100 Jahre Demokratie in Deutschland

Bildung, Arbeit, Gesellschaft

Ist unsere Bildung zeitgemäß und dem Demokratiegedanken entsprechend?

Jugendförderung bedeutet auch einen kritischen Blick hinter die Kulissen. 

Wo stehen wir heute und warum?

Viele Menschen arbeiten täglich vor sich hin, sind mehr oder weniger glückselig oder frustriert. Einige wünschen sich insgeheim ein besseres Leben, während andere fest davon überzeugt sind, wegzuschauen und die Verantwortung auf andere zu übertragen und Arbeitgeber grundsätzlich keine Fachkräften finden, ob der zunehmend schlechter werdenden Qualität unseres Bildungssystems?

Eine Gesellschaft die sich im Wandel befindet, hält an fix definierten Rollen und Funktionen fest. Die meisten Menschen nehmen das so hin. 

Was steckt eigentlich hinter unserer Bildung, wenn wir im Jahre 2018 feststellen, daß diese nicht ausreicht, um am Markt bestehen zu können und warum brechen so viele aus diesem System aus? 

Auch in unserer Bildung zeigt sich die Polarität. 

Bildung kann als Prozess  betrachtet werden, durch den die Menschen Ihre Fähigkeiten und Talente bis zum Maximum auszuschöpfen lernen und ihr Leben bereichern können. Eine positive Perspektive. 

Dem gegenüber steht aber auch ein Bildungsprozess, durch den Menschen für bestimmte Positionen in der Gesellschaft, vorbereitet werden. Vermittelt werden hier die Information, die Einstellung, die Persönlichkeit, die Neigungen und Erwartungen, die zu der beanspruchten Position passen, die später in der Gesellschaft eingenommen werden soll. Was unvermeidbar ist, um später in der Gesellschaft seinen Weg zu finden, wird in der Breite der Bevölkerung der Ruf, nach der Talente-Bildung durch Potentialentfaltung laut.

Für eine Solche müssen sowohl die Bildung selbst als auch die Positionen, die Menschen in der Gesellschaft einnehmen, entsprechend geschaffen sein, damit die Menschen erfüllt, erfolgreich und befähigt werden, ihr Potential in voller Gänze zu entfalten. Unsere heutigen gesellschaftskulturellen Strukturen, lassen eine Bildung oder einen Arbeitsplatz auf Basis reiner Potentialförderung nicht zu.

Wenn ich mit Jugendlichen in der Bildung spreche, höre ich aus ihren Schilderungen, dass sie in der Schule gelernt haben, Langeweile zu ertragen, Befehle und Vorgaben korrekt auszuführen und zu gehorchen. Andernfalls hagelt es schlechte Noten, die Kinder bekommen eine negative Beurteilung und sind für den Arbeitsmarkt nicht ausreichend vorbereitet.

Der Zwiespalt im Bildungssystem

Glaubt man verschiedenen Studien, scheitern ca. 80 % der Schüler im späteren Arbeitsalltag. Unsere Kinder und Jugendlichen befinden sich im Widerspruch der Erwartungshaltungen von Eltern, Lehrern und unserer wirtschaftlichen Systeme. Sie sollen ihre Funktion als Schüler erfüllen und zeitgleich ihr Bestes geben. Das erzeugt Druck und Druck führt zu Blockade und sinkender Leistungsfähigkeit. 

Eine Bildung die individuelle Potentiale fördern will, um eine befreiende Entwicklung zu bekommen, muss die Gesellschaft Positionen für frei denkende Menschen zur Verfügung stellen; also für Menschen, die die Initiative ergreifen und sich kümmern. 

Verschiedene Prioritäten, wie Verhaltensweisen, Spiritualität, Ideologien, Tatsachen etc. sagen viel über die vorherrschenden Werte und Ziele einer Kultur aus. Dementsprechend sind unsere Bildungssysteme aufgebaut.  

