Eingeschränktes Denken im Rollenspiel

Eingeschränktes Denken im Rollenspiel

Willst du Angestellter, Selbstständiger oder Unternehmer sein?
Drei völlig unterschiedliche Lebenswege oder gar Berufe und noch mehr verschiedene Rollen, für die du dich klar entscheiden musst.

Angestellte sind Fachkräfte aller Hierarchiestufen, sie müssen ihren Vorgesetzten und Kollegen berichten, ihre Ziele erfüllen und sind in ihrem Handlungsspielraum sehr eingeschränkt. Sie übernehmen einen Wust an Aufgaben, sitzen auf Positionen, die mitunter nicht zu ihren Stärken passen, übernehmen Arbeitsabläufe, die nicht mehr zeitgemäß sind, etc.. Hierunter fallen u.a. Sachbearbeiter ebenso wie Team- und Bereichsleiter oder auch Geschäftsführer. Der Unternehmer im Unternehmen ist niemals frei. Verantwortlichkeiten sind häufig unklar. Sie sind in ihrem Denken und Handeln stark eingeschränkt, philosophieren über Probleme und schaffen im Optimierungswahn neue Probleme. Verantwortlich für wirtschaftliche Schieflagen sind grundlegend andere.

Selbstständige sind ebenfalls Fachkräfte, sie spezialisieren sich auf ein Gebiet, halten Vorträge, geben Trainings, Coachings oder halten Seminare, sind nicht selten ihren Auftraggebern verpflichtet und häufig in freiberuflicher Anstellung unterwegs. Sie denken und agieren häufig unbewusst als Angestellter und übernehmen Aufgaben, die eigentlich delegiert werden könnten. Sie agieren selbst als Angestellte in ihrem eigenen Unternehmen und kommen häufig auf keinen grünen Zweig. Viele von ihnen legen nicht selten Unternehmenspleiten hin. Die Organisation des eigenen Unternehmens läuft häufig chaotisch ohne erkennbaren roten Faden. Auch sie sind in ihrem Handeln und Denken eingeschränkt. Sie grübeln über ihre Probleme und suchen nach Antworten für ihre Stagnation.

Unternehmer hingegen sind frei, sie entscheiden selbst. Sie berichten nicht. Sie investieren. Freiheit ist Unternehmern eines der wichtigsten Faktoren. Sie denken und Handeln in Lösungen. Sie schaffen Mehrwerte für die Gesellschaft und entsorgen alle Aufgaben, die nicht der Einkommensproduktion dienen und delegieren an den richtigen Stellen an die richtigen Personen. Sie wollen einen Fußabdruck auf der Welt hinterlassen und fördern andere. Besonders ihre Nachfolger.

Das Denken in Engpässen beherrschen die meisten Menschen recht gut. Das Denken in Lösungen hingegen ist für viele eine Herausforderung.

Solange du über deine Probleme nachdenkst, wirst du den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Beobachtest du andere Menschen, stellst du dir recht schnell die Frage, warum diese ihre Probleme nicht ganz einfach lösen. Wie oft wunderst du dich darüber, wie schwer es sich andere Menschen machen, obwohl die Lösung doch offensichtlich ist.

Bei sich selbst stellen sich viele Menschen jedoch genauso an. Daher neigen Menschen dazu, das Problem lieber anderen abzugeben.

Wenn du nun andere bei ihren Problemen beobachtest und zu dem Entschluss kommst, daß die Lösung des Problems ganz einfach ist; was würdest du diesem Menschen dann raten?
Richtig, vermutlich wärst du der Engel, mit der passenden Empfehlung, den bzw. die der andere gebraucht hat, um weiter zu kommen.

Wenn du nun über deine Probleme nachdenkst; was würdest du dir selbst raten? Du meinst das geht nicht? Schliesse deine Augen und stelle dir einmal vor, du wärst ein Adler und breitest deine Flügel in ihrer ganzen Spannweite aus und schwebst in den Lüften, frei und völlig ohne Einschränkungen. Der sanfte Aufwind trägt dich. Du bist in dem Moment frei von Schwere. So schwebend schaust du herab und betrachtest diese Welt und diese eine Situation von oben. Dabei siehst du auch dich; was siehst du? Erkennst du jetzt die Lösung? Was würdest du dir aus dieser Perspektive raten? Wer möchtest du sein und wer bist du wirklich?

Befreie dich aus deiner Rolle, wenn du ernsthaft nach Lösungen suchst!

Was wirst du in einer Welt nach der Industrie für dich, für deine Mitarbeiter tun? Welchen Mehrwert bietest du in der Zukunft? Wer willst du sein?

Change-Camps in Tirol! Lass uns gemeinsam an deinen Mehrwerten arbeiten!

Verschiebe Gesundheit, Leben und Liebe niemals auf später!


365 Tage 2017!

365 Tage 2017!

Ich danke allen Partnern, Kunden und Freunden für ein hervorragendes und spannendes Jahr und freue mich auf ein grandioses 2018 mit euch!

Gabi Stratmann

Gesundes Business im Wandel! Gabi Stratmann steht für "Gesundheit & Stabilität für das Unternehmen Mensch!" Feel good, Feel free, Feel better, Be you! Change your life! Change the world!

Change-Camps in Tirol auch in 2018!

 


Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

https://www.youtube.com/watch?v=K7Gn1DbEkKs

 

Nun ist es fast soweit; das Weihnachtsfest steht bevor,
das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen.
Für viele von uns
ein Jahr voller Emotionen, Höhen und Tiefen;
mit vielen Herausforderungen und
spannenden Abenteuern.

Es ist vielleicht ein Moment, inne zu halten, Gedanken schweifen zu lassen;
Danke zu sagen. Danke für alles; für alles was war,
für alles was ist und für alles was sein wird.
Sich mit sich selbst auszusöhnen.
Auch einmal den Menschen zu danken,
die uns auf unserem Lebensweg ein Stück begleiten.

Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen;
sie alle prägen und formen uns mit und tragen so zu dem bei,
was wir heute sind und morgen sein werden.

Feiern wir in Frieden Weihnachten;
schließen wir dieses Jahr glücklich, in uns ruhend und zufrieden ab.
Vieles ist geschafft, einige Wünsche möglicherweise offen geblieben.

Begrüßen wir das neue  Jahr mit Freude im Herzen und voller Zuversicht.
Ich bin sicher, auch das kommende Jahr wird wieder viele
Herausforderungen und spannende Abenteuer für uns alle bereit halten.

In diesem Sinne, wünsche ich dir ein frohes Weihnachtsfest,
einen Guten Rutsch und ein gesundes,
zufriedenes und erfolgreiches neues Jahr

2018!


Emotionalität und Rationalität - Die Vision bestimmt unsere Richtung

Emotionalität und Rationalität

Die Vision bestimmt unsere Richtung

„Wenn du an allen deinen Vorhaben, deinen Gedanken und deinen Gefühlen Zweifel hegst, wirst du unweigerlich zu Boden gehen. Dauerzweifel ist kein Hinterfragen der Realität oder der Sachverhalte, sondern das Suchen nach der Bestätigung für das Nichtgelingen. Grübelei denkt kaputt. Nimm‘ das Leben an, lass es auf dich zukommen. Fange an zu vertrauen; Vertraue in dich. Vertraue in deine Sache. Vertraue in deine Vorhaben. Vertraue in deine Visionen. Vertraue deinen Gefühlen. Vertraue dem Leben selbst. Es regelt mehr als du denkst.“ (Gabi Stratmann aus „Das Bewegte leben!“)

In unseren Visionen halten wir Gründe und Ziele fest, für die wir jeden Tag unternehmerische Verantwortung übernehmen. Wofür wir Geld, Zeit und Energie aufwenden, wofür es sich lohnt zu „kämpfen“ und wo wir einen definierten Zeitraum mit unserem Unternehmen oder unternehmerischen Vorhaben stehen möchten.

Unsere Vision bestimmt unsere Richtung, während die Mission den Sinn unseres Handelns und Wirkens beschreibt und für jeden leicht verständlich und nachvollziehbar sein muss. Wenn wir auf unserem Weg Erfolge verzeichnen wollen, kommen wir nicht umhin, unserer Vision folgend eine Strategie zu planen, in der wir unsere Ziele klar schriftlich zu Papier bringen und das Erreichen unserer Ziele konsequent verfolgen. Das erreichen wir, indem wir ohne Zweifel und Hadern, genau analysieren, wo wir gerade stehen, wofür wir stehen und wo genau, wir hin wollen.

Unser innerer Prozess verläuft folgendermaßen:

Vision > Strategie & Analyse > Entwicklung eines Leitbildes > Ziele (Wunsch und Zielsetzung) > Entwicklungsprozess > Konkrete Umsetzung > Kontrolle & Korrekturen.

Natürlich sind wir in unseren Planungen von verschiedenen inneren und äusseren Faktoren beeinflusst. Wir begegnen ihnen zwangsläufig und müssen uns mit ihnen auseinandersetzen:

Innere Faktoren sind u.a.:

  • Wie organisiere ich mich am besten?
  • Welche Ressourcen habe ich?
  • Wie setze ich mein Potential optimal ein?
  • Wie soll meine Teamstruktur wann aussehen?
  • Was kann ich kontinuierlich verbessern?
  • Wie bleibe ich und mein Team handlungsfähig?
  • Wo liegen welche Stärken?
  • Was kann ich besser als andere?
  • Welche Kernkompetenzen habe ich?
  • Wo möchte ich hin?
  • Wie nachhaltig agiere ich?

Äussere Faktoren sind u.a.:

  • Wie schaut der Wettbewerb aus?
  • Wie entwickelt sich meine Zielgruppe?
  • Welche Bedürfnisse verändern sich?
  • Wie entwickelt sich der Markt?
  • Was sind die Trendmarken auf meinem Gebiet?

Wichtig ist für uns, daß sich innere und äussere Faktoren stetig ändern und wir besonders im Networkmarketing oder der Commitment-Kommunikation flexibel am Markt agieren.

Dieses schnelllebige Business erfordert permanente Rückkoppelung zwischen allen Beteiligten, eine gesunde Portion Intuition, regelmäßige Kontrolle und intensiven persönlichen Austausch. Unsere heutigen Entscheidungen beeinflussen unsere Zukunft und verändern sie. Je genauer wir Entwicklungen am Markt, im Team abschätzen können, desto höher ist unsere Erfolgsquote. So entsteht ein duplizierbarer permanenter und dynamischer Veränderungsprozess PRO:

Potential entdecken,

Richtung geben und Zukunft erfinden,

Offensiv umsetzen, vom Erkennen zum Tun.

Wenn unser Tagesgeschäft den Tagesablauf dominiert, haben wir ein Problem. Wir sind gefangen im System und geraten in Zweifel. Statt konkreter Ziele haben wir nur gut gemeinte Absichten. Wir beginnen im Unternehmen zu arbeiten anstatt am Unternehmen. Der Spagat zwischen Arbeit, Familie und anderen Lebensbereichen schaffen wir immer weniger. So gesehen, erscheinen eingefahrene Abläufe geradezu einladend. Scheinbar bringen sie ein wenig Struktur ins gefühlte Chaos, auch wenn es an Struktur und Strategie mangelt.

Wir kommen wir aus diesem Hamsterrad?

Häufig bleibt es bei dem frommen Vorsatz, als Führungskraft gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und seinen Teampartnern an Prozessen und Strategien zu arbeiten. Am Ende des Tages gewinnen das Tagesgeschäft und die Bequemlichkeit dann doch wieder die Oberhand. Schließlich ist morgen auch noch ein Tag. Ein neuer Tag, ein neuer Versuch…

Versuche einmal etwas anders zu machen:

  1. Komme raus aus der Komfortzone, auch wenn es Mut und Konsequenz erfordert. Bringe Ordnung ins gefühlte „Chaos“; wo kannst du „aufräumen“ und Veränderungen vornehmen?
  1. Setze dir konsequent Prioritäten.
    Welche Arbeiten sind wichtig und bringen dich deinem Ziel näher? Welche Aufgaben sind dringend, welche nicht so, welche kannst du delegieren? Müssen überhaupt alle Aufgaben bearbeitet werden? Welche Arbeitsschritte dienen als Energiefresser und fungieren als Lückenfüller und bringen dich deinem Ziel nicht wirklich näher? Erstelle deine Prioritätenliste, in der du deine Aufgaben mit einem festen Zeithorizont versiehst.
  1. Definiere klare Ziele mit Aufgabensetzung und einem klar definiertes Zeitfenster, in dem du sie erledigen kannst.
  1. Formuliere deine Ziele so, daß diese zu dir passen, daß sie messbar und realistisch erreichbar sind. Auch hier gilt: weniger ist manchmal mehr.

„Das Geniale ist immer einfach!“ Was kannst du also noch einfacher machen?


Von realitätsfremden Hoffnungen

Realitätsfremde Hoffnungen
Moderne Sklaventreiberei für einen perfekten unterperfekten Menschen.
Willkommen in einer brave new world.

 

Studien zufolge entsteht immer mehr Unsicherheit und Unzufriedenheit durch realitätsferne Coachingangebote. Solche Angebote bergen die Gefahr, sich ein abhängiges und fremdbestimmtes Leben in unbewusst gelebter Hierarchie aufzubauen. Die Suggestion von schnellem Reichtum mit wenig Aufwand und alleinigem positiven Mindset, scheint für immer mehr Menschen zu verlockend.

Ein positives Mindset ist absolut richtig und wichtig. Doch es gehört einiges mehr dazu, Glaubenssätze, die tief in uns verankert sind, optimal und ohne Nebenwirkungen umzuprogrammieren. Hier wagen sich viele Anbieter auf ein psychoanalytisches Feld, was neurologisch fundierte Kenntnisse verlangt.

Da sich viele Menschen in ihrem Alltagstrott oder ihrem regelrechten Korsett gefangen fühlen und unser System auf Leistungsdruck und Angst aufgebaut ist, sind genau das die Mittel, derer sich viele Anbieter am Markt bedienen. Verunsicherungstaktik mit dem ausschließlichen Zweck des Selbstnutzes. Tatsächlich wünschen sich viele Menschen ein selbstbestimmtes und gesundes Leben, viele wollen sich persönlich weiterentwickeln, mitreden, mit gestalten oder durchaus auch mehr Geld verdienen. Wer sein Potential frei entfalten möchte, braucht ein starkes Selbstbewusstsein und ein ebenso starkes Selbstvertrauen. Genau hieran wird allzu oft gerüttelt.

