Digital Change! Auf ein Wort mit Gabi Stratmann

Digital Change – Wenn sich alles verändert! 

Wenn die Digitalisierung den Menschen überflüssig macht!
Auf ein Wort mit Gabi Stratmann


Was brauchen heute Unternehmen, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

"Unternehmen müssen groß denken und die Welt verändern. Sie müssen künftig exakt wissen, was den Kunden interessiert, Erlebniswerte schaffen, flexible Kooperationen anstreben und Veränderungen zum Normalzustand werden lassen. Das heißt auch, sich von dem typisch deutschen Sicherheitsdenken zu verabschieden.

Besonders wir Deutschen optimieren in viel zu kleinen Schritten, eher vorsichtig und abwartend. Was uns vor 60 Jahren weit gebracht hat, wird künftig nicht mehr ausreichen. Schauen wir uns kurz die markanten Eckpunkte der Welt AG an, in der wir uns täglich aufhalten; da sind höhere Lebensstandards, Teilrückgang von Armut, vollständige Integration der Weltwirtschaft – beispielsweise können wir heute ein neues Verhältnis von Arbeit, Kapital, Rohstoffen und Nationalstaaten beobachten. Die historische Rangfolge des Bruttoinlandsproduktes hat sich verschoben. Auch ein spürbarer relativer Niedergang der USA und der EU, beeinflussen unsere Wahrnehmung und lassen den Wunsch nach Veränderung laut werden. Falsche Anreize in der Wirtschaft, neue Herausforderungen in der Verhaltens – und Neuropsychologie, Ungleichheiten durch Konzentration auf Reichtum einzelner Schichten, Ausbau von Molekular- und Nanotechnologien, Transformation der Produktionsfaktoren im Hochgeschwindigkeits- und Hochfrequenzhandel der Digitalisierung, Robosourcing wie künstliche Intelligenzen, usw. nehmen starken Einfluss auf den Wandel des Arbeitsmarktes und des Konsumverhaltens. Der Konsum der Verbraucher steht heute im Verhältnis zu Glück, Wohlstand und Wohlbefinden.

Wer also langfristig erfolgreich sein möchte, muss neben einer optimalen Positionierung und Vermarktung, auch dazu bereit sein, sich selbst immer wieder neu zu hinterfragen und zu reflektieren sowie im Bedarfsfall sein gewinnbringendstes Businesskonzept oder erfolgreichstes Produkt „aufzugeben“ oder gar zu zerstören. Unternehmen in Deutschland halten angesichts der rasanten Veränderungen, zu starr an „alt Bewährtem“ fest. Das ist heute eine gefährliche Erfolgsbremse."


Online, Offline, Allein – Buchhändler versus Amazon! Besonders der Einzelhandel ist betroffen. Zerstören Digitalisierung und zahlreiche Online-Möglichkeiten den Handel?

"Nein. Sicher, die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit, aber auch entscheidende Vorteile: etwa Kostenreduzierung, höhere Flexibilität, intensivere Globalisierung, größere grenzüberschreitende Investitionen, größere Handelsströme, Befriedigung der Ansprüche jüngerer Generationen, etc.

Besonders der Einzelhandel steht seit nunmehr 20 Jahren im ständigen Wandel. Die eigentlichen Herausforderungen stehen im Zusammenhang mit dem veränderten Konsumverhalten der Verbraucher. Ansprüche und Bedürfnisse verändern sich fortschreitend mit den Online-Möglichkeiten. Hier ist es fundamental, daß der Handel sein Retail in Abhängigkeit mit seinem Produkt, regelrecht revolutioniert. Hierfür sind Kreativität und  Risikobereitschaft gefragt. Bisher ausschließlich stationäre Händler repräsentieren ihre Produkte mittlerweile auch auf verschiedenen Online-Plattformen und umgekehrt. Zalando etwa bedient jüngst auch stationäre Shops.

Denken wir an die ersten SB-Märkte in den 1950er Jahren. Der Kunde bekam erstmalig eine Produktkompetenz, indem er seine Produktauswahl erstmals selbst wählen konnte. Für den Konsumenten heute ist das selbstverständlich. Der Möbelgigant IKEA beispielsweise setzt seit vielen Jahren auf dieses Erfolgskonzept. Der Kunde entscheidet eigenverantwortlich, online wie offline, selbst über seinen kompletten Einkauf. Das betrifft sowohl die Auswahl der Möbel, die Art der Lieferung, den Aufbau, die Reparatur, die Entsorgung der Altmöbel, etc.. Selbst die Zahlungsmodalität bestimmt der Kunde. Das Unternehmen geht lediglich auf die individuellen Bedürfnisse ein.

Bevor der Kunde heute feste Verkaufsflächen betritt, kann er sich online umfassend informieren und vergleichen. Mit diesem Informationsstand verkürzt er seinen unmittelbaren Aufenthalt im Laden. Marc’o Polo kehrt dieses „Problem“ um, indem sie ihren Kunden beispielsweise die Möglichkeit bieten, die persönliche Kollektion online zusammenzustellen und diese in einen für ihn gut zu erreichenden Store liefern zu lassen. Dort kann er dann bequem und in Ruhe, die Kleidung anprobieren und sich persönlich beraten lassen. Die Stores solcher Trendmarken sind heute sehr ansprechend gestaltet. Dem Kunden wird durch das Ambiente der „guten alten Stube“ regelrecht ein Gefühl von Wohnzimmeratmosphäre vermittelt. Diese Stores wirken gemütlich und einladend. Zudem bieten viele solcher Anbieter mittlerweile auch „Café-Lounges“ in ihren Läden. Der Kunde ist als Gast willkommen, was ihn länger im Laden hält. Ganz ohne Kaufzwang. Passé sind hier sterile, mit kaltem Licht versehene Einkaufshallen.

Um auf den Buchhandel zurückzukommen; ich bin der Meinung, daß in unserer heutigen Wissensgesellschaft, die Zukunft den Büchern gehört. In beiden Varianten, also Print und Digital. Das E-Book hat das Buch in das digitale Zeitalter und den kriselnden Buchmarkt selbst in eine erfolgreiche Zukunft katapultiert. Das E-Book fördert durchaus eine völlig neue Lesekultur und macht Bücher auch bei neuen vor allem jüngeren Leserschichten beliebt. Auch Studenten profitieren von diesen Online-Angeboten. Studienliteratur beispielsweise ist heute in Teilen mit Scanner-Codes versehen, so daß der Studierende rund um die Uhr, an jedem Ort Online-Zugang zu seinem Lernmaterial hat. Vor wenigen Jahren standen besonders die Deutschen dem E-Book sehr kritisch gegenüber. Heute erhöht sich der Umsatz dieser digitalen Literatur. Aber auch hier gilt, das der Verbraucher einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem klassischen Buch spüren möchte. Auch hier gibt es beide Käufertypen – der Classical-purchaser und der Trendy-purchaser. Beide Formate haben ihre jeweiligen Vorzüge und individuelle Zielgruppen.

Problematisch wird es erst, wenn sich das Kaufverhalten „umkehrt“. Also wenn der Kunde sich im Geschäft umfassend beraten lässt, Preise vergleicht und anschließend online kauft. Hier wird der Kunde in der Regel auf das preisgünstigere Produkt zurückgreifen und erfahrungsgemäß bei günstigeren Online-Discountern ordern, was dann für den einzelnen Händler zum kostspieligen Problem werden kann. Denn der Kunde ist heute ein komplexer Käufer, der nicht nur online oder nur offline kauft. Er ist vielmehr ein Hybrid, der auf ganz neuen Wegen vom Einzelhandel erreicht werden muss."


Wie profitiert der Einzelhandel von der Digitalisierung?

"Indem der Handel einen qualitativen und deutlich spürbaren Mehrwert für seine Kunden schafft.

Schauen wir uns zunächst die Komplexität der Digitalisierung insgesamt an. Alle Unternehmen, auch unabhängig des klassischen Einzelhandels, stehen heute vor anderen Herausforderungen, als zur Zeit nach den Kriegsjahren, wie beispielsweise Anschaffung  mobiler Geräte, permanentes Onlinesein, andere Interessennetzwerke, sich verändernde Staatsführungen, kulturelle, politische und soziale Ungleichgewichte, Transformation des Weltmarktes, Kooperationshandel in Form eines individuellen Kollektivismus, Wegfall von Wertschöpfungsketten, Veränderung des Finanzsektors, des Bildungswesens und des Journalismus (ich denke hier an „alternative Fakten“), Problematik von Big Data, wie Datenschutz, Komplexität, GPS, Anonymität, Gesichtserkennung, etc., politische Fragen und damit einhergehende digitale Spaltung, Online-Zugang auch in netzschwachen Regionen, neuronale Auswirkungen der Digitalisierung, wie Verhaltensänderungen, Anpassung, FaceTime – Facelifting, Infrastrukturen, wie Cloud-Computing, Digitale Ökosysteme, Digitale Silos, Cybersicherheit, etc.

Vorsichtiges Optimierungsverhalten, durch Anhaften von beinahe zwanghaftem Sicherheitsdenken, reichen angesichts der Komplexität nicht mehr aus. Das bereitet mir, in Gesprächen mit Unternehmen, etwas Sorge.

Besonders der Einzelhandel benötigt strategische und hochinnovative Ansätze auf verschiedensten Wegen, um den Hybrid-Kunden zu erreichen. Sowohl die Kommunikation als auch der Vertrieb müssen orts- und zeitunabhängig und endgerätefähig sein und den Kunden auf allen Vertriebswegen ein absolutes Shoppinghighlight bieten. Online- und Offline-Services, wie Bestellabwicklung, Reklamationen, Umtausch, Rechnungsabwicklung, etc. müssen gut miteinander vernetzt sein. Solche Services müssen unabhängig von der Art der Kaufabwicklung, im stationären Geschäft wie auch über online-Plattformen, bequem abgewickelt werden können.

Der Handel muss sich aufgrund sich verändernder Lebensstile, eines sich verändernden Arbeitsmarktes und sich ändernden Arbeitszeitmodellen, an den Bedürfnissen des Kunden anpassen. Und das so einfach wie möglich. Sogenannte Lebensmittel „To Go“ (früher Convenience) machen das bereits möglich. Auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg, schnell einen Kaffee, ein paar Lebensmittel besorgen. Wunderbar.

Da wir heute nicht mehr nur von reiner Beschaffung, was beim Online-Shop der Fall ist, sprechen können, müssen ähnlich eines Freizeitparks, regelrechte Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Der Kunde braucht neue Anreize, um den festen Shop aufzusuchen. Allzu lästig sind Stau, Parkplatzsuche, Parkgebühren, Knöllchen, Menschenmassen, usw. Nicht auszudenken, wenn dann das bevorzugte Geschäft gerade schließt oder das Lieblingsprodukt, kurz zuvor ausverkauft wurde. Fünf Minuten haben dann entschieden."


Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens?

"Was wir benötigen, ist die Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens. Die Servicewüste muss neu befruchtet werden, indem der Handel hervorragende online- und offline-Services, wie Umtauschmöglichkeiten, unkomplizierte Zahlungsabwicklungen, qualifizierte, erlebenswerte Beratungen, ein entspanntes, angenehmes Ambiente (Café-Lounge, Bar, Sitzecke), eine qualitativ gute Auswahl sowie die Möglichkeit, nicht vorhandene Ware vor Ort zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen, anbietet und mit Leidenschaft lebt."


Verschiebung von Marktanteilen?

"Deutsche Unternehmen müssen sich von ihren konservativen und stark zögerlichen Veränderungsmethoden verabschieden. Im internationalen Vergleich liegen wir im Mittelmaß. Andere Länder sind uns mit Innovationen im stationären Handel, weit voraus. Die Deutschen leiden an starker Preis-Sensibilität mit fatalen Auswirkungen. Bei Preiserhöhungen wechselt der deutsche Kunde schnell auf ein günstigeres Produkt oder bevorzugt einen Anbieterwechsel und sorgt so in erheblichen Maße für die Verschiebung von Marktanteilen und Sortimenten. Viele Unternehmen scheuen daher entsprechende Investitionen oder versuchen die Kosten für Innovationen auf Produktpreise umzuwälzen, häufig zu Lasten der Qualität. In der Folge kauft der Kunde nicht, er fühlt sich verraten. Auch inhabergeführte Unternehmensstrukturen stehen mitunter auf der Erfolgsbremse, da sie einer „neuen“ Zukunft oftmals kritisch und konservativ gegenüberstehen. Es sind häufig schwerfällige Apparate."


Veränderungen müssen also zur Lebensaufgabe werden ...

"Wer erfolgreich werden oder bleiben möchte, muss Veränderungen zur Lebensaufgabe machen. Neue digitale Möglichkeiten allein reichen nicht aus, der Handel muss sich neu erfinden und komplett umstrukturieren. In Zukunft zählen ausschließlich Erlebnischarakter, Mehrwert für jeden einzelnen Kunden, erhöhter Servicegedanke, Qualitätsbewusstsein und individuelle Bedürfnisse. Der Handel muss lernen zu flirten – er muss um die Gunst des Kunden, seines Gastes, in verliebter Manier buhlen."


Was ist mit dem Stellenwert von Social Media?

"Auch das Marketing hat sich mit der Digitalisierung und den zahlreichen Möglichkeiten des Internets in den vergangenen Jahren rasant verändert.

Es geht heute darum, mit der eigenen Qualität und Firmenpräsenz, dafür zu sorgen, daß der Kunde zum Unternehmen kommt. Ging man früher auf klassischen Vertriebswegen aktiv auf den Kunden zu, um einen Kaufabschluss zu generieren, geht der Kunde heute auf das Unternehmen zu. Die sozialen Netzwerke machen es dem Kunden einfach. Der Unternehmer hat heute die Möglichkeit, mit der richtigen Community und einer professionellen Positionierung, hohe Reichweiten, etwa durch Videos und/oder regelmäßigem Content, etc., mit relativ geringem Kostenaufwand zu erreichen. Auch die Interaktion mit Kunden kann so schneller generiert werden. Social Media Marketing ist Empfehlungsmarketing. Es geht um Transparenz, Qualität und Bewertungen und um die eigene Reputation. Wir erleben täglich, wie Kunden diskutieren, recherchieren, abwägen und vergleichen. Das eigene Profil und die Online-Reputation müssen also für den Kunden, sowohl im Netz als auch in der pysischen Welt, einen positiven Eindruck hinterlassen. Besonders im Social Media Marketing ist der Kunde hinter dem Kunden von Bedeutung. Social Media bietet hervorragende Möglichkeiten zur Kundenbindung, Werbung, Informationsaustausch, aktive Interaktion mit Zielgruppen, Erhöhung der Marktpräsenz durch Erhöhung der Reichweite, individuelle Specials, Bewertungsmöglichkeiten, u.v.m. Online-Marketing ist keineswegs Zeitverschwendung. Es ist ein kosten- und zeitsparendes Instrument zur weltweiten Marktpräsenz und fruchtbarem Dialog. In meinem Fall, können meine Kunden mich auch dort live erleben und auf kurzen Wegen mit mir oder meinem Management Kontakt aufnehmen. Dabei bin ich ortsunabhängig. In meinem Business ein entscheidender Vorteil.

