Digital Change – Wenn sich alles verändert!

Wenn die Digitalisierung den Menschen überflüssig macht!
Auf ein Wort mit Gabi Stratmann

Was brauchen heute Unternehmen, um langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen?

Unternehmen müssen groß denken und die Welt verändern. Sie müssen künftig exakt wissen, was den Kunden interessiert, Erlebniswerte schaffen, flexible Kooperationen anstreben und Veränderungen zum Normalzustand werden lassen. Das heißt auch, sich von dem typisch deutschen Sicherheitsdenken zu verabschieden.

Besonders wir Deutschen optimieren in viel zu kleinen Schritten, eher vorsichtig und abwartend. Was uns vor 60 Jahren weit gebracht hat, wird künftig nicht mehr ausreichen. Schauen wir uns kurz die markanten Eckpunkte der Welt AG an, in der wir uns täglich aufhalten; da sind höhere Lebensstandards, Teilrückgang von Armut, vollständige Integration der Weltwirtschaft – beispielsweise können wir heute ein neues Verhältnis von Arbeit, Kapital, Rohstoffen und Nationalstaaten beobachten. Die historische Rangfolge des Bruttoinlandsproduktes hat sich verschoben. Auch ein spürbarer relativer Niedergang der USA und der EU, beeinflussen unsere Wahrnehmung und lassen den Wunsch nach Veränderung laut werden. Falsche Anreize in der Wirtschaft, neue Herausforderungen in der Verhaltens – und Neuropsychologie, Ungleichheiten durch Konzentration auf Reichtum einzelner Schichten, Ausbau von Molekular- und Nanotechnologien, Transformation der Produktionsfaktoren im Hochgeschwindigkeits- und Hochfrequenzhandel der Digitalisierung, Robosourcing wie künstliche Intelligenzen, usw. nehmen starken Einfluss auf den Wandel des Arbeitsmarktes und des Konsumverhaltens. Der Konsum der Verbraucher steht heute im Verhältnis zu Glück, Wohlstand und Wohlbefinden.

Wer also langfristig erfolgreich sein möchte, muss neben einer optimalen Positionierung und Vermarktung, auch dazu bereit sein, sich selbst immer wieder neu zu hinterfragen und zu reflektieren sowie im Bedarfsfall sein gewinnbringendstes Businesskonzept oder erfolgreichstes Produkt „aufzugeben“ oder gar zu zerstören. Unternehmen in Deutschland halten angesichts der rasanten Veränderungen, zu starr an „alt Bewährtem“ fest. Das ist heute eine gefährliche Erfolgsbremse.

Online, Offline, Allein – Buchhändler versus Amazon! Besonders der Einzelhandel ist betroffen. Zerstören Digitalisierung und zahlreiche Online-Möglichkeiten den Handel?

Nein. Sicher, die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit, aber auch entscheidende Vorteile: etwa Kostenreduzierung, höhere Flexibilität, intensivere Globalisierung, größere grenzüberschreitende Investitionen, größere Handelsströme, Befriedigung der Ansprüche jüngerer Generationen, etc.

Besonders der Einzelhandel steht seit nunmehr 20 Jahren im ständigen Wandel. Die eigentlichen Herausforderungen stehen im Zusammenhang mit dem veränderten Konsumverhalten der Verbraucher. Ansprüche und Bedürfnisse verändern sich fortschreitend mit den Online-Möglichkeiten. Hier ist es fundamental, daß der Handel sein Retail in Abhängigkeit mit seinem Produkt, regelrecht revolutioniert. Hierfür sind Kreativität und Risikobereitschaft gefragt. Bisher ausschließlich stationäre Händler repräsentieren ihre Produkte mittlerweile auch auf verschiedenen Online-Plattformen und umgekehrt. Zalando etwa bedient jüngst auch stationäre Shops.

