Intakte Ökosysteme - 1. Die Wasserkrise

Mein Projekt: Down to Earth!

Intakte Ökosysteme - Teil 1. Die Wasserkrise

Wasser ist ein öffentliches Gut und zudem ein Menschenrecht.

Dennoch gibt es laut Maude Barlow (Autorin, ehem. UN-Beraterin für Wasserwirtschaft, Mitbegründerin des Blue Planet Project), kein wasserreiches Land auf der ganzen Welt, das keine Probleme hat. 

Schauen wir uns kurz zusammengefasst, ein paar Fakten an:

1. Verteilung des Wassers in der Welt:

Wasseranteil weltweit ca. 97,5 % über die Ozeane. Davon 2,5 % süßes Trinkwasser. 

Süßwasser befindet sich zu ca. 79 % in Eisdecken und Gletschern. Darin enthalten in etwa 20 % Grundwasser, von dem nur 1 % leicht zugängliches Oberflächenwasser ist.

Dieses wiederum setzt sich wie folgt zusammen:

  • 52 % Seen
  • 38 % Bodenfeuchte
  • 8 % Atmosphärischer Wasserdampf
  • 1 % Wasser in Lebewesen
  • 1 % Flüsse

Festzuhalten ist, daß leicht zugängliches Wasser eine knappe Ressource darstellt. Nur ein geringer Anteil des gesamten Wassers auf unserem Planeten ist unmittelbar als Trinkwasser für den Menschen geeignet. Der zunehmende Wasserverbrauch hat sich seit 1970 in etwa verdreifacht, bei einem jährlichen Bedarf von ca. 64 Mrd. Kubikmeter. 

2. Extreme Dürre- und Hitzeperioden, die den Wasservorrat beeinflussen:

1983 - 1985
Dürren in Äthiopien, Eritrea und Sudan. 450000 Menschen erleiden den Tod durch Verdursten.

1990
Das UN-Umweltamt erklärt die Austrocknung des Aralsees, ein abflussloser Salzsee in Zentralasien, zur schlimmsten ökologischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

2008
Die UN schätzt, das wöchentlich 42000 Menschen an Krankheiten sterben, die mit schlechter Wasserqualität und unzureichender Sanitärversorgung zu tun haben. 

2011 - 2017
Kalifornien erlebt eine der stärksten Dürren der Geschichte und betrifft Landwirtschaft, Natur und den Alltag.

2017
Extremer Wassermangel in Rom, Italien. Brunnen wurden abgestellt, das Wasser bei 40 Grad anhaltender Hitze rationiert.
Maude Barlow erklärt, dass die Hälfte der Flüsse in China seit 1990 verschwunden sind. 

2020
Australien erlebt einen bis dahin nie da gewesenen Hitzerekord mit verheerendem Großflächenbrand, inklusive Toten und weitreichenden Folgen für Mensch und Tier. 

2021
Erneut Hitzerekord in Kalifornien und seiner umliegenden Staaten, Nevada, Utah, Arizona und Teile von Colorado neben den flächendeckend anhaltenden Dürren und Rationierung des Wasser mit 46,7 Grad. 50 Millionen Menschen sind betroffen. Arizona verzeichnet in der Hauptstadt Phoenix 48 Grad während im Death Valley 54 Grad gemessen werden. Temperaturen jenseits der 40 Grad stellen eine Gefahr für Leib und Leben ebenso wie für die Natur dar. In 2020 starben im County Maripoca, Arizona mehr als 300 Menschen den Hitzetod, im April 2021 sind bereits drei Menschen in Folge anhaltender Hitze ums Leben gekommen.

 

Wasserstress

Der Wasserstress auf dieser Welt entsteht dann, wenn ein hoher Anteil der erneuerbaren Wasserressourcen entnommen wird. Oder anders ausgedrückt, wenn viele Nutzer um diese begrenzte Ressource konkurrieren.

Um das zu verhindern, müssen die Zusammenhänge des gesamten Ökosystems und die Folgen unseres Wirkens auf diesem Planeten verstanden werden. 

Der Wassermangel ist neben dem Klimawandel eines der dringlichsten ökologischen und menschlichen Krisen des 21. Jahrhunderts. Wasser ist ein Gemeingut und ein grundlegendes Menschenrecht der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zunehmend wird der Wasserkreislauf durch verschiedene Faktoren, wie Verschwendung, Verschmutzung und Überkonsum massiv gestört, sodaß der natürliche Austausch zwischen Atmosphäre, Gewässern und Boden nicht kontinuierlich stattfinden kann. In der Folge bricht eine zuverlässige Wasserlieferung weg. Besonders deutlich zeigt sich die Wasserknappheit in Entwicklungsländern, in denen Frauen und Kinder über kilometerlange Strecken zu Fuß bewältigen müssen, um an wenige Tropfen Wasser zu gelangen. Diese Entwicklung wird sich weltweit ausbreiten, wenn wir hier nicht radikal einschreiten und Wasser als eine endliche Ressource im Kampf um das Klima und um intakte Ökosysteme ernst nehmen. 

In Hyderabad einem indischen Slumgebiet beispielsweise stehen im Jahr 2007 unzählige Menschen an, um Wasser aus einem Tankwagen rationiert abgefüllt zu bekommen. 2018 erlebt Indien eine schwere Wasserkrise, die nach derzeitigem Kenntnisstand bei anhaltender Entwicklung in ca. 2030 übertroffen werden dürfte. Dann wird der Bedarf an Wasser das Wasserangebot bei weitem übersteigen. 

Weltweit ist für ca. 1,1 Mrd. Menschen Wasser nur schwer zugänglich. 2,7 Mrd. Menschen erleiden aufgrund des Klimawandels mindestens einen Monat pro Jahr Wassermangel. Auch wenn die Erdoberfläche zu 70 % von Wasser bedeckt ist, handelt es sich um salziges Meerwasser. Lediglich 0,014 % sind zugängliches Süßwasser. Wie oben erwähnt halten Seen, Flüsse und Grundwasserleiter Süßwasser bereit. Grundwasserleiter sind poröse, wasserhaltige Gesteinsschichten, die auch Aquifere genannt werden. Der geringe Süßwasseranteil findet in allen Lebensbereichen von Mensch und Tier Verwendung. Genutzt wird es zum Waschen, Trinken, Nahrungsmittelzubereitung, zur Feldbewässerung sowie in der Industrie. Pflanzen und Landtiere benötigen Süßwasser zum Überleben. Die Wasserkrise betrifft im wahrsten Sinn alle Land-Lebewesen auf diesem Planeten.

 

Verschwendung von Wasser

Die Weltbevölkerung wächst und damit wird in der Folge mehr Wasser benötigt. Leider wird besonders in Industrieländern mehr Wasser verbraucht, als unbedingt notwendig wäre und damit verschwendet. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser in Industrieländern ist in etwa zehnmal so hoch wie in Entwicklungsländern. 

Hinzu kommen die Dürreperioden, die Wasserquellen weltweit austrocknen lassen, wie z. B. in Rio Grande zwischen Mexiko und den USA, oder in Italien, das 2017 alle Brunnen in Rom aufgrund der anhaltenden Hitze abstellen musste. Zudem sind viele Gewässer weltweit stark verschmutzt. Der Citarum in Indonesien oder der Ganges in Indien sind die zwei meist verschmutzten Flüsse der Welt. Die Weltmeere sind von Plastikmüll durchzogen, die das Ökosystem der Meere selbst an vielen Stellen bereits zerstört hat. Wenn wir weiter zulassen, dass unsere Ökosysteme weltweit Schaden nehmen bis hin zur totalen Zerstörung, werden 2030 sicher zwei Drittel der Weltbevölkerung unter massiven Wassernotstand leiden.


Lebensstil nimmt Einfluss auf den Verbrauch 

Seit 1970 hat sich der Verbrauch von Wasser verdreifacht. Jährlich steigt der Wasserbedarf etwa um 64 Mrd. Kubikmeter. Die Ursachen sind vielfältig in unserem Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten zu finden, die den pro Kopf Verbrauch enorm steigern. Zum einen wächst die Weltbevölkerung um 80 Millionen Menschen jährlich. Zum anderen wird Wasser industriell genutzt, die Produktion von Biokraftstoffen benötigt für die Herstellung von einem Liter Biokraftstoff zwischen 1000 und 4000 Liter Wasser. Die Hälfte der natürlichen Feuchtgebiete sind im vergangenen Jahrhundert der industriellen Nutzung zum Opfer gefallen. Ihre Flächen wurden zur Flächennutzung trocken gelegt oder mehr Grundwasser entnommen als nachgeliefert. Durch das Verschwinden der Feuchtgebiete sind auch Pflanzen- und Tierarten, die in Feuchtgebieten beheimatet waren, verschwunden. Gut die Hälfte unseres Trinkwasser, ist Grundwasser. Hierzu werden jedes Jahr ca. 1000 Kubikmeter Wasser aus den Aquiferen entnommen, um den Bedarf in der Landwirtschaft (2/3), privaten Haushalten (22 %) und der Industrie (11 %) zu decken. Da sich viele Grundwasserleiter langsamer füllen als Wasser entnommen wird, sinkt die Fördermenge. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel, was zur Austrocknung ganzer Seen und Flüsse führt. Die Flüsse in China haben auf diese Weise 1990 die Hälfte ihrer gesamten Längen eingebüßt. Der Winnipegsee oder der Ogallala-Aquifer in Nordamerika schrumpfen durch stete Entleerung. Brasilien als die wasserreichste Nation der Erde, hat inzwischen durch Überbeanspruchung und Hitzeperioden enorme Versorgungsprobleme, die immer häufiger auch zu Konflikten führen. 


Physische und natürliche Wasserknappheit

Die Knappheit von Wasser lässt sich in physische und natürliche Knappheit einteilen. In Regionen, wie in Nordafrika, auf den arabischen Halbinseln, in Zentral- und Südasien, Nordchina oder im Südwesten der USA, sind die natürlichen Wasservorkommen von Natur aus knapp. Ökonomische Wasserknappheit kommt vor, wenn Wasser zwar vorhanden ist, aber die Infrastruktur zu dessen Nutzung fehlt, wie beispielsweise in der Subsahara Afrikas oder Teile Mittelamerikas. Dort können die Bewohner nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen. Die nächste Wasserquelle ist oft stundenlange Fußmärsche weit entfernt. Häufig sind es Kinder, die den Schulunterricht versäumen für einen Schluck Wasser, den sie für ihre Eltern besorgen müssen. 


Populationen bilden sich zurück, Tiere sterben aus

Der Wassermangel ist für alle Land-Lebewesen auf der Welt ein lebensbedrohlicher Zustand. Verschmutztes oder gar kein Wasser lässt Menschen krank werden und verdursten. Für Tiere bedeutet Wasserknappheit das Aussterben oder einen starken Rückgang verschiedener Arten. Die Flusssysteme des Amazonas und des Orinoco sind durch Schwermetalle aus dem Bergbau vergiftet, was den Amazonasflussdelfin fast aussterben lies. Aber auch die vielen Staudämme belasten die Tierwelt im Wasser, da die Fische von denen sich der Flussdelfin ernährt, nicht mehr zu ihren Laichgründen vordringen können. Vom Aussterben bedroht ist der chinesische Riesensalamander, eine der größten Amphibienarten, aufgrund der Staudämme für die Wasser- und Stromversorgung der Bevölkerung.

Mit unseren Wasserbauwerken greifen wir empfindlich in den natürlichen Lauf von Flüssen ein und schädigen dadurch die Lebensräume der dort lebenden Tiere. 