Dem gegenüber stehen die zunehmende Kriminalität und Missbrauch im Netz. Die Frage nach dem Schutz für den Anwender, die Anwenderin stehen bis dato im Raum. Auch die unzureichende Infrastruktur des Netzausbaus in Deutschland."


Handlungsbedarf in vielen Unternehmen ...

"Hier sehe ich bei vielen Unternehmen noch Handlungsbedarf. Sie wirken in Teilen unnahbar auf ihre Kunden. Denken wir an typische Hotlines, bei dem der Kunde gefühlte Stunden Fragen beantworten oder Zahlenkombinationen eingeben muss, um am Ende zu hören, daß alle Leitungen belegt sind und man diesen Umstand natürlich zutiefst bedauert. Je komplexer die Informationsflut im Netz wird, desto unübersichtlicher wird sie. Umso mehr haben potentielle Kunden auch wieder das Bedürfnis, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, nach persönlicher Beratung. Dennoch hat die Coronapandemie gezeigt, dass Unternehmen, wenn sie wollen, durchaus imstande dazu sind, die Netze der Online-Welt sinnvoll zu nutzen. Die Zukunft wird Hybrid sein. Nicht nur im KFZ-Bereich oder im Schulunterricht. Wobei das Thema Schule ein eigenes Interview wert wäre."


Unternehmen der Zukunft!

"Unsere Zukunft wird auch künftig tiefgreifende und radikale Umstrukturierungen erfahren. Und hierbei spielt das Feld der weiter zunehmenden Globalisierung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird es Verschiebungen von geopolitischen Machtverhältnissen aufgrund des Klimawandels geben, die wir heute schon deutlich spüren. Die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Mensch wird stark beeinflusst durch eine fehlgeleitete auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik, durch einen nicht nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen, durch  einer starken Revolution der digitalen Kommunikation und damit verbundenen Veränderungen von neuronalen Entwicklungen, sowie durch manipulativen Eingriffen in Bio- und Gentechnik. Hier liegen der gewinnbringende Nutzen und das Risiko für den Menschen sehr nah beieinander. Oder anders ausgedrückt, es wird immer mehr zu Spaltungen zwischen Systembefürwortern und Systemgegnern kommen. Wie wir im Verlauf der Pandemie deutlich verfolgen konnten."


Teamplayer oder Marathonläufer ...

"Unternehmen von Morgen müssen Teamplayer und Marathonläufer sein. Sie müssen bereit sein, sich mit Kunden zu verbünden, Konkurrenten zu Partnern zu machen und neue lockere Kooperationsmodelle einzugehen. Aber das alleine reicht nicht aus, um in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen. Es ist, wie ich Eingangs schon erwähnt habe, die Bereitschaft zur permanenten Veränderung. Auch wenn das bedeutet, sich von „bewährten“ Produkten oder Dienstleistungen und besonders festgefahrenen internen Abläufen, zu verabschieden. Echte Innovationen, ein dynamisches Auftreten, flexibles Reagieren auf das Marktgeschehen, die richtige Nutzung des Internets und mutige Entscheidungen, bringen dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg. Die erfolgreichsten Unternehmer/Unternehmen, haben auch die mutigsten Veränderungen gewagt. Der Unternehmer der Zukunft muss ein Visionär sein und strategisch zielfokussiert handeln. Verliert er sich im operativen Alltagsbusiness, wird er zum Getriebenen und findet sich im Spiel von Jäger und Sammler wieder."


Was müssen Unternehmen heute lernen?

"Unternehmen müssen lernen, die mobilen und digitalen Möglichkeiten richtig zu nutzen und den Kunden in die Wertschöpfungskette mit einzubinden. Das gilt auch für den Mitarbeiter. Ihnen muss klar werden, das der Markt immer transparenter wird. In der Folge sind die Kunden und Mitarbeiter bestens informiert und entsprechend anspruchsvoll. Sie wollen mitreden und mit gestalten. Transparenz und Mitgestaltung bedeutet intern auch, in das eigene Personal zu investieren, um Aufgaben besser delegieren zu können. Der Produktionsprozess selbst muss in Zukunft individueller und maßgeschneiderter sein. Das heißt, lokale Vorlieben und personalisierte individuelle Produkte haben eine Zukunft. Zu beobachten sind solche Trends bereits in der Automobilbranche. Viele Hersteller verkaufen heute stark individualisierte Fahrzeuge. Land Rover etwa bietet auf seiner Online-Plattform überwiegend Grundkarosserie, bestehend aus Modell und Hubraum an. Alle anderen Komponenten eines Fahrzeuges, kann der Kunde selbst nach eigenen Wünschen konfigurieren. Was heute noch dem Premiumsegment vorbehalten ist, wird künftig Standart sein. Sicherlich ist es für viele Unternehmen auf der globalen Weltbühne heute noch effizienter, im Standardverfahren und vereinheitlichten Abläufen zu agieren; für den Future-Kunden aber dürfen solche Vorgänge künftig nicht mehr spürbar sein."


Gesundes Business im Wandel! Konsequenzen der neuen digitalen Zeit!

"Im heutigen digitalen Zeitalter geht es auch um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sowie konkrete Lösungsansätze für individuelle aber auch gesamtwirtschaftliche Erfolge. Es ist wichtig, das Unternehmer und Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, sich ihrer Bedeutung auf der wirtschaftspolitischen Weltbühne und damit ihrer Verantwortung für Mensch, Umwelt und ihrer Ressourcen bewusst werden. Was zur Folge hat, mutig Entscheidungen zu treffen und Veränderungen angstfrei und aktiv zu gestalten. Ein Business, das ausschließlich auf betriebswirtschaftlichem Kostencontrolling, reinen politischen zumeist lobbyismusgesteuerten Entscheidungen beruht, reicht heute nicht mehr aus, um zukunftsfähig zu sein.

Der Hauptakteur des Business bleibt der Mensch in seinem Facettereichtum und unzähligen Fähigkeiten, die es wieder zu entdecken gilt. Es ist wichtig, Unternehmer und Unternehmen zusammenzuführen, Impulse zu setzen, gemeinsam neue kreative Ideen zu entwickeln, Lösungsansätze zu kreieren, neue Kontakte zu knüpfen, in den Dialog zu gehen und vieles mehr. Gemeinsam können wir alle einen positiven Einfluss auf das Weltgeschehen im Großen wie im Kleinen nehmen. Wir dürfen nicht übersehen, daß sich der Mensch bei allen Vorzügen der Digitalisierung, zeitgleich durch diese auch überflüssig macht. Dies führt zu Ängsten, Zweifeln, Blockaden und zu Motivationsverlust. Einer der größten Umsatz- und Erfolgsbremsen."


Wie passen Erfolg und Glück zusammen? Verbundenheit mit dem Unternehmen.

"Der Mensch muss sich mit seinem Unternehmen verbunden fühlen. Das ist heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Verbrannte Mitarbeiter bringen keine Leistung. Unternehmen kränkeln vor sich hin, der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel, neue Möglichkeiten und Perspektiven müssen geschaffen werden. Es kann nicht sein, daß Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen, durchs Raster fallen, krank werden und sich mitunter aufgeben, weil sie jeden Glauben in sich und ihre Fähigkeiten verlieren und Unternehmen der Meinung sind, das chronische Anpassungsmechanismen in Form von Entlassungswellen eine positive Wendung bringen. Wenn dein Schiff sinkt, macht es keinen Sinn, verzweifelt das eindringende Wasser heraus zu schaufeln. Da schaufelst du bis zum Grund.

Ein gesunder Mensch bedeutet auch ein gesundes Unternehmen, Kreativität, Innovation und Vitalität. Strategische Unternehmensführung betrifft heute weitaus komplexere Themen. Es geht nicht mehr nur um betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn dieser technologisiert wird, bleibt der Mensch ein lebendiges Wesen mit Emotionen, einzigartigen Fähigkeiten aber auch Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln. Es wird übersehen, daß Unternehmen und Mensch, eine Einheit bilden, die gut miteinander agieren müssen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig gesundheitsfördernde und gesundheitserhaltende Maßnahmen sind, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Unsere Gesundheit und Stabilität sind die wertvollsten Ressourcen, die wir in uns tragen. Sie sind unser persönlicher Erfolgsfaktor. Unternehmenserfolg und persönliche Gesundheit setzen das Verständnis eines vielschichtigen Themenkomplexes voraus, mit dem ich mich seit vielen Jahren intensiv beschäftige und Unternehmen begleite. Erfolg setzt sich heute aus der Verbindung von mentalpsychologischen und physiologischen Eigenschaften des Menschen und seiner Handlungs- und Veränderungsbereitschaft zusammen. Nichts verändert sich, ausser wir verändern uns. Wir haben zwei Möglichkeiten, das System in dem wir leben, zu bekämpfen oder einen positiven Umgang mit diesem System zu finden und darin einen Raum, in dem wir erfolgreich, glücklich und gesund sein können. Ich zeige den Menschen, wie sie Ängste, Unsicherheiten und Zweifel abbauen und wie Veränderung funktioniert.

Mir ist das in den letzten Jahren sehr gelungen. Ich bin glücklich und erfolgreich mit dem was ich tue. Das war nicht immer so. Wer mich kennt, weiß, daß ich zweimal der Tod von der Schippe gesprungen und einmal dem Rollstuhl nur knapp entkommen bin. In dieser Zeit habe ich Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf die Welt und mein damaliges Angestelltendasein, verändert haben. Die Ärzte gaben mich damals auf. Ich mich selber aber nie. Und das macht den Unterschied. Ich bin immer wieder aufgestanden, wenn ich gefallen bin. Ich habe an mich geglaubt, während andere zweifelten. Ich habe weiter gemacht, wo andere aufgaben. Ich habe so immer wieder Veränderungen vorgenommen und mein Ziel stets vor Augen gehalten.

Was mich antreibt, ist neben dem Wunsch nach Freiheit und mich selbst ausleben zu können, vor allem der Wunsch, den Menschen etwas zurück zugeben, das mir zuteil wurde, neue Impulse zu setzen, ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Arbeitsmarkt, wie wir ihn heute kennen, wird es künftig so nicht mehr geben. Ich bin überzeugt davon, das alle Menschen und Unternehmer langfristig erfolgreich sein können, wenn sie bereit dazu sind, neue alternative Wege zu gehen. Ich zeige ihnen, wie Veränderung funktioniert und Ängste, Unsicherheiten und Zweifel erfolgreich abgebaut werden können.

Seit vielen Jahren engagiere ich mich für schlechter gestellte Menschen weltweit, das Elend ist kaum zu ertragen. Wenn wir unser Kapital richtig einsetzen, bedeutet das nicht nur Reichtum und die Erfüllung von persönlichen Träumen. Vielmehr bedeutet es Investition in Bildung, in Frieden, in gesunde Ernährung, in den Erhalt der Natur. Ich sehe es als meine Pflicht, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen auf das Weltgeschehen und nachfolgenden Generationen eine Welt mit zahlreichen Perspektiven und alternativen Möglichkeiten zu hinterlassen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Glück, Freiheit, Gesundheit und Erfolg!"


Bei allen Unsicherheiten, die Veränderungen mit sich bringen, bei allem was wir tun, sollten wir bedenken, daß wir eines Tages auf unser Leben zurückblicken werden… Was wollen Sie dann sehen?

"Ich möchte in Liebe, Demut und tiefer Dankbarkeit auf mein Lebenswerk zurückschauen sowie neugierig und gespannt auf das erfolgreiche Agieren nachfolgender Generationen schauen.

Dankbar bin ich heute schon für die Erfahrungen, die ich machen durfte, auch wenn ich auf so manche gerne verzichtet hätte sowie die Menschen in meinem Leben beruflich wie privat. Für jene, die da waren, für alle, die da sind.

Im Leben gibt es immer Höhen und Tiefen, selten verläuft unser Leben statisch. Rückschläge sind mitunter nur schwer zu ertragen. Ich kann ein Lied davon singen. Irgendwie bin ich ein "Stehaufmännchen". Aber genau hier ist es enorm wichtig, sich daran zu erinnern, wer wir eigentlich sind, an welcher Stelle wir möglicherweise falsch abgebogen sind, wo wir ein Stückchen weit zu viel vertraut haben, usw. Aber eines ist besonders in schwierigen Lebensphasen wichtig; sich darauf zu besinnen, wo wir unsere Wurzeln haben, wo wir herkommen. Sich die Frage zu stellen, was habe ich mitbekommen, was davon ist heute noch oder wieder stimmig für mich. Wer auf dem "Höhepunkt" seines Lebens vergessen hat, welchen Weg er selbst zurückgelegt hat, hat die Nächstenliebe abgelegt. Mir fehlen in vielen Dialogen und Selbstdarstellungen eben jene ehrlichen Informationen darüber, wie schwierig manche Situationen wirklich waren. Stattdessen wird mir zu viel im reinen Fanatismus schön geredet. Ein Mensch, der am Boden liegt, kann diese Situation nicht wirklich schön finden. Stellen Sie sich einmal vor, Sie drohen zu ertrinken. Die Wasserwacht ruft Ihnen zu, Sie müssen sich schon selbst retten, es kommt niemand und holt Sie daraus. Das sind heute Totschlagargumente, mit denen vielfach um Erfolg geworben wird. Hier haben sich Menschen massiv selbst verloren. Wenn ich also eines Tages und gelegentlich mache ich das heute schon, auf mein Leben zurückschaue, möchte ich ohne schlechtes Gewissen jüngeren Generationen zeigen können, welchen Sinn die Steine, die allzu oft im Wege lagen, hatten und wie sie mit ihren Erfahrungen einen positiven Umgang pflegen können. Denn einen Fehler dürfen wir niemals begehen; verschiedene Zeiten mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen, zu vergleichen."

Ich sehe, es gibt viel zu tun für uns alle auf dieser Welt. Vielen Dank für das Gespräch.

Auszug aus dem Interview des Niedersächsischen Wirtschafts-Workspace “Auf ein Wort mit Gabi Stratmann“.


Inspiratio spiritus! Wie entsteht menschliche Produktivität?