Den Kindern werden in der Schule in der Regel die harten Fakten, zumeist aus einseitiger der Kultur entsprechenden Sicht, näher gebracht. Ohne jeglichen Bezug in die reale Welt von Früher und Heute. Das gefühlte stupide Auswendiglernen setzt nicht nur viele Jugendliche unter Druck, es fördert auch das Vergessen wichtiger Daten und Fakten und nimmt den jungen Leuten ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein. 

Im Geschichtsunterricht lernen die Kinder heute die einseitige Darstellung der Schwerpunktthemen vorwiegend unserer Kultur, was ein wenig wie der Kampf gegen das Vergessen wirkt. Ein kritisches Hinterfragen von Konsequenzen und Auswirkungen ist eher nicht gewünscht. 

Ich erinnere mich noch an meine Jahre des Geschichtsunterrichts. Am Ende hatte ich nach dem damaligen „Drill“, nicht nur das Gefühl, selbst im Krieg gewesen zu sein. Ich stellte kritische Fragen, die regelmäßig in der Androhung eines Schulverweises endeten. Diesen habe ich mir zwar, wohl erzogener Weise oder aus Gehorsam heraus, erspart, dennoch stellte ich mir die Frage, aus welchen Gründen scheinbar einseitiges Wissen vermittelt und Tatsachen verschwiegen wurden. Problematische Themen sparrt man lieber aus, nützliche Themen hingegen werden künstlich in die Länge gezogen. Aber führt denn nicht genau das zu Verwirrungen und Fehlinterpretation? Und hat genau diese gefühlte Irreführung etwas mit der Vorbereitung auf das spätere Leben zu tun? Was geschieht mit jungen Menschen, die ihre Gedanken nicht zum Ausdruck bringen dürfen, die dadurch regelrecht in ihrem freien Geist eingeschränkt werden? 

Ich habe mir zeitlebens viele Gedanken zu unseren Systemen dieser Welt gemacht. Antworten aber bekam ich weder in der Schule noch am Arbeitsplatz. Ich musste meinen eigenen Weg gehen, Abstand gewinnen und die Geschehnisse aus einer anderen Perspektive heraus betrachten. Aus diesem Blickwinkel heraus bin voreingenommen. Voreingenommen gegen Rassismus, gegen Krieg, gegen wirtschaftliche Ausbeutung, gegen die Zerstörung der Natur, gegen eingeschränkte Bildung die ein kränkelndes System fördert. 

Weltumspannende Beispiele:

Die Geschichte von Kolumbus zum Beispiel, wird seit Generationen in den Schulen als Abenteuergeschichte über Edelmut und Mut erzählt; Kolumbus als großer Held der Entdeckung dargestellt, weil er so mutig war, das Meer zu überqueren und ein neues Land gefunden hat. Was in der Regel nicht oder unzureichend erzählt wird, ist das die wirtschaftliche Expansion in ein anderes Land, wegen dessen Reichtümern, das Hauptziel war. Um an das wertvolle Gold heranzukommen, wurden Indianer zu sklavenhaften Methoden herangezogen. Die Indianer lebten bis dahin in ihrer ursprünglichen friedvollen Gesellschaft. Sie empfingen Kolumbus mit Großzügigkeit und boten Geschenke dar. Über die Konsequenzen dieser Entdeckung wird seltener gesprochen.

Zwischen 1945 und 2005 wurde Seitens der vereinigten Staaten versucht, weltweit 50 Regierungen zu stürzen, von denen viele Demokratien waren.

Schauen wir uns das britische Empire und die Gräueltaten während der Kolonialzeit an, können heute die wenigsten Menschen damit etwas anfangen, ausser das verschiedene Länder besetzt waren. Stalins Gräueltaten hingegen kennt die Gesellschaft  zur Genüge. Das aber Lord Lyttons auf ähnliche abscheuliche Weise in Indien wirkte, indem er große Mengen Getreide während einer Hungersnot aus in sein eigenes Land exportierte, ist weniger bekannt. Leider hatten diese Exporte eine Hungersnot mit Millionen Toten zur Folge.