Ein ganzheitliches Ökosystem-Management ist notwendig

Um die Wasserkrise in den Griff zu bekommen müssen Ökosysteme feinsäuberlich organisiert werden. Kläranlagen könnten nach heutigem Wissenstand und bautechnischen Möglichkeiten, mit sauberer Energie betrieben werden. Abwasser kann zur Bewässerung der Anbauflächen von Biokraftstoffen genutzt werden, die dann wiederum Trinkwasseraufbereitungsanlagen antreiben. Nebenbei würden keine Emissionen von Treibhausgasen freigesetzt. 

Selbst Abwasser lassen sich mit Hilfe moderner Technik direkt wieder in Trinkwasser umwandeln. Bisher waren bzw. sind dafür enorme Energieaufbringung erforderlich, die die Treibhausgasemissionen in die Höhe schnellen lässt, so der Weltklimarat (IPCC). Sonnenernergie würde dem entgegenwirken und keine CO2-Emissionen freisetzen. Ähnlich der Entsalzungsanlagen im Mittleren Osten, die zunehmend mit Sonnenenergie anstelle von Öl betrieben werden. Auch Regenauffanganlagen können in Gebieten zum Einsatz kommen, die beispielsweise von Monsunen betroffen sind. Die saisonalen Niederschläge in den Monsunzonen fließen in verunreinigte Gewässer und bleiben ungenutzt. Auch in Europa, in dem wir den Klimawandel durch Unwetterzellen und Hitzeperioden mit Vertrocknung der Böden deutlich spüren, können Regenauffanganlagen bei Starkregen genutzt und zusätzliches Wasser gewonnen werden. 

Da sich Wasser und seine Einsatzgebiete nun einmal nicht an Ländergrenzen halten, sind internationale weitreichende Abkommen zwingend erforderlich. Ohne die Verringerung der Wasserverschmutzung und der unnötigen Verschwendung von Wasser in Industrie und Landwirtschaft werden wir die Wasserknappheit nicht besiegen. Besonders in den Entwicklungsländern sind heute schon neue, moderne Methoden zur Wassergewinnung und Aufbereitung für die dort lebenden Menschen überlebenswichtig. 


Wasser muss recycled werden, um die Biodiversität durch neue Biotope  zu fördern.
 

Ein Beispiel für Wasserrecycling lässt sich in Südaustralien finden. Im Stadtteil Salisbury in Adelaide konnte die Entnahme von Wasser aus dem Fluss Murray und der Aquiferen um die Hälfte verringert werden. Abwässer aus Kläranlagen werden gereinigt und zusammen mit Regenwasser aus der Kanalisation in ein System aus 50 Feuchtgebieten abgeleitet. In diesen Feuchtgebieten übernehmen Schilf und andere Pflanzen die weitere Reinigung des Wassers, um es anschließend als Nutzwasser in separaten Leitungen wieder in die Stadt zu befördern. Genutzt wird dieses Wasser zur Toilettenspülung, zur Gartenbewässerung, in PKW-Waschanlagen und Springbrunnen. Wasserrecycling dieser Art ist nicht nur nachhaltig, sie fördert und erhält auch die gesamte Artenvielfalt, bestehend aus Vögeln, Enten, Löffler, Reiher, Pelikane, Kormorane, Wattvögel, Amphibien, Fische und Wirbellose in den Feuchtgebieten. 

Fazit

Ich glaube, dass diese Welt noch nicht aufgewacht ist. Zu viele Skeptiker bezweifeln trotz aller wissenschaftlicher Beweise und inzwischen auch bei uns eingetroffenen sicht- und spürbaren Veränderungen der Klimaverhältnisse, etwa Superzellen, extreme Hitzewellen, Dürre auch in Deutschland, den Klimawandel und damit die Wasserknappheit. Der Klimawandel und die Wasserkrise werden und sind bereits die bedrohlichste und größte Krise der Menschheitsgeschichte, vor der wir alle stehen und Verantwortung übernehmen und endlich handeln müssen.

Das Leben selbst braucht Wasser!
Ohne ein Recht auf Wasser, wird das Recht auf Leben verweigert.
 


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Gabi C. Stratmann

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Quellen: 

Blue Covenant: The Global Water Crisis and the Coming Battle for the Right to Water (Maude Barlow)

Blaues Gold: Das globale Geschäft mit dem Wasser (Maude Barlow)

https://ec.europa.eu/environment//pubs/pdf/factsheets/water_scarcity/de.pdf

https://www.oxfam.de/english


Beratung

Die Welt im Wandel - Wir müssen handeln

Die Welt im Wandel - Warum handeln wir nur rudimentär

Wissen allein reicht nicht aus, wir müssen handeln.

Die Coronapandemie hat eines ziemlich klar verdeutlicht, wir haben uns weltweit in einer Art Dornröschenschlaf befunden und die Bedrohungen durch das Fortschreiten der Erderwärmung entweder kaum wahrgenommen oder aber verdrängt. Tatsächlich sind wir mit der Tatsache konfrontiert, dass morgen bereits heute ist. Und das in einer Dringlichkeit, wie niemals zuvor. Wir versuchen, das Rätsel des Lebens und der Geschichte zu entfalten. Was wir in der modernen Welt übersehen, ist der Zeitpunkt des zu spät seins. Zögern ist der größte Dieb unserer Zeit. Im lifestyle der Moderne schreien wir förmlich nach mehr Zeit, um in ihrem Lauf für einen Moment inne zu halten. Die Zeit aber ist taub für jede Bitte, sie eilt uns davon. Martin Luther King Jr. kleidete 1967 die Dringlichkeit zum Handeln, in folgende Worte, Zitat: „Über den gebleichten Knochen und den durcheinander gewürfelten Überresten zahlreicher Zivilisationen stehen die pathetischen Worte geschrieben: ‚Zu spät‘.“

Was Martin Luther King Jr. seinerzeit auf den Vietnamkrieg bezog, lässt sich im übertragenen Sinn auf die heutige Lebenssituation der Menschheit im Umgang mit Krisen übertragen. Seit Jahrzehnten  steigen die Temperaturen auf der Erde, wir emittieren enorme Mengen Treibhausgase in die Atmospähre, besonders Kohlendioxid (CO2), wundern uns über Naturkatastrophen und wiegeln diese zugleich ab, Wetterkapriolen hat es ja schließlich immer schon gegeben und setzen diesen Trend bis dato fort. Ungehört aller Warnungen, die aus den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen seit Jahren ertönen. Wenn dieser Trend weiter anhält, werden sich die Lebensbedingungen weltweit extrem verschlechtern. Einige Weltregionen werden unbewohnbar werden. 

  • Ist es uns egal, welche Luft unsere Kinder und Enkelkinder eines Tages atmen werden?
  • Ist es nicht wichtig, welches Essen sie in der Zukunft zu sich nehmen werden?
  • Sind unsere eigenen kurzfristigen Interessen wirklich wichtiger, als die Träume all unserer Nachkommen?
  • Dürfen wir uns das Recht heraus nehmen, uns über alles zu stellen?

Wenn ich mir diese Welt so anschaue, stelle ich mir die Frage, ob der Menschheit der Ernst der Lage klar ist und sich bewusst macht, dass es um die Zukunft der Menschheit selbst geht. Wir brauchen ein gesundes Klima mit intakten Ökosystemen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Salopp ausgedrückt, müssen wir das Ruder herumreissen. Gelingt uns das nicht, werden wir der Lage nicht mehr Herr werden. Ähnlich wie bei der Bewältigung der Coronapandemie muss das Prinzip der Vorsorge auch bei der Bewältigung der Klimakrise immer Vorrang haben. Beim Bestreben, die planetaren Grenzen auszuloten sind wir sehr nah am Kipppunkt. Wir sollten nicht Schicksal spielen und versuchen, selbst herausfinden zu wollen, ab welcher Erwärmung und weiterer Vermüllung unseres Planeten gefährliche Kaskadeneffekte eintreten werden. 

Bei allem Wissen um die Sachlage, handeln wir wie eh und je im „Weiter so“. Die steigenden Temperaturen würden in einigen Regionen dieser Welt bei einem ungebremsten Klimawandel, derart in die Höhe schnellen, dass diese Regionen unbewohnbar werden würden. Inseln und Küstenregionen würden im ansteigenden Meeresspiegel versinken. Eine extreme Verschlechterung der Welternährungssituation wäre vorprogrammiert. Die Weltwirtschaft  würde dramatische Einbußen hinnehmen müssen bis hin zum Kollaps. In der Folge käme es zur Verschlechterung der weltweiten Sicherheitslage. 

Industrieländer stehen allein schon aus der Historie heraus in der Verantwortung

Bis heute beherrschen ungezügeltes Gewinnstreben, Kapitalismus und eine unerträgliche Kurzfristigkeit im Denken das wirtschaftliche Treiben. Die Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien und einer modernen Kreislaufwirtschaft wird nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Theoretisch ist man sich in Teilen einig, dass diese Sinn machen, wenn es um die Umsetzung geht, stellt man sich taub.

Neue populäre Märkte greifen empfindlich in das Marktgeschehen ein, die den Menschen auf seine Psyche reduzieren und diese als das neue Aktienkapital für sich entdeckt haben. Ohne auch nur Ansatzweise die Verantwortung für nachhaltiges Handeln zu übernehmen. Lifestyle auf Kosten der Umwelt ist die Devise. Ein rechtsgerichteter Populismus zielt auf Machtstreben und leugnet den Klimawandel. Eine allzu zögerliche Politik, die sich in internen Verstrickungen zu verlieren scheint und lieber den Paragrafenjungel erweitert, erschweren die Einführung innovativer Technologien. 

Warum handeln wir hier derart zurückhaltend

Die Bedrohungen des Klimawandels sind, wie in der Coronapandemie auch, abstrakt und für viele Menschen nicht offensichtlich genug, um sie als Bedrohungslage wahrzunehmen. Treibhausgase wie CO2 sind für uns unsichtbar. Der Himmel verfärbt sich mit ihrem Anstieg nun einmal nicht in eine braune Suppe. Wäre das der Fall, sehe die Sache schon anders aus, unter einem dreckigen Himmel möchte niemand leben. Nun höre ich förmlich den ein oder anderen schon sagen, so ein Blödsinn. Man stelle sich eine wochenlange Nebelsuppe vor oder tagelanges Grau in Grau am Himmel, da schreien schon die Meisten, sie wollen endlich Sonne sehen, das Wetter schlägt aufs Gemüt. Habe ich Recht?

Menschen handeln nur dann, wenn sie unmittelbar betroffen sind. In den 1960er, 1970er und 1980er Jahren litt Deutschland unter Smog. Ballungsgebiete wie das Ruhrgebiet waren besonders stark betroffen, Menschen wurden krank, einige starben. Die Politik hat mit der schrittweisen Einführung der Rauchgasentschwefelung bei Kohlekraftwerken und des Katalysators bei PKW's gegengesteuert. Beim Ausstoß aus den Kohlekraftwerken bildete sich giftiger Schwefel, der in die Atmosphäre gelangt ist. In Verbindung mit Regentropfen entsteht gefährliche Schwefelsäue. Dies musste verhindert werden. Der Katalysator behinderte den Ausstoß von Kohlenmonoxid, krebserregenden und ozonbildenden Kohlenwasserstoffen sowie Stickoxiden. Dadurch wurde die Luft nach und nach sauberer. Im wahrsten Sinne des Wortes, konnte die Luft wieder geatmet werden. Auch die Wälder waren durch den sogenannten sauren Regen stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Folge trat Waldsterben ein.

Der schärfste Widerstand gegen die Einführung des Katalysators kam aus der Automobilindustrie. Man hatte Sorge, dass die Einführung die Branche ruinieren würde. Das Jammerland Deutschland, mit seinen Jammerclubs, beherrscht kontraproduktive Debatten seit jeher. Die KFZ-Branche war in dem Zusammenhang zu einem früheren Zeitpunkt auch gegen die Einführung der allgemeinen Gurtpflicht. Der Fahrspaß und die Sitzfreiheit würde dadurch gemindert. War etwas anderes zu erwarten? 