Denken wir an die ersten SB-Märkte in den 1950er Jahren. Der Kunde bekam erstmalig eine Produktkompetenz, indem er seine Produktauswahl erstmals selbst wählen konnte. Für den Konsumenten heute ist das selbstverständlich. Der Möbelgigant IKEA beispielsweise setzt seit vielen Jahren auf dieses Erfolgskonzept. Der Kunde entscheidet eigenverantwortlich, online wie offline, selbst über seinen kompletten Einkauf. Das betrifft sowohl die Auswahl der Möbel, die Art der Lieferung, den Aufbau, die Reparatur, die Entsorgung der Altmöbel, etc.. Selbst die Zahlungsmodalität bestimmt der Kunde. Das Unternehmen geht lediglich auf die individuellen Bedürfnisse ein.

Bevor der Kunde heute feste Verkaufsflächen betritt, kann er sich online umfassend informieren und vergleichen. Mit diesem Informationsstand verkürzt er seinen unmittelbaren Aufenthalt im Laden. Marc’o Polo kehrt dieses „Problem“ um, indem sie ihren Kunden beispielsweise die Möglichkeit bieten, die persönliche Kollektion online zusammenzustellen und diese in einen für ihn gut zu erreichenden Store liefern zu lassen. Dort kann er dann bequem und in Ruhe, die Kleidung anprobieren und sich persönlich beraten lassen. Die Stores solcher Trendmarken sind heute sehr ansprechend gestaltet. Dem Kunden wird durch das Ambiente der „guten alten Stube“ regelrecht ein Gefühl von Wohnzimmeratmosphäre vermittelt. Diese Stores wirken gemütlich und einladend. Zudem bieten viele solcher Anbieter mittlerweile auch „Café-Lounges“ in ihren Läden. Der Kunde ist als Gast willkommen, was ihn länger im Laden hält. Ganz ohne Kaufzwang. Passé sind hier sterile, mit kaltem Licht versehene Einkaufshallen.

Um auf den Buchhandel zurückzukommen; ich bin der Meinung, daß in unserer heutigen Wissensgesellschaft, die Zukunft den Büchern gehört. In beiden Varianten, also Print und Digital. Das E-Book hat das Buch in das digitale Zeitalter und den kriselnden Buchmarkt selbst in eine erfolgreiche Zukunft katapultiert. Das E-Book fördert durchaus eine völlig neue Lesekultur und macht Bücher auch bei neuen vor allem jüngeren Leserschichten beliebt. Auch Studenten profitieren von diesen Online-Angeboten. Studienliteratur beispielsweise ist heute in Teilen mit Scanner-Codes versehen, so daß der Studierende rund um die Uhr, an jedem Ort Online-Zugang zu seinem Lernmaterial hat. Vor wenigen Jahren standen besonders die Deutschen dem E-Book sehr kritisch gegenüber. Heute erhöht sich der Umsatz dieser digitalen Literatur. Aber auch hier gilt, das der Verbraucher einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem klassischen Buch spüren möchte. Auch hier gibt es beide Käufertypen – der Classical-purchaser und der Trendy-purchaser. Beide Formate haben ihre jeweiligen Vorzüge und individuelle Zielgruppen.

Problematisch wird es erst, wenn sich das Kaufverhalten „umkehrt“. Also wenn der Kunde sich im Geschäft umfassend beraten lässt, Preise vergleicht und anschließend online kauft. Hier wird der Kunde in der Regel auf das preisgünstigere Produkt zurückgreifen und erfahrungsgemäß bei günstigeren Online-Discountern ordern, was dann für den einzelnen Händler zum kostspieligen Problem werden kann. Denn der Kunde ist heute ein komplexer Käufer, der nicht nur online oder nur offline kauft. Er ist vielmehr ein Hybrid, der auf ganz neuen Wegen vom Einzelhandel erreicht werden muss.

Wie der Einzelhandel von der Digitalisierung profitiert!

Indem der Handel einen qualitativen und deutlich spürbaren Mehrwert für seine Kunden schafft.