Im Zentrum eines jeden Erfolges steht immer und ausschließlich die Fokussierung, also die Konzentration auf das Wesentliche. Die Bündelung deiner gesamten Energien. Das heißt tatsächlich ganzheitlich; Körper, Geist und Seele sollten im Einklang sein.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die immer wieder von vorne beginnen, die immer wieder neue Dinge anfangen, die ihren eigenen Weg immer wieder verlassen und jeder beliebigen Möglichkeit nachlaufen; oder deine Vielbegeisterung, dich zeitgleich, viele Dinge parallel beginnen lässt und du so durch falsche Energieverteilung nicht wirklich deine Ziele erreichst, befindest du dich mitunter schon in den Fängen eines fremdbestimmten Bereiches.

Ein energiefressender Aufwand, in der Hoffnung, endlich das Richtige und Passende für dich zu finden? Endlich alle Träume mit wenig Aufwand zu erreichen? Endlich die versprochenen Millionen zu verdienen? Was andere geschafft haben, schaffst du auch, schließlich braucht es nichts weiter, als ein positives Mindset? Was hier geschieht, ist häufig ein unbewusster Vergleich mit einem Bruchteil der Menschheit und realitätsfremden Dimensionen. Definierte Ziele, die für viele unerreichbar sind und die zu Frust, Verzweiflung und nicht selten zu Versagensängsten führen.

Wenn du in einer solchen Situation nicht mehr erkennst, was du schon alles erreicht hast, was du dir bereits aufgebaut hast, wie du schwierige Situationen gemeistert hast, wie weit du in deinem Leben schon gekommen bist, etc., verlierst du die Demut und die Dankbarkeit in deinem Leben. Voraussetzung für innere Zufriedenheit. Nur darauf kannst du aufbauen. Große Träume sind erlaubt, große Ziele durchaus auch, wenn sie für dich realistisch erreichbar sind. Jedes noch so kleine Erfolgserlebnis wird dich beflügeln.

Wenn du also langfristig erfolgreich sein willst, konzentriere dich auf ein, maximal zwei Tätigkeitsfelder, die marktfähig, authentisch sind und die zu dir passen. Nicht zum Anbieter.

Suche die Erfüllung zunächst in dir selbst, dann baue deine Persönlichkeit aus und soziale Kontakte auf. Reichtum musst du zuerst in dir fühlen und zulassen. Erst dann kann Reichtum mit der richtigen Strategie auch im Aussen folgen.


Cluster-Kompetenzen - Das Übel der Kandidatenauswahl

Von Cluster-Kompetenzen und dem notwendigen Übel der Kandidatenauswahl

Cluster-Kompetenzen zerstören das Vertrauen, die Motivation und den Unternehmenserfolg. A,B,C-Kandidaten bedeutet immer auch A,B,C-Unternehmen. Darüber machen sich viele Arbeitgeber immer noch zu wenig Gedanken. Schließlich stehen wir ohnehin in einer brisanten Veränderungslage, in der sich Machtverhältnisse verschieben. Warum also aufbauen, wenn von immer schnellerem Abbau die Rede ist. Anlässe hierzu bieten
politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen inklusive ihrer Machtverschiebungen zuhauf. Die Frage nach dem richtigen Kandidaten erübrigt sich ob der Tatsache, dass immer mehr Unternehmen im Clusterverfahren sondieren. Praktisch, oder doch nicht?

Sozialkompetenz

Der Bequemlichkeit zum Opfer gefallen, sind die Fähigkeiten, Menschen im persönlichen Gespräch wahrzunehmen und ein Gespür für das Potential der Person. Was ist mit der hochgepriesenen Sozialkompetenz? Was dem Unternehmen fehlt, soll der Kandidat ausfüllen. Waren früher Unternehmen für den Stellenaufbau und Stellenabbau verantwortlich, so wird den Menschen heute ein absolutes Selbstverschulden eingeredet. Selbstredend, was auch sonst.

Jammerclub und Selbstbeweihräucherung

In den vergangenen Jahren hat sich ein glamouröser Jammerclub auf hohem Niveau gebildet. Bedauerlicher Weise erreicht dieses Niveau in einem Land, dass Milliarden Überschüsse erzielt, nicht jeden. Verständlich, denn das wäre tatsächlich dann zu viel Guten. Der Selbstbeweih-räucherungsüberschuss bleibt besser in elitären Händen.

Die Sache mit dem wenn…

Wenn Unternehmen betont bemängeln, dass hunderte Bewerber fehlen würden und verschweigen, dass zuvor tausende Absagen erteilt wurden... Wenn sich Unternehmen darüber auslassen, dass besonders Deutschland unter Fachkräftemangel leide, was bedeuten würde, dass unsere Universitäten ihrem Bildungsauftrag scheinbar in nicht ausreichendem Masse nachkämen; tatsächlich aber viele Absolventen ohne Perspektive zur Verfügung stehen… Wenn sich Unternehmen darüber beschweren, dass Mitarbeiter nicht lernfähig oder lernbereit seien, sie aber nicht mehr zeitgemäße Weiterbildungsangebote unterbreiten oder falsche Anreize setzen... Wenn Unternehmen nicht mehr bereit sind, Leistungen in ausreichendem Maße zu honorieren, da viele Arbeitnehmer zu teuer seien... Wenn Unternehmen unternehmerisches Denken verlangen, aber überfordert sind, wenn es dann vorhanden ist... Wenn sich Unternehmen darüber beschweren, dass Menschen über ihr eigenes Leben zunehmend selbst- beziehungsweise mitbestimmen möchten… Wenn Unternehmen Kandidaten in Auswahlprozessen auf die Schulbildung, Ausbildung oder Studium reduzieren; Psychologen spielen und potentiellen Mitarbeitern regelrechte Amnesie unterstellen; schliesslich zählen Erfahrungen im Clusterverfahren nicht… Wenn Unternehmen potentielle Mitarbeiter Matchingtests unterziehen, dessen Beantwortung verschiedener zumeist wenig aussagefähigen Fragen durch Einloggen über deren Social Media Kanäle zu erfolgen hat… Wenn Unternehmen motivierte Kandidaten durch psychologisch fragwürdige Testverfahren im Vorhinein schon verprellen… Wie soll das weiter gehen, wenn ein Kandidat das Privileg "Matcht" erhält und dieser nicht selten mit Zweifeln und Vorbehalten beginnt...

Wenn das Wenn bloß nicht wäre…

Hier darf an der Ernsthaftigkeit von Auswahlverfahren ebenso gezweifelt werden wie an Testverfahren und der hochgepriesenen Sozialkompetenz. Regelrechte Knebelverfahren sprechen dem Kandidaten das Misstrauensvotum aus. Denn Unternehmen präsentieren hier eine gewisse Unfähigkeit im Umgang mit Menschen, die ihnen das Vertrauen entgegen bringen und mit denen sie eigentlich in ein wertschätzendes Gespräch gehen sollten. Scheinbar sind Führungsverantwortliche nicht mehr in der Lage oder Willens, ihre Gesprächspartner respektvoll anhand ihres eigenen Gespür’s und ihrer Erfahrung sorgfältig auszuwählen. Bitter, angesichts zunehmender psychosozial bedingter Krankenstände, Leistungsverlusten, Unzufriedenheit auf beiden Seiten und damit verbundenen Kosten.

Was fürchten Unternehmen tatsächlich?

Unabhängig der Voraussetzungen, scheint der Kandidat immer irgendetwas zu sein; irgendetwas zu dies…, irgendetwas zu das… irgendetwas zu was eigentlich? Arbeit ist noch für jeden vorhanden. Geld ebenfalls. Suspekt scheinen Mensch, die aus Sicht eines Unternehmens, in keine Schublade so recht hinpassen passen wollen; für sie ist kein Raum. Sie sind „gefährlich“. Sie haben verstanden. Sie wollen mitreden. Sie wollen mit gestallten. Sie sind in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Sie haben das Potential Veränderungen herbeizuführen. Aber betrifft das tatsächlich nur starke Persönlichkeiten? Solche Vorgehensweisen sind katastrophal angesichts der Tatsache, das Veränderungen zwar hochgepriesen und gewünscht sind, aber insgeheim jeder darauf hofft, dass Veränderungen ihn selbst nicht betreffen; dass Unternehmen einiges von ihren Mitarbeitern abverlangen, was sie selbst nicht in ausreichendem Maße bereit stellen. Sollen sich andere kümmern. Aber nicht in meinem Unternehmen. In einer Welt, die von Unruhen und Veränderungen nur so gebeutelt wird, ein fataler und kostspieliger Irrglaube.

Fazit: Die größte Angst auch vieler Unternehmen, ist so alt wie die Menschheit. Die Entscheidungen, die wir treffen, könnten die Verkehrten sein. Was für eine Kostenfalle. Nicht auszudenken, wie ein Unternehmen dann dasteht. Der vermeintliche Spott geht immerhin am Unternehmen vorbei, denn im Nachhinein ist die Sache  ganz klar; es handelte sich um einen C-Kandidaten. Alles richtig gemacht. Oder doch nicht?


Unangenehme Wahrheit der Wohlstandskluft oder Flucht nach vorne?

Das TV-Duell Merkel-Schulz zur Bundestagswahl 2017

Unangenehme Wahrheit der Wohlstandskluft oder Flucht nach vorne? 

„Goliath“ lächelt, „David“ lässt die Steinschleuder zu Hause“; den Gottesdienst besucht man nicht, aber man gedenkt in kleinen Kapellen lieben Angehörigen und Freunden. Vorbildlich.

Wenn „Goliath und David“ sich die Hände reichen, entstehen einvernehmliche Differenzen und trügerische Einigkeit, trifft Souveränität auf Unsicherheit, Inhalt auf Ausweichmanöver, Standing auf Instabilität und höfliche Diskretion auf zurückhaltende Moderatoren.

Dabei gäbe es genug Themen, die die Welt eigentlich in Atmen halten; etwa soziale Gerechtigkeit, Bildung, Arbeitsmarkt, Rente, Abgasaffäre, Maut, Aussenpolitik, Innere Sicherheit, Terrorismus, Kriminalität, Verteidigung und Aufrüstung, Abzug der US-Atomwaffen, etc.. Angesichts der gerne verschwiegenen Brisanz von Inhalten und Auswirkungen solcher Themen, werden die Zuschauer lieber durch ein beinahe meditativ anmutenden Duell’s, in einen regelrechten Trancezustand versetzt. Am Ende entsteht eine Art „Eigentlich-Egal-Stimmung“ in der Bevölkerung. Headlines lassen sich viele finden, Antworten hingegen bleiben rar. Alles im gewohnten Bereich. Passt also; schnell wird zur Tagesordnung übergegangen, kämpft mit dem täglichen dies und jenes und entscheidet am Tag X ganz spontan. Kaum erwacht aus der Meditation, werden Rufe laut, nach fehlendem Unterhaltungswert, wenig Kampf und mangelnder Impulsivität. Die Menschen verlangen nach etwas, was sie zeitgleich fürchten. Das Entertainment-Programm der USA hatte nach deren Wahlen, aus meiner Sicht, ernst zu nehmende Folgen. Und, nein das ist tatsächlich kein anderes Thema. Denn wir alle sind betroffen.

Mir reichen viele Antworten also nicht. Ich frage mich, was eigentlich hinter den galant umschifften Inhalten dieses Duells und vieler anderer Debatten, die aktuell geführt werden, wirklich steht? Auch Kunden kommen immer wieder in meinen Trainings oder nach Vorträgen zu mir und wollen Antworten auf ihre Fragen; was kommt auf Unternehmen und Mitarbeiter konkret und den Menschen im Allgemeinen zu? Welchen Herausforderungen müssen wir uns künftig de facto stellen? Wie sollen wir uns denn in derart unsicheren Zeiten ausrichten? Welche Konsequenzen werden Fehlentscheidungen nach sich ziehen? Was wird uns die Zukunft bringen?

Na dann, wagen wir einen Blick in die Glaskugel und beleuchten die eigentlichen Themen, hinter den Themen.

Auswirkungen eines exponentiellen Wandels deutlich zu spüren

Sicher ist, das der Wandel sicher ist. Hier scheint es inzwischen keine Zweifel mehr zu geben. Auch wenn sich viele nicht so recht an Veränderungen herantrauen. Lieber zunächst einmal der alt bewährten, typisch deutschen Tradition des Abwartens, treu bleiben. Man weiß ja nie und schließlich haben wir das ja immer schon so gemacht. Warum, bleibt ungewiss.

Welche Themen stehen also hinter den angedeuteten und in Teilen zu kurz gekommenen Themen, eines eher vorsichtigen Dialoges? 

Kommen wir gleich auf den Punkt; da wären die Veränderungen in der Arbeitswelt, globale Integration, ein kriselnder wie ebenso nachhaltiger Kapitalismus, Technologien und Entdeckung neuer Rohstoffe, Umverteilung geistiger Aktivität durch fortschreitende Technologisierung, Veränderungen im Gleichgewicht der Demokratie, Bildung und Gesundheitswesen in einer neuen Welt, Probleme mit der inneren Sicherheit und des Weltfriedens, damit einhergehende Probleme des Datenschutzes, Verschiebung von Machtfragen, um nur einige wenige Themengebiete zu nennen, die mehr und mehr an Brisanz gewinnen. Da verwundert es nicht, daß in einer zunehmend explosiven Lage, zu behutsamen Fragen und Antworten gegriffen wird. Die Herausforderungen, denen wir uns zu stellen haben, spiegeln die globale Wohlstandskluft wider.

Denken über Ländergrenzen hinaus notwendig

Auch wenn uns das angesichts der inneren Entwicklung nicht nur unseres Landes, gelegentlich schwer fällt. Das dürfte Kanzlerin Angela Merkel allerdings entgegen kommen. Sie besteht schließlich auf Dialog mit anderen Ländern und diplomatische Lösungen. Mitunter in typisch deutscher, Sie wissen schon, abwartender Manier. Ihr Herausforderer Martin Schulz hingegen, setzt regelmäßig zum Überholen an, um sich schnell wieder ausbremsen zu lassen. Auto fahren mit angezogener Handbremse, am Ende gar ohne Verbrennungsmotoren, scheint dann doch nicht recht zu gelingen. Ergo sind wir uns einig darüber, immerhin Verbrennungsmotoren sind uns auf Jahre sicher.