Der Unterschied zu Heute war, dass sich die Politik damals gegen die Interessen der Wirtschaft klar durchgesetzt hat. Das Wohl der Bevölkerung stand im Vordergrund. Ein weiteres Beispiel für das richtige Handeln entgegen wirtschaftlicher Interessen Seitens der Politik zeigt das Montrealer Protokoll1, zum Schutz der Ozonschicht vom September 1987. 

Was war geschehen?

Politik und Wissenschaft befanden sich in einem regelrechten Schockzustand. Im Mai 1985 veröffentlichen britische Wissenschaftler ihre Messungen und Ergebnisse, die sie in der Antarktis gemacht hatten in der Fachzeitschrift Nature2: Die Weltöffentlichkeit erfährt erstmals von der Existenz des Ozonlochs über der Antarktis. Das Traurige daran, wie könnte es anders sein, Wissenschaftler warnten Jahre zuvor schon das Substanzen, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe, weitläufig bekannt unter dem Kürzel FCKW, schädlichen Einfluss auf die stratosphärische Ozonschicht in 15 bis 30 Kilometer Höhe nehmen können. Da man Anfangs davon ausging, das sich die Verluste der Schutzschicht im Rahmen halten würden und keine Gefahr für das Leben auf der Erde bestünde, schlug die Tatsache über das Ausmaß des Ozonlochs ein wie eine Bombe. Trotz des Wissens über die grundlegend schädigende Wirkung des FCKW hatte die Wissenschaft ein Ozonloch über dem Südpol nicht vorhergesehen, zumal die Satellitendaten der NASA, die die Ozonschicht vom Weltraum aus beobachtet haben, unauffällig waren. Ursächlich war die Anfälligkeit der digitalen Welt, auf die sich die Menschheit besonders heute viel zu sehr verlässt. Die Software zur Auswertung der Ozonmessungen hatte die niedrigen Werte als Fehler ausgelesen und im Datenmüll entsorgt, ohne das diese hätten ausgewertet werden können. Niedrige Ozonwerte konnte sich bis zur Entdeckung des Ozonlochs niemand vorstellen, man nahm Messfehler an. Der verhängnisvolle Umstand konnte erst nach der Entdeckung durch die Analyse der Originaldaten des Satelliten erkannt und die Existenz des Ozonlochs bestätigt werden. 

Ein Beispiel für abstrakte Sachverhalte mit Bedrohungslagen, die allzu gerne zunächst einmal verharmlost bis geleugnet werden. Die Bedrohungslage war damals ähnlich wie heute, denn die Bewohnbarkeit des Planeten stand auf dem Spiel. Die stratosphärische Ozonschicht filtert die lebensfeindliche ultravioltte Strahlung, damit diese nur in geringen Mengen auf die Erdoberfläche trifft. Das Montrealer Protokoll inkl. Nachfolgeabkommen regelt die weltweite Umsetzung zur Vermeidung von FCKW. Sowohl in der Industrie als auch in privaten Haushalten. FCKW-freie Kühlschränke sind heute weltweiter Standard. In der Folge reduziert sich das Ozonloch, gleichwohl existiert es noch. Es wird Jahrzehnte dauern, bis es sich ganz geschlossen haben wird, wenn wir die Bedrohungen des heutigen Klimawandels ernst nehmen. 

Das Drama um die Ozonschicht zeigt in aller Deutlichkeit auf, dass die Wissenschaft ihre Berechtigung hat und Warnungen vor Umweltrisiken und Gesundheitsgefahren ernst genommen werden sollten. Besonders in Politik und Wirtschaft. Die abwartende Haltung trotz allen Wissens wird in Zukunft fatale Folgen nach sich ziehen. Unvorhergesehene Dinge, wie das Coronavirus in dieser lebensbedrohlichen Form, können zu jeder Zeit auftreten. Bei allen Diskussionen über den Umgang der Weltgemeinschaft mit Bedrohungen unserer Zeit, explizit der Erderwärmung, gilt dies zu berücksichtigen. Wissenschaftlich wird es immer die ein oder andere Detaillücke geben. Was den Klimawandel betrifft ist Faktenlage eindeutig. Es darf keinen weiteren Aufschub geben. Politik, Wirtschaft und alle anderen Gesellschaftsschichten müssen entschlossen handeln. 

Klimakrise darf nicht ideologisiert werden

Unter Präsident Trumb ist die Klimakrise in den USA zwischen die Mühlsteine von Republikanern und Demokraten geraten. In Deutschland sitzt die AFD, die keinen außergewöhnlichen Temperaturanstieg erkennen will und noch mehr den menschlichen Einfluß auf das Klima leugnet. Die Grünen ideologisieren die Klimakrise als Mittel zum Zweck. Der Klimawandel spaltet ganze Gesellschaften und wird zum Spielball von Machtinteressen.

Physik ist unbestechlich

Die Physik interessiert keine Wahlprogramme, man kann mit ihr weder Verhandeln noch Kompromisse eingehen. Die Physik macht es sich ganz einfach, je mehr Treibhausgase sich in der Luft befinden, umso höher steigen die Temperaturen. Basta.

Climate Change braucht Verantwortung, Verzicht und Vernunft. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um vom Wissen ins Handeln zu kommen. Viele Menschen trifft die Erderwärmung bereits in ihrem Alltag. Die Weltbevölkerung muss die Ängste vor Veränderungen ablegen. Energiebeschwörer sollten sich für innovative Lösungen interessieren und die Psyche des Menschen unangetastet lassen. Stattdessen lieber alles daran zu setzen, den Anteil an erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen. In 2019 lag die Netto-Stromproduktion immerhin schon über 40 Prozent. Hätte das jemand im letzten Jahrhundert vorhergesagt, wäre er belächelt worden. Solarstrom kann für weniger als 5 Cent pro Kilowattstunde produziert werden. Ein Beweis dafür, dass die Entstehungskosten unter denen der konventionellen Energie liegen (können). Auch ein struktureller Technologiewandel liesse sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollziehen. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist ein großes Thema weltweit. Deutschland könnte es bis Ende 2022 vollziehen. Das wäre ein Ausstieg ein Jahrzehnt nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahre 2011. Damit soll veranschaulicht werden, dass wir in der Lage sind, alles zu verändern, wenn wir es nur wirklich wollen. 

Für die Innovationskraft der Menschheit gibt es keine Grenzen. 

Fazit

Vielleicht ist es ja doch noch nicht zu spät. Wenn wir nur endlich damit beginnen würden, unsere kurzfristigen Interessen nicht über die Bedürfnisse unserer Kinder und Enkelkinder zu stellen. 

Ich jedenfalls möchte weiter daran galuben.

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Gabi C. Stratmann

Anmerkung: 

1 https://www.umweltbundesamt.de/themen/30-Jahre-montrealer-protokoll-schutz.von

2 https://www.nature.com/articles/315207a0


Klimaschutz ist Menschenrecht und Pflicht

10 Points - Mehr Plan zum Klimaschutz

Internationaler Tag der Umwelt

Nach der Weltklimakonferenz im Jahr 2015 in Paris war die Welt fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich die Politik ernsthaft dem Klimaproblem annehmen werde. Bis heute ist in dem Punkt nicht viel geschehen; das Konzept der Freiwilligkeit nicht aufgegangen. Nichts weiter als Schönfärberei im bekannten Politjargon, wie „erfolgreiche Gespräche geführt“, „Einigung in aller letzter Sekunde“ oder „nach schwierigen Verhandlungen haben wir den Durchbruch erreicht“, und das bei kontinuierlich steigenden Treibhausgasemissionen. 

Als 2019 das Klimapaket der Bundesregierung vorgestellt wird, wird dieses weithin ebenso als gescheitert wahrgenommen, wie die Weltklimakonferenz in Madrid. Die Dringlichkeit des Handelns ist bei den Damen und Herren in der Politik und in Teilen auch in der Wirtschaft immer noch nicht in gänzlicher Tiefe angekommen. Zu sehr liegt der Fokus auf den Kosten, wenn es um den Klimaschutz geht. Erst mit der Wahl zum Europaparlament im Mai 2019 hat sich der Blick für die Dringlichkeit des Klimaschutzes ein wenig verändert. Ursächlich waren die Wähler, denen der Klimawandel an der Urne das wichtigste Thema war und demzufolge den Grünen erfreuliche Ergebnisse bescherte. 

Man könnte tatsächlich von langjährigem Versagen oder Verleugnen der Klimathematik in der großen Koalition sprechen. Nach überstandener Pandemie muss der Ruf nach Klimaschutz in vernünftigem Maß wieder lauter werden. 

 

Ein paar Punkte sollen die wichtigsten Handlungsfelder kurz erläutern:

1. Zusammenschluss der Welt

Die Länder, die den Klimaschutz ernst nehmen, müssen sich zusammenschliessen und mutig vorangehen. Sämtliche Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen waren bisher nicht zielführend. Federführend muss ein Land die Zügel in die Hand nehmen und die weltweite Organisation übernehmen. Das Klima muss weltweit gemeinschaftlich angegangen werden. Ein Land allein ist ein fatales Nullsummenspiel. Wir dürfen nicht übersehen, dass sich heute noch in unserer westlichen Welt Reste von Treibhausgasen unserer Vorfahren, Eltern, Großeltern durch u.a. Kohleverbrennung in der Luft befinden. Industrieländer stehen am meisten in der Verantwortung zum Klimaschutz. Während wir auf Gas und Öl umgestellt haben, ersticken Länder wie China beispielsweise unter dem Smog durch Verbrennung von Kohle.

2. CO2-Bepreisung und Subventionen

Eine CO2-Bepreisung, wie sie über die CO2-Steuer und anderen Wegen eingenommen werden soll muss in einem angemessenen Rahmen stattfinden. Solange die Bevölkerung auf keine Alternativen zurückgreifen kann, macht eine kostspielige Umverteilung bei sinkenden Einkommen und in Teilen fehlender Infrastruktur keinen Sinn. Sämtliche Subventionen, die sich klimaschädlich auswirken müssen abgebaut werden. Klimaschädliche Subventionen betreffen alle Bereiche unserer Lebensführung, wie Energie, Verkehr, Agrar etc.. Mit diesen öffentlichen Mitteln werden Umweltschäden noch gefördert, die sich negativ auf Naturgüter, wie Klima, Luft, Wasser, Boden und auf die Artenvielfalt auswirken und den weiteren Verbrauch von Rohstoffen fördern. Die Einnahmen, die über Subventionen und CO2-Bepreisung eingenommen werden, müssen für den Strukturwandel verwendet werden und überdies zum längst überfälligen sozialen Ausgleich in der Bevölkerung führen.

3. Industrie- und Entwicklungsländer 

Aus der Geschichte heraus stehen die Industrieländer in der Verantwortung und gleichermaßen in der Pflicht. Das heißt, Industrieländer müssen sämtliche Emissionen zügig und kompromisslos senken. Ihre Verpflichtung besteht in der Förderung der Entwicklungsländer sowohl finanziell als auch in der Hilfe zur Selbsthilfe, sprich Bildung und Technologietransfer. Historisch betrachtet ist das die große Chance auf weltweiten Frieden durch die Förderung von Demokratie bzw. der Vertiefung der Gespräche hin zu mehr demokratischer Freiheit in Entwicklungsländern. 

4. Erneuerbare Energien

Was wir brauchen ist viel mehr Dezentralität in der Energieversorgung. Klimaneutralität ist eine Mamutaufgabe, der wir alle gegenüberstehen. Jede Strategie auf dem Weg zur Klimaneutralität erfordert einen schnellen und intensiven Ausbau erneuerbarer Energien. Im Grunde dürfen ab sofort der Erde keine Rohstoffe mehr entnommen werden und keine fossilen Brennstoffe mehr zur Anwendung kommen. 