Schauen wir uns zunächst die Komplexität der Digitalisierung insgesamt an. Alle Unternehmen, auch unabhängig des klassischen Einzelhandels, stehen heute vor anderen Herausforderungen, als zur Zeit nach den Kriegsjahren, wie beispielsweise Anschaffung mobiler Geräte, permanentes Onlinesein, andere Interessennetzwerke, sich verändernde Staatsführungen, kulturelle, politische und soziale Ungleichgewichte, Transformation des Weltmarktes, Kooperationshandel in Form eines individuellen Kollektivismus, Wegfall von Wertschöpfungsketten, Veränderung des Finanzsektors, des Bildungswesens und des Journalismus (ich denke hier an „alternative Fakten“), Problematik von Big Data, wie Datenschutz, Komplexität, GPS, Anonymität, Gesichtserkennung, etc., politische Fragen und damit einhergehende digitale Spaltung, Online-Zugang auch in netzschwachen Regionen, neuronale Auswirkungen der Digitalisierung, wie Verhaltensänderungen, Anpassung, FaceTime – Facelifting, Infrastrukturen, wie Cloud-Computing, Digitale Ökosysteme, Digitale Silos, Cybersicherheit, etc.

Vorsichtiges Optimierungsverhalten, durch Anhaften von beinahe zwanghaftem Sicherheitsdenken, reichen angesichts der Komplexität nicht mehr aus. Das bereitet mir, in Gesprächen mit Unternehmen, etwas Sorge.

Besonders der Einzelhandel benötigt strategische und hochinnovative Ansätze auf verschiedensten Wegen, um den Hybrid-Kunden zu erreichen. Sowohl die Kommunikation als auch der Vertrieb müssen orts- und zeitunabhängig und endgerätefähig sein und den Kunden auf allen Vertriebswegen ein absolutes Shoppinghighlight bieten. Online- und Offline-Services, wie Bestellabwicklung, Reklamationen, Umtausch, Rechnungsabwicklung, etc. müssen gut miteinander vernetzt sein. Solche Services müssen unabhängig von der Art der Kaufabwicklung, im stationären Geschäft wie auch über online-Plattformen, bequem abgewickelt werden können.

Der Handel muss sich aufgrund sich verändernder Lebensstile, eines sich verändernden Arbeitsmarktes und sich ändernden Arbeitszeitmodellen, an den Bedürfnissen des Kunden anpassen. Und das so einfach wie möglich. Sogenannte Lebensmittel „To Go“ (früher Convenience) machen das bereits möglich. Auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg, schnell einen Kaffee, ein paar Lebensmittel besorgen. Wunderbar.

Da wir heute nicht mehr nur von reiner Beschaffung, was beim Online-Shop der Fall ist, sprechen können, müssen ähnlich eines Freizeitparks, regelrechte Einkaufserlebnisse geschaffen werden. Der Kunde braucht neue Anreize, um den festen Shop aufzusuchen. Allzu lästig sind Stau, Parkplatzsuche, Parkgebühren, Knöllchen, Menschenmassen, usw. Nicht auszudenken, wenn dann das bevorzugte Geschäft gerade schließt oder das Lieblingsprodukt, kurz zuvor ausverkauft wurde. Fünf Minuten haben dann entschieden.

Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens

Was wir benötigen, ist die Wiederbelebung des Dienstleistungsgedankens. Die Servicewüste muss neu befruchtet werden, indem der Handel hervorragende online- und offline-Services, wie Umtauschmöglichkeiten, unkomplizierte Zahlungsabwicklungen, qualifizierte, erlebenswerte Beratungen, ein entspanntes, angenehmes Ambiente (Café-Lounge, Bar, Sitzecke), eine qualitativ gute Auswahl sowie die Möglichkeit, nicht vorhandene Ware vor Ort zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen, anbietet und mit Leidenschaft lebt.