Menschen werden heute in vielen Ländern wieder darauf vorbereitet, jenen Macht zu geben, die bereits an der Macht sind, indem man ihre Autorität ausbaut, ihre Ideen populär oder reicher macht. Das Verfolgen eigener Visionen, wie beispielsweise in den 60ern, wird nach wie vor eher verpönt. Auch wenn wir heute eine scheinbar völlig neue Form von Popularität und ihr nachfolgend Autorität erleben, so sind doch Parallelen zu erkennen.

Die 60er

In den 60ern gab es weltweit große Umwälzungen. Ein riesiger gesellschaftlicher Umbruch des Widerstandes und der Opposition gegen die Vergangenheit, gegen die Kapital- und Machtstruktur von Gesellschaften, was die Regierungen später aufgrund drohender Kontrollverluste vor Probleme stellte. Aufstände sollten unterbunden werden. Hierzu gründete David Rockefeller eine internationale Kommission, der die USA, Westeuropa und Japan angehörten und aus Konzernen, Banken, Anwälten und den jeweiligen Regierungsmitgliedern bestand. Damals schon wurden Gründe für das Verhalten der Masse definiert (Quelle: The Crisis of Democracy). Schnell wurde die Bildung des Schulsystems als ursächlich festgelegt. Der Rückschluss lag nahe, da ein Großteil der Aufstände auf Schul- und Universitätsgeländen stattfand. Folglich musste eine zu gut gebildete Bevölkerung Grund für Aufstände sein, denn gebildete Menschen, lernen frei zu denken und entwickeln Erwartungshaltungen. Sie wollen Verantwortung übernehmen, mitreden, das eigene Leben selbst gestalten und entscheiden, was sie nach der Schulbildung tun werden. Aufgrund der Aufstände wurde unterstellt, dass die Masse nicht in der Lage war, die Kontrolle und damit die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sich zur Wehr setzten. Bevölkerungsgruppen, die bis dahin passiv und unorganisiert waren, Studenten, Frauen, Minderheiten aller Art setzten sich nun zum Ziel, ihre Forderungen in Chancen, Positionen, Belohnungen und Privilegien zu verwandeln. 

Heute erleben wir solche Mechanismen durchaus im Speakermarkt, in der Multi Level-Szene, bei Selfmade-Millionären, auf dem Esoterikmarkt u.a..

Damals wurde das Bildungssystem entsprechend verändert. Die bis dahin qualitativ hochwertige Bildung, wurde zu einer reglementierten Bildung, reduziert. Der Bericht sah das Bildungssystem zur „Werteschaffung in der Gesellschaft“ und argumentierte, dass „ein Programm notwendig sei, um für Studenten die Aussichten auf eine Stelle zu verringern“, um die Masse wieder unter Kontrolle zu bringen. Um dieses Unterfangen durchzusetzen, wurden Programme zu „Mäßigung der Demokratie“ 

installiert. Fortan gab es verschiedene Ministerien, wie wir sie heute noch kennen. 

Demnach ist Bildung auch ein Kontrollsystem. 

Bildung kann den Geist befreien und unabhängiges Denken unterstützen oder den Geist kontrollieren und beeinflussen und ein Individuum zu einem Menschen machen, der freiwillig seine „Freiheit“ aufgibt (z.B. Sklaven der Kolonialzeit). Der Kampf des Menschen gegen die Macht, ist ein Kampf der Erinnerung gegen das Vergessen. Eine Bildung, die Macht nicht erklärt und sie somit schützt. Ein Großteil beendet die Schule ohne etwas über die Gründe für weltweite Ungleichgewichte zu erfahren.