Wandel umfangreicher als jemals zuvor

Der Wandel hat längst sämtliche nationale Grenzen überschritten. Er ist schneller, härter und umfangreicher als jemals zuvor. Lange Zeit als gegeben und unverrückbar angesehene Wirtschaftstheorien, regionale Strategien oder rein nationale politische Maßnahmen, spielen unter heutigen Bedingungen keine Rolle mehr. Unsere Wirtschaft ist hierfür zu eng miteinander vernetzt und mit fest integrierten, extrem interaktiven und technologischen Innovationen verzahnt. Es entstehen zunehmend virtuelle Fabriken, Unternehmen sowie Dienstleistungen in allen Ländern der Welt, die keine persönlichen Interaktionen mehr zwingend benötigen. Dadurch steht der Mensch als Arbeitskraft nicht mehr ausschließlich im Wettbewerb zur Qualifizierung von Mitstreitern, sondern in regelrechter Konkurrenz mit intelligenten Maschinen, was gerne mit Fachkräftemangel umschrieben wird. Diese Form der Digitalisierung ist u.a. Antreiber für die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus Industrieländern in Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen die Bevölkerung groß und die Löhne niedrig sind. Das heißt, der Mensch wird durch mechanische Prozesse, Softwaresystemen, Robotern und künstlicher Intelligenz ersetzt, denn Effizienz, Nutzen und Einfluss dieser Form der Digitalisierung, wachsen jährlich.

Der heilige Gral des Fortschritts

Das Denken und Handeln in rein nationalen und regionalen Ökonomien ist angesichts der völlig neuen Ausrichtung der Weltwirtschaft zwar nachvollziehbar, aber nicht mehr ausreichend, da sich die Weltwirtschaft strukturell verändert. Entstanden ist ein neues Kräftespiel mit einer beinahe unkontrollierbaren schnelllebigen Dynamik, neuen Impulsen und anderen Strukturen bzw. Systemen. Handelsströme haben sich intensiviert, während die Produktionen selbst hinten nach bleiben.

Denken und Leben in der Welt unserer Jugend

Wir dürfen bei aller Entwicklung nicht übersehen, daß politisch betrachtet, natürlich die jeweiligen Nationalstaaten als Akteur, nach wie vor eine wichtige Rolle spielen; diese historische Ära sich aber eher dem Ende neigt. Schließlich denken und handeln wir emotional in einer Welt, die wir aus Kindertagen verinnerlicht haben und bewahren wollen. Tatsächlich müssen wir aus ökonomischer Sicht mit einer neuen Realität umgehen lernen. Technologie, Ökonomie und Politik werden gerne als getrennt agierende Einrichtungen gesehen; allerdings sind sie eng miteinander verbunden und repräsentieren dieselben Phänomene. Während es früher in politischen Auseinandersetzungen um das Arbeitsrecht und um die Verteilungsfestlegung des Einkommens aus Arbeit und Kapital ging, wird heute über beeinflussende Veränderungen durch technische Neuerungen der Zukunft und die „Umverteilung“ von Menschen (u.a. Flüchtlingskrise, Migration, etc.) und Macht (u.a. Nordkorea, USA, Türkei, etc.) debattiert. Der Unternehmer wird heute vor die Wahl gestellt, in Niedriglohnländern zu produzieren oder Personal durch Technik zu ersetzen. Die Blindheit vieler politischer Entscheidungsträger, für die Gesamtauswirkungen für Beschäftigte eines Landes, führt dazu, daß die grundlegende Rolle einer Arbeitskraft in der Wirtschaft infrage gestellt wird. Niedriglohnländer profitieren bis zu einem gestiegenen Lebensstandard, der unserem Standard entspricht, was wiederum zu höherem Lohnanspruch in Entwicklungsländern führt. An diesem Punkt wird der Mensch auch dort durch intelligente Maschinen ersetzt. Der verbleibende „restliche“ Arbeitnehmeranteil profitiert mitunter von einer höheren Entlohnung, aufgrund höherer notwendiger Qualifikationen, um künstliche Intelligenzen bedienen zu können; etwa Ingenieure, Physiker, Chemiker, Biologen.

Home-Office für Aufgaben, die über das Internet bedient werden können

Der Arbeitsmarkt verändert sich in freiberufliche Tätigkeiten, die bequem über das Internet, zumeist per Home-Office, abgewickelt werden können. Als Beispiel seien hier Finanzdienstleister, Juristen, Bilanzbuchhalter, die neuen Berufe um Coaches, Trainer, Berater, Berufe des Bildungswesens, Personaldienstleister, Journalisten, etc. genannt.

Die Auslagerung von Arbeitsplätzen und rasant wachsende künstliche Intelligenzen ziehen natürlich ein wachsendes Ungleichgewicht von Einkommen und Reinvermögen in allen Volkswirtschaften nach sich. Politisch ausgedrückt, schaffen zwar reiche Investoren Arbeitsplätze, doch infolge der Digitalisierung und Technologisierung, hat das zur Verfügung gestellte Kapital negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Zuge des damit verbundenen Stellenabbaus innerhalb des eigenen Landes. Durch die zunehmende Verlagerung von Jobs in den Bereichen Dienstleistung, Industrie und Landwirtschaft, die mit der beschleunigten Auswirkung der Technikrevolution einhergehen, muss dringend Ersatz geschaffen werden. Die weltwirtschaftlichen Veränderungen schlagen sich nach wie vor in hohen Zahlen von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nieder. „Wir haben 1 Millionen Langzeitarbeitslose in Deutschland. Das sind 1 Million zu viel“, stellt Angela Merkel fest. Hinzu kommt die sinkende Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen insgesamt. Konjunkturzyklen wirken immer mehr wie Ebbe und Flut an unseren Küsten. Zyklische Faktoren zählen für Arbeitsplatzgewinne und Jobverluste nach wie vor zu den üblichen Verdächtigen; insgesamt wirken alle wirtschaftspolitischen Akteure aber bei ihren Bemühungen, adäquate Arbeitsplätze zu schaffen, rat- macht- und hilflos. Ach ja, die Massenbewegungen und jene, die Anspruch auf Arbeit bekommen sollen oder qualifiziert werden sollen, sind statistisch ausserhalb der genannten Million erfasst. Diese Zahlen hat man gerade nicht im Kopf.

Wiedersinnige Ablenkungsmanöver

Von Arbeitsplatzverlusten sind überwiegend mittlere Einkommensschichten betroffen. Unsere Politik erklärt diese Tatsache gerne mit der Verlagerung ins Ausland sowie Fachkräftemangel, auch gering qualifizierte Arbeitnehmer werden schnell als „Übel allen Übels“ ausfindig gemacht. Von Investition in entsprechende Bildung keine Spur. Diese fatale Fehldiagnose löst regelmäßig Debatten über etwa Lohnkürzungen, ein Verhängen von Handelsbeschränkungen, Änderungen des Sozialvertrages zwischen Jung und Alt sowie Reich und Arm aus. Solche Ablenkungsmanöver in der Beschäftigungspolitik, finden ihr Echo in der verfehlten Diskussion über mögliche Auswirkungen rein nationaler politischer Maßnahmen, die aber auf Finanzströme im internationalen Zeitgeschehen fussen. Die Weltwirtschaft verändert Art und Umfang von Kapitalbewegungen durch komplizierte Algorithmen der Digitalisierung, mit all den destruktiven Folgen eines zu kurzen Zeithorizonts. Alle damit verbundenen Finanztransaktionen, auf die unser System aufgebaut ist, werden mittlerweile entsprechend abgewickelt. In der Folge entsteht ein hohes Maß an Unbeständigkeit sowie ein Dominoeffekt in der Weltwirtschaft. Immer häufiger treten größere Marktstörungen auf, die im wahrsten Sinne des Wortes, durch „Fehler im System“ (Software, gestörte Algorithmen, illegales Darknet, etc.) entstehen und fatale Auswirkungen weltweit nach sich ziehen. Wenn die Technik versagt, hat der Mensch immer weniger Möglichkeiten, Fehler zu identifizieren und „künstliche Intelligenz“ neu zu programmieren. Getreu dem Motto, erst beherrschen wir die Technik, anschließend beherrscht die Technik uns.

Gründe für die rasante Beschleunigung

Werfen wir kurz einen Blick in die Vergangenheit; ursächlich sind sicherlich der Zusammenbruch des Kommunismus und die Einführung einer stärker marktorientierten Politik in ehemaligen kommunistischen Blockstaaten zu nennen, die Öffnung und Modernisierung Chinas, die sich mit Zunahme ihrer Wirtschaftskraft bis dato beschleunigt, sowie revolutionäre Veränderungen im Verkehrs- und Transportwesen und der Informations- und Kommunikationstechnik. Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Absenken von Handelsschranken im Zuge des Liberalisierungsprozesses mit dem „Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen GATT“, nach Ende des zweiten Weltkrieges, ausschlaggebend war. Seither haben sich Handelsströme verzehnfacht und entwickeln sich schneller als die Produktion selbst. Wir kennen aus der Vergangenheit immer wieder weltwirtschaftliche „Umkrempelungsphasen“. Erinnern wir uns beispielsweise an die Entdeckungsreisen des Christoph Kolumbus, Eunuch Admiral Zheng He (Ostafrikareisen) oder Vasco da Gamas (Umrundung des Kaps der guten Hoffnung) und andere, die Europa mit der neuen Welt und Asien verbanden. Die Entdeckung interkontinentaler Meeresrouten brachten Aufstieg und Fall sowie die Erschliessung von Landwegen mit sich. Erst die Pestepidemie zog die Kontrolle von Handelsströmen nach sich. Regelrecht aus den Angeln gehoben wurde die weltwirtschaftliche Struktur durch den Druck in Westeuropa und dem Zustrom von damals Gold und Silber sowie der landwirtschaftlichen Produktivität durch Einführung von Mais und anderen Nutzpflanzen in Europa und Afrika. Die industrielle Revolution nahm im Großbritannien des 18. Jahrhunderts Fahrt auf. Hier waren Ingenieure, Tüftler, Erfinder, etc. die Gewinner. Ihre Berufe sollten sich später bis heute in der Welt verbreiten.

Die globale Vernetzung beschleunigt den Einsatz neuer Techniken auf immer mehr Gebieten und ermöglicht zeitgleich immer häufiger sogenannte Mikro- und Makroerfindungen, die den Wegfall menschlicher Arbeitsplätze zugunsten vernetzter intelligenter Maschinen beschleunigen. Dabei wirken sich kleinste Verbesserungen in der Automatisierung und Effizienz massiv auf Effizienz und Produktivität bestimmter Branchen aus. Angela Merkel, das Smartphone stets zur Hand, bezeichnet sich selbst als digitale Kanzlerin, deren Herz für Innovation, Technik und Digitalisierung schlägt.

Kapitalismus und Flüchtlingskrise

Durch die weltweiten Veränderungen und Verschiebungen der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Rohstoffe sowie die zunehmende Verzahnung der Weltwirtschaft, entstehen Krisen. Vorteile von Kapitalismus gegenüber anderen Wirtschaftsordnungen sind hinlänglich bekannt. Effizienter ist der Kapitalismus in der Zuteilung von Ressourcen und der Abstimmung von Angebot und Nachfrage. Sicherlich schafft er mehr Wohlstand und ist mit unserem Wunsch nach Freiheit ebenso vereinbar, wie mit der Belohnung von Anreizsystemen für Leistung und Innovationen. Der demokratische Kapitalismus wurde Anfang des 21. Jahrhunderts, besonders nach den entsetzlichen Erfahrungen mit Systemen des Kommunismus und Faschismus, als die geeignetste Ideologie gefeiert.

Schwere Marktstörungen und Weltwirtschaftskrisen lassen aufhorchen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es immer wieder schwere Marktstörungen, die die Welt in Atem hielten. Diese Krisen mündeten 2008 in eine Weltwirtschaftskrise, deren Folgen wir heute noch spüren. Das Vertrauen in unser heutiges System wird zunehmend erschüttert durch wachsende Ungleichheit in den meisten großen Volkswirtschaften der Welt und zunehmende Konzentration von Reichtum an der Spitze der Einkommensleiter. Ein anhaltend hohes Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in den Industrieländern und die ungewöhnlich hohe öffentliche und private Verschuldung, haben zusätzlich Misstrauen gegen die Instrumente geschürt, mit deren Hilfe sich die Wirtschaftspolitik derzeit um eine Erholung und die Herstellung einer ausreichenden Wirtschaftskraft bemüht.

Wie oben bereits erwähnt, wächst in den Entwicklungs- und Schwellenländern, mit dem Anstieg der Produktivität, Arbeitsplatzzahlen, Einkommen und der Produktionsleistung, auch dort die Ungleichheit. Zeitgleich leiden viele Menschen in diesen Ländern unter entsetzlicher Armut und Entbehrungen, die unsere Vorstellungskraft beinahe übersteigt. Hier analysiert der Herausforderer Martin Schulz, das immer noch viel zu wenig getan werde, um Arbeitsplätze zu schaffen. Hier wolle er ansetzen. Wie genau beleibt fraglich.

Ein weiteres großes Defizit des Weltmarktsystems ist die beharrliche Weigerung, wichtige externe Effekte zu berücksichtigen; nämlich die Millionen Tonnen globaler Verschmutzung, die regelmäßig in die Erdatmosphäre gepustet werden.Die damit einhergehende Problematik solcher Effekte in der Markttheorie (Kosten und Folgen) sind bekannt, waren aber nie so akut wie heute. Umweltphänomene werden auf diesen Umstand zurückgeführt. Man debattiert lieber über Schuldige, anstatt nach adäquaten Lösungen zu suchen. Ein erster verzweifelter Versuch: der Dieselfahrer bleibt besser aus den Städten heraus.

Positive externe Effekte werden auf der politischen Bühne ebenfalls gerne heruntergespielt oder galant ignoriert. Daher herrschen beispielsweise in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen oder anderen öffentlichen Bereichen, chronische Unterfinanzierung. Wir müssen mehr für Bildung tun. Was genau, ist noch zu klären. Hierin herrscht harmonische Einigkeit. Doch, da wäre etwas, was auf jeden Fall hilfreich scheint: Lesen, stellt Martin Schulz freudig fest. Er habe sich gut vorbereitet und etwas gelesen. Die Kanzlerin scheint das Lesen schon zu können und reagiert mit einem verständnisvollen Lächeln. Dann ist ja alles gut, bemerkt sie. Mutti ist zufrieden. Chapeau. Die Entwicklung einer völlig neuen Lesekultur hätte durchaus revolutionäre Tendenzen.