5. Der Luft überschüssiges CO2 entziehen

CO2 lässt sich industriell nutzen. Wir müssen realistischerweise davon ausgehen, dass es uns nicht gelingen wird, ab spätestens 2030/2040 frei von fossilen Energieträgern zu wirtschaften, was zur Folge haben wird, dass es uns gelingen muss, überschüssiges CO2 aus der Luft zu ziehen und Verfahren zu entwickeln, CO2 in den internen Wirtschaftskreislauf zu befördern, etwa zum Betreiben von Klimaanlagen, Heizsystemen, Aufbereitung von Nutzwasser, etc.  

6. Nachhaltige Investitionen

Auch wenn ich ein Freund von weniger Bürokratie bin, wird es nicht ohne Gesetze und damit (Selbst) - Verpflichtungen funktionieren, vor dem Hintergrund der bis dato gescheiterten Freiwilligkeit zum Klimaschutz. Auch hier muss der Geldfluss in die richtigen und nachhaltigen Kanäle umgeleitet werden. Die Politik steht hier klar in der Pflicht und in der Verantwortung zu seinen Bürgern. Dies ist eine Chance auf mehr Arbeitsplätze und guter und besserer Bezahlung weltweit. 

7. Die Bevölkerung am Strukturwandel mit einbeziehen

Die jeweilige Bevölkerung muss zwingend aktiv mit eingebunden werden und vom Strukturwandel auch wirtschaftlich, explizit finanziell profitieren. Es geht um eine neue Werteordnung mit neuen Arbeitsfeldern und Perspektiven. Dazu ist die gesellschaftliche Akzeptanz für den Klimawandel von Bedeutung. Nur wenn sich der Bürger um seine verantwortungsvolle Rolle im Einzelnen und in der Gemeinschaft beim Klimawandel im Klaren ist, können neue Wege erfolgreich beschritten werden.

8. Kreisförmige Unternehmensstrukturen

Wir alle müssen besonders eines lernen: uns wieder einzuschränken und uns im Verzicht zu üben. Wir leben in einer für mich vollkommen inaktzeptablen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Wir gehen beispielsweise Shoppen für den Spaßfaktor, selten aber weil wir etwas brauchen. Wir nehmen lieber schnell und bequem den PKW, statt einmal zu Fuß oder per Rad unsere Dinge zu erledigen. Es muss gelingen, alles Wirtschaften in einer gesunden Kreislaufwirtschaft vom Produktionsprozess her und in lockeren kreisförmigen (Unternehmens)-Strukturen Menschen mehr Verantwortung zu übertragen, um so Ressourcen effizient zu nutzen, mehr Flexibilität zu erlangen und eine höchstmögliche Abfallvermeidung zu erwirken.

9. Kommunikation auf das Ziel

Sowohl in der Politik als auch aus der Wirtschaft sind permanent kontraproduktive Verzichtsdebatten zu vernehmen. Das muss aufhören. Wo sind die Abenteurer, die Entdecker, die Forscher, Menschen, die eine Aufbruchstimmung erzeugen. Wir müssen lernen, den Tatsachen ins Auge zu sehen, Fakten als Fakten anzunehmen und aus ihnen heraus Erfolgsgeschichten zu machen, die die Vorteile und den Nutzen des Handelns aufzeigen. Eines ist heute absolute Realität: Nur ein aktiver Klimaschutz kann das Überleben der Menschheit noch retten.

10. Die weltweite Bevölkerung ist gefragt

Raus aus den postfaktischen Tendenzen. Die Wahlurne ist nicht das Mittel, um Klimaschutz aktiv zu betreiben. Populisten kommen Rattenfängern gleich, die sich nicht ernsthaft für den Klimawandel einsetzen werden. Ihr Interesse ist einzig und allein Machtausübung, die Demokratie, Freiheit und Menschenrechte weltweit mit Kriegspotential ausser Kraft setzen werden. Die zivile Gesellschaft muss weltweit den Klimaschutz auf friedvollem Wege einfordern. Denn Klimaschutz ist Menschenrecht und des Menschen Pflicht.

Fazit

Unser Klima, unsere Umwelt sind mehr als schützenswert. Gesundheit für die Menschen kann es nur auf einem gesunden Planeten geben; das bedeutet alles für ein intaktes Klima und für intakte Ökosysteme zu tun. Im Übrigen gehört auch der Mensch selbst zum Naturschutzgebiet.

Eine weiterhin so schnelle Erderwärmung und Verschmutzung unserer Umwelt gefährdet unsere körperliche und psychische Unversehrtheit. Sie ist eine ernste existentielle Bedrohung.

Hier kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Ein „Weiter wie bisher“ darf es im „Zurück zur Normalität“ nicht mehr geben, denn viel Zeit zum aktiven Handeln bleibt uns nicht mehr.

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Gabi C. Stratmann


Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Der präfrontale Cortex und sein Autopilot

Was geschieht, wenn das Stammhirn dem Großhirn dazwischenfunkt

Unser uraltes instinktives Selbsterhaltungsprogramm sorgt naturgegebenermaßen dafür, daß wir mit Aggression und Kampf auf unsere vermeintlichen Feinde reagieren. Wenn du jetzt denkst, daß wir doch längst die Vorraussetzungen eines zivilisierten und humanen Wesens mitbringen, hast du natürlich Recht. Dennoch überlagert, besonders in Stresssituationen, unser Stammhirn jene Gesinnung, aus der unsere Handlungen entstehen. Der älteste Teil unseres Gehirns – der Hirnstamm (Stammhirn) – hat sich im Laufe der Evolution schon vor ca. 500 Millionen Jahren entwickelt. Du kennst den Ausdruck Stammhirn möglicherweise auch als „Reptilien- oder Krokodilhirn“. Diese Bezeichnung resultiert daher, das bei niederen Wirbeltieren wie eben Reptilien, das Stammhirn fast das gesamte Gehirn umfasst.

Im Laufe der Evolution entwickelten sich in unserem menschlichen System neue Gehirnareale, die die Regie anstelle des Stammhirns hätten übernehmen sollen. Hier entsteht ein Konflikt, da sich das Stammhirn nicht so recht zurückhalten will. Es mischt sich in vielen Situationen unentwegt ein.

Was sind die Gründe hierfür und woran liegt das?

Das Stammhirn bedient sich munter unserer Programme; es repräsentiert genetisch vorbestimmte Verhaltensweisen, die der Arterhaltung und dem Überleben jedes Einzelnen dienen. Man kann es vergleichen mit einer Art Kontrollzentrum für unbewusste, gefühllose und roboterähnliche Programme, die eher einem Reptilienverhalten ähneln. (Anmerkung: heute sprechen wir im Rahmen der Digitalisierung, auch über „lernfähige“ Technik und Kontrollmechanismen, denen versucht wird, Gefühl einzuhauchen.) In bestimmten Stresssituationen übernimmt das alte Stammhirn die absolute Kontrolle über uns, in deren Folge alle anderen Bereiche gelähmt, quasi heruntergefahren werden. Unsere mentale Einstellung und unser Verhalten geraten immer dann unter den Einfluss unserer uralten Instinktareale im Gehirn, wenn unser den Gefühlen zugeordnetes limbisches System, welches sich im Zwischenhirn befindet, und unsere evolutionäre noch junge, mit bewussten Denkvorgängen verbundene Großhirnrinde, in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden. Beispielsweise durch Stress, Krankheit, Depressionen, Müdigkeit, Alkohol, Substanzen, Ängste, Panik, übermäßige Verliebtheit oder einer festen Überzeugung, eines starken Glaubens in Form von Einbildung.

Wie entsteht nun der Konflikt?

Unser Stammhirn kann kein Update durchführen. In unserer heutigen Zeit sind viele Dinge, die wir als Bedrohung empfinden, etwa Existenzsorgen, politische Entwicklungen, ein aufwühlender Film, Steuerlasten, etc., für unser Stammhirn nicht mehr greifbar. Unser archaischer Hirnstamm hat für solche Situationen keine sinnvollen Lösungsansätze. Denn es gibt keinen sichtbaren Feind, der bekämpft werden könnte; vor dem wir folglich auch nicht davonlaufen können. Unser ältester Gehirnstamm ist nicht in der Lage zu erkennen, daß die Bedrohungen unserer Zeit, überwiegend auf der mentalen Ebene stattfinden.

Die Sache mit der Erblast – das Vermächtnis

An dieser Stelle falle ich gleich einmal mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus: Die Anwesenheit einer starken Dominanz unseres Stammhirns, können wir wunderbar an verschiedenen Signalen erkennen; beispielhaft seien hier einige genannt, wie Egoismus, Rücksichtslosigkeit, Argwohn, Selbstsucht, Gefühllosigkeit, Starrheit, Hartnäckigkeit, Isoliertheit, Intoleranz, Aggressivität, Gewaltbereitschaft, fehlende Fürsorglichkeit, kurzfristiges Nutzdenken, Oberflächlichkeit, Opportunismus, Eitelkeit, Suchtverhalten, psychopathisches Auftreten, Eifersucht, etc.. Auch ritualisierte Verhaltensmuster fallen unter die Regie des alten Gehirnteiles.

Befindet sich ein Mensch unter der Kontrolle seines Stammhirns, gibt sich dieser ausschließlich mit geordneten Verhältnissen zufrieden; er liebt Vorschriften. Er neigt zur Wißbegierigkeit und übernimmt gerne das Kommando. Er möchte Befehle erteilen, Autoritäten schnell erkennen und selbst eine sein. Er definiert sich über Status- oder Rangsymbole, wie Titel, ein großes Auto, Kleidung, Accessoires, ein großes Büro, ein großes Haus, etc. Da der Stammhirn-Typ ausschließlich mit der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse beschäftigt ist, ist dieser von dem politischen Geschehen der heutigen Zeit, am besten beeinflussbar oder gar beherrschbar.

Dieser Hirntyp denkt in der Regel nicht zukunftsorientiert. Dadurch ist er einfach zu steuern, da alles außerhalb seines eigenen „Universums“, Nebensache für ihn ist. Auf furchteinflössende Situationen reagiert dieser Typ unmittelbar. Ein Angriffspunkt für Machthaber und Lobbyisten. Die Eigenschaften unseres Stammhirns machen uns anfällig für Manipulationen und Einflüssen von Machthabern. Unser Gehirn greift beispielsweise bei der medialen „Dauerdarstellung“ von Wirtschaftskrisen, Mangel-Illusionen, Kriegen oder aktuell die Corona-Pandemie und Klimawandel auf das Stammhirn zurück und wird dadurch unbewusst in eine Dauerangst hineinversetzt. Je mehr unser Stammhirn uns unter Kontrolle hat, desto anfälliger für Negativreize, beispielsweise in Form von manipulativen Machtspielen, sind wir.

Unser Stammhirn ist ein schlechter Schüler, es tut sich sehr schwer mit neuen, ihm unbekannten Situationen, fertig zu werden. Das lässt sich gut in unserem gegenwärtigen Alltag beobachten, wenn dramatische Meldungen in den Medien ihren Lauf nehmen und alternative Fakten und Emotionen die Realität verdrängen. Denn das Stammhirn ist nicht in der Lage, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.

Den berühmten inneren Schweinehund besiegen 

Im Laufe der Evolution hat sich ein Gehirnteil entwickelt, das beispielsweise für den Mut Neues auszuprobieren, für die Risikobereitschaft und Experimentierfreudigkeit, für die Fähigkeit Abzuwägen oder für gemischte Gefühle anstelle von Schwarzmalerei, zuständig ist. Der präfrontale Cortex – ein „modernes“ Stirnhirn. Unsere moderne Welt zwingt uns beinahe dazu, uns mit Statussymbolen zu schmücken. Wir präsentieren mit ihnen unsere persönliche, ich möchte sagen „momentane Wichtigkeit” unseres eigenen Egos, welches wir gerne befriedigt wissen möchten. Ein ganz typischer Ausdruck unseres Stammhirns, das sich immer dann äußert, wenn wir uns in unseren Ansprüchen bedroht fühlen.