Konzerne nehmen einen großen Einfluss

Den reichsten ca. 10 % der Erwachsenen, gehören ca. 88 % der Besitztümer dieser Welt, während der Hälfte der Erwachsenen der Welt nur ca. 1 % der Besitztümer gehören. 2009 waren von den reichsten 150 Wirtschaftseinheiten der Welt, die Hälfte Großkonzerne. 1916 bestimmte ein US-Gerichtsurteil in Anlehnung an britisches Recht, dass Konzerne sich im Prinzip nur durch Profitmaximierung leiten lassen dürfen. So wurde soziale Verantwortung von Konzernen regelrecht verboten. 

Zwei Seiten der Bildung

Indem bestimmte Meinungen, Fähigkeiten und bestimmtes Verhalten belohnt wurde und andere bestraft, wirkte die Schulbildung einem Abweichen vom vorgeschrieben Weg, entgegen. 

Bildung ist entweder ein Instrument, das dazu genutzt wird, die Integration der jüngeren Generation in die Logik des Systems zu fördern und für Uniformität zu sorgen, oder sie wird zur Ausbildung der potentialen Freiheit genutzt, so das die jungen Menschen Verantwortung übernehmen können und erkennen, wie sie die Veränderung ihrer Welt aktiv gestalten können. 

Unsere Arbeit, unser heutiges Handeln verändert unsere Welt

Die meisten von uns haben erschreckender Weise kaum Kontrolle über ihre Ziele. Am Arbeitsplatz spenden wir als sogenannte Experten Zeit und Kreativität. Die Entscheidung, die Mitarbeiter mit Expertenstatus bei ihrer Arbeit treffen, haben größeren Einfluss, als die Entscheidungen, die sie alle paar Jahre bei ihren Wahlen treffen. Die Arbeit ist das wichtigste Projekt im Leben des Menschen. Es gibt nur sehr wenige Aufgaben, für die der Mensch acht Stunden pro Tag eine ganze Woche freiwillig investieren würde. Der Mensch verkauft die besten Stunden seines Lebens. 

Was ist ein Experte

Experten werden so „produziert“, dass sie sich regelrecht unterordnen. Ihr Unterscheidungsmerkmal ist ihre Bereitwilligkeit und Fähigkeit, bei ihrer Arbeit ideologisch diszipliniert zu sein. Man unterstellt ihnen automatisch Kompetenz, Kreativität und stellt Wachstumspotential zumindest in Aussicht. Sie bekommen Handbücher, nach denen sie agieren sollen und nachlesen können. 

Die sogenannten “Nicht-Experten”, die Universalgelehrten oder betriebswirtschaftlich der Allrounder, ein Freigeist, Dichter und Denker, wird schnell mangelnde Kompetenz unterstellt. Dieser kann kein Handbuch zu Hilfe nehmen. Mir als Autor wird das erste Wort meiner Story nicht vorgegeben. Arbeitgeber geben ihren Experten die Ideologie vor, damit seine Fachkraft die „Kreativität“ ausführen kann, ausschließlich unter der Führung der vorgeschriebenen Ideologie. Andernfalls verliert der Mitarbeiter seinen Job, denn diese müssen sich an den vorgegebenen Rahmen des Arbeitgebers halten.

Lehrer müssen heute auch kreative und innovative Wege finden, wie Schülern der Unterrichtsstoff näher gebracht werden kann. Der Haken an der Sache, nicht selten wird dieser Stoff von den Arbeitgebern vorgegeben, lediglich die politische Kontrolle wurde den Unternehmen entzogen. Jeder Beruf und seine Ausführung führt zur pragmatischen Abwicklung der vorgegebenen Aufgaben und des Alltags. Ein Journalist beispielsweise, der reißerische Artikel präsentieren soll, damit sich die Story besser verkauft, handelt im Rahmen der fest definierten Struktur eines Verkäufers. Der Inhalt der Geschichte rückt schnell in den Hintergrund. Die Abnahmemenge und der Umsatz zählen.