Inspiratio spiritus

Vom willentlichen Verstand und ganzheitlicher Wahrnehmung. Wie entsteht menschliche Produktivität?

Kennst du dieses Gefühl, dass immer dann eintritt, wenn du in deiner Kreativität förmlich aufblühst; wenn du eine Art Eingebung erfährst auf Fragen oder Problemstellungen und du dich im Nachhinein fragst, wieso du nicht gleich auf exakt diese Idee gekommen bist? Nach der ersten Euphoriephase über deine Erkenntnis, legt sich der kurzfristig aufkeimende Tatendrang auch schon wieder. Denn irgendetwas kann doch nicht stimmen. Soll das jetzt tatsächlich die Lösung sein? Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Und viel zu einfach …

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich in jungen Jahren von meiner Lehrerin ermahnt wurde, ich sei eine Träumerin, wäre nie bei der Sache und überhaupt viel zu unaufmerksam. Ob ich ausreichend Schlaf bekäme, denn ich würde auf sie einen müden Eindruck erwecken. Was ich sie nicht anmerken ließ, war die Tatsache, daß ich in Wirklichkeit voller Aufmerksamkeit war. Ich hatte die berühmten sieben Sinne klar beieinander, mein Geist arbeitete messerscharf und ich beobachtete unseren Dialog aus einer Art Vogelperspektive. Dieser „Perspektivenwechsel“ geschah scheinbar immer dann, wenn ich gerade einmal wieder dabei war, für mich wichtiges von unwichtigem zu trennen. Ich befand mich in einem Zustand der erweiterten Wahrnehmung, einem Gefühl von Losgelöstsein und völliger Gedankenlosigkeit – was mir natürlich erst im späteren Erwachsenenalter rückblickend bewusst wurde. In der Forschung sprechen wir hier auch von „in der rechten Gehirnhälfte geprägten ganzheitlichen Zustand des Seins“.

In diesem Zustand sind wir in der Lage, den Fokus unserer Aufmerksamkeit neu zu setzen und so die „Perspektive“ zu wechseln. Wir erschaffen eine Art Hologramm, indem wir unsere Instanz vom Inneren auf das Aussen verlagern, so dass wir in der Lage sind, beides zeitgleich zu betrachten. Der Einfachheit halber, lässt sich dieser Zustand etwa mit „Vorsichhindösen“ oder einem „Dämmerzustand“ (Dämmerzustand ist in diesem Fall im übertragenden Sinne zu verstehen und nicht mit dem med.-psych. Dämmerzustand zu verwechseln) beschreiben. Ich erinnere mich an unzählige Fachsimpeleien meines Vaters. Es ging um verschiedene Problemstellungen, in denen niemand so recht wusste, wie die damit im Zusammenhang stehende Thematik und Aufgaben gelöst werden sollten. Ich saß einfach nur da und lauschte. Keine rechte Ahnung, wovon eigentlich die Rede war, lieferte ich ihnen die perfekte Lösung. Verblüfft schauten alle zu mir herüber. Dieses Phänomen sollte sich so lange wiederholen, bis ich anfing, mich als „Lösungsgeber“ zur Verfügung zu stellen. Fortan freute ich mich auf die Gespräche und war enttäuscht, keine Antworten mehr zu finden. Was geschehen ist? Ich bin meinem willentlichen Verstand zum „Opfer“ gefallen. Denn dieser hatte meine ganzheitliche Wahrnehmung verhindert.

 

Was bedeutet der Zustand der inneren Ruhe für uns und unsere Produktivität?

Neurologen sind heute in der Lage, den Zustand unseres Bewusstseins, also unsere Gehirnaktivitäten sichtbar zu machen. Wird ein Zustand mit ausgeprägten Alphawellen – also „Vorsichhindösen“ gemessen, befinden wir uns außerhalb des unmittelbaren Einflusses unseres Verstandes. Im normalen Tagesbewusstsein jedoch halten wir uns im sogenannten Beta-Bereich auf. Hier liegen unsere Hirnfrequenzen zwischen 38 und 15 Hz. Das heißt, unsere bewusste Aufmerksamkeit ist mit logischen, prüfenden, trennenden und denkenden Prozessen beschäftigt. Bei einem hohen Stresspegel, Angstzuständen, innerer Unruhe und Zweifeln oder permanenter innerer Kritik, befördern wir uns in eine hohe Beta-Frequenz.

Kommen wir hingegen zur Ruhe, sinken unsere Hirnfrequenzen in den Alphawellenbereich ab. Diese liegen zwischen 14 und 8 Hz. Im Alltag lassen wir Ruhe jedoch kaum noch zu. Aktuelle Entwicklungen des Weltgeschehens beschäftigen uns, eine dauerhafte Präsenz in den medialen Kanälen erhöhen mitunter unseren Stressfaktor, Existenzsorgen und Zukunftsängste lassen Viele am System zweifeln und geraten ins grübeln, etc. Individuelle persönliche Krisen haben immer dann eine traumatisierende Wirkung, wenn keine Lösungsmöglichkeiten erkennbar sind. In solchen schwierigen Situationen entwickelt sich dann irgendwann ein Moment, in dem der Betroffene das Gefühl hat, mit seinen Kräften am Ende zu sein. In Folge dessen gibt er auf und lässt los (nicht zu verwechseln mit Resignation). Das ist der Moment, in dem unser verletztes Ego unserem eigentlichen Sein die Regie überlässt. Wir beginnen zu „dösen“ und befinden uns, wie zuvor bereits erwähnt, außerhalb des unmittelbaren Einflusses unseres Verstandes. Wir treten ein, in ein durch uns geschaffenes Hologramm. Wir wechseln die „Perspektive“. In diesem Hologramm schauen wir uns quasi wie in einem 3D-Film selbst zu. Aus psychotherapeutsicher Sicht würde dieser Zustand, besonders in Lebenskrisen, mitunter als Realitätsflucht beschrieben. Sämtliche historischen wie aktuellen bahnbrechenden Ideen und Erfindungen erfolgten und erfolgen auch heute aus Eingebungen. Ich wurde für meine wertvollste Idee, die wie einige wissen aus einer Lebenskrise heraus entstanden ist und aus dem mein heutiges Wirken und meine Produkte resultieren, für den Wissenschaftspreis nominiert. Große Erfinder und Entdecker wie beispielsweise Albert Einstein, erfuhren ihre revolutionierenden Erfindungen in einem „vorsichhindösenden“ oder auch halbschlafähnlichen Zustand. Nämlich dann, wenn ihr Verstand sich zurückgezogen hatte und sie sich im Alphawellenbereich aufhielten.

Wille hebelt Verstand aus

Das unser Verstand unverzichtbar und wertvoll ist, wissen wir. Allerdings agiert dieser immer nur in seinen beziehungsweise durch uns selbst verursachten und festgelegten Grenzen. Unser Verstand erarbeitet zwar einzelne Bestandteile von Erfindungen, doch die zündende Idee, die Grundinspiration sowie übergeordnete Zuordnung kann nur durch unseren Geist vorgenommen werden. Die Basis der Arbeit unseres Verstandes basiert auf unseren Erfahrungen. Ebenso besteht die gesamte Forschung aus empirischer Erfahrungswissenschaft. Es werden Informationen gesammelt, im Labor oder auf dem Feld und systematisch verlaufend oder reproduzierbar untersucht. Doch geschieht dies im Prinzip auf den Grundstrukturen unseres Verstandes. Daher ist das Studium durch selektive Auswahlverfahren nicht jedem zugänglich. Doch zu echtem Fortschritt tragen empirische Erfindungen durch das Fehlen von „Einfachheit“, „Natürlichkeit“ und „Massenabwicklung“ so nicht wirklich bei.

Produktivität und echtes Potential für qualitativ hochwertige Innovationen kann nur entstehen, wenn zur Intelligenz des Verstandes auch die Intuition des Geistes aus unserem Hologramm des Alphawellenbereiches hinzu kommen. In halbschlafähnlichen Zuständen entrinnen wir der Dominanz unseres Verstandes, wechseln die Perspektive und betrachten die Dinge somit von oben.

 

Fazit

Solange unser Verstand willentlich ausgelegt ist, solange verhindert er unsere ganzheitliche Wahrnehmung. Tagträumen wir uns also unseren Erfolg und überlassen unserem Selbst das Zepter.

Denn in diesem Zustand sind wir offen, für echte Inspiration, unerwartete Einfälle und unzensierte Eingebungen. Der tatsächliche Ausgangspunkt für Kreativität, Produktivität und Erfolg.

Lerne, aus deiner inneren optimalen Haltung besonders in schwierigen Situationen zu agieren.
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Deine/ Ihre
Gabi C. Stratmann


Schöne neue Welt? Menschen kann man nicht besitzen

Schöne neue Welt?

Menschen kann man nicht besitzen

Wir kämen wesentlich weiter auf dieser Welt, wenn wir damit beginnen würden, den homo sapiens als das anzuerkennen, was er ist und ihn so zu lassen, wie er ist: Ein Mensch!

Wenn das einzig richtige nur noch das ist, was am Menschen selbst alles falsch ist, zerbricht diese Gesellschaft und damit eine gemeinschaftliche Zukunftsfähigkeit. 

Menschen haben Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse, die eine gewisse Art der Befriedigung, der Erfüllung bedürfen. Menschen wollen gestallten, wollen ernst genommen werden, wünschen Anerkennung ihrer Leistung, brauchen Halt und Orientierung, Liebe, Nähe, Geborgenheit, eine Hand die sie hält. 

Zuversicht treibt sie an. Der Glaube an eine bessere Welt offenbart den Zweifel an der Richtigkeit ihrer Aktivitäten. 

Vertrauen schenken Menschen immer im Voraus, täglich. Im Stundentakt aber wird genau das zunehmend missbraucht: ihr Vertrauen in den Nächsten, der den Profit in der Psyche des anderen für sich entdeckt hat. 

Der Mensch, der nur Mensch sein wollte wird  heute zunehmend psychisch regelrecht vergewaltigt. Indem ihm suggeriert wird, falsch zu sein; falsch in seiner Einstellung, falsch in seinen Glaubenssätzen, falsch in seinem Mindset, falsch in seinen Gefühlen, falsch in seinen Emotionen, falsch in seiner Wahrnehmung, falsch in seinen Entscheidungen, falsch in seinem Job, falsch in seiner Kleiderwahl, falsch in der Partnerwahl, falsch in der Beziehung, falsch in seinen Wünschen, falsch in seiner Ausdrucksfähigkeit, usw. 

Der Mensch begegnet sich längst nicht mehr auf Augenhöhe. Er beeinflusst sich gegenseitig durch diese neue perfide Art der Geringschätzung. Eine erschreckende Form versteckter Gewalt, der sich immer mehr bedienen unter dem Deckmantel pseudopsychologischer Ansätze. Dahinter verbergen sich nicht selten Machtansprüche und Besitzdenken. Eine uniformierte Welt, mit psychischen Klonen erschafft keine Zukunft. Sie zerstört Zukunft. 

Die Psyche des Menschen gehört zur Würde des Menschen. Sie sollte unangetastet bleiben. 

Erkrankungen, echte psychische Belastungen oder das Herbeiführen von Veränderungen braucht mehr, als kapitalistisches Machtstreben und manipulativer pseudowissenschaftlicher Mechanismen. 

Es darf die Frage gestellt werden, wie die Weltbevölkerung bis heute überlebt hat. Und warum es Menschen und ganze Bevölkerungsgruppen gibt, die mit sich, ihrem Wirken und ihrem Leben zufrieden sind. 

Angesichts des Selbstoptimierungswahnsinns - treffender wäre wohl der Wahnsinn zur Optimierung des Nächsten, müsste die Zufriedenheitsrate dem Nullpunkt gleichkommen. Wer ist nun unzufrieden? Der, der sich selbst hinterfragt und mit seinen Erfahrungen einen weisen Umgang pflegt oder derjenige, der den Drang verspürt „Gutes“ tun zu müssen, indem er seine Mitmenschen auf seine eigenen Bedürfnisse hin auszurichten bzw. folgenschwer umzupolen versucht.

Zweifelsohne realisiert die Weltbevölkerung allmählich die Folgen ihrer Aktivitäten auf dieser Welt. Eine bedrückende Realität, die kein sehr rühmliches Bild auf die Spezies Mensch wirft. Eine Veränderung des Lebenswandels muss erzeugt werden. Aber kann die Lösung ernsthaft darin zu finden sein, die Menschheit nach Belieben umzuprogrammieren; ein Reset auf Adam und Eva.  

Die Verunsicherungstaktik im Optimierungswahn des Menschen hat eine Lawine ins Rollen gebracht. Diese donnert unaufhaltsam zu Tal. Lawinen sind bekannt für ihre zerstörerische Kraft. Wer in eine Solche gerät, kommt selten unbeschadet heraus. 

Die Welt AG besteht immer noch aus homo sapiens. Menschen mit Gefühlen und Emotionen. Mit Bedürfnissen nach Gemeinschaft, Nähe, Liebe und Nächstenliebe. Ausgestattet mit Herz und Verstand, um diese Welt, die ihnen anvertraut wurde, im ökologischen Gleichgewicht lebensfreundlich zu gestalten und im friedvollen Miteinander auf ihr zu leben. 

Wir würden wesentlich weiter kommen auf dieser Welt, wenn wir den Mensch wieder Mensch sein liessen und diesen nicht länger als Aktie auf dem Businessparkett missbrauchen würden. 

Der Mensch ist zur Beute seiner Selbst geworden. 

Fazit

Ungesunde Beziehungsstrukturen nehmen erheblichen Einfluß auf den Selbstwert und die Psyche. Sowohl in privaten Beziehungen als auch im beruflichen Kontext zeigen übergriffige und toxische Mechanismen ihre Wirkung.

  • Woran erkenne ich unseriöse Mechanismen?
  • Wie kann ich mich aus ungesunden Beziehungskonstellationen lösen?
  • Wann ist ggf. eine Trennung erforderlich?
  • Wer sind die richtigen Ansprechpartner in Krisensituationen?
  • Wie setzte ich Grenzen und schaffe es, diese aufrecht zu erhalten?
  • Wie verhalte ich mich als Führungskraft?
  • Was mache ich als Mitarbeiter, wenn Übergriffigkeiten ihren Lauf nehmen?

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Gabi C. Stratmann


Climate change, changes everything!

Climate change, changes everything!

