aus Raubbau, Versandung, Pestiziden und Plastikmüll. Einen im wahrsten Sinne brennenden Planeten namens Erde.

Uns wurde das Leben auf Erden geschenkt, gewählt aber haben wir „Zerstörung und Tod“.

Es ist höchste Zeit, aus dem einseitigen Fanatismus auszusteigen und das Ökosystem mit seinen biologischen Strukturen und Zusammenhängen integral bis in jeden einzelnen „Haushalt“ verstehen zu lernen. Schnelle Ereignisse nehmen ihren Lauf durch eine viel zu langsame Politik und der Selbstgerechtigkeit einiger Bevölkerungsgruppen aus allen Gesellschaftsschichten und Bereichen. All das beeinflusst jeden Einzelnen und bewegt ihn zu mitunter abstrusen und vom Gesamtgeschehen entkoppelten Verhaltensmechanismen.

Der Mensch steht im Zentrum allen Handelns, wie der Kern eines Apfels. Der Kern überlebt ohne das Gehäuse. Das Gehäuse ohne Kern hat keine Überlebenschancen.

Eine vernünftige „Integrale Unternehmens- & Selbstführung“ spielen für unser aller Zukunft eine entscheidende Rolle. Ich berate dort, wo andere aufhören. Ich referiere über Themen, an die sich andere nicht herantrauen.

Philosophy for a better world braucht den strategischen und strukturellen Metablick um diese Welt. Nur wer die Zusammenhänge versteht, kann diese Welt verändern. Wer die umfassende Welthistorie kennt, kann Zukunft gestalten.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren!

Deine/Ihre

Gabi C. Stratmann