Wenn die Sinnfrage kommt

Als ich mich selbst noch im Angestelltenverhältnis einer weltumspannenden Organisation befand, fing ich nach einem auslösenden Punkt an, die Dinge zu hinterfragen. Auch wenn es nicht zu den eigentlichen Aufgaben eines Angestellten gehört, die Ziele des Unternehmens zu hinterfragen. Denn damit wird die Moral des Arbeitgebers in Frage gestellt und nach alter Schule eine Art Misstrauensvotum zum Ausdruck gebracht. Ich realisierte für mich, daß ich mit daran beteiligt war, eine „Katastrophe“ vorzubereiten. Durch den Raubbau der Natur, der Zerstörung von Lebensräumen von Mensch und Tier, der Verunreinigung von Boden, durch das gewollte Verschulden anderer Menschen und ihren Familien, die sich Partner nannten, durch das in Kauf nehmen, daß Krankheiten wie Krebs über Generationen durch die Aufnahme verseuchten Wassers und den Verzehr von Tieren vorherrschen werden, durch die indirekte Unterstützung kriegsfördernder Maßnahmen, Spaltung von Nationen … alles für den Profit, durch Unterdrückung und antrainierten Gehorsam, seinen Job pflichtbewusst auszuüben. Über diese Konsequenzen wurde ich weder in der Ausbildung noch im Studium aufgeklärt und auch nicht darin bestärkt, Lösungen für Folgeprobleme aus wirtschaftlichem Handeln zu entwickeln. Genau genommen studierte ich intensiv das Massenphänomen der „Problemmaximierung“.

Die passive Akzeptanz der Weisheit von Lehrern, ist für die meisten Kinder leicht und auch notwendig. 

Die spätere passive Akzeptanz im Leben eines Erwachsenen hat später mitunter schlimme Konsequenzen. Denn Menschen akzeptieren Führer; selbst jene, die sich selbst als populäre Autorität deklarieren. Zu erkennen sind solche Wirkmechanismen heute an Massenveranstaltungen selbst ernannter und umjubelter Gurus für schnelle Erfolge und Co. Die neuen Massen-Entertainer beanspruchen in vielen Fällen die Weisheit für sich ohne jede realitätsnahe Lösungsangebote. Viel Show ohne Inhalt.  

Einseitige Wissenschaften lehren nicht die Folgen des Handelns durch den Experten. Der eingeschränkte Blick auf das Ganze, macht Blind für die Konsequenzen des eigenen Handelns. Wissenschaftler, die nur ihre eigene Karriere im Blick haben und versuchen beispielsweise irgendwelche Zellen auf andere Zellen und Lebensformen zu übertragen, sind zu diesem Zeitpunkt in der Regel nicht daran interessiert, welche Auswirkungen das auf Pflanzen, auf Tiere, auf unseren Planeten und damit auf uns Menschen hat.

Bürger in Demokratien geniessen Redefreiheit, Recht auf Privatsphäre und Versammlungsrecht. Das Recht, Regierungen abzuwählen, die sie nicht wollen und eine andere zu wählen. Angestellte haben dieses Recht im Unternehmen in aller Regel nicht oder sehr eingeschränkt. Stattdessen unterstehen sie einer strikten Befehlskette. Um arbeiten zu gehen, müssen die eigenen Bürgerrechte oft zurückgelassen werden und in erster Linie dem Arbeitgeber gefallen ungeachtet der tatsächlichen Erfahrungen und Fähigkeiten. Hier stellt sich die Frage, wie weit Demokratie in der Wirtschaft tatsächlich ausgeprägt ist. In Konzernen treffen „die ganz oben“ sämtliche Entscheidungen, die am Ende das Regelwerk des Unternehmens sind. Unternehmen ebenso wie Behörden legen permanent Regularien fest, nach denen Menschen sich zu richten haben. In meiner selbstständigen Unternehmertätigkeit habe ich tatsächlich noch Unternehmen kennengelernt, die selbst die Häufigkeit der Toilettengange vorschreiben.