Die „Welt nach der Industrie“ war immer ein Teil meiner Themen. Wir sind nah‘ dran …

Das fundamentale Problem ist die Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen, wenn wir das Klima retten wollen. Es stellt sich im Grunde nur eine Frage, die wir mit einer neuen Klimapolitik verknüpfen müssen: 

Behandeln wir die Thematik des climate change als die Frage des Überlebens der Menschheit oder verbinden wir mit den aus meiner Sicht unzureichenden Plänen reinen Vollkapitalismus im Ausbau innovativer Business Strategien.

Es gilt Umweltfolgen zu reduzieren und verbliebene Ressourcen vernünftig zu managen.

Es geht also nicht nur um die Größe der Veränderungen in der Problemlösung verbunden mit dem Maximum an Gewinnstreben an sich, sondern um die Geschwindigkeit der Maßnahmen. Vorausgesetzt, wir setzen das Überleben der Menschheit in den Vordergrund allen Handelns.

Sozioökonomische, wirtschaftliche und politische Widerstände werden jedes Vorhaben kippen und die Klimakatastrophe verschärfen. Überdies wirken solche Mechanismen massiv auf die Gesellschaftsstruktur ein, dessen Lebensgrundlagen sich radikal verändern werden. Die Weltbevölkerung muss unter aktiver Beteiligung mit einbezogen werden, um die Klimaziele zu erreichen und Frieden zu wahren.

Neue Strategien, wie Transition Engineering sind notwendig, um die Welt vor der restlosen Zerstörung durch den Menschen zu schützen. Das Auferlegen von immer höheren Finanzierungsbedarfen, etwa der CO2-Besteuerung ohne grundlegende Veränderung weltweiter nachhaltiger und fairer Wirtschaftsmechanismen, sprich Ökonomie und Ökologie ins Gleichgewicht zu bringen, werden die Ziele verfehlen lassen. Fossile Brennstoffe, Entwaldung, Wassermanagement, Nahrungsmittelketten, Überbevölkerung, nicht bewohnbare Lebensräume, Wohlstandsverlust durch Arbeitslosigkeit, sind die zentralen Themen.

Wenn wir die Ziele der Agenda 21 ansatzweise erreichen wollen, müssen alle Staaten national denken, global handeln und zur gemeinschaftlichen internationalen Zusammenarbeit bereit sein.

Die Forderung nach mehr Umweltschutz ist nicht neu. Die UNO-Weltkonferenz für die menschliche Umwelt forderte den internationalen Ansatz bereits im Jahre 1972.

Was haben wir bis dato erreicht … eine Situation, die das Überleben auf diesem Planeten ernsthaft in Gefahr gebracht hat.

Climate change, changes everything!

Eine endliche Welt kann nur eine endliche Bevölkerung ernähren. Wenn wir gehen, hinterlassen wir ein Erbe aus Raubbau, Versandung, Pestiziden und Plastikmüll. Einen im wahrsten Sinne brennenden Planeten namens Erde.

Uns wurde das Leben auf Erden geschenkt, gewählt aber haben wir „Zerstörung und Tod“.

Es ist höchste Zeit, aus dem einseitigen Fanatismus auszusteigen und das Ökosystem mit seinen biologischen Strukturen und Zusammenhängen integral bis in jeden einzelnen „Haushalt“ verstehen zu lernen. Schnelle Ereignisse nehmen ihren Lauf durch eine viel zu langsame Politik und der Selbstgerechtigkeit einiger Bevölkerungsgruppen aus allen Gesellschaftsschichten und Bereichen. All das beeinflusst jeden Einzelnen und bewegt ihn zu mitunter abstrusen und vom Gesamtgeschehen entkoppelten Verhaltensmechanismen.

Der Mensch steht im Zentrum allen Handelns, wie der Kern eines Apfels. Der Kern überlebt ohne das Gehäuse. Das Gehäuse ohne Kern hat keine Überlebenschancen.

Eine vernünftige „Integrale Unternehmens- & Selbstführung“ spielen für unser aller Zukunft eine entscheidende Rolle. Ich berate dort, wo andere aufhören. Ich referiere über Themen, an die sich andere nicht herantrauen.

Philosophy for a better world braucht den strategischen und strukturellen Metablick um diese Welt. Nur wer die Zusammenhänge versteht, kann diese Welt verändern. Wer die umfassende Welthistorie kennt, kann Zukunft gestalten.

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Gabi C. Stratmann


Intakte Ökosysteme - 1. Die Wasserkrise

Mein Projekt: Down to Earth!

Intakte Ökosysteme - Teil 1. Die Wasserkrise

Wasser ist ein öffentliches Gut und zudem ein Menschenrecht.

Dennoch gibt es laut Maude Barlow (Autorin, ehem. UN-Beraterin für Wasserwirtschaft, Mitbegründerin des Blue Planet Project), kein wasserreiches Land auf der ganzen Welt, das keine Probleme hat. 

Schauen wir uns kurz zusammengefasst, ein paar Fakten an:

1. Verteilung des Wassers in der Welt:

Wasseranteil weltweit ca. 97,5 % über die Ozeane. Davon 2,5 % süßes Trinkwasser. 

Süßwasser befindet sich zu ca. 79 % in Eisdecken und Gletschern. Darin enthalten in etwa 20 % Grundwasser, von dem nur 1 % leicht zugängliches Oberflächenwasser ist.

Dieses wiederum setzt sich wie folgt zusammen:

  • 52 % Seen
  • 38 % Bodenfeuchte
  • 8 % Atmosphärischer Wasserdampf
  • 1 % Wasser in Lebewesen
  • 1 % Flüsse

Festzuhalten ist, daß leicht zugängliches Wasser eine knappe Ressource darstellt. Nur ein geringer Anteil des gesamten Wassers auf unserem Planeten ist unmittelbar als Trinkwasser für den Menschen geeignet. Der zunehmende Wasserverbrauch hat sich seit 1970 in etwa verdreifacht, bei einem jährlichen Bedarf von ca. 64 Mrd. Kubikmeter. 

2. Extreme Dürre- und Hitzeperioden, die den Wasservorrat beeinflussen:

1983 - 1985
Dürren in Äthiopien, Eritrea und Sudan. 450000 Menschen erleiden den Tod durch Verdursten.

1990
Das UN-Umweltamt erklärt die Austrocknung des Aralsees, ein abflussloser Salzsee in Zentralasien, zur schlimmsten ökologischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

2008
Die UN schätzt, das wöchentlich 42000 Menschen an Krankheiten sterben, die mit schlechter Wasserqualität und unzureichender Sanitärversorgung zu tun haben. 

2011 - 2017
Kalifornien erlebt eine der stärksten Dürren der Geschichte und betrifft Landwirtschaft, Natur und den Alltag.

2017
Extremer Wassermangel in Rom, Italien. Brunnen wurden abgestellt, das Wasser bei 40 Grad anhaltender Hitze rationiert.
Maude Barlow erklärt, dass die Hälfte der Flüsse in China seit 1990 verschwunden sind. 

2020
Australien erlebt einen bis dahin nie da gewesenen Hitzerekord mit verheerendem Großflächenbrand, inklusive Toten und weitreichenden Folgen für Mensch und Tier. 

2021
Erneut Hitzerekord in Kalifornien und seiner umliegenden Staaten, Nevada, Utah, Arizona und Teile von Colorado neben den flächendeckend anhaltenden Dürren und Rationierung des Wasser mit 46,7 Grad. 50 Millionen Menschen sind betroffen. Arizona verzeichnet in der Hauptstadt Phoenix 48 Grad während im Death Valley 54 Grad gemessen werden. Temperaturen jenseits der 40 Grad stellen eine Gefahr für Leib und Leben ebenso wie für die Natur dar. In 2020 starben im County Maripoca, Arizona mehr als 300 Menschen den Hitzetod, im April 2021 sind bereits drei Menschen in Folge anhaltender Hitze ums Leben gekommen.

 

Wasserstress

Der Wasserstress auf dieser Welt entsteht dann, wenn ein hoher Anteil der erneuerbaren Wasserressourcen entnommen wird. Oder anders ausgedrückt, wenn viele Nutzer um diese begrenzte Ressource konkurrieren.

Um das zu verhindern, müssen die Zusammenhänge des gesamten Ökosystems und die Folgen unseres Wirkens auf diesem Planeten verstanden werden. 

Der Wassermangel ist neben dem Klimawandel eines der dringlichsten ökologischen und menschlichen Krisen des 21. Jahrhunderts. Wasser ist ein Gemeingut und ein grundlegendes Menschenrecht der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zunehmend wird der Wasserkreislauf durch verschiedene Faktoren, wie Verschwendung, Verschmutzung und Überkonsum massiv gestört, sodaß der natürliche Austausch zwischen Atmosphäre, Gewässern und Boden nicht kontinuierlich stattfinden kann. In der Folge bricht eine zuverlässige Wasserlieferung weg. Besonders deutlich zeigt sich die Wasserknappheit in Entwicklungsländern, in denen Frauen und Kinder über kilometerlange Strecken zu Fuß bewältigen müssen, um an wenige Tropfen Wasser zu gelangen. Diese Entwicklung wird sich weltweit ausbreiten, wenn wir hier nicht radikal einschreiten und Wasser als eine endliche Ressource im Kampf um das Klima und um intakte Ökosysteme ernst nehmen. 

In Hyderabad einem indischen Slumgebiet beispielsweise stehen im Jahr 2007 unzählige Menschen an, um Wasser aus einem Tankwagen rationiert abgefüllt zu bekommen. 2018 erlebt Indien eine schwere Wasserkrise, die nach derzeitigem Kenntnisstand bei anhaltender Entwicklung in ca. 2030 übertroffen werden dürfte. Dann wird der Bedarf an Wasser das Wasserangebot bei weitem übersteigen. 

Weltweit ist für ca. 1,1 Mrd. Menschen Wasser nur schwer zugänglich. 2,7 Mrd. Menschen erleiden aufgrund des Klimawandels mindestens einen Monat pro Jahr Wassermangel. Auch wenn die Erdoberfläche zu 70 % von Wasser bedeckt ist, handelt es sich um salziges Meerwasser. Lediglich 0,014 % sind zugängliches Süßwasser. Wie oben erwähnt halten Seen, Flüsse und Grundwasserleiter Süßwasser bereit. Grundwasserleiter sind poröse, wasserhaltige Gesteinsschichten, die auch Aquifere genannt werden. Der geringe Süßwasseranteil findet in allen Lebensbereichen von Mensch und Tier Verwendung. Genutzt wird es zum Waschen, Trinken, Nahrungsmittelzubereitung, zur Feldbewässerung sowie in der Industrie. Pflanzen und Landtiere benötigen Süßwasser zum Überleben. Die Wasserkrise betrifft im wahrsten Sinn alle Land-Lebewesen auf diesem Planeten.

 

Verschwendung von Wasser

Die Weltbevölkerung wächst und damit wird in der Folge mehr Wasser benötigt. Leider wird besonders in Industrieländern mehr Wasser verbraucht, als unbedingt notwendig wäre und damit verschwendet. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser in Industrieländern ist in etwa zehnmal so hoch wie in Entwicklungsländern. 

Hinzu kommen die Dürreperioden, die Wasserquellen weltweit austrocknen lassen, wie z. B. in Rio Grande zwischen Mexiko und den USA, oder in Italien, das 2017 alle Brunnen in Rom aufgrund der anhaltenden Hitze abstellen musste. Zudem sind viele Gewässer weltweit stark verschmutzt. Der Citarum in Indonesien oder der Ganges in Indien sind die zwei meist verschmutzten Flüsse der Welt. Die Weltmeere sind von Plastikmüll durchzogen, die das Ökosystem der Meere selbst an vielen Stellen bereits zerstört hat. Wenn wir weiter zulassen, dass unsere Ökosysteme weltweit Schaden nehmen bis hin zur totalen Zerstörung, werden 2030 sicher zwei Drittel der Weltbevölkerung unter massiven Wassernotstand leiden.


Lebensstil nimmt Einfluss auf den Verbrauch 

Seit 1970 hat sich der Verbrauch von Wasser verdreifacht. Jährlich steigt der Wasserbedarf etwa um 64 Mrd. Kubikmeter. Die Ursachen sind vielfältig in unserem Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten zu finden, die den pro Kopf Verbrauch enorm steigern. Zum einen wächst die Weltbevölkerung um 80 Millionen Menschen jährlich. Zum anderen wird Wasser industriell genutzt, die Produktion von Biokraftstoffen benötigt für die Herstellung von einem Liter Biokraftstoff zwischen 1000 und 4000 Liter Wasser. Die Hälfte der natürlichen Feuchtgebiete sind im vergangenen Jahrhundert der industriellen Nutzung zum Opfer gefallen. Ihre Flächen wurden zur Flächennutzung trocken gelegt oder mehr Grundwasser entnommen als nachgeliefert. Durch das Verschwinden der Feuchtgebiete sind auch Pflanzen- und Tierarten, die in Feuchtgebieten beheimatet waren, verschwunden. Gut die Hälfte unseres Trinkwasser, ist Grundwasser. Hierzu werden jedes Jahr ca. 1000 Kubikmeter Wasser aus den Aquiferen entnommen, um den Bedarf in der Landwirtschaft (2/3), privaten Haushalten (22 %) und der Industrie (11 %) zu decken. Da sich viele Grundwasserleiter langsamer füllen als Wasser entnommen wird, sinkt die Fördermenge. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel, was zur Austrocknung ganzer Seen und Flüsse führt. Die Flüsse in China haben auf diese Weise 1990 die Hälfte ihrer gesamten Längen eingebüßt. Der Winnipegsee oder der Ogallala-Aquifer in Nordamerika schrumpfen durch stete Entleerung. Brasilien als die wasserreichste Nation der Erde, hat inzwischen durch Überbeanspruchung und Hitzeperioden enorme Versorgungsprobleme, die immer häufiger auch zu Konflikten führen. 


Physische und natürliche Wasserknappheit

Die Knappheit von Wasser lässt sich in physische und natürliche Knappheit einteilen. In Regionen, wie in Nordafrika, auf den arabischen Halbinseln, in Zentral- und Südasien, Nordchina oder im Südwesten der USA, sind die natürlichen Wasservorkommen von Natur aus knapp. Ökonomische Wasserknappheit kommt vor, wenn Wasser zwar vorhanden ist, aber die Infrastruktur zu dessen Nutzung fehlt, wie beispielsweise in der Subsahara Afrikas oder Teile Mittelamerikas. Dort können die Bewohner nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen. Die nächste Wasserquelle ist oft stundenlange Fußmärsche weit entfernt. Häufig sind es Kinder, die den Schulunterricht versäumen für einen Schluck Wasser, den sie für ihre Eltern besorgen müssen. 


