Der Strukturwandel ist nicht mehr aufzuhalten. Die Zeit drängt. 

Vor drei Jahren habe ich bereits auf die nahende Thematik von Strukturwandel, sich verändernde klimatische Lebensbedingungen und damit einhergehender potentieller Gefahren durch neue Krankheitserreger und drohender Massenarbeitslosigkeit hingewiesen. Etwas provokativ stellte ich die Frage, was macht der Mensch nach der Industrie, wenn die Märkte erschöpft sind, die Erde den Menschen nicht mehr (er)trägt und die Perspektiven für jeden Einzelnen immer weniger werden. Ich wurde ausgelacht. Man schien es nicht so richtig ernst zu nehmen. Heute sprechen wir allein in Deutschland von potentiellen 5 Millionen Arbeitslosen mit steigender Tendenz. Die Corona-Pandemie hat diese Welt regelrecht überrollt. Das Jahr 2020 hat es in sich. Es zeigt uns unsere Verletzlichkeit in den von uns allen geschaffenen Systemen und Sub-Systemen sowie deren und unser aller Abhängigkeiten ebenso, wie die Schande menschlichen Handelns und ihre Folgen einer perversen Profitabilität

Zu beobachten ist ein Trend der Verdrängung, des Wegschauens. In kritischen Situationen sind solche Phänomene häufig zu beobachten. Natürlich sind düstere Zukunftsprognosen beängstigend und lassen auch mein Herz gelegentlich schwer werden. Viele Ereignisse und Vorgänge sind schleichend, kaum sichtbar und damit für die breite Masse nicht greifbar. 

Flucht aus der Realität spaltet die Gesellschaft

Viele können die Abstraktheit von Problem- und Fragestellungen, denen wir wissenschaftlich nachgehen, nicht verstehen geschweige denn unsere Gedankengänge aufgreifen. Es scheint einfacher, Wissenschaft zu verpönen und seine bedrückenden Emotionen durch Hass, Drohgebärden und Gewalt zum Ausdruck zu bringen. Die Flucht in Parallelwelten scheint ebenso für viele Menschen die Zuflucht in eine heile Welt zu sein. Aber genau diese Flucht aus der Realität heraus, spaltet die Gesellschaft, schürt Misstrauen und verstärkt die Ängste vor der Zukunft. Eigentlich müsste man meinen, dass die Gesellschaft so langsam realisiert, dass wir mit unseren Prognosen, die ich auch in meinem Buch dargelegt habe, richtig lagen. Die Menschheit spielt ein wenig „Independence Day“ und steuert beinahe auf die Apokalypse zu.

Was ist zu tun?

Wir brauchen dringend gesellschaftliche Akzeptanz

Ich halte es für unabdingbar, die Bevölkerung weltweit in die aktive Umgestaltung unseres Wirkens auf der Welt mit einzubeziehen und weiter aufzuklären. Wir brauchen dringend die gesellschaftliche Akzeptanz für mehr Klimaschutz zu realistischen Bedingungen. Hier muss die Frage gestellt werden, in welcher Form die Gesellschaft von den Massnahmen zum Erhalt des Klimas beteiligt werden kann, etwa über aktive profitable Arbeitsplatzangebote oder finanzielle Anreize, wie das bedingungslose Grundeinkommen.

In meinem Buch habe ich den Schlusssatz formuliert: „Wecke den Freigeist in dir! Kleindenker haben keine Zukunft!“ Dazu stehe ich. Wir kommen nicht umhin, über Ziele zu debattieren und klare, authentische und ehrliche Kommunikation zu betreiben. Aufklären und Einladen sind das Gebot der Stunde. Was wir benötigen, sind Denker, Problemlöser, Abenteurer, die eine neue realistische Aufbruchstimmung erzeugen und den Klimaschutz einfordern. 

Themen, die uns alle betreffen!

Zum Klimaschutz sollten sich alle verpflichtet fühlen. Deutschland, als eines der wichtigsten Verhandlungspartner und Stabilitätsfaktor der EU sollte aktiver Antreiber statt Spalter sein.

Industrie- und Entwicklungsländer benötigen einen einen fairen Ausgleich. Industrieländer  müssen bei allen durchaus zur Diskussion stehenden Themenfeldern Verantwortung übernehmen. 

Das Zeitfenster der Menschheit auf diesem Planeten ist eng. Die Emissionswerte müssen schnell gesenkt werden. Dazu ist es erforderlich, die Entwicklungsländer entsprechend Mittels strukturellen und finanziellen Hilfen zu fördern. Die Zusammenarbeit der Länder fördert das Demokratieverständnis und die Bereitschaft, den Technologietransfer weiter auszubauen. Dieser wiederum unterstützt ein friedliches Miteinander in weitestgehender Freiheit für alle. 

Wie kann ein Strukturwandel finanziert werden?

Indem klimaschädliche Subventionen abgebaut werden und Co2 angemessen bepreist wird. Die so erzeugten Einnahmen könnten dem sozialen Ausgleich zugute kommen und den Strukturwandel ankurbeln. Ebenso können diese Gelder für den Ausbau von erneuerbaren Energien Verwendung finden. Der Klimawandel geht zu schnell von statten, wie die rasante Erwärmung des Planeten beispielsweise sichtbar durch die Polschmelze, Abschmelzen des Permafrost, zunehmende Brände, Waldsterben, besonders dramatisch in Sibirien mit Einfluss auf das Weltklima, zeigen. Es müssen Rahmenbedingungen zur Klimaneutralität geschaffen und die Energieversorgung dezentralisiert werden. 

Die Politik ist auf allen Ebenen gefordert, die Rahmenbedingungen und Gesetzgebung voranzutreiben. Auch die Geldströme müssen in neue Kanäle gelenkt werden. Der Lobbyismus wird keinen Bestand haben. Was in Zukunft überlebenswichtig ist, sind Investments in absolute Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt. Das hoch gesteckte Ziel zur Klimaneutralität, sprich frei von fossilen Energieträgern bis 2050 wird nicht realisiert werden können, solange ein “weiter wie bisher” praktiziert wird. Die Wirtschaft muss Mechanismen entwickeln, wie Co2 der Luft entzogen und zur industriellen Nutzung verwendet werden kann.

Die Aufforsten allein wird das Klima und damit den Lebensraum von Mensch und Tier nicht retten können. Aufgrund der Tatsache, das Angebot und Nachfrage die Märkte längst nicht mehr bestimmen und viele Alternativmärkte den Ernst der Lage weder erkannt haben noch bereit oder in der Lage dazu sind, sich diesen Aufgabenstellungen anzunehmen, erzeugen wir eine Wegwerfgesellschaft. Der Überfluss an Allem, sorgt für eine dramatische Umweltverschmutzung, die das gesundheitliche Wohl ernsthaft gefährdet. Es muss eine neue Form der Kreislaufwirtschaft entstehen, die Abfälle nachhaltig und effizient vermeidet. 

Eines muss uns allen klar sein:

Erfolg prahlt nicht! Populisten lösen nicht’s!

Gemeinsam müssen wir dafür Sorge tragen, dass der neue Populismus auf allen Ebenen, unsere Demokratie, unsere Freiheit und damit auch unsere Menschenrechte nicht über Bord werfen, wenn die Menschheit auf diesem Planeten eine Zukunft haben will.