Verschiebung von Marktanteilen

Deutsche Unternehmen müssen sich von ihren konservativen und stark zögerlichen Veränderungsmethoden verabschieden. Im internationalen Vergleich liegen wir im Mittelmaß. Andere Länder sind uns mit Innovationen im stationären Handel, weit voraus. Die Deutschen leiden an starker Preis-Sensibilität mit fatalen Auswirkungen. Bei Preiserhöhungen wechselt der deutsche Kunde schnell auf ein günstigeres Produkt oder bevorzugt einen Anbieterwechsel und sorgt so in erheblichen Maße für die Verschiebung von Marktanteilen und Sortimenten. Viele Unternehmen scheuen daher entsprechende Investitionen oder versuchen die Kosten für Innovationen auf Produktpreise umzuwälzen, häufig zu Lasten der Qualität. In der Folge kauft der Kunde nicht, er fühlt sich verraten. Auch inhabergeführte Unternehmensstrukturen stehen mitunter auf der Erfolgsbremse, da sie einer „neuen“ Zukunft oftmals kritisch und konservativ gegenüberstehen. Es sind häufig schwerfällige Apparate.

Veränderungen müssen zur Lebensaufgabe werden!

Wer also erfolgreich werden oder bleiben möchte, muss Veränderungen zur Lebensaufgabe machen. Neue digitale Möglichkeiten allein reichen nicht aus, der Handel muss sich neu erfinden und komplett umstrukturieren. In Zukunft zählen ausschließlich Erlebnischarakter, Mehrwert für jeden einzelnen Kunden, erhöhter Servicegedanke, Qualitätsbewusstsein und individuelle Bedürfnisse. Der Handel muss lernen zu flirten – er muss um die Gunst des Kunden, seines Gastes, in verliebter Manier buhlen.

Der Stellenwert von Social Media

Auch das Marketing hat sich mit der Digitalisierung und den zahlreichen Möglichkeiten des Internets in den vergangenen Jahren rasant verändert.

Es geht heute darum, mit der eigenen Qualität und Firmenpräsenz, dafür zu sorgen, daß der Kunde zum Unternehmen kommt. Ging man früher auf klassischen Vertriebswegen aktiv auf den Kunden zu, um einen Kaufabschluss zu generieren, geht der Kunde heute auf das Unternehmen zu. Die sozialen Netzwerke machen es dem Kunden einfach. Der Unternehmer hat heute die Möglichkeit, mit der richtigen Community und einer professionellen Positionierung, hohe Reichweiten, etwa durch Videos und/oder regelmäßigem Content, etc., mit relativ geringem Kostenaufwand zu erreichen. Auch die Interaktion mit Kunden kann so schneller generiert werden. Social Media Marketing ist Empfehlungsmarketing. Es geht um Transparenz, Qualität und Bewertungen und um die eigene Reputation. Wir erleben täglich, wie Kunden diskutieren, recherchieren, abwägen und vergleichen. Das eigene Profil und die Online-Reputation müssen also für den Kunden, sowohl im Netz als auch in der pysischen Welt, einen positiven Eindruck hinterlassen. Besonders im Social Media Marketing ist der Kunde hinter dem Kunden von Bedeutung. Social Media bietet hervorragende Möglichkeiten zur Kundenbindung, Werbung, Informationsaustausch, aktive Interaktion mit Zielgruppen, Erhöhung der Marktpräsenz durch Erhöhung der Reichweite, individuelle Specials, Bewertungsmöglichkeiten, u.v.m. Online-Marketing ist keineswegs Zeitverschwendung. Es ist ein kosten- und zeitsparendes Instrument zur weltweiten Marktpräsenz und fruchtbarem Dialog. In meinem Fall, können meine Kunden mich auch dort live erleben und auf kurzen Wegen mit mir oder meinem Management Kontakt aufnehmen. Dabei bin ich ortsunabhängig. In meinem Business ein entscheidender Vorteil.

Handlungsbedarf in vielen Unternehmen

Hier sehe ich bei vielen Unternehmen noch Handlungsbedarf. Sie wirken in Teilen unnahbar auf ihre Kunden. Denken wir an typische Hotlines, bei dem der Kunde gefühlte Stunden Fragen beantworten oder Zahlenkombinationen eingeben muss, um am Ende zu hören, daß alle Leitungen belegt sind und man diesen Umstand natürlich zutiefst bedauert. Je komplexer die Informationsflut im Netz wird, desto unübersichtlicher wird sie. Umso mehr haben potentielle Kunden auch wieder das Bedürfnis, besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, nach persönlicher Beratung.