Das politische System wird weltweit durch Lobbyisten, also jener, die die wachsende Konzentration des Wohlstands in ihren Händen halten, untergraben. Dadurch werden Regierungen in ihren Spielräumen und Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Politische Veränderungen, zugunsten der Masse, auf Kosten der Reichen, können kaum gewinnbringend realisiert werden. Staaten werden dadurch regelrecht gelähmt und sind immer weniger in Lage, notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Genau das führt zur Aushöhlung des Vertrauens in unsere Systeme. Besonders in Wahljahren wird diese Tendenz deutlich. Im Angebot stehen u.a. die Rente mit 70, was schnell mit 67 unterboten wird; keine Maut, eine Maut, deine Maut, teilweise Maut; Obergrenzen in der Flüchtlingsfrage, besser doch nicht, das wäre alles andere als diplomatisch; unser Land ist offen, aber bitte schliesst die Grenzen, nur nicht bei uns, sollen die anderen sich kümmern, Aussenposten sind gefragt, man kümmert sich darum, etc. Eine fussballbegeisterte Kanzlerin beherrscht das Spielfeld.

Viele Staaten fühlen sich angesichts der Anforderungen des globalen Kapitalmarktes, mit den mittlerweile unüberschaubaren weltwirtschaftlichen Kapitalflüssen, unter massivem Druck. Immer mehr Länder, beispielsweise Griechenland, Italien, Portugal, Spanien u.a. sehen sich mit der Notwendigkeit politischer Maßnahmen konfrontiert. Resultierend aus den Spielregeln des internationalen Marktplatzes. Demokratisch geäußerte Willenserklärungen von Bürgerinnen und Bürgern sind in diesem Spiel unerwünscht.

So gesehen, kommt man schnell auf die Idee, daß aufgrund dieser negativ empfunden Erfahrungen, der Mensch seine wirtschaftliche Zukunft, nur noch mit politischen Maßnahmen gestalten kann, was zwangsläufig zu gänzlich neuen Spielregeln und Veränderungen der gesamten Wirtschaft führt.

Gier nach kurzfristigen Gewinnen geht immer zu Lasten des langfristigen Nutzens

Wie erreichen wir mehr Nachhaltigkeit? Die Sucht nach schnellen, kurzfristigen Gewinnen, führt langfristig zu Gewinnrückgängen und liegt ursächlich im Kurzzeitdenken einer unsicheren Zeit (Atomtests, Test von Wasserstoffbomben, Mauerbau zu Mexiko, Islamisierung, neue Formen von Diktaturen, u.a.). Zusätzlicher Druck entsteht durch die Verschmelzung der Weltwirtschaft. Sämtliche Anlagestrategien sind auf Investitionen in Finanzinstrumente und Softwareunternehmen ausgerichtet, da diese schnell zu enormen Erträgen führen. Wenig ertragreich und eher teuer und aufwendig ist der Invest in physisch vorhandene Apparate. Unternehmen werden durch kurzfristige Perspektiven und falschen Anreizsystemen zur schnellen und kurzfristigen Ertragsgenerierung gezwungen. Viele Führungskräfte werden für kurzfristige Resultate belohnt. Hier muss angesetzt und ein Vergütungssystem installiert werden, das sich an den Zeitraum orientiert, in dem sich der Wert eines Unternehmens maximieren und mit den elementaren Faktoren von langfristigen Werten, vereinbaren lässt. Darüber hinaus dürfen Unternehmen sich nicht länger auf vierteljährliche Einnahmen konzentrieren, wenn sie nachhaltige Werte aufbauen wollen. „Kurzfirstigdenker“ übersehen den Nutzen von Investments, die sich über lange Zeiträume betrachtet, selbst auszahlen. Ein fataler Fehler, der sich weltweit niederschlägt.

Veränderung der Arbeitswelt

Damit der Mensch seine Zukunft tatsächlich wieder selbst in die Hand nehmen und gestalten kann, braucht es völlig neue politische Ansäte, um den weltweiten Veränderungen zu begegnen. Was wir aktuell erleben, hat nichts mit irgendwelchen immer wieder betonten Folgen von natürlichen Konjunkturzyklen oder vorübergehenden Störungen zu tun. Den Wandel, den wir heute spüren, hat nicht nur historische Ursachen, sondern geschieht in einer nie da gewesenen Größenordnung. In der Menschheitsgeschichte gab es immer schon massive Veränderungen in der Produktivität von Menschen und Erleichterungen des Alltags durch technische Revolutionen. Denken wir an die Entwicklung von Techniken und Werkzeugen aller Art, etwa Speere, Äxte, Pflüge, Dampfmaschinen etc., durch die Qualifikationen und Erfahrungen überflüssig wurden, auf die der Mensch gebaut hatte, um ertragreich zu wirtschaften. In der Vergangenheit wurden mit jeder Neuentdeckung, die das Leben angenehmer gestalteten, alte Strukturen aufgelöst und neue geschaffen, um ein Gleichgewicht zwischen Produktivität und Bedürfnisbefriedigung zu erreichen.

Solche Veränderungen in Arbeitsstrukturen zogen und ziehen immer große soziale Veränderungen nach sich. Beispielsweise seien die Massenabwanderungen aus ländlichen Gebieten in Städte oder die geografische Trennung von Arbeits- und Privatleben genannt. In der Vergangenheit führten fortschrittliche Veränderungen zu wirtschaftlichem Wachstum und Senkung des Arbeitsaufkommens bei steigendem Wohlstand.

Dieses Phänomen kehrt sich heute um. Während früher Umwälzungen allmählich von statten gingen und technische Innovationsphasen sich nur langsam entwickelten, erleben wir heute ein Tempo, daß unsere Vorstellungskraft beinahe übersteigt. Unsere Realität ist geprägt von immer neueren und feineren Technologien. Politik und Wirtschaft sind weder auf das Ausmaß der Entwicklungen noch auf die Qualität der Veränderungen vorbereitet. An dieser Stelle offenbaren sich nationale wie internationale „Störungen im System“. Die Entwicklung der Technik und Digitalisierung verändert unsere Art zu Leben radikal, was zur Folge hat, daß wir unsere Kultur und unser Sozialgefüge, schneller anpassen müssen. Denken wir hier u.a. an Flüchtlingspolitik, Migration, Massenbewegungen, kulturelle Unterschiede, Religionen, innere und äußere Sicherheit, etc. National stehen wir vor einer Neustrukturierung des gesamten Sozialwesens und weiteren Systemen.

Das gesamte Beziehungsgefüge von Mensch zu Mensch, zu Arbeit, Bedürfnisbefriedigung und Unternehmertum gerät ins Wanken. Was den Menschen ungeachtet seiner Herkunft umtreibt, sind das Bedürfnis nach Wohlstand, Frieden, Arbeit, Karriere, Leistung gegen Bezahlung, Wohlbefinden, Sicherheit, Anerkennung, Würde, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, etc. In der Vergangenheit gelang es noch, sich mit materiellen Symbolen zu schmücken und Geld als Tauschmedium und zur Leistungsbilanz sowie für die Bereitstellung produktiver Leistung, heranzuziehen. Heute geraten große Bereiche an Beschäftigungschancen in Gefahr. Wir müssen angesichts der neuen Realität neue Möglichkeiten und Wege finden, produktives Potential gegen Einkommen auszutauschen. Wo früher mit jeder Innovation auch neue höherwertige Arbeitsplätze geschaffen werden konnten, fallen diese heute in erheblichen Maße weg. Der Dieselskandal veranschaulicht auch den Druck von Unternehmensführungen, den Anforderungen des Welthandels und einer immer weniger handlungsfähigen Politik gerecht zu werden (etwa kurzfristige schnelle Gewinne, Steigerung des Exports, Reduzierung von Umweltverschmutzung, Klimaschutz, etc.). Die Verantwortlichkeit dieses Missbrauchs muss sorgfältig beleuchtet werden. Was über unseren technischen Fortschritt und intelligenter Software „schön gerechnet“ werden kann, gibt das Produkt selbst kaum her. Diesel bleibt Diesel. Hier werden sich Management und Politik den „schwarzen Peter“ im wahrsten Sinne des Wortes, gegenseitig zuschieben. Angesichts der Innovationen in der Automobilindustrie, als eines der Herzstücke unserer Wirtschaft, währen 800.000 Arbeitsplätze kaum ersetzbar und beträfen weitere wichtige Zweige unseres Handels. Nicht zuletzt steht das Auto im übergeordneten Sinne für Fortschritt, Bewegung, Dynamik, Freiheit und Innovation. Käme eine solche Branche zum erliegen, hätte das fatale Auswirkungen weltweit.

Grundlegende Bedingung zwischen Technik und Beschäftigung im Umbruch

Durch technische Innovationen, die heute alle künstliche Intelligenzen beinhalten, erweitern wir unsere Denk- und Handlungsmöglichkeiten mit schwerwiegenden Folgen. Technologien werden immer mehr menschliche Fähigkeiten und Bereiche übernehmen, beispielsweise das Greifen und Lenken von Gegenständen, z.B. selbst fahrende PKW als Zusammenführung neuer Formen (Prototypen fliegender Auto’s ), Änderungen im Ferntransport, wechselseitige Kommunikation und Informationsgewinnung sowie die Erschaffung neuer Realitätsmodelle in noch schnellerem Tempo als jeher. Besonders die Mittelschicht wird betroffen sein, durch die zunehmende Entkoppelung von Produktivitätszuwächsen und der Verbesserung des Lebensstandards.

Fazit: Neue Arbeitsplätze müssen geschaffen werden, da weitere Jobs der Modernisierung zum Opfer fallen werden. Hier ist die öffentliche Hand gefragt und genau hier offenbart sich die Einflussnahme der Lobbyisten.

Neues menschliches Nervensystem

Das Internet ist das neue menschliche Nervensystem, das die Welt umspannt. Es findet nicht nur ein sachlicher Informationsaustausch statt, vielmehr nimmt es in erheblichen Maße Einfluss auf Gefühle, Emotionen und Gedanken von Milliarden Menschen. Diese schnelllebige Form der Kommunikation bringt eine regelrechte Flut an Veränderungen mit sich, die umbruchartige Folgen für verschiedenste Bereiche, beispielsweise von Kunst, Wissenschaft oder politischer Entscheidungsfindung bis hin zum Unternehmensaufbau ebenso wie kreative Schaffensräume. Andere Branchen kämpfen regelrecht ums Überleben, etwa Buchhandlungen, Reiseagenturen, Zeitungen, Musik- und Videogeschäfte, Fotogeschäfte, Postwesen durch alle Formen der elektronischen Nachrichtenübermittlung, etc. Klassische Unternehmensformen dieser Art haben zwei Möglichkeiten, rasante Veränderungen vorzunehmen und Alltag werden zu lassen, oder vom Markt zu verschwinden. Diesen Umstand haben moderne Unternehmensformen, wie etwa die Social Media-Unternehmen wie Google, Twitter, facebook, LinkedIn, u.a. oder Unternehmen wie Amazon, iTunes, oder eBay u.a. erkannt und genutzt.

Albert Einstein dürfte sich die Hände reiben, würde er noch leben. Seine berühmte Aussage: (Zitat) „Lernen Sie nie auswendig, was Sie in Büchern nachlesen können“, erfährt eine digitale Revolution. Die Umverteilung geistiger Aktivität funktioniert durch das permanente Abrufen von Wissen im Netz ausgezeichnet. Und wir alle sparen enorm viel Gehirnkapazität. Es erscheint doch ganz wunderbar, auf diesem Wege andere Kapazitäten für neue Aufgaben zu schaffen. Wären da nicht unsere Nervenbahnen. Diese wachsen und dehnen sich nur durch Aktivität aus. Der sträfliche Nichtgebrauch unserer neuronalen „Baumkrone“ geht zu Lasten unserer Leistungsfähigkeit. Tatsächlich dockt unser Gehirn sofort nach Anwendung, an das digitale Universum an. Praktische Intelligenz bemisst sich in unserem Jahrhundert u.a. auch daran, wie schnell jemand relevante Informationen im Internet findet. Eine Fatale Fehlentwicklung. Denn das Erinnerungs- und Kombinationsvermögen, die Fähigkeit des abstrakten und komplexen Denkens des Menschen, was unsere Spezies ja eigentlich ausmacht, baut sich so langsam und schleichend ab. Die Fähigkeiten, die sich der Mensch über Jahrhunderte mittels Zeichen, Hieroglyphen, Piktogrammen, Keilschriften, verbalem Ausdruck, von Steintafeln über Papyrus und Pergament bis hin zum damals phonetischen Alphabet; später vom erdachten griechischen Alphabet bis hin zum Dualsystem von Nullen und Einsen, angeeignet, erlernt und als Wissensaufbau und Fortschritt nutzte (u.a. Erfindung der Druckerpresse) kann nicht mehr standhalten, mit einer modernen Zukunft. Das Internet zählt heute zu den „Menschenrechten“. Über die Hälfte der Erdbevölkerung verfügt heute über moderne Informationstechnologien und wird von diesen bestimmt. Viele Smartphone-Nutzer legen ihre Geräte gerade noch im Schlafmodus zur Seite. Kaum ist das morgendliche Erwachen vollzogen, schnell ein Blick hier und da und schon befinden wir uns mitten im Geschehen des world wilde web. Dieses Verhalten setzt sich über den Tag fort. Auf dem Weg zur Arbeit, in der Pause, selbst im Auto wird jede Gelegenheit genutzt, ungeachtet der drohenden Gefährdung im Strassenverkehr. Willkommen in einer neuen Nervenzentrale. Durch die unzähligen Face-Time-Möglichkeiten die Smartphones mitbringen und einer beinahe 24-Stunden-Präsenz im Netz vieler Menschen, geht die Veränderung sogar bis hin zum Facelifting, da das Smartphone gnadenlos das reale Selbstbild offenbart. Das wiederum erfreut Unternehmen, die sich auf das Geschäft mit der ewigen Jugend und der Schönheit spezialisiert haben.