Populationen bilden sich zurück, Tiere sterben aus

Der Wassermangel ist für alle Land-Lebewesen auf der Welt ein lebensbedrohlicher Zustand. Verschmutztes oder gar kein Wasser lässt Menschen krank werden und verdursten. Für Tiere bedeutet Wasserknappheit das Aussterben oder einen starken Rückgang verschiedener Arten. Die Flusssysteme des Amazonas und des Orinoco sind durch Schwermetalle aus dem Bergbau vergiftet, was den Amazonasflussdelfin fast aussterben lies. Aber auch die vielen Staudämme belasten die Tierwelt im Wasser, da die Fische von denen sich der Flussdelfin ernährt, nicht mehr zu ihren Laichgründen vordringen können. Vom Aussterben bedroht ist der chinesische Riesensalamander, eine der größten Amphibienarten, aufgrund der Staudämme für die Wasser- und Stromversorgung der Bevölkerung.

Mit unseren Wasserbauwerken greifen wir empfindlich in den natürlichen Lauf von Flüssen ein und schädigen dadurch die Lebensräume der dort lebenden Tiere. 


Ein ganzheitliches Ökosystem-Management ist notwendig

Um die Wasserkrise in den Griff zu bekommen müssen Ökosysteme feinsäuberlich organisiert werden. Kläranlagen könnten nach heutigem Wissenstand und bautechnischen Möglichkeiten, mit sauberer Energie betrieben werden. Abwasser kann zur Bewässerung der Anbauflächen von Biokraftstoffen genutzt werden, die dann wiederum Trinkwasseraufbereitungsanlagen antreiben. Nebenbei würden keine Emissionen von Treibhausgasen freigesetzt. 

Selbst Abwasser lassen sich mit Hilfe moderner Technik direkt wieder in Trinkwasser umwandeln. Bisher waren bzw. sind dafür enorme Energieaufbringung erforderlich, die die Treibhausgasemissionen in die Höhe schnellen lässt, so der Weltklimarat (IPCC). Sonnenernergie würde dem entgegenwirken und keine CO2-Emissionen freisetzen. Ähnlich der Entsalzungsanlagen im Mittleren Osten, die zunehmend mit Sonnenenergie anstelle von Öl betrieben werden. Auch Regenauffanganlagen können in Gebieten zum Einsatz kommen, die beispielsweise von Monsunen betroffen sind. Die saisonalen Niederschläge in den Monsunzonen fließen in verunreinigte Gewässer und bleiben ungenutzt. Auch in Europa, in dem wir den Klimawandel durch Unwetterzellen und Hitzeperioden mit Vertrocknung der Böden deutlich spüren, können Regenauffanganlagen bei Starkregen genutzt und zusätzliches Wasser gewonnen werden. 

Da sich Wasser und seine Einsatzgebiete nun einmal nicht an Ländergrenzen halten, sind internationale weitreichende Abkommen zwingend erforderlich. Ohne die Verringerung der Wasserverschmutzung und der unnötigen Verschwendung von Wasser in Industrie und Landwirtschaft werden wir die Wasserknappheit nicht besiegen. Besonders in den Entwicklungsländern sind heute schon neue, moderne Methoden zur Wassergewinnung und Aufbereitung für die dort lebenden Menschen überlebenswichtig. 


Wasser muss recycled werden, um die Biodiversität durch neue Biotope  zu fördern.
 

Ein Beispiel für Wasserrecycling lässt sich in Südaustralien finden. Im Stadtteil Salisbury in Adelaide konnte die Entnahme von Wasser aus dem Fluss Murray und der Aquiferen um die Hälfte verringert werden. Abwässer aus Kläranlagen werden gereinigt und zusammen mit Regenwasser aus der Kanalisation in ein System aus 50 Feuchtgebieten abgeleitet. In diesen Feuchtgebieten übernehmen Schilf und andere Pflanzen die weitere Reinigung des Wassers, um es anschließend als Nutzwasser in separaten Leitungen wieder in die Stadt zu befördern. Genutzt wird dieses Wasser zur Toilettenspülung, zur Gartenbewässerung, in PKW-Waschanlagen und Springbrunnen. Wasserrecycling dieser Art ist nicht nur nachhaltig, sie fördert und erhält auch die gesamte Artenvielfalt, bestehend aus Vögeln, Enten, Löffler, Reiher, Pelikane, Kormorane, Wattvögel, Amphibien, Fische und Wirbellose in den Feuchtgebieten. 

Fazit

Ich glaube, dass diese Welt noch nicht aufgewacht ist. Zu viele Skeptiker bezweifeln trotz aller wissenschaftlicher Beweise und inzwischen auch bei uns eingetroffenen sicht- und spürbaren Veränderungen der Klimaverhältnisse, etwa Superzellen, extreme Hitzewellen, Dürre auch in Deutschland, den Klimawandel und damit die Wasserknappheit. Der Klimawandel und die Wasserkrise werden und sind bereits die bedrohlichste und größte Krise der Menschheitsgeschichte, vor der wir alle stehen und Verantwortung übernehmen und endlich handeln müssen.

Das Leben selbst braucht Wasser!
Ohne ein Recht auf Wasser, wird das Recht auf Leben verweigert.
 


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Gabi C. Stratmann

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#Philosophie #Gesellschaft #Nachhaltigkeit #Business #Freiheit #gamechanger #beratung #psychologieundmanagement #psychologischeberatung #Umwelt #erfolg #selbstführung #strategie #Marktwirtschaft #ökosystem #Klimawandel #wasser #ressourcen 

Quellen: 

Blue Covenant: The Global Water Crisis and the Coming Battle for the Right to Water (Maude Barlow)

Blaues Gold: Das globale Geschäft mit dem Wasser (Maude Barlow)

https://ec.europa.eu/environment//pubs/pdf/factsheets/water_scarcity/de.pdf

https://www.oxfam.de/english


Beratung

Die Welt im Wandel - Wir müssen handeln

Die Welt im Wandel - Warum handeln wir nur rudimentär

Wissen allein reicht nicht aus, wir müssen handeln.

Die Coronapandemie hat eines ziemlich klar verdeutlicht, wir haben uns weltweit in einer Art Dornröschenschlaf befunden und die Bedrohungen durch das Fortschreiten der Erderwärmung entweder kaum wahrgenommen oder aber verdrängt. Tatsächlich sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass morgen bereits heute ist. Und das in einer Dringlichkeit, wie niemals zuvor. Wir versuchen, das Rätsel des Lebens und der Geschichte zu entfalten. Was wir in der modernen Welt übersehen, ist der Zeitpunkt des zu spät seins. Zögern ist der größte Dieb unserer Zeit. Im lifestyle der Moderne schreien wir förmlich nach mehr Zeit, um in ihrem Lauf für einen Moment inne zu halten. Die Zeit aber ist taub für jede Bitte, sie eilt uns davon. Martin Luther King Jr. kleidete 1967 die Dringlichkeit zum Handeln, in folgende Worte, Zitat: „Über den gebleichten Knochen und den durcheinander gewürfelten Überresten zahlreicher Zivilisationen stehen die pathetischen Worte geschrieben: ‚Zu spät‘.“

Was Martin Luther King Jr. seinerzeit auf den Vietnamkrieg bezog, lässt sich im übertragenen Sinn auf die heutige Lebenssituation der Menschheit im Umgang mit Krisen übertragen. Seit Jahrzehnten  steigen die Temperaturen auf der Erde, wir emittieren enorme Mengen Treibhausgase in die Atmospähre, besonders Kohlendioxid (CO2), wundern uns über Naturkatastrophen und wiegeln diese zugleich ab, Wetterkapriolen hat es ja schließlich immer schon gegeben und setzen diesen Trend bis dato fort. Ungehört aller Warnungen, die aus den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen seit Jahren ertönen. Wenn dieser Trend weiter anhält, werden sich die Lebensbedingungen weltweit extrem verschlechtern. Einige Weltregionen werden unbewohnbar werden. 

  • Ist es uns egal, welche Luft unsere Kinder und Enkelkinder eines Tages atmen werden?
  • Ist es nicht wichtig, welches Essen sie in der Zukunft zu sich nehmen werden?
  • Sind unsere eigenen kurzfristigen Interessen wirklich wichtiger, als die Träume all unserer Nachkommen?
  • Dürfen wir uns das Recht heraus nehmen, uns über alles zu stellen?

Wenn ich mir diese Welt so anschaue, stelle ich mir die Frage, ob der Menschheit der Ernst der Lage klar ist und sich bewusst macht, dass es um die Zukunft der Menschheit selbst geht. Wir brauchen ein gesundes Klima mit intakten Ökosystemen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Salopp ausgedrückt, müssen wir das Ruder herumreissen. Gelingt uns das nicht, werden wir der Lage nicht mehr Herr werden. Ähnlich wie bei der Bewältigung der Coronapandemie muss das Prinzip der Vorsorge auch bei der Bewältigung der Klimakrise immer Vorrang haben. Beim Bestreben, die planetaren Grenzen auszuloten sind wir sehr nah am Kipppunkt. Wir sollten nicht Schicksal spielen und versuchen, selbst herausfinden zu wollen, ab welcher Erwärmung und weiterer Vermüllung unseres Planeten gefährliche Kaskadeneffekte eintreten werden. 

Bei allem Wissen um die Sachlage, handeln wir wie eh und je im „Weiter so“. Die steigenden Temperaturen würden in einigen Regionen dieser Welt bei einem ungebremsten Klimawandel, derart in die Höhe schnellen, dass diese Regionen unbewohnbar werden würden. Inseln und Küstenregionen würden im ansteigenden Meeresspiegel versinken. Eine extreme Verschlechterung der Welternährungssituation wäre vorprogrammiert. Die Weltwirtschaft  würde dramatische Einbußen hinnehmen müssen bis hin zum Kollaps. In der Folge käme es zur Verschlechterung der weltweiten Sicherheitslage. 

Industrieländer stehen allein schon aus der Historie heraus in der Verantwortung

Bis heute beherrschen ungezügeltes Gewinnstreben, Kapitalismus und eine unerträgliche Kurzfristigkeit im Denken das wirtschaftliche Treiben. Die Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien und einer modernen Kreislaufwirtschaft wird nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Theoretisch ist man sich in Teilen einig, dass diese Sinn machen, wenn es um die Umsetzung geht, stellt man sich taub.

Neue populäre Märkte greifen empfindlich in das Marktgeschehen ein, die den Menschen auf seine Psyche reduzieren und diese als das neue Aktienkapital für sich entdeckt haben. Ohne auch nur Ansatzweise die Verantwortung für nachhaltiges Handeln zu übernehmen. Lifestyle auf Kosten der Umwelt ist die Devise. Ein rechtsgerichteter Populismus zielt auf Machtstreben und leugnet den Klimawandel. Eine allzu zögerliche Politik, die sich in internen Verstrickungen zu verlieren scheint und lieber den Paragrafenjungel erweitert, erschweren die Einführung innovativer Technologien. 

Warum handeln wir hier derart zurückhaltend

Die Bedrohungen des Klimawandels sind, wie in der Coronapandemie auch, abstrakt und für viele Menschen nicht offensichtlich genug, um sie als Bedrohungslage wahrzunehmen. Treibhausgase wie CO2 sind für uns unsichtbar. Der Himmel verfärbt sich mit ihrem Anstieg nun einmal nicht in eine braune Suppe. Wäre das der Fall, sehe die Sache schon anders aus, unter einem dreckigen Himmel möchte niemand leben. Nun höre ich förmlich den ein oder anderen schon sagen, so ein Blödsinn. Man stelle sich eine wochenlange Nebelsuppe vor oder tagelanges Grau in Grau am Himmel, da schreien schon die Meisten, sie wollen endlich Sonne sehen, das Wetter schlägt aufs Gemüt. Habe ich Recht?

Menschen handeln nur dann, wenn sie unmittelbar betroffen sind. In den 1960er, 1970er und 1980er Jahren litt Deutschland unter Smog. Ballungsgebiete wie das Ruhrgebiet waren besonders stark betroffen, Menschen wurden krank, einige starben. Die Politik hat mit der schrittweisen Einführung der Rauchgasentschwefelung bei Kohlekraftwerken und des Katalysators bei PKW's gegengesteuert. Beim Ausstoß aus den Kohlekraftwerken bildete sich giftiger Schwefel, der in die Atmosphäre gelangt ist. In Verbindung mit Regentropfen entsteht gefährliche Schwefelsäue. Dies musste verhindert werden. Der Katalysator behinderte den Ausstoß von Kohlenmonoxid, krebserregenden und ozonbildenden Kohlenwasserstoffen sowie Stickoxiden. Dadurch wurde die Luft nach und nach sauberer. Im wahrsten Sinne des Wortes, konnte die Luft wieder geatmet werden. Auch die Wälder waren durch den sogenannten sauren Regen stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Folge trat Waldsterben ein.

Der schärfste Widerstand gegen die Einführung des Katalysators kam aus der Automobilindustrie. Man hatte Sorge, dass die Einführung die Branche ruinieren würde. Das Jammerland Deutschland, mit seinen Jammerclubs, beherrscht kontraproduktive Debatten seit jeher. Die KFZ-Branche war in dem Zusammenhang zu einem früheren Zeitpunkt auch gegen die Einführung der allgemeinen Gurtpflicht. Der Fahrspaß und die Sitzfreiheit würde dadurch gemindert. War etwas anderes zu erwarten? 

Der Unterschied zu Heute war, dass sich die Politik damals gegen die Interessen der Wirtschaft klar durchgesetzt hat. Das Wohl der Bevölkerung stand im Vordergrund. Ein weiteres Beispiel für das richtige Handeln entgegen wirtschaftlicher Interessen Seitens der Politik zeigt das Montrealer Protokoll1, zum Schutz der Ozonschicht vom September 1987. 

Was war geschehen?