Unternehmen der Zukunft!

Unsere Zukunft wird künftig tiefgreifende und radikale Umstrukturierungen erfahren. Und hierbei spielt das Feld der weiter zunehmenden Globalisierung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr wird es Verschiebungen von geopolitischen Machtverhältnissen geben, die wir heute schon deutlich spüren. Die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Mensch wird stark beeinflusst durch eine fehlgeleitete auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik, durch einen nicht nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen, durch  einer starken Revolution der digitalen Kommunikation und damit verbundenen Veränderungen von neuronalen Entwicklungen, sowie durch manipulativen Eingriffen in Bio- und Gentechnik. Hier liegen der gewinnbringende Nutzen und das Risiko für den Menschen sehr nah beieinander. Oder anders ausgedrückt, es wird immer mehr zu Spaltungen zwischen Systembefürwortern und Systemgegnern kommen.

Teamplayer und Marathonläufer

Unternehmen von Morgen müssen Teamplayer und Marathonläufer sein. Sie müssen bereit sein, sich mit Kunden zu verbünden, Konkurrenten zu Partnern zu machen und neue lockere Kooperationsmodelle einzugehen. Aber das alleine reicht nicht aus, um in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen. Es ist, wie ich Eingangs schon erwähnt habe, die Bereitschaft zur permanenten Veränderung. Auch wenn das bedeutet, sich von „bewährten“ Produkten oder Dienstleistungen und besonders festgefahrenen internen Abläufen, zu verabschieden. Echte Innovationen, ein dynamisches Auftreten, flexibles Reagieren auf das Marktgeschehen, die richtige Nutzung des Internets und mutige Entscheidungen, bringen dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg. Die erfolgreichsten Unternehmer/Unternehmen, haben auch die mutigsten Veränderungen gewagt. Der Unternehmer der Zukunft muss ein Visionär sein und strategisch zielfokussiert handeln. Verliert er sich im operativen Alltagsbusiness, wird er zum Getriebenen und findet sich im Spiel von Jäger und Sammler wieder.

Was Unternehmen heute lernen müssen!

Unternehmen müssen lernen, die mobilen und digitalen Möglichkeiten richtig zu nutzen und den Kunden in die Wertschöpfungskette mit einzubinden. Das gilt auch für den Mitarbeiter. Ihnen muss klar werden, das der Markt immer transparenter wird. In der Folge sind die Kunden und Mitarbeiter bestens informiert und entsprechend anspruchsvoll. Sie wollen mitreden und mit gestalten. Transparenz und Mitgestaltung bedeutet intern auch, in das eigene Personal zu investieren, um Aufgaben besser delegieren zu können. Der Produktionsprozess selbst muss in Zukunft individueller und maßgeschneiderter sein. Das heißt, lokale Vorlieben und personalisierte individuelle Produkte haben eine Zukunft. Zu beobachten sind solche Trends bereits in der Automobilbranche. Viele Hersteller verkaufen heute stark individualisierte Fahrzeuge. Land Rover etwa bietet auf seiner Online-Plattform überwiegend Grundkarosserie, bestehend aus Modell und Hubraum an. Alle anderen Komponenten eines Fahrzeuges, kann der Kunde selbst nach eigenen Wünschen konfigurieren. Was heute noch dem Premiumsegment vorbehalten ist, wird künftig Standart sein. Sicherlich ist es für viele Unternehmen auf der globalen Weltbühne heute noch effizienter, im Standardverfahren und vereinheitlichten Abläufen zu agieren; für den Future-Kunden aber dürfen solche Vorgänge künftig nicht mehr spürbar sein.

Gesundes Business im Wandel! Konsequenzen der neuen digitalen Zeit!