Demokratie im Gleichgewicht

In Zeiten von so tiefgreifenden Veränderungen wird der Ruf nach innerer Sicherheit und einem stabilen Handel laut. Um Stabilität und Sicherheit gewährleisten zu können, stellt sich eine neue Frage: Wie kann Demokratie in einem neuen Zeitalter aussehen? Durch das Internet haben die Menschen die Möglichkeit, Ihre Meinungen zu äußern, Input zu bringen und zumindest teilweise entsprechende Beurteilungen vorzunehmen. In der Hoffnung, einem Erstarken der Selbstverwaltung entgegen zu wirken. Die Lesebereitschaft und -fähigkeit nimmt einen zyklischen Verlauf; in etwa so: Lesen von ersten Schriftsätzen und Literatur - Fernsehen mittels Geräten- Lesen von Daten und Informationen im Internet - Fernschauen über youtube - Lesen digitaler Neuhieroglyphen - ... . Merken Sie etwas? Heute setzten viele Verfechter der demokratischen Selbstverwaltung ihre Hoffnung auf die Wiederbelebung eines stabilen demokratischen Diskurses durch das Internet. „Wir müssen im Dialog bleiben. Ich telefoniere mit jedem“, so Angela Merkel. Wohlwissend, daß in einigen Ländern, Kapital und Wirtschaftsmacht über dem öffentlichen Interesse stehen und in anderen Ländern unseres Planeten, eine unbeugsame Macht autoritärer Diktaturen besteht und gar „wieder“ im Entstehen sind. Die Bevölkerung weltweit nimmt über das Internet massiven Einfluss auf Diplomatie, Diktaturen und anderen politischen Systemen. Das Gefühl von Schwäche, Unsicherheiten, Arbeitsplatzverlusten, einer ungewissen Zukunft, Krisenherden und Brennpunkten, Fragen deren Antworten auf sich warten lassen, Sorge vor dem Verbleib und der Zukunftsfähigkeit eines jeden Einzelnen, führen heute via Internetaufrufen, zu Reform- und Revolutionsbewegungen.

Reformgegner nutzten den G20-Gipfel in Hamburg, zu deren Ausschreitungen über das Netz aufgerufen wurde. Begleitet durch Aufschwung, Enttäuschung, Stillstand und Fall und einer leisen Hoffnung, nach einer kurzen Stagnation, seine Ziele doch noch friedlich ? zu erreichen. Die Demokratie gerät ins wanken und muss wiederbelebt werden. In vielen autoritären Ländern wird die Nutzung des Internets und die Informationsbereitstellung länderübergreifend stark kontrolliert und mitunter unter Androhung von Strafen ausgehebelt. Förderlich für die Sicherung der Demokratie, ist die Möglichkeit, durch Einmischung und Mitsprache, ein neues kollektives politisches wie wirtschaftliches Bewusstsein zu erlangen. Deutschland ist neben Estland und Lettland, Vorreiter bei der zur öffentlichen Verfügungstellung ihrer Dienste und stehen so im produktiven wechselseitigen Austausch zu ihren Bürgern. Dennoch erscheint Euphorie nicht angemessen, da die Weitergabe von Informationen auch in demokratischen Ländern, immer noch durch politische Apparate kontrolliert, gesteuert und über sogenannte Hauptkanäle wie öffentliches Fernsehen verbreitet werden.

Die Demokratie steckt in einer gefährlichen Übergangsphase fest. Von der Entstehung eines sinnvollen demokratischen Diskurses im Internet, ist der gesamte Journalismus, Radio- und Rundfunkanstalten ebenso betroffen wie Zeitungen, da sich immer mehr Reformer und Kämpfer für das öffentliche Interesse und Systemgegner gegenüber stehen. An dieser Stelle punkten wiederum die Lobbyisten, besonders in Wahljahren, da sie galant ihre Produktwerbungen platzieren, sie in allen Medien unter verschiedene Diskurse mischen, mit denen die politische Agenda wiederum geformt werden.

Wer vom digitalen Universum profitiert

Öffentliche Güter wie Schulbildung, Gesundheitssystem, Umweltschutz, Sicherheit und Selbstverwaltung jedenfalls noch nicht. Hier herrscht im Wahljahr, zumindest im Duell, traute Einigkeit darüber, daß auf jeden Fall noch viel getan werden muss. Immerhin, ein Anfang. In dieser unsicheren Übergangsphase scheitern bisherige Forderungen der Öffentlichkeit, effiziente digitale Modelle stärker zur Bereitstellung öffentlicher Dienste zu nutzen, an der Unbeweglichkeit des demokratischen Systems. Gewinner dieser noch nicht etablierten digitalen Demokratie, ist der Profit der Macht, also derjenigen, die die Chancen des Internets zu nutzen verstehen.

Unsere erdrutschartigen Verschiebungen kommen an unseren Schulen nicht an. Noch immer wird Bildung mit Auswendiglernen von Fakten gleichgesetzt, ungeachtet dessen, daß Fakten ständig zur Hand sind. Immerhin hat man erkannt, daß es sinnvoll erscheint, wenn unsere Kinder in der Grundschule die deutsche Rechtschreibung wieder erlernen. Hier gibt es große Unterschiede in der Art der Stoffvermittlung zu Lasten der Resultate. Durchaus ist das ein akzeptabler Ansatz. Das Schulsystem muss mehr Zeit auf das Erlernen von Fähigkeiten legen, die es erlauben, Querverbindungen zwischen den Fakten zu erkennen, Qualität in richtige Informationen zu bewerten, größere Gesetzmäßigkeiten zu erfassen und die zugrunde liegenden tieferen Bedeutungen zu erschließen. In Betracht gezogen werden könnte auch das Denken wieder zu erlernen. Das Einführen von Philosophie, Ethik und Moral gehören dazu. Ansätze wie E-Books für Tablets, fesselnde Onlinekurse oder digitale Schulbücher sind immerhin vorhanden, setzen sich an vielen Schulen bis dato aber nicht durch. Ausgerechnet in einer Zeit, in der Schulreformen wichtig wären, werden finanzielle Mittel für Bildung gesenkt. Der politische Einfluss derer, die sich für eine Erhöhung der Bildungsausgaben einsetzen, schrumpft nicht zuletzt dadurch, daß der Bevölkerungsanteil insgesamt altert und damit der Anteil von Eltern schulpflichtiger Kinder, sinkt. Hier ist die Kreativität von Lehrern gefragt, Modelle zu entwickeln, die den Unterricht zeitgemäß und ansprechend gestalten, um das veralterte System zu ersetzen. Das heutige Bildungssystem verfehlt das notwendige Qualitätsniveau einer neuen Zeit. Wie wäre es mit einer Schulz’schen Lesestunde. Politik verpflichtet.

Das Problem liegt in der Natur des Menschen

Das Internet verändert die Struktur unseres Denkens, auch unserer Beziehungen, allerdings ohne unsere menschliche Natur zu verändern. Genau hier entsteht der uralte Kampf zwischen Gut und Böse oder anders ausgedrückt aus Ordnung wird Chaos. Der bedenkenlose Informationsaustausch im Internet, kommt der Faustsage gleich. In der heutigen Zeit schließen wir alle einen regelrechten Pakt mit dem Teufel, in dem wir unsere Seele gegen grenzenloses Wissen und weltliche Vergnügungen eintauschen. Versäumen wir in diesem Zusammenhang, den Schutz der Privatsphäre und des Datenschutzes, setzen wir kostbare Werte auf’s Spiel. So verlockend der öffentliche Informationsaustausch auch sein mag, genau so hoch ist der Preis, den wir dafür bezahlen. Der völlige Kontrollverlust über Sicherheit und Privatheit von Gedanken und Informationen. Der „Distanztod“ und das „Ende des Privatseins“ halten nicht zuletzt auch dadurch Einzug, daß Unternehmen längst die hinterlassenen Spuren der Nutzer für sich entdeckt haben und in der Lage sind, öffentliche wie private Informationen für ihre eigenen Zwecke zu sammeln. Ebenso „etabliert“ hat sich der „Berufszweig“ der „Hacker“. Wie wir sehen, sitzt uns der Faust’sche Teufel, mit jeder Spur die wir im Netz hinterlassen, im Nacken. Dabei sind digitale Informationen heute für viele Unternehmen und Zweige strategisch extrem wichtig, bergen zeitgleich aber auch hohes Konfliktpotential. Das betrifft auch die sich überschneidenden Welten von Politik und Macht, Handel und Industrie, Kunst und Kultur oder Wissenschaft und Technik.

Konflikte werden zunehmend über das Internet ausgetragen und viele springen auf diese Züge auf. Negativschlagzeilen verbreiten sich wie das sprichwörtliche Lauffeuer. Der Traum von Reformern, das Internet werde weltweit mehr Freiheit mit sich bringen, schürt Ängste bei autoritären Herrschern. Cybersicherheit zu generieren ist aufgrund der internationalen Grenzüberschreitung kaum realisierbar. Es können national kaum Lösungen gefunden werden, bei Konflikten, die die Gesetze, Regulierungen und Werte des jeweiligen anderen Staates reflektieren. Die Sicherheit im Internet besteht nicht nur aus der Sicherung von Daten mit kommerziellem, nachrichtendienstlichem oder militärischem Wert. Vielmehr ist die gesamte Infrastruktur gefährdet, da Wasser- und Stromsysteme, Kraftwerke und Raffinerien, Transportmittel und viele andere Systeme, online kontrolliert und gesteuert werden. Würde die Infrastruktur eines Landes angegriffen, bestünde auch erheblicher Schaden an Leib und Leben.

Insgesamt lösen sich unsere Systeme aus einer alten Ordnung, die einst auf Grundlage von Nationalstaaten entwickelt wurde, heraus. Sicherlich spielt die jeweilige Nation im Kontext staatlichen Handelns immer eine wichtige Rolle. Doch die weltwirtschaftlichen technologischen und digitalen Verstrickungen zwingen alle zu einem Einigungsdruck. Entscheidungen, mit denen die Bevölkerung einzelner Länder und der Welt konfrontiert sind, können nicht mehr nur von einzelnen Staaten getroffen werden. Die Macht zur Gestaltung der internationalen Zukunft verteilt sich auch und besonders durch die digitalen Möglichkeiten über den gesamten Globus. In der Folge werden Entscheidungen sowohl durch einzelne Länder als auch in der internationalen Gemeinschaft, immer schwieriger.

Durch die weltumspannende Kultur dieser fest verzahnten Weltwirtschaft, verschieben sich auch die Machtverhältnisse. Das politische Gleichgewicht in der Welt befindet sich in einem massiven Wandel. Ein solches Ausmaß hat es, seit der Verbindung Europas mit dem amerikanischen Doppelkontinent und Asien auf dem Seeweg vor über 500 Jahren, nicht mehr gegeben.

Das Machtungleichgewicht zwischen den Nationen ist weltweit deutlich zu spüren und der geheime Antreiber, in einem wahlbeherrschenden Jahr sowie zahlreichen Diskussionen und Aktivitäten.

Was Diplomatie noch ist

„Güte ist unbesiegbar, aber nur wenn sie aufrichtig, nicht geheuchelt oder vorgetäuscht ist. Was kann schon der gemeinste Mensch ausrichten, wenn du ihm mit Güte begegnest und ihn, wenn es dir möglich ist, sanft belehrst - genau in dem Moment, in dem er versucht, dir Schaden zuzufügen.“ (Marc Aruel, Selbstbetrachtungen, 11.18.5.9a)

In diesem Sinne, wünsche ich uns allen, eine friedliche, gemeinschaftliche und freie Zukunft.

Gabi Stratmann 

Bildquelle:
Mit freundlicher Genehmigung des ZDF und WDR/Herby Sachs

Bildbeschreibung:
"Das TV-Duell Merkel - Schulz": Shake-Hand zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz beim TV-Duell in Berlin-Adlershof

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© Honorarfrei - nur für diese Sendung inkl. SocialMedia bei Nennung ZDF und WDR/Herby Sachs

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Zurück in die Zukunft - Future World

Zurück in die Zukunft - Future World

Signalisieren die vielen Unwetter die Stürme unserer Zeit?
Feuer und Eis - Eine paradoxe Gemeinsamkeit 

Wer ist eigentlich Antreiber des oft betonten Wandels unserer Zeit, wieso soll das was einem im Leben widerfährt, selbst verursacht sein… diese und ähnliche Fragen, bekomme ich gelegentlich nach meinen Vorträgen zum Thema „Gesundes Business im Wandel“ gestellt. Meine bisherigen Antworten ließen nur jene Verdächtige zu, die schnell zur Verantwortung herangezogen werden können und üblicherweise so genannt werden. Wunderbar, alle schienen zufrieden mit jenen Ausführungen.

Wirklich alle, schoß es mir durch den Kopf, als ich bemerkte, daß mich selbst, eben solche und ähnliche Fragen zunehmend beschäftigten und ich keine Ruhe mehr zu finden schien. Die Welt verändert sich rasant, doch was sind die Ursachen hierfür und wie können wir diesen Ursachen begegnen? Wo führt uns der globale Wandel eigentlich hin und haben wir Erdenbürger überhaupt eine Chance, die Entwicklungen auf der Welt zu beeinflussen?

Vielerorts besonders im Social Media ist regelmäßig zu lesen, das der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen und die Zukunft selbst gestalten soll. Jedoch wird nirgendwo über die essenziellen Entscheidungen, die dabei zu berücksichtigen sind, gesprochen. Hierüber hüllen sich viele sogenannte Erfolgs- und Motivationstrainer in scheinbar einvernehmlichen Schweigen. Doch genau hier beginnt erfolgreiche Veränderung; wer Gestalter seiner Zukunft werden möchte, kommt nicht umhin, sich mit verschiedenen grundlegenden und übergeordneten Fragestellungen, die nicht nur den eigenen kleinen Kosmos betreffen, auseinanderzusetzen. Persönliche Veränderungswünsche resultieren nicht selten durch ein unbefriedigendes stark beeinflussendes Weltgeschehen.

Was genau sind nun die Triebfedern in stürmischen Zeiten, die das Bedürfnis nach Veränderung auslösen?

Seit einigen Jahren spüren wir deutliche, beinahe rasante Veränderungen der Verhältnisse von Kapitalflüssen, Nationalstaaten, Arbeitskräften oder Verbrauchermärkten im Rahmen der stark vernetzten globalen Wirtschaft, mit ihrem ganzheitlich agierenden Gebilde. Darüber hinaus verändern sich immer schneller politische, wirtschaftliche und militärische Machtverhältnisse auf unserem Globus. Diese Veränderung unterscheidet sich radikal von Veränderungen der Geschichte. Jetzt schon sind Verschiebungen deutlich zu beobachten; verschiedene Einflüsse und diverse Initiativen verlagern sich bereits vom Westen in den Osten, von den reichen Ländern in aufstrebende Entwicklungsländer beziehungsweise in „neue“ Machtzentren, von Nationalstaaten zu privaten Akteuren und von politischen Systemen zu Märkten.

Social Media beeinflusst Gefühle und Gedanken

Die elektronischen Kommunikationsnetzwerke weltweit, verbinden und beeinflussen Milliarden Menschen in ihren Gedanken und Gefühlen. Sie werden an schnell wachsende Datenvolumina regelrecht fix angebunden. Was zur Folge hat, daß durch intelligente Netze, in denen Sensoren eingebettet sind (künstliche Intelligenzen), sowie intelligente Technik, zunehmend Aufgaben für den Menschen übernehmen, die unsere menschlichen naturgegebenen Denkkapazitäten übersteigen. Folglich wird der Mensch regelrecht überflüssig.