Politik und Wissenschaft befanden sich in einem regelrechten Schockzustand. Im Mai 1985 veröffentlichen britische Wissenschaftler ihre Messungen und Ergebnisse, die sie in der Antarktis gemacht hatten in der Fachzeitschrift Nature2: Die Weltöffentlichkeit erfährt erstmals von der Existenz des Ozonlochs über der Antarktis. Das Traurige daran, wie könnte es anders sein, Wissenschaftler warnten Jahre zuvor schon das Substanzen, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe, weitläufig bekannt unter dem Kürzel FCKW, schädlichen Einfluss auf die stratosphärische Ozonschicht in 15 bis 30 Kilometer Höhe nehmen können. Da man Anfangs davon ausging, das sich die Verluste der Schutzschicht im Rahmen halten würden und keine Gefahr für das Leben auf der Erde bestünde, schlug die Tatsache über das Ausmaß des Ozonlochs ein wie eine Bombe. Trotz des Wissens über die grundlegend schädigende Wirkung des FCKW hatte die Wissenschaft ein Ozonloch über dem Südpol nicht vorhergesehen, zumal die Satellitendaten der NASA, die die Ozonschicht vom Weltraum aus beobachtet haben, unauffällig waren. Ursächlich war die Anfälligkeit der digitalen Welt, auf die sich die Menschheit besonders heute viel zu sehr verlässt. Die Software zur Auswertung der Ozonmessungen hatte die niedrigen Werte als Fehler ausgelesen und im Datenmüll entsorgt, ohne das diese hätten ausgewertet werden können. Niedrige Ozonwerte konnte sich bis zur Entdeckung des Ozonlochs niemand vorstellen, man nahm Messfehler an. Der verhängnisvolle Umstand konnte erst nach der Entdeckung durch die Analyse der Originaldaten des Satelliten erkannt und die Existenz des Ozonlochs bestätigt werden. 

Ein Beispiel für abstrakte Sachverhalte mit Bedrohungslagen, die allzu gerne zunächst einmal verharmlost bis geleugnet werden. Die Bedrohungslage war damals ähnlich wie heute, denn die Bewohnbarkeit des Planeten stand auf dem Spiel. Die stratosphärische Ozonschicht filtert die lebensfeindliche ultravioltte Strahlung, damit diese nur in geringen Mengen auf die Erdoberfläche trifft. Das Montrealer Protokoll inkl. Nachfolgeabkommen regelt die weltweite Umsetzung zur Vermeidung von FCKW. Sowohl in der Industrie als auch in privaten Haushalten. FCKW-freie Kühlschränke sind heute weltweiter Standard. In der Folge reduziert sich das Ozonloch, gleichwohl existiert es noch. Es wird Jahrzehnte dauern, bis es sich ganz geschlossen haben wird, wenn wir die Bedrohungen des heutigen Klimawandels ernst nehmen. 

Das Drama um die Ozonschicht zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass die Wissenschaft ihre Berechtigung hat und Warnungen vor Umweltrisiken und Gesundheitsgefahren ernst genommen werden sollten. Besonders in Politik und Wirtschaft. Die abwartende Haltung trotz allen Wissens wird in Zukunft fatale Folgen nach sich ziehen. Unvorhergesehene Dinge, wie das Coronavirus in dieser lebensbedrohlichen Form, können zu jeder Zeit auftreten. Bei allen Diskussionen über den Umgang der Weltgemeinschaft mit Bedrohungen unserer Zeit, explizit der Erderwärmung, gilt dies zu berücksichtigen. Wissenschaftlich wird es immer die ein oder andere Detaillücke geben. Was den Klimawandel betrifft ist Faktenlage eindeutig. Es darf keinen weiteren Aufschub geben. Politik, Wirtschaft und alle anderen Gesellschaftsschichten müssen entschlossen handeln. 

Klimakrise darf nicht ideologisiert werden

Unter Präsident Trumb ist die Klimakrise in den USA zwischen die Mühlsteine von Republikanern und Demokraten geraten. In Deutschland sitzt die AFD, die keinen außergewöhnlichen Temperaturanstieg erkennen will und noch mehr den menschlichen Einfluß auf das Klima leugnet. Die Grünen ideologisieren die Klimakrise als Mittel zum Zweck. Der Klimawandel spaltet ganze Gesellschaften und wird zum Spielball von Machtinteressen.

Physik ist unbestechlich

Die Physik interessiert keine Wahlprogramme, man kann mit ihr weder Verhandeln noch Kompromisse eingehen. Die Physik macht es sich ganz einfach, je mehr Treibhausgase sich in der Luft befinden, umso höher steigen die Temperaturen. Basta.

Climate Change braucht Verantwortung, Verzicht und Vernunft. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um vom Wissen ins Handeln zu kommen. Viele Menschen trifft die Erderwärmung bereits in ihrem Alltag. Die Weltbevölkerung muss die Ängste vor Veränderungen ablegen. Energiebeschwörer sollten sich für innovative Lösungen interessieren und die Psyche des Menschen unangetastet lassen. Stattdessen lieber alles daran zu setzen, den Anteil an erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen. In 2019 lag die Netto-Stromproduktion immerhin schon über 40 Prozent. Hätte das jemand im letzten Jahrhundert vorhergesagt, wäre er belächelt worden. Solarstrom kann für weniger als 5 Cent pro Kilowattstunde produziert werden. Ein Beweis dafür, dass die Entstehungskosten unter denen der konventionellen Energie liegen (können). Auch ein struktureller Technologiewandel liesse sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollziehen. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist ein großes Thema weltweit. Deutschland könnte es bis Ende 2022 vollziehen. Das wäre ein Ausstieg ein Jahrzehnt nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahre 2011. Damit soll veranschaulicht werden, dass wir in der Lage sind, alles zu verändern, wenn wir es nur wirklich wollen. 

Für die Innovationskraft der Menschheit gibt es keine Grenzen. 

Fazit

Vielleicht ist es ja doch noch nicht zu spät. Wenn wir nur endlich damit beginnen würden, unsere kurzfristigen Interessen nicht über die Bedürfnisse unserer Kinder und Enkelkinder zu stellen. 

Ich jedenfalls möchte weiter daran galuben.

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Gabi C. Stratmann

Anmerkung: 

1 https://www.umweltbundesamt.de/themen/30-Jahre-montrealer-protokoll-schutz.von

2 https://www.nature.com/articles/315207a0


Klimaschutz ist Menschenrecht und Pflicht

10 Points - Mehr Plan zum Klimaschutz

Internationaler Tag der Umwelt

Nach der Weltklimakonferenz im Jahr 2015 in Paris war die Welt fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich die Politik ernsthaft dem Klimaproblem annehmen werde. Bis heute ist in dem Punkt nicht viel geschehen; das Konzept der Freiwilligkeit nicht aufgegangen. Nichts weiter als Schönfärberei im bekannten Politjargon, wie „erfolgreiche Gespräche geführt“, „Einigung in aller letzter Sekunde“ oder „nach schwierigen Verhandlungen haben wir den Durchbruch erreicht“, und das bei kontinuierlich steigenden Treibhausgasemissionen. 

Als 2019 das Klimapaket der Bundesregierung vorgestellt wird, wird dieses weithin ebenso als gescheitert wahrgenommen, wie die Weltklimakonferenz in Madrid. Die Dringlichkeit des Handelns ist bei den Damen und Herren in der Politik und in Teilen auch in der Wirtschaft immer noch nicht in gänzlicher Tiefe angekommen. Zu sehr liegt der Fokus auf den Kosten, wenn es um den Klimaschutz geht. Erst mit der Wahl zum Europaparlament im Mai 2019 hat sich der Blick für die Dringlichkeit des Klimaschutzes ein wenig verändert. Ursächlich waren die Wähler, denen der Klimawandel an der Urne das wichtigste Thema war und demzufolge den Grünen erfreuliche Ergebnisse bescherte. 

Man könnte tatsächlich von langjährigem Versagen oder Verleugnen der Klimathematik in der großen Koalition sprechen. Nach überstandener Pandemie muss der Ruf nach Klimaschutz in vernünftigem Maß wieder lauter werden. 

 

Ein paar Punkte sollen die wichtigsten Handlungsfelder kurz erläutern:

1. Zusammenschluss der Welt

Die Länder, die den Klimaschutz ernst nehmen, müssen sich zusammenschliessen und mutig vorangehen. Sämtliche Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen waren bisher nicht zielführend. Federführend muss ein Land die Zügel in die Hand nehmen und die weltweite Organisation übernehmen. Das Klima muss weltweit gemeinschaftlich angegangen werden. Ein Land allein ist ein fatales Nullsummenspiel. Wir dürfen nicht übersehen, dass sich heute noch in unserer westlichen Welt Reste von Treibhausgasen unserer Vorfahren, Eltern, Großeltern durch u.a. Kohleverbrennung in der Luft befinden. Industrieländer stehen am meisten in der Verantwortung zum Klimaschutz. Während wir auf Gas und Öl umgestellt haben, ersticken Länder wie China beispielsweise unter dem Smog durch Verbrennung von Kohle.

2. CO2-Bepreisung und Subventionen

Eine CO2-Bepreisung, wie sie über die CO2-Steuer und anderen Wegen eingenommen werden soll muss in einem angemessenen Rahmen stattfinden. Solange die Bevölkerung auf keine Alternativen zurückgreifen kann, macht eine kostspielige Umverteilung bei sinkenden Einkommen und in Teilen fehlender Infrastruktur keinen Sinn. Sämtliche Subventionen, die sich klimaschädlich auswirken müssen abgebaut werden. Klimaschädliche Subventionen betreffen alle Bereiche unserer Lebensführung, wie Energie, Verkehr, Agrar etc.. Mit diesen öffentlichen Mitteln werden Umweltschäden noch gefördert, die sich negativ auf Naturgüter, wie Klima, Luft, Wasser, Boden und auf die Artenvielfalt auswirken und den weiteren Verbrauch von Rohstoffen fördern. Die Einnahmen, die über Subventionen und CO2-Bepreisung eingenommen werden, müssen für den Strukturwandel verwendet werden und überdies zum längst überfälligen sozialen Ausgleich in der Bevölkerung führen.

3. Industrie- und Entwicklungsländer 

Aus der Geschichte heraus stehen die Industrieländer in der Verantwortung und gleichermaßen in der Pflicht. Das heißt, Industrieländer müssen sämtliche Emissionen zügig und kompromisslos senken. Ihre Verpflichtung besteht in der Förderung der Entwicklungsländer sowohl finanziell als auch in der Hilfe zur Selbsthilfe, sprich Bildung und Technologietransfer. Historisch betrachtet ist das die große Chance auf weltweiten Frieden durch die Förderung von Demokratie bzw. der Vertiefung der Gespräche hin zu mehr demokratischer Freiheit in Entwicklungsländern. 

4. Erneuerbare Energien

Was wir brauchen ist viel mehr Dezentralität in der Energieversorgung. Klimaneutralität ist eine Mamutaufgabe, der wir alle gegenüberstehen. Jede Strategie auf dem Weg zur Klimaneutralität erfordert einen schnellen und intensiven Ausbau erneuerbarer Energien. Im Grunde dürfen ab sofort der Erde keine Rohstoffe mehr entnommen werden und keine fossilen Brennstoffe mehr zur Anwendung kommen. 

5. Der Luft überschüssiges CO2 entziehen

CO2 lässt sich industriell nutzen. Wir müssen realistischerweise davon ausgehen, dass es uns nicht gelingen wird, ab spätestens 2030/2040 frei von fossilen Energieträgern zu wirtschaften, was zur Folge haben wird, dass es uns gelingen muss, überschüssiges CO2 aus der Luft zu ziehen und Verfahren zu entwickeln, CO2 in den internen Wirtschaftskreislauf zu befördern, etwa zum Betreiben von Klimaanlagen, Heizsystemen, Aufbereitung von Nutzwasser, etc.  

6. Nachhaltige Investitionen

Auch wenn ich ein Freund von weniger Bürokratie bin, wird es nicht ohne Gesetze und damit (Selbst) - Verpflichtungen funktionieren, vor dem Hintergrund der bis dato gescheiterten Freiwilligkeit zum Klimaschutz. Auch hier muss der Geldfluss in die richtigen und nachhaltigen Kanäle umgeleitet werden. Die Politik steht hier klar in der Pflicht und in der Verantwortung zu seinen Bürgern. Dies ist eine Chance auf mehr Arbeitsplätze und guter und besserer Bezahlung weltweit. 

7. Die Bevölkerung am Strukturwandel mit einbeziehen

Die jeweilige Bevölkerung muss zwingend aktiv mit eingebunden werden und vom Strukturwandel auch wirtschaftlich, explizit finanziell profitieren. Es geht um eine neue Werteordnung mit neuen Arbeitsfeldern und Perspektiven. Dazu ist die gesellschaftliche Akzeptanz für den Klimawandel von Bedeutung. Nur wenn sich der Bürger um seine verantwortungsvolle Rolle im Einzelnen und in der Gemeinschaft beim Klimawandel im Klaren ist, können neue Wege erfolgreich beschritten werden.

8. Kreisförmige Unternehmensstrukturen

Wir alle müssen besonders eines lernen: uns wieder einzuschränken und uns im Verzicht zu üben. Wir leben in einer für mich vollkommen inaktzeptablen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Wir gehen beispielsweise Shoppen für den Spaßfaktor, selten aber weil wir etwas brauchen. Wir nehmen lieber schnell und bequem den PKW, statt einmal zu Fuß oder per Rad unsere Dinge zu erledigen. Es muss gelingen, alles Wirtschaften in einer gesunden Kreislaufwirtschaft vom Produktionsprozess her und in lockeren kreisförmigen (Unternehmens)-Strukturen Menschen mehr Verantwortung zu übertragen, um so Ressourcen effizient zu nutzen, mehr Flexibilität zu erlangen und eine höchstmögliche Abfallvermeidung zu erwirken.

9. Kommunikation auf das Ziel

Sowohl in der Politik als auch aus der Wirtschaft sind permanent kontraproduktive Verzichtsdebatten zu vernehmen. Das muss aufhören. Wo sind die Abenteurer, die Entdecker, die Forscher, Menschen, die eine Aufbruchstimmung erzeugen. Wir müssen lernen, den Tatsachen ins Auge zu sehen, Fakten als Fakten anzunehmen und aus ihnen heraus Erfolgsgeschichten zu machen, die die Vorteile und den Nutzen des Handelns aufzeigen. Eines ist heute absolute Realität: Nur ein aktiver Klimaschutz kann das Überleben der Menschheit noch retten.

10. Die weltweite Bevölkerung ist gefragt

Raus aus den postfaktischen Tendenzen. Die Wahlurne ist nicht das Mittel, um Klimaschutz aktiv zu betreiben. Populisten kommen Rattenfängern gleich, die sich nicht ernsthaft für den Klimawandel einsetzen werden. Ihr Interesse ist einzig und allein Machtausübung, die Demokratie, Freiheit und Menschenrechte weltweit mit Kriegspotential ausser Kraft setzen werden. Die zivile Gesellschaft muss weltweit den Klimaschutz auf friedvollem Wege einfordern. Denn Klimaschutz ist Menschenrecht und des Menschen Pflicht.

Fazit

Unser Klima, unsere Umwelt sind mehr als schützenswert. Gesundheit für die Menschen kann es nur auf einem gesunden Planeten geben; das bedeutet alles für ein intaktes Klima und für intakte Ökosysteme zu tun. Im Übrigen gehört auch der Mensch selbst zum Naturschutzgebiet.