Im heutigen digitalen Zeitalter geht es auch um die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sowie konkrete Lösungsansätze für individuelle aber auch gesamtwirtschaftliche Erfolge. Es ist wichtig, das Unternehmer und Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, sich ihrer Bedeutung auf der wirtschaftspolitischen Weltbühne und damit ihrer Verantwortung für Mensch, Umwelt und ihrer Ressourcen bewusst werden. Was zur Folge hat, mutig Entscheidungen zu treffen und Veränderungen angstfrei und aktiv zu gestalten. Ein Business, das ausschließlich auf betriebswirtschaftlichem Kostencontrolling, reinen politischen zumeist lobbyismusgesteuerten Entscheidungen beruht, reicht heute nicht mehr aus, um zukunftsfähig zu sein.

Der Hauptakteur des Business bleibt der Mensch in seinem Facettereichtum und unzähligen Fähigkeiten, die es wieder zu entdecken gilt. Es ist wichtig, Unternehmer und Unternehmen zusammenzuführen, Impulse zu setzen, gemeinsam neue kreative Ideen zu entwickeln, Lösungsansätze zu kreieren, neue Kontakte zu knüpfen, in den Dialog zu gehen und vieles mehr. Gemeinsam können wir alle einen positiven Einfluss auf das Weltgeschehen im Großen wie im Kleinen nehmen. Wir dürfen nicht übersehen, daß sich der Mensch bei allen Vorzügen der Digitalisierung, zeitgleich durch diese auch überflüssig macht. Dies führt zu Ängsten, Zweifeln, Blockaden und zu Motivationsverlust. Einer der größten Umsatz- und Erfolgsbremsen.

Wie passen Erfolg und Glück zusammen? Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Der Mensch muss sich mit seinem Unternehmen verbunden fühlen. Das ist heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Verbrannte Mitarbeiter bringen keine Leistung. Unternehmen kränkeln vor sich hin, der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel, neue Möglichkeiten und Perspektiven müssen geschaffen werden. Es kann nicht sein, daß Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen, durchs Raster fallen, krank werden und sich mitunter aufgeben, weil sie jeden Glauben in sich und ihre Fähigkeiten verlieren und Unternehmen der Meinung sind, das chronische Anpassungsmechanismen in Form von Entlassungswellen eine positive Wendung bringen. Wenn dein Schiff sinkt, macht es keinen Sinn, verzweifelt das eindringende Wasser heraus zu schaufeln. Da schaufelst du bis zum Grund.

Ein gesunder Mensch bedeutet auch ein gesundes Unternehmen, Kreativität, Innovation und Vitalität. Strategische Unternehmensführung betrifft heute weitaus komplexere Themen. Es geht nicht mehr nur um betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn dieser technologisiert wird, bleibt der Mensch ein lebendiges Wesen mit Emotionen, einzigartigen Fähigkeiten aber auch Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln. Es wird übersehen, daß Unternehmen und Mensch, eine Einheit bilden, die gut miteinander agieren müssen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig gesundheitsfördernde und gesundheitserhaltende Maßnahmen sind, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Unsere Gesundheit und Stabilität sind die wertvollsten Ressourcen, die wir in uns tragen. Sie sind unser persönlicher Erfolgsfaktor. Unternehmenserfolg und persönliche Gesundheit setzen das Verständnis eines vielschichtigen Themenkomplexes voraus, mit dem ich mich seit vielen Jahren intensiv beschäftige und Unternehmen begleite. Erfolg setzt sich heute aus der Verbindung von mentalpsychologischen und physiologischen Eigenschaften des Menschen und seiner Handlungs- und Veränderungsbereitschaft zusammen. Nichts verändert sich, ausser wir verändern uns. Wir haben zwei Möglichkeiten, das System in dem wir leben, zu bekämpfen oder einen positiven Umgang mit diesem System zu finden und darin einen Raum, in dem wir erfolgreich, glücklich und gesund sein können. Ich zeige den Menschen, wie sie Ängste, Unsicherheiten und Zweifel abbauen und wie Veränderung funktioniert.