Unser rasantes wenig bis gar nicht nachhaltiges Wachstum, basiert auf beinahe paranoid-schizophrenen, jedoch allgemein anerkannten Kriterien und macht uns blind für die zerstörerischen Folgen unseres selbstbetrügerischen Handelns. Dieses Wachstum betrifft sowohl den Verbrauch von Ressourcen, Mutterboden, Süßwasservorräte, Umweltverschmutzung, Produktionsleistungen, Verdrängung von Tier- und Pflanzenwelten als auch die Gesamtbevölkerung und damit verbunden des Städtewachstums.

Spiel der Macht - Zerstörerischer Antrieb?

Das Spiel der Macht geht sogar soweit, Schicksal und Evolution selbst in die Hand nehmen zu wollen und Grenzen zwischen den Arten aufzulösen oder gar neue „Kreaturen“ zu erfinden. Möglich wird das durch evolutionäre Entwicklungen in der Gentechnik, der Materialwissenschaften, Biologie und Biochemie, durch Veränderungen des molekularen Aufbaus fester Substanzen ebenso, wie den Stoff des Lebens neu zu weben und somit Einfluss zu nehmen auf Wesenszüge, Charakteristika, Formen und Eigenschaften von Tieren, Pflanzen und sogar auf uns Menschen selbst. Der perfekte Mensch muss erschaffen werden. Willkommen in einer "brave new world". In der Folge entstehen völlig neue Beziehungen zwischen unserer Spezies und den Ökosystemen unseres Planeten. Besonders beeinflusst und betroffen sind unsere empfindlichsten Ökosysteme, von denen unser aller Erfolg abhängig ist und weiter abhängig sein wird: unsere Atmosphäre und unser Klima.

Hiergegen erscheinen sogenannte neue technische Veränderungen, beispielsweise in der Industrie, der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft, die auf eine gesunde und ausgewogene Beziehung zwischen unserer Zivilisation und unserer Zukunft zielen, regelrecht grotesk.

Rasante Veränderungen bergen Chancen und Risiken zugleich

Unsere Zukunft wird nicht mehr mit Veränderungen der Vergangenheit vergleichbar sein. Die Unterschiede zeigen sich künftig mehr in qualitativer Sicht. Es hat noch nie so viele evolutionäre Umwälzungen gegeben, die zeitgleich viele Chancen und Risiken nebeneinander beinhalten. Ebenso wenig gab es in unserer Vergangenheit so extreme Veränderungen wie heute, die so eng miteinander verwoben sind, das selbstzerstörerische Abhängigkeitsverhältnisse entstehen. Das ungesunde Klima in der Weltführung spiegelt die Beeinträchtigung des Handelns in der Weltgemeinschaft ebenso wieder, wie wirtschaftliche Führungs- und Selbstführungskrisen. Bevor der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen kann, muss das Zusammenspiel verschiedener Triebfedern verstanden und das nicht gänzlich unkritische Vakuum in der Weltführung aufgelöst werden.

Keine Zukunft ohne Vergangenheit

In der Vergangenheit haben sich unsere Sichtweisen auf die Zukunft immer wieder verändert. Jede Kultur hat dabei scheinbar eine jeweils eigene Art Zukunftskonzept. Für die einen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beispielsweise ein wiederkehrender Kreislauf, für andere wiederum ist Zukunft das Leben nach dem Tod, etc.

Zukunftsoptimismus

Unser naturgegebener Hang zum Zukunftsoptimismus lässt sich mit den vielfältigen Bedenken, die uns beinahe täglich heimsuchen, kaum in Einklang bringen. Der Gedanke an die Zukunft wirft nicht selten auch einen Schatten auf die Gegenwart. Optimistischer Glaube kommt in diesem Zusammenhang einem Gebet gleich. Gebete haben durchaus eine spirituelle Kraft, wenn man an sie glaubt und sein Mindset nach ihnen ausrichtet. Das heißt, wer betet muss auch seine Füsse bewegen oder anders ausgedrückt, wer betet ohne zu handeln oder Optimismus ohne entsprechendes Engagement an den Tag legt, bringt damit unbewusst eine passive Aggression gegenüber der Zukunft und sich selbst zum Ausdruck. Gespeist durch Enttäuschungen verschiedenster Art, die uns immer wieder ereilen, werden unser Vertrauen in die Zukunft immer häufiger erschüttert. Verzweiflung tritt an die Stelle der Hoffnung. Quälende Fragen wie, warum geschieht mir das, welche Hebel muss ich in Bewegung setzen, welche Knöpfe müssen gedrückt werden, wer ist verantwortlich, habe ich genügend Kraft zur Veränderung, etc. treiben uns um.

Und dennoch wissen wir durch unsere Verbundenheit sowie durch Erfahrungen und Berichten von Zeitzeugen, daß unser gegenwärtiges Handeln, unsere Zukunft verbessern kann, wenn wir das Wissen der Vergangenheit richtig zu nutzen verstehen.

„Der Zauberlehrling“ aus Goethe’s Faust bringt es auf den Punkt:

In Abwesenheit seines Meisters, haucht ein junger Mann einem Besen, mit dem er eigentlich die Werkstatt reinigen soll, mit Hilfe eines Zauberspruches seines Meisters, Leben ein. Doch der Besen ist unerwartet nicht mehr zu bändigen. Verzweifelt versucht der Lehrling, der zunehmenden Rage des Besens, Einhalt zu gebieten, indem er ihn mit seiner Axt in zwei Teile spaltet. Der Besen jedoch verdoppelt sich in der Art, das jede Hälfte zu einem neuen belebten Besen auswächst. Erst nachdem der Meister zurückkehrt, kommt wieder Ordnung in den Haushalt.

Ordnungen wieder herstellen

Jeder von uns ist Meister seines eigenen Lebens. Nimm’ es als solcher in deine Hände, fange an dich zu bewegen, wenn du betest, vergiss dabei das Handeln nicht, sei optimistisch und engagiert. Übernehme die Verantwortung für deine Zukunft und gestalte sie, bevor du durch die Stürme der Zeit, gestaltet wirst.


Digital Change - Wenn sich alles verändert!

Digital Change - Wenn sich alles verändert!

Wenn die Digitalisierung den Menschen überflüssig macht!
Auf ein Wort mit Gabi Stratmann

Was brauchen heute Unternehmen, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

Unternehmen müssen groß denken und die Welt verändern. Sie müssen künftig exakt wissen, was den Kunden interessiert, Erlebniswerte schaffen, flexible Kooperationen anstreben und Veränderungen zum Normalzustand werden lassen. Das heißt auch, sich von dem typisch deutschen Sicherheitsdenken zu verabschieden.

Besonders wir Deutschen optimieren in viel zu kleinen Schritten, eher vorsichtig und abwartend. Was uns vor 60 Jahren weit gebracht hat, wird künftig nicht mehr ausreichen. Schauen wir uns kurz die markanten Eckpunkte der Welt AG an, in der wir uns täglich aufhalten; da sind höhere Lebensstandards, Teilrückgang von Armut, vollständige Integration der Weltwirtschaft - beispielsweise können wir heute ein neues Verhältnis von Arbeit, Kapital, Rohstoffen und Nationalstaaten beobachten. Die historische Rangfolge des Bruttoinlandsproduktes hat sich verschoben. Auch ein spürbarer relativer Niedergang der USA und der EU, beeinflussen unsere Wahrnehmung und lassen den Wunsch nach Veränderung laut werden. Falsche Anreize in der Wirtschaft, neue Herausforderungen in der Verhaltens - und Neuropsychologie, Ungleichheiten durch Konzentration auf Reichtum einzelner Schichten, Ausbau von Molekular- und Nanotechnologien, Transformation der Produktionsfaktoren im Hochgeschwindigkeits- und Hochfrequenzhandel der Digitalisierung, Robosourcing wie künstliche Intelligenzen, usw. nehmen starken Einfluss auf den Wandel des Arbeitsmarktes und des Konsumverhaltens. Der Konsum der Verbraucher steht heute im Verhältnis zu Glück, Wohlstand und Wohlbefinden.

Wer also langfristig erfolgreich sein möchte, muss neben einer optimalen Positionierung und Vermarktung, auch dazu bereit sein, sich selbst immer wieder neu zu hinterfragen und zu reflektieren sowie im Bedarfsfall sein gewinnbringendstes Businesskonzept oder erfolgreichstes Produkt „aufzugeben“ oder gar zu zerstören. Unternehmen in Deutschland halten angesichts der rasanten Veränderungen, zu starr an „alt Bewährtem“ fest. Das ist heute eine gefährliche Erfolgsbremse.

Online, Offline, Allein - Buchhändler versus Amazon! Besonders der Einzelhandel ist betroffen. Zerstören Digitalisierung und zahlreiche Online-Möglichkeiten den Handel?

Nein. Sicher, die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit, aber auch entscheidende Vorteile: etwa Kostenreduzierung, höhere Flexibilität, intensivere Globalisierung, größere grenzüberschreitende Investitionen, größere Handelsströme, Befriedigung der Ansprüche jüngerer Generationen, etc.

Besonders der Einzelhandel steht seit nunmehr 20 Jahren im ständigen Wandel. Die eigentlichen Herausforderungen stehen im Zusammenhang mit dem veränderten Konsumverhalten der Verbraucher. Ansprüche und Bedürfnisse verändern sich fortschreitend mit den Online-Möglichkeiten. Hier ist es fundamental, daß der Handel sein Retail in Abhängigkeit mit seinem Produkt, regelrecht revolutioniert. Hierfür sind Kreativität und Risikobereitschaft gefragt. Bisher ausschließlich stationäre Händler repräsentieren ihre Produkte mittlerweile auch auf verschiedenen Online-Plattformen und umgekehrt. Zalando etwa bedient jüngst auch stationäre Shops.

Denken wir an die ersten SB-Märkte in den 1950er Jahren. Der Kunde bekam erstmalig eine Produktkompetenz, indem er seine Produktauswahl erstmals selbst wählen konnte. Für den Konsumenten heute ist das selbstverständlich. Der Möbelgigant IKEA beispielsweise setzt seit vielen Jahren auf dieses Erfolgskonzept. Der Kunde entscheidet eigenverantwortlich, online wie offline, selbst über seinen kompletten Einkauf. Das betrifft sowohl die Auswahl der Möbel, die Art der Lieferung, den Aufbau, die Reparatur, die Entsorgung der Altmöbel, etc.. Selbst die Zahlungsmodalität bestimmt der Kunde. Das Unternehmen geht lediglich auf die individuellen Bedürfnisse ein.

Bevor der Kunde heute feste Verkaufsflächen betritt, kann er sich online umfassend informieren und vergleichen. Mit diesem Informationsstand verkürzt er seinen unmittelbaren Aufenthalt im Laden. Marc’o Polo kehrt dieses „Problem“ um, indem sie ihren Kunden beispielsweise die Möglichkeit bieten, die persönliche Kollektion online zusammenzustellen und diese in einen für ihn gut zu erreichenden Store liefern zu lassen. Dort kann er dann bequem und in Ruhe, die Kleidung anprobieren und sich persönlich beraten lassen. Die Stores solcher Trendmarken sind heute sehr ansprechend gestaltet. Dem Kunden wird durch das Ambiente der „guten alten Stube“ regelrecht ein Gefühl von Wohnzimmeratmosphäre vermittelt. Diese Stores wirken gemütlich und einladend. Zudem bieten viele solcher Anbieter mittlerweile auch „Café-Lounges“ in ihren Läden. Der Kunde ist als Gast willkommen, was ihn länger im Laden hält. Ganz ohne Kaufzwang. Passé sind hier sterile, mit kaltem Licht versehene Einkaufshallen.

Um auf den Buchhandel zurückzukommen; ich bin der Meinung, daß in unserer heutigen Wissensgesellschaft, die Zukunft den Büchern gehört. In beiden Varianten, also Print und Digital. Das E-Book hat das Buch in das digitale Zeitalter und den kriselnden Buchmarkt selbst in eine erfolgreiche Zukunft katapultiert. Das E-Book fördert durchaus eine völlig neue Lesekultur und macht Bücher auch bei neuen vor allem jüngeren Leserschichten beliebt. Auch Studenten profitieren von diesen Online-Angeboten. Studienliteratur beispielsweise ist heute in Teilen mit Scanner-Codes versehen, so daß der Studierende rund um die Uhr, an jedem Ort Online-Zugang zu seinem Lernmaterial hat. Vor wenigen Jahren standen besonders die Deutschen dem E-Book sehr kritisch gegenüber. Heute erhöht sich der Umsatz dieser digitalen Literatur. Aber auch hier gilt, das der Verbraucher einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem klassischen Buch spüren möchte. Auch hier gibt es beide Käufertypen - der Classical-purchaser und der Trendy-purchaser. Beide Formate haben ihre jeweiligen Vorzüge und individuelle Zielgruppen.

Problematisch wird es erst, wenn sich das Kaufverhalten „umkehrt“. Also wenn der Kunde sich im Geschäft umfassend beraten lässt, Preise vergleicht und anschließend online kauft. Hier wird der Kunde in der Regel auf das preisgünstigere Produkt zurückgreifen und erfahrungsgemäß bei günstigeren Online-Discountern ordern, was dann für den einzelnen Händler zum kostspieligen Problem werden kann. Denn der Kunde ist heute ein komplexer Käufer, der nicht nur online oder nur offline kauft. Er ist vielmehr ein Hybrid, der auf ganz neuen Wegen vom Einzelhandel erreicht werden muss.

Wie der Einzelhandel von der Digitalisierung profitiert!

Indem der Handel einen qualitativen und deutlich spürbaren Mehrwert für seine Kunden schafft.

Schauen wir uns zunächst die Komplexität der Digitalisierung insgesamt an. Alle Unternehmen, auch unabhängig des klassischen Einzelhandels, stehen heute vor anderen Herausforderungen, als zur Zeit nach den Kriegsjahren, wie beispielsweise Anschaffung mobiler Geräte, permanentes Onlinesein, andere Interessennetzwerke, sich verändernde Staatsführungen, kulturelle, politische und soziale Ungleichgewichte, Transformation des Weltmarktes, Kooperationshandel in Form eines individuellen Kollektivismus, Wegfall von Wertschöpfungsketten, Veränderung des Finanzsektors, des Bildungswesens und des Journalismus (ich denke hier an „alternative Fakten“), Problematik von Big Data, wie Datenschutz, Komplexität, GPS, Anonymität, Gesichtserkennung, etc., politische Fragen und damit einhergehende digitale Spaltung, Online-Zugang auch in netzschwachen Regionen, neuronale Auswirkungen der Digitalisierung, wie Verhaltensänderungen, Anpassung, FaceTime - Facelifting, Infrastrukturen, wie Cloud-Computing, Digitale Ökosysteme, Digitale Silos, Cybersicherheit, etc.