„Je grösser dein Ehrgeiz und deine Vermessenheit werden, umso grösser wird deine Angst, dass dich jemand daran hindern könnte, deine Ziele zu erreichen.“ (Gabi Stratmann)

Was geschieht nun, wenn wir uns ausschließlich auf das Spiel unserer Programme einlassen? 

Wir geraten schneller in eine aggressivere Grundhaltung. Wir reagieren auf negative Einflüsse und Gräueltaten sehr emotional, mit einer Mischung aus Wut, Aggression und mitunter auch Hass. Wenn wir die Verursacher solcher Gräueltaten dann erkennen, verstärkt sich dieser Zustand in konzentrierter Form in uns. Genau an dieser Stelle, setzt unser „Autopilot“ ein. Denn diese reflektorischen Prozesse gehören unserem uralten und veralteten Grundmechanismus des Stammhirns an. Zu jener Zeit war dieses Überlebensprogramm zur Arterhaltung notwenig. Wir nutzen die bahnbrechende Erneuerung beziehungsweise Erweiterung unseres Gehirns, den Neocortex – die Großhirnrinde, zu wenig. Dabei bietet es uns die physische Voraussetzung, um allen manipulativen Machtgehabe, auch der Selbstmanipulation erfolgreich zu begegnen.

Wenn wir lernen, von dieser Großhirnfunktion zeitnah Gebrauch zu machen, werden sich unsere Reaktionen auf negative Einflüsse neutralisieren. Schaffen wir es, diese alternative Option bewusst in Anspruch zu nehmen, ändert sich unsere Wahrnehmung und der Blickwinkel auf verschiedene Situationen. Was nicht bedeutet, daß uns negative Erlebnisse kalt lassen; vielmehr lassen wir nicht mehr zu, daß wir in einer emotionalen „Säugetierhaltung“ verharren und die Kontrolle über unser reflektiertes Handeln an unser Stammhirn abgeben.

Und dann ist da noch die Sache mit der Erkenntnis

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Solange wir im Dunkeln tappen, wohl kaum. Je mehr Wahrheiten ans Tageslicht kommen, desto mehr werden auch die Verursacher kollektiven Machtmissbrauchs sichtbar. Überlassen wir an dieser Stelle unserem Stammhirn die Regie, würde jede weitere Entwicklung auf der Welt verhindert werden. Mehr noch brächte es neues Leid in Form von Kriegen, politischen Anfeindungen, Rückbau von Demokratie, Finanzkrisen, etc. Das alt einhergebrachte Spiel von “Schuld und Sühne” würde weiter gehen.

Wenn wir bisher mit Autopilot geflogen sind, sollten wir uns bewusst machen, daß wir in der Lage sind, selbst zu fliegen. Wenn wir aufhören, unseren freien Willen nur rudimentär zu nutzen und uns aus unseren Programmierungen entsprechend befreien, werden wir lernen, tatsächlich aus uns selbst heraus zu handeln.

Unsere innere Haltung entscheidet über unsere Freiheit und/oder Unfreiheit.

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Forschung

Das Massenphänomen - Moral in Zeiten der Krise

Das Massenphänomen - Moral in Zeiten der Krise

Aus meinem Kurz-Interview:

Frau Stratmann, Sie sprechen von einem Menschen nach der Industrie. Das klingt ein bisschen, wie die USA Serie „Die Welt nach den Menschen ..."

„Die Welt nach den Menschen ist ein Untergangsszenario. Auch wenn man beim Blick auf diese Welt tatsächlich an Untergang denken könnte, sind wir davon doch ein wenig entfernt. Industrie wird es auch in Zukunft geben, aber in stark veränderter Form. Es ist politisch und ökonomisch viel in Bewegung, was vorhandene Macht- und Systemverschiebungen nach sich ziehen wird. Auch der Fortschritt der Digitalisierung und Technologisierung sind Fakt und nehmen erheblichen Einfluss auf unsere Werte. Der Klimawandel ist Realität und wird durch die Digitalisierung allein oder CO2-Besteuerungen nicht aufzuhalten sein. Bei allen Vorteilen halte ich die Konsequenzen für ein nicht kalkulierbares Risiko. Was heute wie Science Fiction klingt ist Realität. Digitale Intelligenzen sind lernfähige Codes, die sich als sogenannte bots durch Speisung von Daten entwicklen. Diese werden kaum mehr steuerbar sein. Neben dem Arbeitsplatzverlust, droht dem Mensch selbst, halb- oder teildigitalisiert zu existieren. Was im medizinischen Aspekt durchaus  positiv ist, hat im unmittelbaren wirtschaftlichen und politischen Kontext durchaus missbräuchliches Potential. Das verändert den Menschen. Er beginnt wieder nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Er braucht eine Aufgabe, die ihm Erfüllung gibt. Wir erkennen das beispielsweise an der Esotherikwelle, der wieder entdeckten Spiritualität, den vielen Falschdarstellungen, die Einzug ins Business halten oder an neuen Branchen am Markt. Die Coaching- und Trainingsszene, der Speakermarkt boomen. Multilevelanbieter, Affiliate-Marketer übertrumpfen sich wie wild gewordene Ameisen am Markt. Selbst der Seminar- und Weiterbildungsmarkt wird mehr und mehr zum Provisionsmarketing. Ganz zu schweigen vom Angebot „provisionsträchtiger“ Kryptowährungen. Aber ist das eine echte und sinnvolle Alternative für jeden? Wo sind hier die Mehrwerte für eine tragfähige und sinnvolle Ökonomie? Menschen springen auf Züge auf, weil sie Erfüllung, Freiraum, Wohlstand und Gesundheit suchen. Und genau hier entsteht das Problem. Was soll der Mensch tun, wenn er nicht mehr gebraucht wird.“

Meinen Sie, die Menschen leben in Angst? 

„Schlimmer. Sie leben in der Unsicherheit, die Angst erst erzeugt.“

In unserer Gesellschaft existieren Systeme, die die Existenz sichern sollen. Unternehmen haben offene Vakanzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Wie kann der Mensch überflüssig werden? Ist es denn nicht Aufgabe der Politik und die eines Sozialstaates, die Menschen zu organisieren?

„ na ja, oder sie nicht mehr finden wollen. Seit der Coronakrise wissen wir, dass Menschen in ihrer wirtschaftlichen Geringfügigkeit alles haben, was sie zum Leben brauchen … Zumindest aus Sicht von Politik und Wirtschaft. Wie soll ethisch erklärt werden, wieso ein Großteil der Selbstständigen in die Grundsicherung verwiesen wird, während andere von Soforthilfen profitieren dürfen, um Personal in Kurzarbeit zu schicken oder gar Arbeitsplätze abbauen? Bei steigenden Preisen, weiterlaufenden Kosten und weitestgehendem Stillstand vieler kleinerer Betriebe steigt die Überschuldung und sinkt die Kaufkraft vieler Bürger im Land. Wie soll eine Sandwich-Politik, die an ihrem Flickenteppich arbeitet, Abhilfe schaffen. Das kommt den Lobbyisten zugute. Deutschland hat viele gute Ansätze, verstrickt sich aber in der selbst geschaffenen Bürokratiefalle. Damit stellt sich die Politik eher ein Armutszeugnis aus.“

Wieso Sandwich-Politik?

„Nun, die Politik sitzt zwischen den Forderungen von Lobbyisten und nachhaltiger Ökonomie, die jedem Bürger ein würdevolles Leben in Wohlstand ermöglichen soll. Man müsste eigentlich die Frage stellen, wer das Land regiert? Politik im Namen und als Stellvertreter des Volkes oder Lobbyisten. Das hat Auswirkungen, die wir heute deutlich spüren. Etwas provokant könnte man zusammenfassend sagen, daß sich von der Historie her betrachtet, lediglich die Art der Sklaverei sagen wir modernisiert hat. Das beschreibt „den Menschen organisieren“ wohl am treffendsten.

Um kurz auf die Unternehmen einzugehen. Diese müssen schleunigst lernen, mutiger am Markt zu agieren. Sie müssen umdenken. Denken im neuen Zeitalter, transparenter werden und investieren. Die Unternehmerehre ist dem Profit zum Opfer gefallen. Ein Unternehmen, dass in Zeiten des Wiederaufbaus denkt und handelt, wird im neuen Zeitalter der Digitalisierung, Transformation und Transparenz, indem wir uns bereits befinden, so nicht mehr existieren können. In vielen Betrieben haben "gesundheitsgefährdende Organismen" die Regie übernommen. Rote Zahlen, Insolvenzen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und hohe Krankenstände sprechen für sich. Das Thema wäre ein eigenes Interview wert."

Sehen Sie hier einen Konflikt? Ist das der Grund, warum immer mehr Menschen aus dem System ausbrechen und ihre eigenen Wege gehen wollen? Sehen Sie hier Ursachen für Ausschreitungen und Krawallen?

„Ein so komplexes Wesen wie der Mensch, wird sich niemals nur durch Vorschriften und Regeln der Vernunft leiten lassen. 

Zahlreiche historische, politische wie auch ökonomische Beispiele und Entwicklungen zeugen von einer kollektivindividuellen Leitlogik des menschlichen Systems. Das zeigt sich sehr deutlich bei den vielen Leuknern und Skeptikern, die immer noch behaupten, es gäbe weder ein Coronavirus noch einen Klimawandel.

Hinter allgemeinen Vorgaben und Merkmalen künstlich geschaffener Systeme, in denen wir uns heute bewegen, schwinden zunehmend die bewusste Persönlichkeit, die Orientierung von Gefühlen, als auch die klare Ausrichtung der Gedanken. 

Eine solche Einengung führt zu Verstössen gegen allgemein gültige Regeln und führen zu einer irrational wirkenden Kettenreaktion. Auch dieses Phänomen können wir aktuell in den zahlreichen Fake News, den Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen mit in Teilen erheblichem Gewaltpotential oder in der großen Skepsis gegenüber der Wissenschaft was beispielsweise das Impfthema betrifft erkennen. 

Der Wille etwas anders zu machen, wird häufig durch das unbewusste Ansteuern des „Krokodilhirns“ verursacht und folgt einem regelrechten Massenphänomen. Ein Jäger, viele Jäger. Ein Sammler, viele Sammler. Hier reichen kleinste reizauslösende Impulse aus, um aus unangemessenen individuellen Gemütsregungen, kollektive Gemütsbewegungen zu machen. Zu erkennen sind solche Phänomene immer wieder und besonders in unruhigen Zeiten. Wenn der Mensch zum Beispiel Ungerechtigkeit erlebt, von seinem Schaffen nicht existieren kann, Schicksalsschläge ihn und/oder die Welt erschüttern, wenn künstliche Systeme versagen, das Vertrauen in die Politik und Wirtschaft verloren gehen, etc. 

Wenn nicht kontrollierbare Ereignisse eintreten, übernimmt ein internes Konstrukt die Führung. Die daraus entstehende Kraft, hat gleichermassen positives „Umkrempelungspotential“ wie zerstörerische Wirkung. So entstehen aus den zuvor erwähnten Gemütsregungen, Gemütsbewegungen. Einer legt vor, möchte etwas verändern, wirbt heute zunehmend populär um Anhänger und Verbündete. Ein Grossteil derer, die gerade in ihrer Gemütsregung hängen, springen darauf an und folgen dem „Ruf“ nach Freiheit, Gerechtigkeit, Arbeit für Alle, Wohlstand, Frieden, Nachhaltigkeit, Toleranz ebenso wie dem neuen Nationaldenken innerhalb von Grenzen, Gewalt, militärischer Auseinandersetzungen, Abbau von Demokratie, etc. 

