Regierungsversagen par Excellence?

Gesellschaft braucht Sicherheit

Die Komplexität des Pandemieproblems, wie die daraus resultierende Unkenntnis über die wesentlichen Rückkopplungen, im gesamtgesellschaftlichen System und über die Methoden in der Forschung fördern ein gesellschaftliches Klima, in dem sich konkurrierende Ansichten über die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen fast unversöhnlich gegenüberstehen, obwohl in der Wissenschaft weitestgehend Einigkeit herrscht. 

Es droht die Spaltung der Gesellschaft, was wir in den aktuellen Diskussionen rund um die Coronamaßnahmen, Impfdebakel, Maskenkorruption, Testversagen, vollkommen realitätsfernen Finanzhilfen, im Ruf nach Freiheit und Jammerei auf hohem Niveau beobachten können.  

Eine polarisierte Gesellschaft lähmt sich selbst und verhindert ein in die Zukunft gerichtetes und damit nachhaltiges Handeln. Während sich in Deutschland ein Teil der Bevölkerung klar für Schutzmaßnahmen ausspricht, sieht ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung das Coronaproblem als nicht besonders relevant an und reden es klein oder geben sich der Illusion hin, noch lange Zeit abwarten zu können, bis weitreichende Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Auch, wenn ich der Überzeugung bin, dass ein großer Anteil die Ansichten des erforderlichen Schutzes teilen wird, so werden doch unterschwellig den Ergebnissen der Forschung wenig bis gar kein Glaube geschenkt. Die überaus komplexen Zusammenhänge rund um die menschliche Beeinflussung scheinen vielen Menschen offensichtlich nicht klar. „Forschung kann heute jeder.“ Deswegen fallen sie auf die „Argumente“ der Pandemieskeptiker herein oder glauben, befähigt zu sein, sich selbst ein Bild von der Situation machen und sich eine Meinung über die Notwendigkeit der Begrenzung zum Schutze der Weltbevölkerung bilden zu können. 

„Ein paar Infektionen mehr oder weniger, das kann doch nicht so schlimm sein. Viren hat es doch immer schon gegeben. Tote auch.“ 

Diese völlig verquere Wahrnehmung ist rational in keiner Weise zu verstehen. Wissenschaft ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, die unser aller Leben bis zum heutigen Tage bereichert und viel Wohlstand, Freiheit und ein langes Leben bis zu 100 Jahren und mehr ermöglicht hat. 

Gleichwohl scheinen mir unsere Regierungsvertreter übermüdet und ein wenig „betriebsblind“ geworden zu sein. Korruption und persönliche Bereicherung auf Kosten der Bürger sind genauso inakzeptabel wie auf anderen Ebenen unserer Gesellschaft. 

Ankündigungen, die aus wissenschaftlicher Sicht derart unrealistisch und kaum nachvollziehbar und noch weniger einhaltbar sind, wirken wie ein „Katz- und Mausspiel“ mit der Bevölkerung. Es fehlt in der Tat ein vernünftiger strategischer Plan zur Ankurbelung der Wirtschaft. Dennoch ist die Gefahr für die Bevölkerung mit den beiden Mutationen B 1.1.7 (Britische) und P 1 (Brasilianische) noch nicht gebannt. Nach aktuellem Kenntnisstand sind beide infektiöser und tödlicher auch für jüngere Generationen. 

Bei aller Erfordernis von Schutzmaßnahmen, darf die Bevölkerung nicht existentiell geopfert werden. Die Finanzhilfen wurden von Beginn an im antiquierten Clusterverfahren hochgezogen ohne die Lebensrealität der Bevölkerung wahrzunehmen oder anzuerkennen. Das Baukastenprinzip für Branchen und Berufsgruppen hat längst ausgedient. Gelder haben all jene nicht erreicht, die sie dringend benötigt hätten. Ein reiches Land wie Deutschland wäre dazu imstande gewesen, die Existenz ihrer Bürgerinnen und Bürger mit den richtigen Maßnahmen, wie mit verschiedenen Modellen des bedingungslosen Grundeinkommen, Umsatzstaffelungen, Mietsicherung, vorübergehendem Aussetzen von Zahlungsverpflichtung, Zinsanpassungen, Preissenkungen oder Preissteigerungsstop, Aussetzen von Mahnverfahren, Abwicklung über die Finanzämter, etc. um nur wenige Beispiele anzubringen, zu sichern. Stattdessen wird künstliche Armut erzeugt und die vorhandene vergrößert.

