Raus aus dem Kampf, deine Kindheit habe dein Leben zerstört.

Ganz so einfach ist das nicht.

Manchmal, ja manchmal sitze ich einfach nur da, nehme mir Zeit, zur Ruhe zu kommen. Meinen Geist auszurichten, auf das, was tatsächlich ist. Auf das, was immer vorhanden ist, sich aber häufig hinter dem Lärm der Zeit zu verstecken scheint. In stillen Momenten schaut es behutsam hervor, klopft an, fragt regelrecht, ob ich da bin. Schaut vorsichtig vorbei, um herauszufinden, wie es mir geht und ob ich noch bereit dazu bin, es anzunehmen. Es in den Arm zu nehmen, zu kuscheln, zu liebkosten und den Zauber darin zu spüren.

Wenn ich so still da sitze, geschieht in mir und drum herum sehr viel. Während die einen überzeugt davon sind, das ich nicht‘s mitbekäme, wundern sich andere über das intensive Wahrnehmen jeder noch so kleinen äusseren Regung, Laute der Tiere, Geräusche des Lebens.

In mir kommen und gehen Erinnerungen ebenso wie Erkenntnisse und Visionen. Der Schrecken dieser Welt und seiner Akteure in solchen Momenten weit entfernt. Ich sehe mich als Kind, abenteuerlustig, dynamisch, wild, ein Wirbelwind eben. Ich war der Entdecker schlechthin. Nicht‘s konnte mich aufhalten. Menschen, die kein Verständnis hatten und schlechte Stimmung verbreiteten, nahm ich in den Arm, denn instinktiv wusste ich, sie brauchen es. Ihnen fehlt das, was das Leben eigentlich ist. Immer fröhlich lachend, hüpfte ich durch mein Leben.

Beim Anblick dieses atemberaubenden glutroten Himmels, höre ich plötzlich sanft die Stimme meiner Mutter. Es gab doch etwas, was mir Angst machte. Als kleiner Stöpsel rannte ich aufgeregt auf sie zu, „die Erde brennt, die Sonne ist herunter gefallen“ höre ich mich rufen …

Ich muss das wohl tatsächlich geglaubt haben, denn meine Mutter nahm mich, setzte mich auf ihren Schoss, zog mir ein Jäckchen über und begann zu erzählen …

… Sie lächelte, schelmisch; die Sonne ist nicht herunter gefallen. Sie scheint jetzt auf der anderen Seite des Erdballes. Dort leben auch ganz viele Kinder, die von ihren warmen Strahlen berührt werden wollen. Ob dann der Himmel brenne, fragte ich noch nicht ganz verstehend, das die Erde ja rund ist und sich dreht. Und sie antwortete, weisst du, wenn die Blätter gefallen sind, die Abende kälter werden, die Vögel in den Süden gezogen sind und es draussen still wird, kommt die Adventszeit. Und die Engelchen bereiten sich darauf vor. Sie schauen, ob die Kinder brav sind, ob sie lachen und spielen. Viele Kinder auf der Welt, sind allein, haben keine Eltern, die mit ihnen Plätzchen backen und Wunschzettel für das Christkind schreiben. Am Nikolaustag bleibt ihr Schuh leer. Und dann gibt es Eltern, die so viel arbeiten müssen, das sie keine Zeit haben, mit ihren Kindern Plätzchen zu backen. Anderen fehlt das Geld dazu. Immer wenn sich im Herbst am Abend, der Himmel rot färbt, entzünden die Engerl ihre Öfen, bereiten den Teig vor und backen für die vielen Kinder auf der Welt ganz viele Kekserl. Viele kleine Helferlein sind dort am Werk. Eine richtige Weihnachtsbäckerei mitten in den flauschigen Wolken. Und wenn in der Früh das Rot verblasst, erlischt das Feuer allmählich in ihren Öfen und die Engerl legen sich schlafen. …

Unweigerlich muss ich schmunzeln. Jedes Jahr an den kühlen Abenden im Herbst, erinnere ich mich beim Anblick des Himmels an jene Geschichte. Und ein bischen Kind ist in mir geblieben. Die kindliche Vorfreude auf die kommende Jahreszeit, mit ihren Düften und Klängen, mit ihrem besonderen Zauber, dem Funkeln und Glitzern.

Mein Grossvater hat es mir beigebracht, – bewahre das innere Kind in dir; lebe es aus. Du wirst sehen, so manches Problem, das sich dir im Laufe deines Lebens in den Weg stellen wird, ist mit Kinderaugen betrachtet gar nicht mehr so schlimm. Aber lerne, im richtigen Moment, auf Erwachsenenmodus umzuschalten. – Damals habe ich nicht verstanden, heute weiss ich nur zu gut, was er gemeint hat. Und er sollte Recht behalten.

Und da ist es wieder. Dieses Etwas, dass das Leben ausmacht. Es strahlt mich an, will gesehen und angenommen werden. Etwas, das den Menschen verloren gegangen ist, in einer Zeit der Spaltung. Plötzlich bin ich im Erwachsenenmodus, wieviel habe ich davon gegeben … wieviel kam tatsächlich zurück … Den Menschen scheint Jahrzehnte später, inzwischen ergraut immer noch das zu fehlen, was mir als Kind beigebracht und mitgegeben wurde. Etwas, dass das Leben selbst ist …

Vertrauen, Dankbarkeit, Demut und ganz besonders die LIEBE ❣️

Wie oft stellen wir alles in Frage? Wie oft stolpern wir über toxische Menschen? Wie oft werden uns Steine in den Weg gelegt? Wie oft stossen wir auf Unverständnis? Wie oft fühlen wir uns allein gelassen? Wie oft bleibt Unterstützung aus? Wie oft wünschen wir uns eine Umarmung? Etc.

Sind es nicht genau die elementaren Dinge, die sich insgeheim jeder wünscht, es aber uncool erscheint, den Dramen der Welt Einhalt zu gebieten? Gehör zu schenken? Lösungen zu finden? Einander zu helfen, anstatt zu zerstören?! Geborgenheit und Schutz zu bieten?!

Manchmal, ja manchmal sitze ich einfach nur da und nehme in Empfang, was in mir ist und mich fragt, ob ich noch da bin .. Nämlich die Liebe in mir und das Vertrauen in mich selbst.

Den Rest regelt das Leben.

In diesem Sinne dankbar für die beste Family der Welt 🙏

👉 Wenn in deinem Leben nicht immer alles rund läuft, wisse wer du bist und besinne dich darauf !!!

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