Eine fatale Entwicklung, die durch individuelle Gefühlsregungen und Idealen, schnell zu einem unreflektierten Massenideal wird und einen unkontrollierbaren Einfluss auf die Entwicklungen unserer Zeit nehmen wird.“

Die Frage danach, welchen Stellenwert der Mensch nach der Industrie noch hat, ist wohl mit eine der wichtigsten im Kampf gegen Klimawandel und humanitäre Krisen der Zukunft. Vielen Dank für das kurze Gespräch. 

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Das Interview führte ein befreundetes Unternehmerehepaar im Rahmen einer online-Veranstaltung.


ChiemgauInnovativ

Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft - Future World

Signalisieren die vielen Unwetter die Stürme unserer Zeit?  Paradoxe Gemeinsamkeit wie Feuer und Eis

Wer ist eigentlich Antreiber des oft betonten Wandels unserer Zeit, wieso soll das was einem im Leben widerfährt, selbst verursacht sein… diese und ähnliche Fragen, bekomme ich gelegentlich nach meinen Vorträgen zum Thema „Gesundes Business im Wandel“ gestellt. Meine bisherigen Antworten liessen nur jene Verdächtige zu, die schnell zur Verantwortung herangezogen werden können und üblicherweise so genannt werden. Wunderbar, alle schienen zufrieden mit jenen Ausführungen. 

Wirklich alle, schoß es mir durch den Kopf, als ich bemerkte, daß mich selbst, eben solche und ähnliche Fragen zunehmend beschäftigten und ich keine Ruhe mehr zu finden schien. Die Welt verändert sich rasant, doch was sind die Ursachen hierfür und wie können wir diesen Ursachen begegnen? Wo führt uns der globale Wandel eigentlich hin und haben wir Erdenbürger überhaupt eine Chance, die Entwicklungen auf der Welt zu beeinflussen?

 

Vielerorts besonders im Social Media ist regelmäßig zu lesen, das der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen und die Zukunft selbst zu gestalten soll. Jedoch wird nirgendwo über die essenziellen Entscheidungen, die dabei zu berücksichtigen sind, gesprochen. Hierüber hüllen sich viele sogenannte Erfolgs- und Motivationstrainer in scheinbar einvernehmlichen Schweigen. Doch genau hier beginnt erfolgreiche Veränderung; wer Gestalter seiner Zukunft werden möchte, kommt nicht umhin, sich mit verschiedenen grundlegenden und übergeordneten Fragestellungen, die nicht nur den eigenen kleinen Kosmos betreffen, auseinanderzusetzen. Persönliche Veränderungswünsche resultieren nicht selten durch ein unbefriedigendes stark beeinflussendes Weltgeschehen. 

 

Was genau sind nun die Triebfedern in stürmischen Zeiten, die das Bedürfnis nach Veränderung auslösen?

Seit einigen Jahren spüren wir deutliche, beinahe rasante Veränderungen der Verhältnisse von Kapitalflüssen, Nationalstaaten, Arbeitskräften oder Verbrauchermärkten im Rahmen der stark vernetzten globalen Wirtschaft, mit ihrem ganzheitlich agierenden Gebilde. Darüber hinaus verändern sich immer schneller politische, wirtschaftliche und militärische Machtverhältnisse auf unserem Globus. Diese Veränderung unterscheidet sich radikal von der Geschichte. Jetzt schon sind Verschiebungen deutlich zu beobachten; verschiedene Einflüsse und diverse Initiativen verlagern sich bereits vom Westen in den Osten, von den reichen Ländern in aufstrebende Entwicklungsländer beziehungsweise in „neue“ Machtzentren, von Nationalstaaten zu privaten Akteuren und von politischen Systemen zu Märkten.

Die elektronischen Kommunikationsnetzwerke weltweit, verbinden und beeinflussen Milliarden Menschen in ihren Gedanken und Gefühlen. Sie werden an schnell wachsende Datenvolumina regelrecht angebunden. Was zur Folge hat, daß durch intelligente Netze, die eingebettete Sensoren beinhalten sowie intelligente Technik, zunehmend Aufgaben für den Menschen übernehmen, die unsere menschlichen naturgegebenen Denkkapazitäten übersteigen. Folglich wird der Mensch regelrecht überflüssig.

 

Selbstbetrügerisches Handeln

Unser rasantes wenig bis gar nicht nachhaltiges Wachstum, basiert auf beinahe paranoid-schizophrenen, jedoch allgemein anerkannten Kriterien und macht uns blind für die zerstörerischen Folgen unseres selbstbetrügerischen Handelns. Dieses Wachstum betrifft sowohl den Verbrauch von Ressourcen, Mutterboden, Süßwasservorräte, Umweltverschmutzung, Produktionsleistungen, Verdrängung von Tier- und Pflanzenwelten als auch die Gesamtbevölkerung und damit verbunden des Städtewachstums. 

Das Spiel der Macht geht sogar soweit, Schicksal und Evolution selbst in die Hand nehmen zu wollen und Grenzen zwischen den Arten aufzulösen oder gar neue „Kreaturen“ zu erfinden. Möglich wird das durch evolutionäre Entwicklungen in der Gentechnik, der Materialwissenschaften, Biologie und Biochemie, durch Veränderungen des molekularen Aufbaus fester Substanzen ebenso, wie den Stoff des Lebens neu zu weben und somit Einfluss zu nehmen auf Wesenszüge, Charakteristika, Formen und Eigenschaften von Tieren Pflanzen und sogar auf uns Menschen selbst. Der perfekte Mensch muss erschaffen werden. Willkommen in einer brave new world. In der Folge entstehen völlig neue Beziehungen zwischen unserer Spezies und den Ökosystemen unseres Planeten. Besonders beeinflusst und betroffen sind unsere empfindlichsten Ökosysteme, von denen unser aller Erfolg abhängig ist und weiter abhängig sein wird: unsere Atmosphäre und unser Klima. 

Hiergegen erscheinen sogenannte neue technische Veränderungen, beispielsweise in der Industrie, der Landwirtschaft oder der Energiewirtschaft, die auf eine gesunde und ausgewogene Beziehung zwischen unserer Zivilisation und unserer Zukunft zielen, regelrecht grotesk.

 

Vergangenheit ist nicht vergleichbar

Unsere Zukunft wird nicht mehr mit Veränderungen der Vergangenheit vergleichbar sein. Die Unterschiede zeigen sich künftig mehr in qualitativer Sicht. Es hat noch nie so viele evolutionäre Umwälzungen gegeben, die zeitgleich viele Chancen und Risiken nebeneinander beinhalten. Ebenso wenig gab es in unserer Vergangenheit so extreme Veränderungen wie heute, die so eng miteinander verwoben sind, das selbstzerstörerische Abhängigkeitsverhältnisse entstehen. Das ungesunde Klima in der Weltführung spiegelt die Beeinträchtigung des Handelns in der Weltgemeinschaft ebenso wieder, wie wirtschaftliche Führungs- und Selbstführungskrisen. Bevor der Mensch sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen kann, muss das Zusammenspiel verschiedener Triebfedern verstanden und das nicht gänzlich unkritische Vakuum in der Weltführung aufgelöst werden. 

In der Vergangenheit haben sich unsere Sichtweisen auf die Zukunft immer wieder verändert. Jede Kultur hat dabei scheinbar eine jeweils eigene Art Zukunftskonzept. Für die einen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beispielsweise ein wiederkehrender Kreislauf, für andere wiederum ist Zukunft das Leben nach dem Tod, etc. 

Unser naturgegebener Hang zum Zukunftsoptimismus lässt sich mit den vielfältigen Bedenken, die uns beinahe täglich heimsuchen, kaum in Einklang bringen. Der Gedanke an die Zukunft wirft nicht selten auch einen Schatten auf die Gegenwart. Optimistischer Glaube kommt in diesem Zusammenhang einem Gebet gleich. Gebete haben durchaus eine spirituelle Kraft, wenn man an sie glaubt und sein Mindset nach ihnen ausrichtet. Das heißt, wer betet muss auch seine Füsse bewegen oder anders ausgedrückt, wer betet ohne zu handeln oder Optimismus ohne entsprechendes Engagement an den Tag legt, bringt damit unbewusst eine passive Aggression gegenüber der Zukunft und sich selbst zum Ausdruck. Gespeist durch Enttäuschungen verschiedenster Art, die uns immer wieder ereilen, werden unser Vertrauen in die Zukunft immer häufiger erschüttert. Verzweiflung tritt an die Stelle der Hoffnung. Quälende Fragen wie, warum geschieht mir das, welche Hebel muss ich in Bewegung setzen, welche Knöpfe müssen gedrückt werden, wer ist verantwortlich, habe ich genügend Kraft zur Veränderung, etc. treiben uns um.

Und dennoch wissen wir durch unsere Verbundenheit sowie durch Erfahrungen und Berichten von Zeitzeugen, daß unser gegenwärtiges Handeln, unsere Zukunft verbessern kann, wenn wir das Wissen der Vergangenheit richtig zu nutzen verstehen.

Der Zauberlehrling“ aus Goethe’s Faust bringt es auf den Punkt:

In Abwesenheit seines Meisters, haucht ein junger Mann einem Besen, mit dem er eigentlich die Werkstatt reinigen soll, mit Hilfe eines Zauberspruches seines Meisters, Leben ein. Doch der Besen ist unerwartet nicht mehr zu bändigen. Verzweifelt versucht der Lehrling, der zunehmenden Rage des Besens, Einhalt zu gebieten, indem er ihn mit seiner Axt in zwei Teile spaltet. Der Besen jedoch verdoppelt sich in der Art, das jede Hälfte zu einem neuen belebten Besen auswächst. Erst nachdem der Meister zurückkehrt, kommt wieder Ordnung in den Haushalt.

 

Fazit

Jeder von uns ist Meister seines eigenen Lebens. Nimm’ es als solcher in deine Hände, fange an dich zu bewegen, wenn du betest vergiss dabei das Handeln nicht, sei optimistisch und engagiert. Übernehme die Verantwortung für deine Zukunft und gestalte sie, bevor du durch die Stürme der Zeit, gestaltet wirst.

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Innovation und Pioniergeist? Unternehmen der Zukunft

Innovation und Pioniergeist

Unternehmen der Zukunft setzen auf  "Kreisförmige Unternehmensstrukturen"

In Deutschland existiert immer noch ein dominierendes Hierarchiedenken. Dabei kann Hierarchie Komplexität nicht ersetzen. Unternehmen verfolgen nach wie vor die Struktur der Linienhierarchie. Diese wird mit ihren starren Pyramiden-Baukasten-Systemen und im Vergleich zu anderen Ländern, die wesentlich flexibler agieren, künftig keinen Bestand mehr haben. Flache Hierarchien fördern schnellere und kürzere Entscheidungswege, welche für Innovationen beispielsweise unumgänglich sind. Doch was genau bedeutet das, worauf müssen Unternehmen achten und wie organisieren? Wir skizzieren es in diesem Bericht.

Kreise bilden ein strukturell agierendes Netzwerk

Flachere Hierarchie bedeutet weg von der Linie hin zu Kreisen. Kreise bilden ein strukturell agierendes Netzwerk. Unterschieden werden lediglich Arbeitskreise, Koordinationskreise und Leitungskreise. Aufgaben verteilen sich auf Kreisaufgaben und Aufgaben eines Kreismitglieds, also auf Kernkompetenzen. Die Mitglieder von Kreisen setzen sich aus Kernmitgliedern, Leiter eines einzelnen übergeordneten Kreises und Delegierte aus einem untergeordneten Kreis zusammen. Das Direktvertriebe oder Affiliate-Marketing repräsentiert solche kreisförmigen Strukturen sehr anschaulich. Alles in allem eine Verschlankung des Gesamtsystems. Dabei gibt es Servant Leader, Sinnstifter und Treiber von Veränderungen.