Mir ist das in den letzten Jahren sehr gelungen. Ich bin glücklich und erfolgreich mit dem was ich tue. Das war nicht immer so. Wer mich kennt, weiß, daß ich zweimal der Tod von der Schippe gesprungen und einmal dem Rollstuhl nur knapp entkommen bin. In dieser Zeit habe ich Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf die Welt und mein damaliges Angestelltendasein, verändert haben. Die Ärzte gaben mich damals auf. Ich mich selber aber nie. Und das macht den Unterschied. Ich bin immer wieder aufgestanden, wenn ich gefallen bin. Ich habe an mich geglaubt, während andere zweifelten. Ich habe weiter gemacht, wo andere aufgaben. Ich habe so immer wieder Veränderungen vorgenommen und mein Ziel stets vor Augen gehalten.

Was mich antreibt, ist neben dem Wunsch nach Freiheit und mich selbst ausleben zu können, vor allem der Wunsch, den Menschen etwas zurück zugeben, das mir zuteil wurde, neue Impulse zu setzen, ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Arbeitsmarkt, wie wir ihn heute kennen, wird es künftig so nicht mehr geben. Ich bin überzeugt davon, das alle Menschen und Unternehmer langfristig erfolgreich sein können, wenn sie bereit dazu sind, neue alternative Wege zu gehen. Ich zeige ihnen, wie Veränderung funktioniert und Ängste, Unsicherheiten und Zweifel erfolgreich abgebaut werden können.

Seit vielen Jahren engagiere ich mich für schlechter gestellte Menschen weltweit, das Elend ist kaum zu ertragen. Wenn wir unser Kapital richtig einsetzen, bedeutet das nicht nur Reichtum und die Erfüllung von persönlichen Träumen. Vielmehr bedeutet es Investition in Bildung, in Frieden, in gesunde Ernährung, in den Erhalt der Natur. Ich sehe es als meine Pflicht, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen auf das Weltgeschehen und nachfolgenden Generationen eine Welt mit zahlreichen Perspektiven und alternativen Möglichkeiten zu hinterlassen. Jeder Mensch hat das Recht auf Glück, Freiheit, Gesundheit und Erfolg!

Bei allen Unsicherheiten, die Veränderungen mit sich bringen, bei allem was wir tun, sollten wir bedenken, daß wir eines Tages auf unser Leben zurückblicken werden… Was wollen wir dann sehen?

Ich möchte in Liebe, Demut und tiefer Dankbarkeit auf ein bewegtes, aber sehr erfülltes und buntes Leben zurück schauen. Ich sehe eine weise Frau, die stolz ist auf Ihr Lebenswerk, mit einem unerschütterlichen Optimismus, die über sich selbst lachen kann, mit silber glänzenden Haaren, einem zufriedenen verschmitztem Lächeln, einer sportlichen Dynamik und tiefer Gelassenheit. Ich stehe etwas ruhiger geworden, immer noch mitten im Leben und erzähle augenzwinkernd Jüngeren meine Anekdoten. Denn jede einzelne Falte in meinem Gesicht, die vermutlich deutlich mehr geworden sind als heute schon vorhanden, hat eine Geschichte zu erzählen. Ich bin neugierig geblieben und schaue gespannt auf das erfolgreiche Agieren nachfolgender Generationen.

Dankbar bin ich heute schon für die Erfahrungen, die ich machen durfte und die Menschen in meinem Leben beruflich wie privat. Nicht zu vergessen, gilt mein tiefer Dank meinen schärfsten Kritikern, Beratern und Freunden zugleich: meinen Eltern und Geschwistern, die mit meinem Leben nicht immer einverstanden waren oder sind, mich aber in allen meinen Vorhaben immer unterstützten. Ein Baum der einmal Früchte tragen soll, braucht starke Wurzeln. Das Fundament für persönliches Wachstum.

Auszug aus dem Interview zum Niedersächsischen Wirtschafts-Workspace “Auf ein Wort mit Gabi Stratmann“, durchgeführt von Katharina Stapel (Der neue Manager). Herzlichen Dank!