Vorsichtiges Optimierungsverhalten, durch Anhaften von beinahe zwanghaftem Sicherheitsdenken, reichen angesichts der Komplexität nicht mehr aus. Das bereitet mir, in Gesprächen mit Unternehmen, etwas Sorge.

Besonders der Einzelhandel benötigt strategische und hochinnovative Ansätze auf verschiedensten Wegen, um den Hybrid-Kunden zu erreichen. Sowohl die Kommunikation als auch der Vertrieb müssen orts- und zeitunabhängig und endgerätefähig sein und den Kunden auf allen Vertriebswegen ein absolutes Shoppinghighlight bieten. Online- und Offline-Services, wie Bestellabwicklung, Reklamationen, Umtausch, Rechnungsabwicklung, etc. müssen gut miteinander vernetzt sein. Solche Services müssen unabhängig von der Art der Kaufabwicklung, im stationären Geschäft wie auch über online-Plattformen, bequem abgewickelt werden können.

Der Handel muss sich aufgrund sich verändernder Lebensstile, eines sich verändernden Arbeitsmarktes und sich ändernden Arbeitszeitmodellen, an den Bedürfnissen des Kunden anpassen. Und das so einfach wie möglich. Sogenannte Lebensmittel „To Go“ (früher Convenience) machen das bereits möglich. Auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg, schnell einen Kaffee, ein paar Lebensmittel besorgen. Wunderbar.

Da wir heute nicht mehr nur von reiner Beschaffung, was beim Online-Shop der Fall ist, sprechen können, müssen ähnlich eines Freizeitparks, regelrechte Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Der Kunde braucht neue Anreize, um den festen Shop aufzusuchen. Allzu lästig sind Stau, Parkplatzsuche, Parkgebühren, Knöllchen, Menschenmassen, usw. Nicht auszudenken, wenn dann das bevorzugte Geschäft gerade schließt oder das Lieblingsprodukt, kurz zuvor ausverkauft wurde. Fünf Minuten haben dann entschieden.

Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens

Was wir benötigen, ist die Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens. Die Servicewüste muss neu befruchtet werden, indem der Handel hervorragende online- und offline-Services, wie Umtauschmöglichkeiten, unkomplizierte Zahlungsabwicklungen, qualifizierte, erlebenswerte Beratungen, ein entspanntes, angenehmes Ambiente (Café-Lounge, Bar, Sitzecke), eine qualitativ gute Auswahl sowie die Möglichkeit, nicht vorhandene Ware vor Ort zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen, anbietet und mit Leidenschaft lebt.

Verschiebung von Marktanteilen

Deutsche Unternehmen müssen sich von ihren konservativen und stark zögerlichen Veränderungsmethoden verabschieden. Im internationalen Vergleich liegen wir im Mittelmaß. Andere Länder sind uns mit Innovationen im stationären Handel, weit voraus. Die Deutschen leiden an starker Preis-Sensibilität mit fatalen Auswirkungen. Bei Preiserhöhungen wechselt der deutsche Kunde schnell auf ein günstigeres Produkt oder bevorzugt einen Anbieterwechsel und sorgt so in erheblichen Maße für die Verschiebung von Marktanteilen und Sortimenten. Viele Unternehmen scheuen daher entsprechende Investitionen oder versuchen die Kosten für Innovationen auf Produktpreise umzuwälzen, häufig zu Lasten der Qualität. In der Folge kauft der Kunde nicht, er fühlt sich verraten. Auch inhabergeführte Unternehmensstrukturen stehen mitunter auf der Erfolgsbremse, da sie einer „neuen“ Zukunft oftmals kritisch und konservativ gegenüberstehen. Es sind häufig schwerfällige Apparate.

Veränderungen müssen zur Lebensaufgabe werden!

Wer also erfolgreich werden oder bleiben möchte, muss Veränderungen zur Lebensaufgabe machen. Neue digitale Möglichkeiten allein reichen nicht aus, der Handel muss sich neu erfinden und komplett umstrukturieren. In Zukunft zählen ausschließlich Erlebnischarakter, Mehrwert für jeden einzelnen Kunden, erhöhter Servicegedanke, Qualitätsbewusstsein und individuelle Bedürfnisse. Der Handel muss lernen zu flirten - er muss um die Gunst des Kunden, seines Gastes, in verliebter Manier buhlen.

Der Stellenwert von Social Media

Auch das Marketing hat sich mit der Digitalisierung und den zahlreichen Möglichkeiten des Internets in den vergangenen Jahren rasant verändert.

Es geht heute darum, mit der eigenen Qualität und Firmenpräsenz, dafür zu sorgen, daß der Kunde zum Unternehmen kommt. Ging man früher auf klassischen Vertriebswegen aktiv auf den Kunden zu, um einen Kaufabschluss zu generieren, geht der Kunde heute auf das Unternehmen zu. Die sozialen Netzwerke machen es dem Kunden einfach. Der Unternehmer hat heute die Möglichkeit, mit der richtigen Community und einer professionellen Positionierung, hohe Reichweiten, etwa durch Videos und/oder regelmäßigem Content, etc., mit relativ geringem Kostenaufwand zu erreichen. Auch die Interaktion mit Kunden kann so schneller generiert werden. Social Media Marketing ist Empfehlungsmarketing. Es geht um Transparenz, Qualität und Bewertungen und um die eigene Reputation. Wir erleben täglich, wie Kunden diskutieren, recherchieren, abwägen und vergleichen. Das eigene Profil und die Online-Reputation müssen also für den Kunden, sowohl im Netz als auch in der pysischen Welt, einen positiven Eindruck hinterlassen. Besonders im Social Media Marketing ist der Kunde hinter dem Kunden von Bedeutung. Social Media bietet hervorragende Möglichkeiten zur Kundenbindung, Werbung, Informationsaustausch, aktive Interaktion mit Zielgruppen, Erhöhung der Marktpräsenz durch Erhöhung der Reichweite, individuelle Specials, Bewertungsmöglichkeiten, u.v.m. Online-Marketing ist keineswegs Zeitverschwendung. Es ist ein kosten- und zeitsparendes Instrument zur weltweiten Marktpräsenz und fruchtbarem Dialog. In meinem Fall, können meine Kunden mich auch dort live erleben und auf kurzen Wegen mit mir oder meinem Management Kontakt aufnehmen. Dabei bin ich ortsunabhängig. In meinem Business ein entscheidender Vorteil.

Handlungsbedarf in vielen Unternehmen

Hier sehe ich bei vielen Unternehmen noch Handlungsbedarf. Sie wirken in Teilen unnahbar auf ihre Kunden. Denken wir an typische Hotlines, bei dem der Kunde gefühlte Stunden Fragen beantworten oder Zahlenkombinationen eingeben muss, um am Ende zu hören, daß alle Leitungen belegt sind und man diesen Umstand natürlich zutiefst bedauert. Je komplexer die Informationsflut im Netz wird, desto unübersichtlicher wird sie. Umso mehr haben potentielle Kunden auch wieder das Bedürfnis, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, nach persönlicher Beratung.

Unternehmen der Zukunft!

Unsere Zukunft wird künftig tiefgreifende und radikale Umstrukturierungen erfahren. Und hierbei spielt das Feld der weiter zunehmenden Globalisierung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird es Verschiebungen von geopolitischen Machtverhältnissen geben, die wir heute schon deutlich spüren. Die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Mensch wird stark beeinflusst durch eine fehlgeleitete auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik, durch einen nicht nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen, durch  einer starken Revolution der digitalen Kommunikation und damit verbundenen Veränderungen von neuronalen Entwicklungen, sowie durch manipulativen Eingriffen in Bio- und Gentechnik. Hier liegen der gewinnbringende Nutzen und das Risiko für den Menschen sehr nah beieinander. Oder anders ausgedrückt, es wird immer mehr zu Spaltungen zwischen Systembefürwortern und Systemgegnern kommen.

Teamplayer und Marathonläufer

Unternehmen von Morgen müssen Teamplayer und Marathonläufer sein. Sie müssen bereit sein, sich mit Kunden zu verbünden, Konkurrenten zu Partnern zu machen und neue lockere Kooperationsmodelle einzugehen. Aber das alleine reicht nicht aus, um in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen. Es ist, wie ich Eingangs schon erwähnt habe, die Bereitschaft zur permanenten Veränderung. Auch wenn das bedeutet, sich von „bewährten“ Produkten oder Dienstleistungen und besonders festgefahrenen internen Abläufen, zu verabschieden. Echte Innovationen, ein dynamisches Auftreten, flexibles Reagieren auf das Marktgeschehen, die richtige Nutzung des Internets und mutige Entscheidungen, bringen dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg. Die erfolgreichsten Unternehmer/Unternehmen, haben auch die mutigsten Veränderungen gewagt. Der Unternehmer der Zukunft muss ein Visionär sein und strategisch zielfokussiert handeln. Verliert er sich im operativen Alltagsbusiness, wird er zum Getriebenen und findet sich im Spiel von Jäger und Sammler wieder.

Was Unternehmen heute lernen müssen!

Unternehmen müssen lernen, die mobilen und digitalen Möglichkeiten richtig zu nutzen und den Kunden in die Wertschöpfungskette mit einzubinden. Das gilt auch für den Mitarbeiter. Ihnen muss klar werden, das der Markt immer transparenter wird. In der Folge sind die Kunden und Mitarbeiter bestens informiert und entsprechend anspruchsvoll. Sie wollen mitreden und mit gestalten. Transparenz und Mitgestaltung bedeutet intern auch, in das eigene Personal zu investieren, um Aufgaben besser delegieren zu können. Der Produktionsprozess selbst muss in Zukunft individueller und maßgeschneiderter sein. Das heißt, lokale Vorlieben und personalisierte individuelle Produkte haben eine Zukunft. Zu beobachten sind solche Trends bereits in der Automobilbranche. Viele Hersteller verkaufen heute stark individualisierte Fahrzeuge. Land Rover etwa bietet auf seiner Online-Plattform überwiegend Grundkarosserie, bestehend aus Modell und Hubraum an. Alle anderen Komponenten eines Fahrzeuges, kann der Kunde selbst nach eigenen Wünschen konfigurieren. Was heute noch dem Premiumsegment vorbehalten ist, wird künftig Standart sein. Sicherlich ist es für viele Unternehmen auf der globalen Weltbühne heute noch effizienter, im Standardverfahren und vereinheitlichten Abläufen zu agieren; für den Future-Kunden aber dürfen solche Vorgänge künftig nicht mehr spürbar sein.

Gesundes Business im Wandel! Konsequenzen der neuen digitalen Zeit!

Im heutigen digitalen Zeitalter geht es auch um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sowie konkrete Lösungsansätze für individuelle aber auch gesamtwirtschaftliche Erfolge. Es ist wichtig, das Unternehmer und Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, sich ihrer Bedeutung auf der wirtschaftspolitischen Weltbühne und damit ihrer Verantwortung für Mensch, Umwelt und ihrer Ressourcen bewusst werden. Was zur Folge hat, mutig Entscheidungen zu treffen und Veränderungen angstfrei und aktiv zu gestalten. Ein Business, das ausschließlich auf betriebswirtschaftlichem Kostencontrolling, reinen politischen zumeist lobbyismusgesteuerten Entscheidungen beruht, reicht heute nicht mehr aus, um zukunftsfähig zu sein.

Der Hauptakteur des Business bleibt der Mensch in seinem Facettereichtum und unzähligen Fähigkeiten, die es wieder zu entdecken gilt. Es ist wichtig, Unternehmer und Unternehmen zusammenzuführen, Impulse zu setzen, gemeinsam neue kreative Ideen zu entwickeln, Lösungsansätze zu kreieren, neue Kontakte zu knüpfen, in den Dialog zu gehen und vieles mehr. Gemeinsam können wir alle einen positiven Einfluss auf das Weltgeschehen im Großen wie im Kleinen nehmen. Wir dürfen nicht übersehen, daß sich der Mensch bei allen Vorzügen der Digitalisierung, zeitgleich durch diese auch überflüssig macht. Dies führt zu Ängsten, Zweifeln, Blockaden und zu Motivationsverlust. Einer der größten Umsatz- und Erfolgsbremsen.

Wie passen Erfolg und Glück zusammen? Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Der Mensch muss sich mit seinem Unternehmen verbunden fühlen. Das ist heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Verbrannte Mitarbeiter bringen keine Leistung. Unternehmen kränkeln vor sich hin, der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel, neue Möglichkeiten und Perspektiven müssen geschaffen werden. Es kann nicht sein, daß Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen, durchs Raster fallen, krank werden und sich mitunter aufgeben, weil sie jeden Glauben in sich und ihre Fähigkeiten verlieren und Unternehmen der Meinung sind, das chronische Anpassungsmechanismen in Form von Entlassungswellen eine positive Wendung bringen. Wenn dein Schiff sinkt, macht es keinen Sinn, verzweifelt das eindringende Wasser heraus zu schaufeln. Da schaufelst du bis zum Grund.

Ein gesunder Mensch bedeutet auch ein gesundes Unternehmen, Kreativität, Innovation und Vitalität. Strategische Unternehmensführung betrifft heute weitaus komplexere Themen. Es geht nicht mehr nur um betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn dieser technologisiert wird, bleibt der Mensch ein lebendiges Wesen mit Emotionen, einzigartigen Fähigkeiten aber auch Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln. Es wird übersehen, daß Unternehmen und Mensch, eine Einheit bilden, die gut miteinander agieren müssen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig gesundheitsfördernde und gesundheitserhaltende Maßnahmen sind, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Unsere Gesundheit und Stabilität sind die wertvollsten Ressourcen, die wir in uns tragen. Sie sind unser persönlicher Erfolgsfaktor. Unternehmenserfolg und persönliche Gesundheit setzen das Verständnis eines vielschichtigen Themenkomplexes voraus, mit dem ich mich seit vielen Jahren intensiv beschäftige und Unternehmen begleite. Erfolg setzt sich heute aus der Verbindung von mentalpsychologischen und physiologischen Eigenschaften des Menschen und seiner Handlungs- und Veränderungsbereitschaft zusammen. Nichts verändert sich, ausser wir verändern uns. Wir haben zwei Möglichkeiten, das System in dem wir leben, zu bekämpfen oder einen positiven Umgang mit diesem System zu finden und darin einen Raum, in dem wir erfolgreich, glücklich und gesund sein können. Ich zeige den Menschen, wie sie Ängste, Unsicherheiten und Zweifel abbauen und wie Veränderung funktioniert.