Das Arbeiten folgt nach festen Strukturen und Gesetzen, die nicht hinterfragt werden sollen. Wieviel Einfluss kann der Einzelne tatsächlich auf sein Leben nehmen? Immer mehr Menschen steigen aus Systemen aus, um ihren eigenen Weg zu gehen und ihren eigenen Ideologien zu folgen. Ähnlich den 1960ern. Andere solidarisieren sich mit ungeliebten Strukturen, um sich ein Gefühl der Sicherheit zu haben (Stockholm-Syndrom)

Menschen lernen sich unterzuordnen. Den Eltern, den Lehrern, den Arbeitgebern und den Gesetzen von Regierungen zu folgen. Dieser Gehorsam treibt die Macht der sozialen Hierarchie weiter nach oben und die Spirale zwischen arm und reich weiter auseinander. Die Macht konzentriert sich auf wenige Menschen. Die schlimmsten Verbrechen der Geschichte währen unmöglich gewesen, ohne den Gehorsam der Massen. Autorität untergräbt den freien Willen und die Fähigkeit, sich der Moral widersprechenden Aktivitäten, zu widersetzen. 

Lernen aus der Geschichte, um die Zukunft zu gestalten

Die Geschichte können wir nicht rückgängig machen. Aber wir alle haben die Fähigkeiten, aus ihr zu lernen. Wir sind zur Solidarität fähig. Wir sind fähig, uns gegenseitig zu helfen. Wir sind dazu in der Lage, eingeschlagene Kurse zu korrigieren. Wir können Wünsche ausdrücken und sie verfolgen. Wir sind in der Lage unser Leben zu gestalten.

Was müssen wir tun, wenn wir die Vision einer besseren Gesellschaft verfolgen wollen?

Strukturieren wir eine Gesellschaft so, dass sie die Eigenschaften fördert, verursacht und beibehält, die wir verachten oder schaffen wir eine Gesellschaft, die Eigenschaften fördert, die wir mögen und diese Welt so dringend braucht?!

Wenn man sich in der Geschichte nur die Gewalttaten, Kriege und Ausbeutung anschaut, kann das viele überfordern, deprimierend sein und zur Resignation führen.

Daher ist es genauso wichtig, sich mit der Historie zu beschäftigen, in der Menschen aufstehen und etwas unternehmen. Hier lassen sich Helden als Vorbilder finden, etwa George Washington, Thomas Jefferson, Henry Ford, Thomas Edison, Schindler, Mark Twain, Emma Goldman, Albert Einstein u.v.a.

Sie alle waren Menschen, die sich nicht entmutigen liessen, egal welchen Problemen sie gegenüberstanden. Das ist die inspirierende Seite der Geschichte, ein wunderbares Gegenmittel gegen die Entmutigung, sich auch heute wieder durch Ausbeutung, Eroberungen und drohender Kriege verunsichern zu lassen.

Wir alle haben wunderbare Alternativen 

Etwa Alternativen zur industriellen Agrarproduktion, die abhängig ist von fossilen Brennstoffen und Chemikalien. Alternativen zu einem für viele unverständlichen Bankensystem der Reichen. Alternativen zu Diktatur und Unterdrückung. Die wirtschaftliche Unsicherheit beraubt Menschen ihrer Grundbedürfnisse und ist ein fruchtbarer Boden für eine Kultur des Hasses, der Gewalt und einer Kultur der Zerstörung. 

Frieden, Freiheit und Dialog in einer liebens- und lebenswerten Kultur

Ich will, dass unsere Kinder in einer Kultur des Friedens, der Freiheit und zahlreicher Alternativen aufwachsen. Wir müssen eine Kultur der Alternativen und des Friedens sowie einer Revolution des Bildungssystem für folgende Generationen schaffen. 