Eine weiterhin so schnelle Erderwärmung und Verschmutzung unserer Umwelt gefährdet unsere körperliche und psychische Unversehrtheit. Sie ist eine ernste existentielle Bedrohung.

Hier kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Ein „Weiter wie bisher“ darf es im „Zurück zur Normalität“ nicht mehr geben, denn viel Zeit zum aktiven Handeln bleibt uns nicht mehr.

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Deine/Ihre

Gabi C. Stratmann


Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Was geschieht, wenn das Stammhirn dem Großhirn dazwischenfunkt

Unser uraltes instinktives Selbsterhaltungsprogramm sorgt naturgegebenermaßen dafür, daß wir mit Aggression und Kampf auf unsere vermeintlichen Feinde reagieren. Wenn du jetzt denkst, daß wir doch längst die Vorraussetzungen eines zivilisierten und humanen Wesens mitbringen, hast du natürlich Recht. Dennoch überlagert, besonders in Stresssituationen, unser Stammhirn jene Gesinnung, aus der unsere Handlungen entstehen. Der älteste Teil unseres Gehirns – der Hirnstamm (Stammhirn) – hat sich im Laufe der Evolution schon vor ca. 500 Millionen Jahren entwickelt. Du kennst den Ausdruck Stammhirn möglicherweise auch als „Reptilien- oder Krokodilhirn“. Diese Bezeichnung resultiert daher, das bei niederen Wirbeltieren wie eben Reptilien, das Stammhirn fast das gesamte Gehirn umfasst.

Im Laufe der Evolution entwickelten sich in unserem menschlichen System neue Gehirnareale, die die Regie anstelle des Stammhirns hätten übernehmen sollen. Hier entsteht ein Konflikt, da sich das Stammhirn nicht so recht zurückhalten will. Es mischt sich in vielen Situationen unentwegt ein.

Was sind die Gründe hierfür und woran liegt das?

Das Stammhirn bedient sich munter unserer Programme; es repräsentiert genetisch vorbestimmte Verhaltensweisen, die der Arterhaltung und dem Überleben jedes Einzelnen dienen. Man kann es vergleichen mit einer Art Kontrollzentrum für unbewusste, gefühllose und roboterähnliche Programme, die eher einem Reptilienverhalten ähneln. (Anmerkung: heute sprechen wir im Rahmen der Digitalisierung, auch über „lernfähige“ Technik und Kontrollmechanismen, denen versucht wird, Gefühl einzuhauchen.) In bestimmten Stresssituationen übernimmt das alte Stammhirn die absolute Kontrolle über uns, in deren Folge alle anderen Bereiche gelähmt, quasi heruntergefahren werden. Unsere mentale Einstellung und unser Verhalten geraten immer dann unter den Einfluss unserer uralten Instinktareale im Gehirn, wenn unser den Gefühlen zugeordnetes limbisches System, welches sich im Zwischenhirn befindet, und unsere evolutionäre noch junge, mit bewussten Denkvorgängen verbundene Großhirnrinde, in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden. Beispielsweise durch Stress, Krankheit, Depressionen, Müdigkeit, Alkohol, Substanzen, Ängste, Panik, übermäßige Verliebtheit oder einer festen Überzeugung, eines starken Glaubens in Form von Einbildung.

Wie entsteht nun der Konflikt?

Unser Stammhirn kann kein Update durchführen. In unserer heutigen Zeit sind viele Dinge, die wir als Bedrohung empfinden, etwa Existenzsorgen, politische Entwicklungen, ein aufwühlender Film, Steuerlasten, etc., für unser Stammhirn nicht mehr greifbar. Unser archaischer Hirnstamm hat für solche Situationen keine sinnvollen Lösungsansätze. Denn es gibt keinen sichtbaren Feind, der bekämpft werden könnte; vor dem wir folglich auch nicht davonlaufen können. Unser ältester Gehirnstamm ist nicht in der Lage zu erkennen, daß die Bedrohungen unserer Zeit, überwiegend auf der mentalen Ebene stattfinden.

Die Sache mit der Erblast – das Vermächtnis

An dieser Stelle falle ich gleich einmal mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus: Die Anwesenheit einer starken Dominanz unseres Stammhirns, können wir wunderbar an verschiedenen Signalen erkennen; beispielhaft seien hier einige genannt, wie Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Argwohn, Selbstsucht, Gefühllosigkeit, Starrheit, Hartnäckigkeit, Isoliertheit, Intoleranz, Aggressivität, Gewaltbereitschaft, fehlende Fürsorglichkeit, kurzfristiges Nutzdenken, Oberflächlichkeit, Opportunismus, Eitelkeit, Suchtverhalten, psychopathisches Auftreten, Eifersucht, etc.. Auch ritualisierte Verhaltensmuster fallen unter die Regie des alten Gehirnteiles.

Befindet sich ein Mensch unter der Kontrolle seines Stammhirns, gibt sich dieser ausschließlich mit geordneten Verhältnissen zufrieden; er liebt Vorschriften. Er neigt zur Wißbegierigkeit und übernimmt gerne das Kommando. Er möchte Befehle erteilen, Autoritäten schnell erkennen und selbst eine sein. Er definiert sich über Status- oder Rangsymbole, wie Titel, ein großes Auto, Kleidung, Accessoires, ein großes Büro, ein großes Haus, etc. Da der Stammhirn-Typ ausschließlich mit der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse beschäftigt ist, ist dieser von dem politischen Geschehen der heutigen Zeit, am besten beeinflussbar oder gar beherrschbar.

Dieser Hirntyp denkt in der Regel nicht zukunftsorientiert. Dadurch ist er einfach zu steuern, da alles außerhalb seines eigenen „Universums“, Nebensache für ihn ist. Auf furchteinflössende Situationen reagiert dieser Typ unmittelbar. Ein Angriffspunkt für Machthaber und Lobbyisten. Die Eigenschaften unseres Stammhirns machen uns anfällig für Manipulationen und Einflüssen von Machthabern. Unser Gehirn greift beispielsweise bei der medialen „Dauerdarstellung“ von Wirtschaftskrisen, Mangel-Illusionen, Kriegen oder aktuell die Corona-Pandemie und Klimawandel auf das Stammhirn zurück und wird dadurch unbewusst in eine Dauerangst hineinversetzt. Je mehr unser Stammhirn uns unter Kontrolle hat, desto anfälliger für Negativreize, beispielsweise in Form von manipulativen Machtspielen, sind wir.

Unser Stammhirn ist ein schlechter Schüler, es tut sich sehr schwer mit neuen, ihm unbekannten Situationen, fertig zu werden. Das lässt sich gut in unserem gegenwärtigen Alltag beobachten, wenn dramatische Meldungen in den Medien ihren Lauf nehmen und alternative Fakten und Emotionen die Realität verdrängen. Denn das Stammhirn ist nicht in der Lage, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Den berühmten inneren Schweinehund besiegen 

Im Laufe der Evolution hat sich ein Gehirnteil entwickelt, das beispielsweise für den Mut Neues auszuprobieren, für die Risikobereitschaft und Experimentierfreudigkeit, für die Fähigkeit Abzuwägen oder für gemischte Gefühle anstelle von Schwarzmalerei, zuständig ist. Der präfrontale Cortex – ein „modernes“ Stirnhirn. Unsere moderne Welt zwingt uns beinahe dazu, uns mit Statussymbolen zu schmücken. Wir präsentieren mit ihnen unsere persönliche, ich möchte sagen „momentane Wichtigkeit” unseres eigenen Egos, welches wir gerne befriedigt wissen möchten. Ein ganz typischer Ausdruck unseres Stammhirns, das sich immer dann äußert, wenn wir uns in unseren Ansprüchen bedroht fühlen.

„Je grösser dein Ehrgeiz und deine Vermessenheit werden, umso grösser wird deine Angst, dass dich jemand daran hindern könnte, deine Ziele zu erreichen.“ (Gabi Stratmann)

Was geschieht nun, wenn wir uns ausschließlich auf das Spiel unserer Programme einlassen? 

Wir geraten schneller in eine aggressivere Grundhaltung. Wir reagieren auf negative Einflüsse und Gräueltaten sehr emotional, mit einer Mischung aus Wut, Aggression und mitunter auch Hass. Wenn wir die Verursacher solcher Gräueltaten dann erkennen, verstärkt sich dieser Zustand in konzentrierter Form in uns. Genau an dieser Stelle, setzt unser „Autopilot“ ein. Denn diese reflektorischen Prozesse gehören unserem uralten und veralteten Grundmechanismus des Stammhirns an. Zu jener Zeit war dieses Überlebensprogramm zur Arterhaltung notwenig. Wir nutzen die bahnbrechende Erneuerung beziehungsweise Erweiterung unseres Gehirns, den Neocortex – die Großhirnrinde, zu wenig. Dabei bietet es uns die physische Voraussetzung, um allen manipulativen Machtgehabe, auch der Selbstmanipulation erfolgreich zu begegnen.

Wenn wir lernen, von dieser Großhirnfunktion zeitnah Gebrauch zu machen, werden sich unsere Reaktionen auf negative Einflüsse neutralisieren. Schaffen wir es, diese alternative Option bewusst in Anspruch zu nehmen, ändert sich unsere Wahrnehmung und der Blickwinkel auf verschiedene Situationen. Was nicht bedeutet, daß uns negative Erlebnisse kalt lassen; vielmehr lassen wir nicht mehr zu, daß wir in einer emotionalen „Säugetierhaltung“ verharren und die Kontrolle über unser reflektiertes Handeln an unser Stammhirn abgeben.

Und dann ist da noch die Sache mit der Erkenntnis

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Solange wir im Dunkeln tappen, wohl kaum. Je mehr Wahrheiten ans Tageslicht kommen, desto mehr werden auch die Verursacher kollektiven Machtmissbrauchs sichtbar. Überlassen wir an dieser Stelle unserem Stammhirn die Regie, würde jede weitere Entwicklung auf der Welt verhindert werden. Mehr noch brächte es neues Leid in Form von Kriegen, politischen Anfeindungen, Rückbau von Demokratie, Finanzkrisen, etc. Das alt einhergebrachte Spiel von “Schuld und Sühne” würde weiter gehen.

Wenn wir bisher mit Autopilot geflogen sind, sollten wir uns bewusst machen, daß wir in der Lage sind, selbst zu fliegen. Wenn wir aufhören, unseren freien Willen nur rudimentär zu nutzen und uns aus unseren Programmierungen entsprechend befreien, werden wir lernen, tatsächlich aus uns selbst heraus zu handeln.

Unsere innere Haltung entscheidet über unsere Freiheit und/oder Unfreiheit.

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Forschung

Das Massenphänomen - Moral in Zeiten der Krise

Das Massenphänomen - Moral in Zeiten der Krise

Aus meinem Kurz-Interview:

Frau Stratmann, Sie sprechen von einem Menschen nach der Industrie. Das klingt ein bisschen, wie die USA Serie „Die Welt nach den Menschen ..."

„Die Welt nach den Menschen ist ein Untergangsszenario. Auch wenn man beim Blick auf diese Welt tatsächlich an Untergang denken könnte, sind wir davon doch ein wenig entfernt. Industrie wird es auch in Zukunft geben, aber in stark veränderter Form. Es ist politisch und ökonomisch viel in Bewegung, was vorhandene Macht- und Systemverschiebungen nach sich ziehen wird. Auch der Fortschritt der Digitalisierung und Technologisierung sind Fakt und nehmen erheblichen Einfluss auf unsere Werte. Der Klimawandel ist Realität und wird durch die Digitalisierung allein oder CO2-Besteuerungen nicht aufzuhalten sein. Bei allen Vorteilen halte ich die Konsequenzen für ein nicht kalkulierbares Risiko. Was heute wie Science Fiction klingt ist Realität. Digitale Intelligenzen sind lernfähige Codes, die sich als sogenannte bots durch Speisung von Daten entwicklen. Diese werden kaum mehr steuerbar sein. Neben dem Arbeitsplatzverlust, droht dem Mensch selbst, halb- oder teildigitalisiert zu existieren. Was im medizinischen Aspekt durchaus  positiv ist, hat im unmittelbaren wirtschaftlichen und politischen Kontext durchaus missbräuchliches Potential. Das verändert den Menschen. Er beginnt wieder nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Er braucht eine Aufgabe, die ihm Erfüllung gibt. Wir erkennen das beispielsweise an der Esotherikwelle, der wieder entdeckten Spiritualität, den vielen Falschdarstellungen, die Einzug ins Business halten oder an neuen Branchen am Markt. Die Coaching- und Trainingsszene, der Speakermarkt boomen. Multilevelanbieter, Affiliate-Marketer übertrumpfen sich wie wild gewordene Ameisen am Markt. Selbst der Seminar- und Weiterbildungsmarkt wird mehr und mehr zum Provisionsmarketing. Ganz zu schweigen vom Angebot „provisionsträchtiger“ Kryptowährungen. Aber ist das eine echte und sinnvolle Alternative für jeden? Wo sind hier die Mehrwerte für eine tragfähige und sinnvolle Ökonomie? Menschen springen auf Züge auf, weil sie Erfüllung, Freiraum, Wohlstand und Gesundheit suchen. Und genau hier entsteht das Problem. Was soll der Mensch tun, wenn er nicht mehr gebraucht wird.“

Meinen Sie, die Menschen leben in Angst? 

„Schlimmer. Sie leben in der Unsicherheit, die Angst erst erzeugt.“

In unserer Gesellschaft existieren Systeme, die die Existenz sichern sollen. Unternehmen haben offene Vakanzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Wie kann der Mensch überflüssig werden? Ist es denn nicht Aufgabe der Politik und die eines Sozialstaates, die Menschen zu organisieren?

„ na ja, oder sie nicht mehr finden wollen. Seit der Coronakrise wissen wir, dass Menschen in ihrer wirtschaftlichen Geringfügigkeit alles haben, was sie zum Leben brauchen … Zumindest aus Sicht von Politik und Wirtschaft. Wie soll ethisch erklärt werden, wieso ein Großteil der Selbstständigen in die Grundsicherung verwiesen wird, während andere von Soforthilfen profitieren dürfen, um Personal in Kurzarbeit zu schicken oder gar Arbeitsplätze abbauen? Bei steigenden Preisen, weiterlaufenden Kosten und weitestgehendem Stillstand vieler kleinerer Betriebe steigt die Überschuldung und sinkt die Kaufkraft vieler Bürger im Land. Wie soll eine Sandwich-Politik, die an ihrem Flickenteppich arbeitet, Abhilfe schaffen. Das kommt den Lobbyisten zugute. Deutschland hat viele gute Ansätze, verstrickt sich aber in der selbst geschaffenen Bürokratiefalle. Damit stellt sich die Politik eher ein Armutszeugnis aus.“

Wieso Sandwich-Politik?