Deutschland braucht weniger Linienhierarchie, sondern mehr selbstorganisierte Teams (Kreise) und ein Mehr an Kooperation und Miteinander. Werte dürfen nicht nur definiert werden, vielmehr müssen diese auch mit Leben gefüllt und vorgelebt werden. Eine Vertrauenskultur muss aufgebaut werden.

Unternehmen sind schwerfällige Apparate, die vielfach an alt Bewährtem festhalten. KMU’s verfügen häufig nicht über ausreichend Liquidität, um zu investieren. Konzerne agieren sehr langsam und prüfen zu lange sämtliche Eventualitäten. Unternehmen müssen lernen, sich den Anforderungen von morgen zu stellen und die Bereitschaft entwickeln, Risiken einzugehen.

Politik und Unternehmen gemeinsam, müssen lernen, integrale Landkarten des zukünftigen Marktplatzes zu erstellen und die Rolle des Menschen darin, neu definieren. Ich spreche in diesem Zusammenhang von integraler Zukunft, weil eine sich verändernde  Welt des Wissens und der Transformation, einen alles umfassenden Gesamtblick notwenig machen.

Das betrifft Bereiche des wirtschaftlichen Managements, wie das individuelle Verhalten, ein psychologisches Verständnis, Kulturmanagement und Organisationskultur, ein soziales Systemmanagement und deren Regierungsformen. Das menschliche Verhalten besteht aus physischen, emotionalen, mentalen und spirituellen Ebenen. Diese werden in der klassischen Prozesslehre, ähnlich eines Baukastensystems, getrennt voneinander betrachtet.

In der Welt von morgen haben Baukästen nur noch begrenzt bis gar keine Überlebenschancen

Ein innovationsstarkes Unternehmen fördert den Zeitgeist, Wissen, Transparenz und ist bereit zur Veränderung. Die wichtigste Komponente ist und bleibt die Veränderungsbereitschaft jedes Einzelnen. Ein agiles Unternehmen muss fähig sein, sich kontinuierlich an seine komplexe, turbulente und unsichere Umwelt anzupassen. Und zwar strukturell, kulturell und individuell. Und das zu jeder Zeit. Unternehmen müssen die wunderbare Welt virtueller Möglichkeiten, Realität werden lassen. Das heißt Kraft und Präzision im Design und bei der Transformation von Unternehmen. Denn Unternehmen sind in erster Linie Konstruktionen unseres Verstandes. Nicht mehr und nicht weniger.

Es geht also um Struktur und Perspektive. Vom Selbst (z.B. Familie), zur Gesellschaft, hin zur Wahlgemeinschaft (z.B. Arbeitgeber), zur Autonomität (Alles Eins sein). Die umgebende Struktur, gemeint ist der Globus eines Unternehmens, die in Unternehmen zunehmend stärker wirkt, ist zeitgleich die Psychologie der Unabhängigkeit und der Einbeziehung jedes Einzelnen in sämtliche Prozesse. Die wissenschaftliche Forschung der sogenannten „inneren Bereiche“, gewinnt in innovativen Unternehmen und/oder Prozessen eine völlig neue Bedeutung und Intensität.

Eingenommen sind folgende Handlungsrahmen:

Absicht: Das Selbst und des Bewusstseins inkl. veränderter Zustände

  • hier geht es um Machtverhalten, Rationalität, verschiedene Führungsstile.

Verhalten: Das Gehirn und des gesamten Organismus

  • hier geht es um den Körper und Unternehmenskörper selbst.

Kultur: Kultur und Weltanschauung

  • hier geht es um die Art der Machtverteilung; archaisch, wissenschaftlich-rational oder integral.

Soziales: Soziale Systeme und deren Umwelt

  • hier geht es um gelebte Werte und Entwicklung; von dem Überlebensbedürfnis zu Imperien, frühe Nationen, Rechtsstaaten, und Wertegemeinschaften, zum ganzheitlichen Gemeinwesen und integrale allumfassender Netzwerke - allen voran beispielsweise facebook; gelebt wird hier eine Kreisstruktur, um Menschen auf allen Ebenen schnell und bequem miteinander zu verbinden. Das Konzept geht angesichts der weltumspannenden Nutzung auf. Auf privater Ebene finden sich Menschen wieder, tauschen sich aus, teilen ihr Leben miteinander. Im Businessbereich werden Kontakte geknüpft, Gruppen gebildet, Crowdfunding betrieben, das Unternehmen dynamisch und modern präsentiert, etc. Das Risiko des Datenschutzes liegt hier klar auf der Hand. Es war kein Hinderungsgrund, dieses Unternehmen zu gründen und aufzubauen. Jeder steht in der Verantwortung, entsprechend sensibel mit sämtlichen Informationen - eigene wie fremde, intern und extern - umzugehen. Das Hauptproblem hier liegt im Umgang mit den Daten, nicht an der Organisationsstruktur.

Folglich müssen verschiedene Systeme künftig innovativ miteinander verzahnt werden. 

Der Mensch lebt in einem potenziell offenen System von Bedürfnissen, Werten und Hoffnungen. Allerdings neigen Menschen dazu, sich in einem scheinbar geschlossenen System einzurichten, in dem er dann auf beständige Art und Weise tätig ist. Ist diese Komfortzone erreicht, wird er dort solange verweilen, bis Störungen oder Unruhen eintreten. Eigentlich stehen wir bereits an dem Punkt von turbulenten und unruhigen Zeiten auf der Welt. Unser aller Aufmerksamkeit ist entsprechend auch geweckt und dennoch neigen wir zum Verharren; Unternehmen scheinen im Dornröschenschlaf zu verweilen. Veränderungen erzeugen Ängste, Druck und Blockaden. Es muss eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werden, um die Bereitschaft und Offenheit gegenüber Veränderungen zu schaffen.

Um nun eine zukunftsfähige Kultur zu schaffen, müssen verschiedene Aspekte beachtet werden:

  • Eine gesunde Basis von Anpassungsmöglichkeiten schaffen, d.h. 
  • Weg von der Linienhierarchie, hin zu Kreisen.
  • Potentialförderung, Verantwortungsverteilung, Kooperation und Netzwerken.
  • Bewegung im Unternehmen und Denken aufgrund von Erfahrungen und individuellen Fähigkeiten fördern.
  • Das Denken verändert sich immer in dem Maße, wie sich die Bedingungen, also die Realität im Aussen, ändern.
  • Hindernisse als Chance annehmen und einen lösungsorientierten wirksamen Umgang mit ihnen finden. 
  • Unschärfe in der Vision und Fehler zulassen.
  • Dissonanzen schaffen. Blockaden und Verschlossenheit erkennen und schrittweise durch Transparenz und ehrlich gelebten Dialog abbauen.
  • Äusserungen persönlicher Differenzen erlauben, ohne in alten Verhaltens- und Gewohnheitsmustern oder unüberprüften Annahmen stecken zu bleiben. 
  • Veränderungen offen begegnen und Flexibilität aufbauen, ohne dabei auf jeden fahrenden Zug aufzuspringen. 
  • Was präsentiert ein Unternehmen in 10, 20, 30 Jahren noch?
  • Äußere Faktoren, die einen erheblichen Einfluss auf die Veränderungsbereitschaft nehmen, erkennen und beachten. 
  • Subsysteme erkennen und sich auf diese einlassen, ohne sie zu bekämpfen - wir machen alles anders, besser, etc. - Es geht nicht um das besser machen, sondern um präzise Schnelligkeit.
  • Eine Kultur der Toleranz entwickeln und zwar auf allen Ebenen.
  • Abgebaut werden müssen sämtliche Zustände des Widerwillen, Turbulenzen und Schranken. 
  • Zu viele Grenzen im Unternehmen engen die Handlungsfähigkeit und Kreativität von Mitarbeitern ein.

Innovativ back to the roots. So ließe sich das Next Level Business zusammenfassen unter Berücksichtigung der klimatischen Herausforderungen unserer Zukunft. Wer hier nicht bereit ist zu investieren, begeht ein "Kapitalverbrechen" an der nachfolgenden Generation EU.

Unterstütze auch du unser Projekt "Down to Earth" PerspektiveZukunft!

Gemeinsam stellen wir die Weichen nachhaltig neu, um deinem Unternehmen neuen Aufschwung zu verleihen und Wege für eine lebenswerte Struktur zu ebnen. Wir wissen eben, was Märkte brauchen - PerspektiveZukunft! Dieser Verantwortung stellen wir uns.

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Deine/Ihre
Gabi C. Stratmann

Unternehmerin, Philosophin, Autorin

 


Forschung

Regierungsversagen par Excellence?

Regierungsversagen par Excellence?

Gesellschaft braucht Sicherheit

Die Komplexität des Pandemieproblems, wie die daraus resultierende Unkenntnis über die wesentlichen Rückkopplungen, im gesamtgesellschaftlichen System und über die Methoden in der Forschung fördern ein gesellschaftliches Klima, in dem sich konkurrierende Ansichten über die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen fast unversöhnlich gegenüberstehen, obwohl in der Wissenschaft weitestgehend Einigkeit herrscht. 

Es droht die Spaltung der Gesellschaft, was wir in den aktuellen Diskussionen rund um die Coronamaßnahmen, Impfdebakel, Maskenkorruption, Testversagen, vollkommen realitätsfernen Finanzhilfen, im Ruf nach Freiheit und Jammerei auf hohem Niveau beobachten können.  

Eine polarisierte Gesellschaft lähmt sich selbst und verhindert ein in die Zukunft gerichtetes und damit nachhaltiges Handeln. Während sich in Deutschland ein Teil der Bevölkerung klar für Schutzmaßnahmen ausspricht, sieht ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung das Coronaproblem als nicht besonders relevant an und reden es klein oder geben sich der Illusion hin, noch lange Zeit abwarten zu können, bis weitreichende Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Auch, wenn ich der Überzeugung bin, dass ein großer Anteil die Ansichten des erforderlichen Schutzes teilen wird, so werden doch unterschwellig den Ergebnissen der Forschung wenig bis gar kein Glaube geschenkt. Die überaus komplexen Zusammenhänge rund um die menschliche Beeinflussung scheinen vielen Menschen offensichtlich nicht klar. „Forschung kann heute jeder.“ Deswegen fallen sie auf die „Argumente“ der Pandemieskeptiker herein oder glauben, befähigt zu sein, sich selbst ein Bild von der Situation machen und sich eine Meinung über die Notwendigkeit der Begrenzung zum Schutze der Weltbevölkerung bilden zu können. 

„Ein paar Infektionen mehr oder weniger, das kann doch nicht so schlimm sein. Viren hat es doch immer schon gegeben. Tote auch.“ 

Diese völlig verquere Wahrnehmung ist rational in keiner Weise zu verstehen. Wissenschaft ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die unser aller Leben bis zum heutigen Tage bereichert und viel Wohlstand, Freiheit und ein langes Leben bis zu 100 Jahren und mehr ermöglicht hat. 

Gleichwohl scheinen mir unsere Regierungsvertreter übermüdet und ein wenig „betriebsblind“ geworden zu sein. Korruption und persönliche Bereicherung auf Kosten der Bürger sind genauso inakzeptabel wie auf anderen Ebenen unserer Gesellschaft. 

Ankündigungen, die aus wissenschaftlicher Sicht derart unrealistisch und kaum nachvollziehbar und noch weniger einhaltbar sind, wirken wie ein „Katz- und Mausspiel“ mit der Bevölkerung. Es fehlt in der Tat ein vernünftiger strategischer Plan zur Ankurbelung der Wirtschaft. Dennoch ist die Gefahr für die Bevölkerung mit den beiden Mutationen B 1.1.7 (Britische) und P 1 (Brasilianische) noch nicht gebannt. Nach aktuellem Kenntnisstand sind beide infektiöser und tödlicher auch für jüngere Generationen. 