Menschen gehen dann auf die Strasse, wenn sie sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Ängste resultieren aus Unwissenheit. Was der Mensch nicht zu verstehen imstande ist, bereitet ihm Ängste. Was er ich nicht nachvollziehen kann und den Sinn nicht erkennt, führt ihn in den Widerstand. Der fehlende Rückhalt und eine ungewisse Zukunft, lassen ihn Zuflucht suchen in einer illusionären Welt vermeintlicher Sicherheit, die ebenso an der Realität vorbei geht und die Probleme vergrößert. Hier greift das Paradoxon menschlichen Versagens. Der Wunsch gehört zu werden, sorgt für unbedachte Demonstrationen, Verweigerungen und Ausschreitungen, die zeitgleich das Infektionsgeschehen antreiben. Ein trügerischer Zufluchtsort, der Sekten und verschwörerischen Mechanismen Raum und Nährboden gibt. Ein Teufelskreis, der nur mit der Sicherung der Existenz und einer klaren, für alle nachvollziehbaren Lösungsstrategie durchbrochen werden kann. 

Hier ist die Politik ganz klar gefordert. 

Das Hin und Her im Ringen um die „beste Leistung“ einzelner Damen und Herren Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen, zudem noch im Wahlkampfmodus wird das Problem so nicht lösen. Jeder scheint um die Gunst von „Mutti“ zu buhlen und „der oder die Klügste“ sein zu wollen. Von aussen betrachtet könnte diese Schmierenkomödie nicht besser vonstatten gehen. Wirklich ernst nehmen, kann man das kaum mehr. 

Was in Deutschland fehlt ist der Mut nach vorne zu schauen. Die angezogene Handbremse in antiquierten Wirtschafts- und Rechtssystemen muss dringend gelöst und der heutigen Zeit entsprechend reformiert werden.

Hier kämpfen nicht Politik gegen Bürger oder umgekehrt. Wir alle kämpfen an, gegen einen mikroskopisch kleinen Mitbewohner auf Erden, der der Zivilisation durchaus ein Ende setzen kann und damit kämpfen wir alle gemeinsam gegen die Zeit. Diese läuft solange gegen uns, wie wir nicht verstehen, wie wichtig ein gemeinschaftliches verantwortungsvolles, auf den nächsten Rücksicht nehmendes Handeln sind.  

Ich bin überzeugt davon, dass die Bevölkerung eher bereit dazu währe, noch einmal alle Kraftanstrengung in Kauf zu nehmen, die notwendig ist, um Zeit zu gewinnen und dem Virus mit der richtigen Substanz zu begegnen, wenn sie sicher weiß, dass sie nach dieser Tragödie über eine lebensfähige Existenz ohne durch die Regierung verursachten zusätzlichen Schulden, in ihr gewohntes Leben zurückkehren kann. 

Weiter bin ich überzeugt davon, dass diese Substanz nun einmal die Impfung sein muss. Diese wahnwitzige Einstellung, dass eine natürliche Durchseuchung eine Pandemie dieser Größenordnung beenden könne, zeigt in aller Dramatik die Überforderung im Verständnis für komplexe Mechanismen und das unterschwellige Ablehnen von Wissenschaft. 

Ursache und Wirkung sind stark voneinander entkoppelt. Es geht nicht um das Ego im eigenen kleinen Mikrokosmos, sondern um das Wohlergehen der gesamten Menschheit und nachfolgender Generationen. 

Deine/Ihre 
Gabi C. Stratmann

Unternehmerin, Philosophin, Autorin