Wir alle sind Teil dieses wunderbaren Planeten, bei der der Erhalt unseres Universums ein wesentlicher Teil unserer Aufgaben werden muss. Artenvielfalt und unser aller Lebensraum müssen geschützt werden. Ungerechtigkeiten müssen wir im Dialog begegnen lernen. Jeder Mensch braucht Sicherheit, Freiheit und Würde. Verletzungen dürfen hier keinen Raum haben. Die Schönheit dieser Welt, die Schönheit der Menschen hängt von unserem Handeln ab. Ich möchte sie erhalten, anstatt unsere Gewässer mit Plastik und Abwässern zu vergiften, Wälder restlos zu roden, dem Tiersterben zuzuschauen durch Systeme, in der es keinen Raum für all die lebensnotwendigen Schönheiten gibt. 

Resultate unseres heutigen Handelns zeigen sich morgen

Uns muss mehr denn je bewusst werden, dass sich die Resultate unseres heutigen Handelns, morgen zeigen. Wenn wir eine andere Zukunft schaffen wollen, dürfen wir nicht am Denken der Vergangenheit festhalten. Hierzu müssen wir aber die Kräfte hinterfragen, die auf uns wirken und uns zu dem gemacht haben, die wir heute sind und unser Handeln leiten. 

Die Grenzen unseres Wissens, unserer Freiheit und unseres Glücks zu kennen, gibt uns die beste Chance, darüber hinauszugehen. Je besser wir den Einfluss der Welt auf uns verstehen, desto besser können wir unser Wirken auf diese Welt beeinflussen. 

Was machen die jungen Menschen in wenigen Jahren, wenn sie die Schulen und/oder die Universitäten verlassen? 

Aus heutiger Sicht, hinterlassen wir ihnen eine Welt des Umbruchs, eine Welt der Zerstörung, eine Welt der Unsicherheit, eine Welt unzureichender Bildung, eine Welt fehlender Alternativen, eine Welt der Uniformiertheit, eine Welt, in der unsere Generationen zwei Weltkriege, eine Atombombe geduldet hat, atomare Tests weiter durchführt, zahlreiche Bürgerkriege zulässt, in der Massenwanderungen durch den Entzug der Lebensgrundlagen erzeugt wurden und der Ton der europäischen und internationalen Beziehungen rauher wird … 

Müssen wir uns im Dialog mit Jugendlichen, die eines Tages der Verantwortung für unser fehlgeleitetes Handeln, übernehmen müssen, entschuldigen? Welchen Weg werden die jungen Leute morgen einschlagen? Ihnen bleibt nur nachzuholen, was wir vernachlässigt haben. Bildung, Frieden, Freiheit, Dialoge fördern und die Zerstörung unseres Lebensraumes stoppen.

Auf ihren Schultern lasten die Konsequenzen unseres Handelns. Wenn sie Lösungen finden und die Zukunft gestalten wollen, müssen sie die Vergangenheit kennen und die Gegenwart richtig zu Handhaben lernen. Im Dialog bleiben und ihren Mut ausbauen. 

Mein Herzensprojekt Jugendförderung

Es ist mir ein Herzensprojekt, diese jungen Menschen auf ihrem Weg in eine lebens- und liebenswerte Welt bis zum letzten Atemzug zu begleiten und sie in ihren Sorgen und Themen zu unterstützen.

Mein Buch ist daher nicht nur ein Ratgeber und Wegweiser für Kinder und Jugendliche, sondern auch ein spannendes Geschichts- und Geschichtenbuch mit vielen Anekdoten aus vergangenen Zeiten inklusive intensiver Coaching-Einheiten.

Parallel zum Buch wird es eine Schreibwerkstatt geben, in der Schulklassen und Jugendgruppen anhand des Buches in die Geschichte eingeführt werden und selbst dazu animiert werden, Lösungsansätze für eine friedliche Zukunft der Gesellschaft zu entwicklen.

Der kreative und friedvolle Dialog am “runden Tisch” darf niemals enden. 

Gabi Stratmann