„Nun, die Politik sitzt zwischen den Forderungen von Lobbyisten und nachhaltiger Ökonomie, die jedem Bürger ein würdevolles Leben in Wohlstand ermöglichen soll. Man müsste eigentlich die Frage stellen, wer das Land regiert? Politik im Namen und als Stellvertreter des Volkes oder Lobbyisten. Das hat Auswirkungen, die wir heute deutlich spüren. Etwas provokant könnte man zusammenfassend sagen, daß sich von der Historie her betrachtet, lediglich die Art der Sklaverei sagen wir modernisiert hat. Das beschreibt „den Menschen organisieren“ wohl am treffendsten.

Um kurz auf die Unternehmen einzugehen. Diese müssen schleunigst lernen, mutiger am Markt zu agieren. Sie müssen umdenken. Denken im neuen Zeitalter, transparenter werden und investieren. Die Unternehmerehre ist dem Profit zum Opfer gefallen. Ein Unternehmen, dass in Zeiten des Wiederaufbaus denkt und handelt, wird im neuen Zeitalter der Digitalisierung, Transformation und Transparenz, indem wir uns bereits befinden, so nicht mehr existieren können. In vielen Betrieben haben "gesundheitsgefährdende Organismen" die Regie übernommen. Rote Zahlen, Insolvenzen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und hohe Krankenstände sprechen für sich. Das Thema wäre ein eigenes Interview wert."

Sehen Sie hier einen Konflikt? Ist das der Grund, warum immer mehr Menschen aus dem System ausbrechen und ihre eigenen Wege gehen wollen? Sehen Sie hier Ursachen für Ausschreitungen und Krawallen?

„Ein so komplexes Wesen wie der Mensch, wird sich niemals nur durch Vorschriften und Regeln der Vernunft leiten lassen. 

Zahlreiche historische, politische wie auch ökonomische Beispiele und Entwicklungen zeugen von einer kollektivindividuellen Leitlogik des menschlichen Systems. Das zeigt sich sehr deutlich bei den vielen Leuknern und Skeptikern, die immer noch behaupten, es gäbe weder ein Coronavirus noch einen Klimawandel.

Hinter allgemeinen Vorgaben und Merkmalen künstlich geschaffener Systeme, in denen wir uns heute bewegen, schwinden zunehmend die bewusste Persönlichkeit, die Orientierung von Gefühlen, als auch die klare Ausrichtung der Gedanken. 

Eine solche Einengung führt zu Verstössen gegen allgemein gültige Regeln und führen zu einer irrational wirkenden Kettenreaktion. Auch dieses Phänomen können wir aktuell in den zahlreichen Fake News, den Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen mit in Teilen erheblichem Gewaltpotential oder in der großen Skepsis gegenüber der Wissenschaft was beispielsweise das Impfthema betrifft erkennen. 

Der Wille etwas anders zu machen, wird häufig durch das unbewusste Ansteuern des „Krokodilhirns“ verursacht und folgt einem regelrechten Massenphänomen. Ein Jäger, viele Jäger. Ein Sammler, viele Sammler. Hier reichen kleinste reizauslösende Impulse aus, um aus unangemessenen individuellen Gemütsregungen, kollektive Gemütsbewegungen zu machen. Zu erkennen sind solche Phänomene immer wieder und besonders in unruhigen Zeiten. Wenn der Mensch zum Beispiel Ungerechtigkeit erlebt, von seinem Schaffen nicht existieren kann, Schicksalsschläge ihn und/oder die Welt erschüttern, wenn künstliche Systeme versagen, das Vertrauen in die Politik und Wirtschaft verloren gehen, etc. 

Wenn nicht kontrollierbare Ereignisse eintreten, übernimmt ein internes Konstrukt die Führung. Die daraus entstehende Kraft, hat gleichermassen positives „Umkrempelungspotential“ wie zerstörerische Wirkung. So entstehen aus den zuvor erwähnten Gemütsregungen, Gemütsbewegungen. Einer legt vor, möchte etwas verändern, wirbt heute zunehmend populär um Anhänger und Verbündete. Ein Grossteil derer, die gerade in ihrer Gemütsregung hängen, springen darauf an und folgen dem „Ruf“ nach Freiheit, Gerechtigkeit, Arbeit für Alle, Wohlstand, Frieden, Nachhaltigkeit, Toleranz ebenso wie dem neuen Nationaldenken innerhalb von Grenzen, Gewalt, militärischer Auseinandersetzungen, Abbau von Demokratie, etc. 

Eine fatale Entwicklung, die durch individuelle Gefühlsregungen und Idealen, schnell zu einem unreflektierten Massenideal wird und einen unkontrollierbaren Einfluss auf die Entwicklungen unserer Zeit nehmen wird.“

Die Frage danach, welchen Stellenwert der Mensch nach der Industrie noch hat, ist wohl mit eine der wichtigsten im Kampf gegen Klimawandel und humanitäre Krisen der Zukunft. Vielen Dank für das kurze Gespräch. 

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Das Interview führte ein befreundetes Unternehmerehepaar im Rahmen einer online-Veranstaltung.


ChiemgauInnovativ

Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft - Future World

Signalisieren die vielen Unwetter die Stürme unserer Zeit?  Paradoxe Gemeinsamkeit wie Feuer und Eis

Wer ist eigentlich Antreiber des oft betonten Wandels unserer Zeit, wieso soll das was einem im Leben widerfährt, selbst verursacht sein… diese und ähnliche Fragen, bekomme ich gelegentlich nach meinen Vorträgen zum Thema „Gesundes Business im Wandel“ gestellt. Meine bisherigen Antworten liessen nur jene Verdächtige zu, die schnell zur Verantwortung herangezogen werden können und üblicherweise so genannt werden. Wunderbar, alle schienen zufrieden mit jenen Ausführungen. 

Wirklich alle, schoß es mir durch den Kopf, als ich bemerkte, daß mich selbst, eben solche und ähnliche Fragen zunehmend beschäftigten und ich keine Ruhe mehr zu finden schien. Die Welt verändert sich rasant, doch was sind die Ursachen hierfür und wie können wir diesen Ursachen begegnen? Wo führt uns der globale Wandel eigentlich hin und haben wir Erdenbürger überhaupt eine Chance, die Entwicklungen auf der Welt zu beeinflussen?

 

Vielerorts besonders im Social Media ist regelmäßig zu lesen, das der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen und die Zukunft selbst zu gestalten soll. Jedoch wird nirgendwo über die essenziellen Entscheidungen, die dabei zu berücksichtigen sind, gesprochen. Hierüber hüllen sich viele sogenannte Erfolgs- und Motivationstrainer in scheinbar einvernehmlichen Schweigen. Doch genau hier beginnt erfolgreiche Veränderung; wer Gestalter seiner Zukunft werden möchte, kommt nicht umhin, sich mit verschiedenen grundlegenden und übergeordneten Fragestellungen, die nicht nur den eigenen kleinen Kosmos betreffen, auseinanderzusetzen. Persönliche Veränderungswünsche resultieren nicht selten durch ein unbefriedigendes stark beeinflussendes Weltgeschehen. 

 

Was genau sind nun die Triebfedern in stürmischen Zeiten, die das Bedürfnis nach Veränderung auslösen?

Seit einigen Jahren spüren wir deutliche, beinahe rasante Veränderungen der Verhältnisse von Kapitalflüssen, Nationalstaaten, Arbeitskräften oder Verbrauchermärkten im Rahmen der stark vernetzten globalen Wirtschaft, mit ihrem ganzheitlich agierenden Gebilde. Darüber hinaus verändern sich immer schneller politische, wirtschaftliche und militärische Machtverhältnisse auf unserem Globus. Diese Veränderung unterscheidet sich radikal von der Geschichte. Jetzt schon sind Verschiebungen deutlich zu beobachten; verschiedene Einflüsse und diverse Initiativen verlagern sich bereits vom Westen in den Osten, von den reichen Ländern in aufstrebende Entwicklungsländer beziehungsweise in „neue“ Machtzentren, von Nationalstaaten zu privaten Akteuren und von politischen Systemen zu Märkten.

Die elektronischen Kommunikationsnetzwerke weltweit, verbinden und beeinflussen Milliarden Menschen in ihren Gedanken und Gefühlen. Sie werden an schnell wachsende Datenvolumina regelrecht angebunden. Was zur Folge hat, daß durch intelligente Netze, die eingebettete Sensoren beinhalten sowie intelligente Technik, zunehmend Aufgaben für den Menschen übernehmen, die unsere menschlichen naturgegebenen Denkkapazitäten übersteigen. Folglich wird der Mensch regelrecht überflüssig.

 

Selbstbetrügerisches Handeln

Unser rasantes wenig bis gar nicht nachhaltiges Wachstum, basiert auf beinahe paranoid-schizophrenen, jedoch allgemein anerkannten Kriterien und macht uns blind für die zerstörerischen Folgen unseres selbstbetrügerischen Handelns. Dieses Wachstum betrifft sowohl den Verbrauch von Ressourcen, Mutterboden, Süßwasservorräte, Umweltverschmutzung, Produktionsleistungen, Verdrängung von Tier- und Pflanzenwelten als auch die Gesamtbevölkerung und damit verbunden des Städtewachstums. 

Das Spiel der Macht geht sogar soweit, Schicksal und Evolution selbst in die Hand nehmen zu wollen und Grenzen zwischen den Arten aufzulösen oder gar neue „Kreaturen“ zu erfinden. Möglich wird das durch evolutionäre Entwicklungen in der Gentechnik, der Materialwissenschaften, Biologie und Biochemie, durch Veränderungen des molekularen Aufbaus fester Substanzen ebenso, wie den Stoff des Lebens neu zu weben und somit Einfluss zu nehmen auf Wesenszüge, Charakteristika, Formen und Eigenschaften von Tieren Pflanzen und sogar auf uns Menschen selbst. Der perfekte Mensch muss erschaffen werden. Willkommen in einer brave new world. In der Folge entstehen völlig neue Beziehungen zwischen unserer Spezies und den Ökosystemen unseres Planeten. Besonders beeinflusst und betroffen sind unsere empfindlichsten Ökosysteme, von denen unser aller Erfolg abhängig ist und weiter abhängig sein wird: unsere Atmosphäre und unser Klima. 

Hiergegen erscheinen sogenannte neue technische Veränderungen, beispielsweise in der Industrie, der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft, die auf eine gesunde und ausgewogene Beziehung zwischen unserer Zivilisation und unserer Zukunft zielen, regelrecht grotesk.

 

Vergangenheit ist nicht vergleichbar

Unsere Zukunft wird nicht mehr mit Veränderungen der Vergangenheit vergleichbar sein. Die Unterschiede zeigen sich künftig mehr in qualitativer Sicht. Es hat noch nie so viele evolutionäre Umwälzungen gegeben, die zeitgleich viele Chancen und Risiken nebeneinander beinhalten. Ebenso wenig gab es in unserer Vergangenheit so extreme Veränderungen wie heute, die so eng miteinander verwoben sind, das selbstzerstörerische Abhängigkeitsverhältnisse entstehen. Das ungesunde Klima in der Weltführung spiegelt die Beeinträchtigung des Handelns in der Weltgemeinschaft ebenso wieder, wie wirtschaftliche Führungs- und Selbstführungskrisen. Bevor der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen kann, muss das Zusammenspiel verschiedener Triebfedern verstanden und das nicht gänzlich unkritische Vakuum in der Weltführung aufgelöst werden. 

In der Vergangenheit haben sich unsere Sichtweisen auf die Zukunft immer wieder verändert. Jede Kultur hat dabei scheinbar eine jeweils eigene Art Zukunftskonzept. Für die einen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beispielsweise ein wiederkehrender Kreislauf, für andere wiederum ist Zukunft das Leben nach dem Tod, etc. 

Unser naturgegebener Hang zum Zukunftsoptimismus lässt sich mit den vielfältigen Bedenken, die uns beinahe täglich heimsuchen, kaum in Einklang bringen. Der Gedanke an die Zukunft wirft nicht selten auch einen Schatten auf die Gegenwart. Optimistischer Glaube kommt in diesem Zusammenhang einem Gebet gleich. Gebete haben durchaus eine spirituelle Kraft, wenn man an sie glaubt und sein Mindset nach ihnen ausrichtet. Das heißt, wer betet muss auch seine Füsse bewegen oder anders ausgedrückt, wer betet ohne zu handeln oder Optimismus ohne entsprechendes Engagement an den Tag legt, bringt damit unbewusst eine passive Aggression gegenüber der Zukunft und sich selbst zum Ausdruck. Gespeist durch Enttäuschungen verschiedenster Art, die uns immer wieder ereilen, werden unser Vertrauen in die Zukunft immer häufiger erschüttert. Verzweiflung tritt an die Stelle der Hoffnung. Quälende Fragen wie, warum geschieht mir das, welche Hebel muss ich in Bewegung setzen, welche Knöpfe müssen gedrückt werden, wer ist verantwortlich, habe ich genügend Kraft zur Veränderung, etc. treiben uns um.

Und dennoch wissen wir durch unsere Verbundenheit sowie durch Erfahrungen und Berichten von Zeitzeugen, daß unser gegenwärtiges Handeln, unsere Zukunft verbessern kann, wenn wir das Wissen der Vergangenheit richtig zu nutzen verstehen.

Der Zauberlehrling“ aus Goethe’s Faust bringt es auf den Punkt:

In Abwesenheit seines Meisters, haucht ein junger Mann einem Besen, mit dem er eigentlich die Werkstatt reinigen soll, mit Hilfe eines Zauberspruches seines Meisters, Leben ein. Doch der Besen ist unerwartet nicht mehr zu bändigen. Verzweifelt versucht der Lehrling, der zunehmenden Rage des Besens, Einhalt zu gebieten, indem er ihn mit seiner Axt in zwei Teile spaltet. Der Besen jedoch verdoppelt sich in der Art, das jede Hälfte zu einem neuen belebten Besen auswächst. Erst nachdem der Meister zurückkehrt, kommt wieder Ordnung in den Haushalt.

 

Fazit

Jeder von uns ist Meister seines eigenen Lebens. Nimm’ es als solcher in deine Hände, fange an dich zu bewegen, wenn du betest vergiss dabei das Handeln nicht, sei optimistisch und engagiert. Übernehme die Verantwortung für deine Zukunft und gestalte sie, bevor du durch die Stürme der Zeit, gestaltet wirst.

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