Mir ist das in den letzten Jahren sehr gelungen. Ich bin glücklich und erfolgreich mit dem was ich tue. Das war nicht immer so. Wer mich kennt, weiß, daß ich zweimal der Tod von der Schippe gesprungen und einmal dem Rollstuhl nur knapp entkommen bin. In dieser Zeit habe ich Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf die Welt und mein damaliges Angestelltendasein, verändert haben. Die Ärzte gaben mich damals auf. Ich mich selber aber nie. Und das macht den Unterschied. Ich bin immer wieder aufgestanden, wenn ich gefallen bin. Ich habe an mich geglaubt, während andere zweifelten. Ich habe weiter gemacht, wo andere aufgaben. Ich habe so immer wieder Veränderungen vorgenommen und mein Ziel stets vor Augen gehalten.

Was mich antreibt, ist neben dem Wunsch nach Freiheit und mich selbst ausleben zu können, vor allem der Wunsch, den Menschen etwas zurück zugeben, das mir zuteil wurde, neue Impulse zu setzen, ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Arbeitsmarkt, wie wir ihn heute kennen, wird es künftig so nicht mehr geben. Ich bin überzeugt davon, das alle Menschen und Unternehmer langfristig erfolgreich sein können, wenn sie bereit dazu sind, neue alternative Wege zu gehen. Ich zeige ihnen, wie Veränderung funktioniert und Ängste, Unsicherheiten und Zweifel erfolgreich abgebaut werden können.

Seit vielen Jahren engagiere ich mich für schlechter gestellte Menschen weltweit, das Elend ist kaum zu ertragen. Wenn wir unser Kapital richtig einsetzen, bedeutet das nicht nur Reichtum und die Erfüllung von persönlichen Träumen. Vielmehr bedeutet es Investition in Bildung, in Frieden, in gesunde Ernährung, in den Erhalt der Natur. Ich sehe es als meine Pflicht, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen auf das Weltgeschehen und nachfolgenden Generationen eine Welt mit zahlreichen Perspektiven und alternativen Möglichkeiten zu hinterlassen. Jeder Mensch hat das Recht auf Glück, Freiheit, Gesundheit und Erfolg!

Bei allen Unsicherheiten, die Veränderungen mit sich bringen, bei allem was wir tun, sollten wir bedenken, daß wir eines Tages auf unser Leben zurückblicken werden… Was wollen wir dann sehen?

Ich möchte in Liebe, Demut und tiefer Dankbarkeit auf ein bewegtes, aber sehr erfülltes und buntes Leben zurück schauen. Ich sehe eine weise Frau, die stolz ist auf Ihr Lebenswerk, mit einem unerschütterlichen Optimismus, die über sich selbst lachen kann, mit silber glänzenden Haaren, einem zufriedenen verschmitztem Lächeln, einer sportlichen Dynamik und tiefer Gelassenheit. Ich stehe etwas ruhiger geworden, immer noch mitten im Leben und erzähle augenzwinkernd Jüngeren meine Anekdoten. Denn jede einzelne Falte in meinem Gesicht, die vermutlich deutlich mehr geworden sind als heute schon vorhanden, hat eine Geschichte zu erzählen. Ich bin neugierig geblieben und schaue gespannt auf das erfolgreiche Agieren nachfolgender Generationen.

Dankbar bin ich heute schon für die Erfahrungen, die ich machen durfte und die Menschen in meinem Leben beruflich wie privat. Nicht zu vergessen, gilt mein tiefer Dank meinen schärfsten Kritikern, Beratern und Freunden zugleich: meinen Eltern und Geschwistern, die mit meinem Leben nicht immer einverstanden waren oder sind, mich aber in allen meinen Vorhaben immer unterstützten. Ein Baum der einmal Früchte tragen soll, braucht starke Wurzeln. Das Fundament für persönliches Wachstum.

Auszug aus dem Interview zum Niedersächsischen Wirtschafts-Workspace "Auf ein Wort mit Gabi Stratmann", durchgeführt von Katharina Stapel (Der neue Manager). Herzlichen Dank!


Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Was geschieht, wenn das Stammhirn dem Großhirn dazwischenfunkt.

Unser uraltes instinktives Selbsterhaltungsprogramm sorgt naturgegebener maßen dafür, daß wir mit Aggression und Kampf auf unsere vermeintlichen Feinde reagieren. Wenn Sie jetzt denken, daß wir doch längst die Vorraussetzungen eines zivilisierten und humanen Wesens mitbringen, haben Sie natürlich Recht. Dennoch überlagert, besonders in Stresssituationen, unser Stammhirn jene Gesinnung, aus der unsere Handlungen entstehen. Der älteste Teil unseres Gehirns - der Hirnstamm (Stammhirn) - hat sich im Laufe der Evolution schon vor ca. 500 Millionen Jahren entwickelt. Sie kennen den Ausdruck Stammhirn möglicherweise auch als „Reptilien- oder Krokodilhirn“. Diese Bezeichnung resultiert daher, das bei niederen Wirbeltieren wie eben Reptilien, das Stammhirn fast das gesamte Gehirn umfasst.

Im Laufe der Evolution entwickelten sich in unserem menschlichen System neue Gehirnareale, die die Regie, anstelle des Stammhirns hätten übernehmen sollen. Hier entsteht ein Konflikt, da sich das Stammhirn nicht so recht zurückhalten will. Es mischt sich in vielen Situationen unentwegt ein.

Was sind die Gründe hierfür und woran liegt das?

Das Stammhirn bedient sich munter unserer Programme; es repräsentiert genetisch vorbestimmte Verhaltensweisen, die der Arterhaltung und dem Überleben jedes Einzelnen dienen. Man kann es vergleichen mit einer Art Kontrollzentrum für unbewusste, gefühllose und roboterähnliche Programme, die eher einem Reptilienverhalten ähneln. (Anmerkung: heute sprechen wir im Rahmen der Digitalisierung, auch über „lernfähige“ Technik und Kontrollmechanismen, denen versucht wird, Gefühl einzuhauchen.) In bestimmten Stresssituationen übernimmt das alte Stammhirn die absolute Kontrolle über uns, in deren Folge alle anderen Bereiche gelähmt, quasi heruntergefahren werden. Unsere mentale Einstellung und unser Verhalten geraten immer dann unter den Einfluss unserer uralten Instinktareale im Gehirn, wenn unser den Gefühlen zugeordnetes limbisches System, welches sich im Zwischenhirn befindet, und unsere evolutionäre noch junge, mit bewussten Denkvorgängen verbundene Großhirnrinde, in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden. Beispielsweise durch Stress, Krankheit, Depressionen, Müdigkeit, Alkohol, Substanzen, Ängste, Panik, übermäßige Verliebtheit oder einer festen Überzeugung, eines starken Glaubens in Form von Einbildung.

Wie entsteht nun der Konflikt?

Unser Stammhirn kann kein Update durchführen. In unserer heutigen Zeit sind viele Dinge, die wir als Bedrohung empfinden, etwa Existenzsorgen, politische Entwicklungen, ein aufwühlender Film, Steuerlasten, etc., für unser Stammhirn nicht mehr greifbar. Unser archaischer Hirnstamm hat für solche Situationen keine sinnvollen Lösungsansätze. Denn es gibt keinen sichtbaren Feind, der bekämpft werden könnte; vor dem wir folglich auch nicht davonlaufen können. Unser ältester Gehirnstamm ist nicht in der Lage zu erkennen, daß die Bedrohungen unserer Zeit, überwiegend auf der mentalen Ebene stattfinden.

Die Sache mit der Erblast - das Vermächtnis

An dieser Stelle falle ich gleich einmal mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus: Die Anwesenheit einer starken Dominanz unseres Stammhirns, können wir wunderbar an verschiedenen Signalen erkennen; beispielhaft seien hier einige genannt, wie Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Argwohn, Selbstsucht, Gefühllosigkeit, Starrheit, Hartnäckigkeit, Isoliertheit, Intoleranz, Aggressivität, Gewaltbereitschaft, fehlende Fürsorglichkeit, kurzfristiges Nutzdenken, Oberflächlichkeit, Opportunismus, Eitelkeit, Suchtverhalten, psychopathisches Auftreten, Eifersucht, etc.. Auch ritualisierte Verhaltensmuster fallen unter die Regie des alten Gehirnteiles.

Befindet sich ein Mensch unter der Kontrolle seines Stammhirns, gibt sich dieser ausschließlich mit geordneten Verhältnissen zufrieden; er liebt Vorschriften. Er neigt zur Wissbegierigkeit und übernimmt gerne das Kommando. Er möchte Befehle erteilen, Autoritäten schnell erkennen und selbst eine sein. Er definiert sich über Status- oder Rangsymbole, wie Titel, ein großes Auto, Kleidung, Accessoires, ein großes Büro, ein großes Haus, etc. Da der Stammhirn-Typ ausschließlich mit der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse beschäftigt ist, ist dieser von dem politischen Geschehen der heutigen Zeit, am besten beeinflussbar oder gar beherrschbar.

Dieser Hirntyp denkt in der Regel nicht zukunftsorientiert. Dadurch ist er einfach zu steuern, da alles außerhalb seines eigenen „Universums“, Nebensache für ihn ist. Auf furchteinflössende Situationen reagiert dieser Typ unmittelbar. Ein Angriffspunkt für Machthaber und Lobbyisten. Die Eigenschaften unseres Stammhirns machen uns anfällig für Manipulationen und Einflüssen von Machthabern. Unser Gehirn greift beispielsweise bei der medialen „Dauerdarstellung“ von Wirtschaftskrisen, Mangel-Illusionen oder Kriegen auf das Stammhirn zurück und wird dadurch unbewusst in eine Dauerangst hineinversetzt. Je mehr unser Stammhirn uns unter Kontrolle hat, desto anfälliger für Negativreize, beispielsweise in Form von manipulativen Machtspielen, sind wir.

Unser Stammhirn ist ein schlechter Schüler, es tut sich sehr schwer mit neuen, ihm unbekannten Situationen, fertig zu werden. Das lässt sich gut in unserem gegenwärtigen Alltag beobachten, wenn dramatische Meldungen in den Medien ihren Lauf nehmen und alternative Fakten und Emotionen die Realität verdrängen. Denn das Stammhirn ist nicht in der Lage, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Den berühmten inneren Schweinehund besiegen 

Im Laufe der Evolution hat sich ein Gehirnteil entwickelt, das beispielsweise für den Mut Neues auszuprobieren, für die Risikobereitschaft und Experimentierfreudigkeit, für die Fähigkeit Abzuwägen oder für gemischte Gefühle anstelle von Schwarzmalerei, zuständig ist. Der präfrontale Cortex - ein „modernes“ Stirnhirn. Unsere moderne Welt zwingt uns beinahe dazu, uns mit Statussymbolen zu schmücken. Wir präsentieren mit ihnen unsere persönliche, ich möchte sagen „momentane Wichtigkeit" unseres eigenen Egos, welches wir gerne befriedigt wissen möchten. Ein ganz typischer Ausdruck unseres Stammhirns, das sich immer dann äußert, wenn wir uns in unseren Ansprüchen bedroht fühlen.

„Je grösser dein Ehrgeiz und deine Vermessenheit werden, umso grösser wird deine Angst, dass dich jemand daran hindern könnte, deine Ziele zu erreichen.“ (Gabi Stratmann)

Was geschieht nun, wenn wir uns ausschließlich auf das Spiel unserer Programme einlassen? 

Wir geraten schneller in eine aggressivere Grundhaltung. Wir reagieren auf negative Einflüsse und Gräueltaten sehr emotional, mit einer Mischung aus Wut, Aggression und mitunter auch Hass. Wenn wir die Verursacher solcher Gräueltaten dann erkennen, verstärkt sich dieser Zustand in konzentrierter Form in uns. Genau an dieser Stelle, setzt unser „Autopilot“ ein. Denn diese reflektorischen Prozesse gehören unserem uralten und veralteten Grundmechanismus des Stammhirns an. Zu jener Zeit war dieses Überlebensprogramm zur Arterhaltung notwenig. Wir nutzen die bahnbrechende Erneuerung beziehungsweise Erweiterung unseres Gehirns, den Neocortex - die Großhirnrinde, zu wenig. Dabei bietet er uns die physische Voraussetzung, um allen manipulativen Machtgehabe, auch der Selbstmanipulation erfolgreich zu begegnen.

Wenn wir lernen, von dieser Großhirnfunktion zeitnah Gebrauch zu machen, werden sich unsere Reaktionen auf negative Einflüsse neutralisieren. Schaffen wir es, diese alternative Option bewusst in Anspruch zu nehmen, ändert sich unsere Wahrnehmung und der Blickwinkel auf verschiedene Situationen. Was nicht bedeutet, daß uns negative Erlebnisse kalt lassen; vielmehr lassen wir nicht mehr zu, daß wir in einer emotionalen „Säugetierhaltung“ verharren und die Kontrolle über unser reflektiertes Handeln an unser Stammhirn abgeben.

Und dann ist da noch die Sache mit der Erkenntnis

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Solange wir im Dunkeln tappen, wohl kaum. Je mehr Wahrheiten ans Tageslicht kommen, desto mehr werden auch die Verursacher kollektiven Machtmissbrauchs sichtbar. Überlassen wir an dieser Stelle, unserem Stammhirn die Regie, würde jede weitere Entwicklung auf der Welt verhindert werden. Mehr noch brächte es neues Leid in Form von Kriegen, politischen Anfeindungen, Rückbau von Demokratie, Finanzkrisen, etc. Das alt einhergebrachte Spiel von "Schuld und Sühne" würde weiter gehen.

Wenn wir bisher mit Autopilot geflogen sind, sollten wir uns bewusst machen, daß wir in der Lage sind, selbst zu fliegen. Wenn wir aufhören, unseren freien Willen nur rudimentär zu nutzen und uns aus unseren Programmierungen entsprechend befreien, werden wir lernen, tatsächlich aus uns selbst heraus zu handeln.

Unsere innere Haltung entscheidet über unsere Freiheit und/oder Unfreiheit.

Gabi Stratmann