Bei aller Erfordernis von Schutzmaßnahmen, darf die Bevölkerung nicht existentiell geopfert werden. Die Finanzhilfen wurden von Beginn an im antiquierten Clusterverfahren hochgezogen ohne die Lebensrealität der Bevölkerung wahrzunehmen oder anzuerkennen. Das Baukastenprinzip für Branchen und Berufsgruppen hat längst ausgedient. Gelder haben all jene nicht erreicht, die sie dringend benötigt hätten. Ein reiches Land wie Deutschland wäre dazu imstande gewesen, die Existenz ihrer Bürgerinnen und Bürger mit den richtigen Maßnahmen, wie mit verschiedenen Modellen des bedingungslosen Grundeinkommen, Umsatzstaffelungen, Mietsicherung, vorübergehendem Aussetzen von Zahlungsverpflichtung, Zinsanpassungen, Preissenkungen oder Preissteigerungsstop, Aussetzen von Mahnverfahren, Abwicklung über die Finanzämter, etc. um nur wenige Beispiele anzubringen, zu sichern. Stattdessen wird künstliche Armut erzeugt und die vorhandene vergrößert.

Menschen gehen dann auf die Strasse, wenn sie sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Ängste resultieren aus Unwissenheit. Was der Mensch nicht zu verstehen imstande ist, bereitet ihm Ängste. Was er ich nicht nachvollziehen kann und den Sinn nicht erkennt, führt ihn in den Widerstand. Der fehlende Rückhalt und eine ungewisse Zukunft, lassen ihn Zuflucht suchen in einer illusionären Welt vermeintlicher Sicherheit, die ebenso an der Realität vorbei geht und die Probleme vergrößert. Hier greift das Paradoxon menschlichen Versagens. Der Wunsch gehört zu werden, sorgt für unbedachte Demonstrationen, Verweigerungen und Ausschreitungen, die zeitgleich das Infektionsgeschehen antreiben. Ein trügerischer Zufluchtsort, der Sekten und verschwörerischen Mechanismen Raum und Nährboden gibt. Ein Teufelskreis, der nur mit der Sicherung der Existenz und einer klaren, für alle nachvollziehbaren Lösungsstrategie durchbrochen werden kann. 

Hier ist die Politik ganz klar gefordert. 

Das Hin und Her im Ringen um die „beste Leistung“ einzelner Damen und Herren Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, zudem noch im Wahlkampfmodus wird das Problem so nicht lösen. Jeder scheint um die Gunst von „Mutti“ zu buhlen und „der oder die Klügste“ sein zu wollen. Von aussen betrachtet könnte diese Schmierenkomödie nicht besser vonstatten gehen. Wirklich ernst nehmen, kann man das kaum mehr. 

Was in Deutschland fehlt ist der Mut nach vorne zu schauen. Die angezogene Handbremse in antiquierten Wirtschafts- und Rechtssystemen muss dringend gelöst und der heutigen Zeit entsprechend reformiert werden.

Hier kämpfen nicht Politik gegen Bürger oder umgekehrt. Wir alle kämpfen an, gegen einen mikroskopisch kleinen Mitbewohner auf Erden, der der Zivilisation durchaus ein Ende setzen kann und damit kämpfen wir alle gemeinsam gegen die Zeit. Diese läuft solange gegen uns, wie wir nicht verstehen, wie wichtig ein gemeinschaftliches verantwortungsvolles, auf den nächsten Rücksicht nehmendes Handeln sind.  

Ich bin überzeugt davon, dass die Bevölkerung eher bereit dazu währe, noch einmal alle Kraftanstrengung in Kauf zu nehmen, die notwendig ist, um Zeit zu gewinnen und dem Virus mit der richtigen Substanz zu begegnen, wenn sie sicher weiß, dass sie nach dieser Tragödie über eine lebensfähige Existenz ohne durch die Regierung verursachten zusätzlichen Schulden, in ihr gewohntes Leben zurückkehren kann. 

Weiter bin ich überzeugt davon, dass diese Substanz nun einmal die Impfung sein muss. Diese wahnwitzige Einstellung, dass eine natürliche Durchseuchung eine Pandemie dieser Größenordnung beenden könne, zeigt in aller Dramatik die Überforderung im Verständnis für komplexe Mechanismen und das unterschwellige Ablehnen von Wissenschaft. 

Ursache und Wirkung sind stark voneinander entkoppelt. Es geht nicht um das Ego im eigenen kleinen Mikrokosmos, sondern um das Wohlergehen der gesamten Menschheit und nachfolgender Generationen. 

Deine/Ihre 
Gabi C. Stratmann

Unternehmerin, Philosophin, Autorin


Wasser ist Menschenrecht

Weltwassertag 2021

Wasser ist ein Menschenrecht.

Unsere Gewässer sind vielfach stark verschmutzt. Eine Realität, die uns alle vor weitere Herausforderungen stellt.
Die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser verändert sich dramatisch aufgrund von Klimawandel, sich verändernden Konsumverhaltens und Bevölkerungswachstum. Wasser ist heute schon eine zunehmend knappe und damit begrenzte Ressource.
In vielen Regionen der Erde, auch in Europa erleben wir immer häufiger auftretende starke Dürren, während zeitgleich punktuell starke Niederschläge zu Überschwemmungen führen.
Belastet werden unsere Gewässer weiter durch übermäßige Düngung und Pestizide sowie anderer Schadstoffe, was dazu führt, dass besonders wachsende Städte ihr Trinkwasser aus immer größeren Einzugsgebieten und aus immer tieferen Grundwasservorkommen beziehen müssen. Zeitgleich steigt der Wasserbedarf weltweit in allen Lebensbereichen. Besonders in der Landwirtschaft und in der Industrie.
Unser aller Ziel muss es sein, eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung zu installieren, die
  • einen gerechten Interessenausgleich,
  • die Einlösung des Menschenrechts auf Trinkwasser und sanitäre Anlagen für alle, und
  • die Bewahrung tragfähiger Wasservorkommen für die Zukunft,
sicherstellt.
Neue Grundwasservorkommen müssen aufgespürt und bewertet werden.
Auch bei Wasserknappheit müssen die Bedürfnisse von Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Ökosystemen miteinander in Einklang stehen, um Dürren, Überschwemmungen und Konflikten vorzubeugen und um das Menschenrecht auf Wasser sicherzustellen.
Es liegt an uns, moderat und verantwortungsvoll mit der lebenswichtigen Ressource Wasser umzugehen.
Es ist die Aufgabe von Wissenschaft, Regierungen und Wasserbehörden, entsprechende Projekte auch ausserhalb der Agenda 2030 grenzüberschreitend zu ermöglichen und für eine qualitativ hochwertige Wasserforschung und Wasserbewirtschaftung zu sorgen.
Deine/Ihre
Gabi C. Stratmann
Unternehmerin, Philosophin, Autorin

International Women's Day - Die Rolle der Frau

Weltfrauentag 2021

Bleibt uns etwas anderes übrig, als inmitten all der konkreten und diffusen Bedrohungen der heutigen Zeit zumindest den Humor zu bewahren? Wandel und Entwicklung ist Gefahr und Chance zugleich. Die Währung der Frau ist seit jeher die Einsamkeit in der Genügsamkeit zu erleben oder zu erdulden. Die Generalisierung der Rolle der Frau und ihre Stellung in der Gesellschaft sind auch heute noch oder in Teilen wieder erniedrigend.

Die Punkte der Benachteiligungen sind zahlreich, wenn man sich so manche Statistik und Forschungsberichte anschaut. Weniger Verdienst bei höherer Arbeitsleistung, unbezahlte Arbeit im Haushalt, in der Kindererziehung oder gar im Pflegefall eines Angehörigen, Beziehungsmorde, Gewalt in der Ehe, sexualisierte Gewalt in jeder Form, Übergriffigkeiten, Mobbing, weniger Sicherheit in Fahrzeugen, weil Testdummies männliche Körpermaße spiegeln, selbst in der Pharmazie gibt es Studien, die darlegen, das bestimmte Medikationen für Frauen erhebliche Nachteile mit sich bringen können, weil an männlichen Personen getestet wird (Kurzfassung); das alles sind nur wenige Punkte. Die immer wieder aufkeimenden Diskussionen über Gender, LGBT Rechte etc. sind ermüdend.
Auch ich bin müde geworden, über die Themen „Mann - Frau“ überhaupt noch zu sprechen. Ich selbst konnte diese Thematik nie nachvollziehen, weil ich zu einer selbstbewußten und selbstständigen Person erzogen wurde. Unabhängig des Geschlechts, unabhängig von Sexualität oder Glaube. Unabhängig des gewählten Weges. Ich habe noch Werte und Tiefgang mitbekommen. Mir wurde noch beigebracht, den Blick für Benachteiligte niemals zu verlieren und dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Zu keiner Zeit habe ich es erlebt, dass sich ein Teil unserer Familie über andere gestellt hätte. Auch das ich selbst in der Beziehungswahl Frauen bevorzuge, ist für meine Familie vollkommen normal.
In der beruflichen Laufbahn und in der Gesellschaft sah und sieht das schon anders aus. Personen, die ihre Frauenfeindlichkeit oder männliche Überlegenheit zum Ausdrück bringen müssen, ernten durchaus verbale Schlagfertigkeit. Aber, es sind nicht nur Männer, auch Frauen können mitunter ein kratzbürstiges Bild an Anfeindungen bieten. Macht es das besser, wenn Gewalt von Frauen ausgeht? Natürlich nicht. Frauen dürfen verstehen lernen, dass dieses divenhafte Gehabe eigene Unsicherheit ist. Männer müssen kapieren, das Körpergrösse allein nicht vor Dummheit schützt. Ich könnte als Frau jetzt provokativ fragen, welche Gattung der Spezies Mensch diese Welt in ein derartiges Desaster geführt hat?! Natürlich stellt sich die Frage, ob Frauen es wirklich so viel anders gemacht hätten.
Was ich mir und für diese Welt wünsche? Ehrlichkeit, Wertschätzung und Respekt allen Menschen mit all ihren gewälten Lebensformen gegenüber. Wenn wir wüssten, das heute diese Welt unterginge, wären wir als Weltgemeinschaft im Herzen liebend vereint. Warum also nicht schon jetzt?
Einmal im Jahr die Frau zu verehren ist zu wenig und eher eine Farce. Dennoch müssen Frauen aufstehen und ein klares Signal setzen. Frauen sind weltweit auf ganz unterschiedlichen Ebenen bedroht und benachteiligt. Das darf es in einer aufgeklärten, modernen Welt nicht geben! Ich sehe keinen Grund dafür, dass Männer nicht dasselbe leisten können, wie Frauen. Eroberungstaktik und Besitzdenken zeigen auch heute noch das Niveau eines Primaten.
Menschen haben weltweit eines gemeinsam, jeder ist einzigartig, vielfältig, einfach schön, wunderbar und wandelbar.
Bleibe auch du einzigartig, wunderbar wandelbar, vielfältig und einfach schön!
Ich möchte jedenfalls daran glauben, dass wir eine liebende wertfreie Gesellschaft sind und dort werden können, wo es noch fehlt. Es gibt viel zu tun auf unserem wunderbaren Planeten mit seinen bezaubernden Menschen. Zerstöre diesen Zauber nicht.
  • Sei es dir Wert, dich zu lieben!
  • Sei es dir Wert, Grenzen zu setzen!
  • Sei es dir Wert, nein zu sagen!
  • Sei es dir Wert, Respekt einzufordern!
  • Sei es dir Wert, deinen Weg zu gehen!
  • Sei es dir Wert, gleichberechtigt zu sein!
  • Sei es dir Wert, frei zu sein!
  • Sei es dir Wert, zu lieben wen du willst!
Überlege für dich selbst ...
  • Ich bin es Wert, dass ...
In Verbundenheit mit allen Menschen seid lieb zueinander und fair miteinander.
Deine/Ihre
Gabi C. Stratmann
Unternehmerin, Philosophin, Autorin