Dilemma namens Kommunikation

Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen jetzt sage, daß Sie selbst Kommunikation sind? Jedes Wort, jede Geste, alles Tun oder Nicht-Tun enthält viele Botschaften. In der Art und Weise, wie wir kommunizieren, zeigt sich die Tiefe unserer ethischen Beheimatung. Kommunikation geschieht in der wechselseitigen Verbundenheit mit uns selbst und unserer Umwelt. Emphatische, wertschätzende und zielführende Kommunikation setzt einen integralen Ethos, beispielsweise Ihre persönlichen Werte oder Leitkulturen Ihres Unternehmens voraus, um sich auf seine Gesprächspartner einzustellen. Für eine erfolgreiche Lebensgestaltung sind die kommunikativen Signale im Alltagsleben wie auch in beruflichen und systematischen Kontexten entscheidend.

Erfolgreiche Kommunikation erhebt immer den Anspruch des „Miteinander-Teilens“ und ist frei von manipulativen Aktivitäten. Dabei unterliegt unsere Kommunikation dem Grunddilemma menschlichen Handelns. Denn zwischen Idealen und der Wirklichkeit liegt immer ein Schatten der Unvollkommenheit, persönlicher Grenzen, verschiedener Kulturen, unterschiedlichen Werten etc.

Wollen auch Sie erfolgreich und zielgerichtet kommunizieren? Dann sind Wahrhaftigkeit, Haltung des Nicht-Verletzens, Empathie, Hören, Präsenz, Offenheit, Dialog statt Debatte, Ambiguitätstoleranz, Vorwürfe ertragen, Vergebung üben, den ersten Schritt tun, mit dem Du zum Ich werden und Gelassenheit, wertvolle Helfer auf Ihrem Weg zu ganzheitlicher Kommunikation. Diese Axiome können als Fundament für eine erfolgreiche Ausgestaltung verschiedener Anliegen betrachtet werden. Da sie jedoch unbewusst, als eine Art Hintergrundrauschen wirken und unser Handeln im Aussen beeinflussen, verlaufen ziel- und ergebnisorientierte Kommunikationsprozesse häufig wenig zufriedenstellend.

Herausforderung der Kommunikation

Die ganzheitliche Kommunikation bildet eine Struktur, welche durch hoch komplexe  Wechselbeziehungen von Sache, Person und Gruppe interagiert. Dabei werden Systeme konstituiert und am Leben erhalten. Kommunikation selbst ist ein System mit innersystemischen Bezügen, die kommunizierende Einzelperson (Person), das personale Bezugssystem (Gruppe) sowie ein inhaltlicher Bezugshorizont (Sache). Hier entstehen Konflikte, die sich aus der Umwelt ergeben – der Interdependenz aus Zeit, Raum und kulturellem Kontext. Funktionale Beziehungsgeflechte, die dynamisches Gleichgewicht herstellen, können dem Anspruch erfolgreicher Kommunikation gerecht werden. Und wieder stolpern wir an dieser Stelle über Interessenkonflikte, denn persönliche Emotionen stehen nicht selten den funktionalen Gruppenkonstellationen, wie sie unter anderem im beruflichen Kontext vorzufinden sind, gegenüber. Der Wille eines Einzelnen, verbunden mit seinen unbewussten Projektionen innerhalb des entweder selbst gewählten oder vorgegebenen Entscheidungsrahmens, verlaufen oft konträr zu den systematischen Erfordernissen. Systematische Erfordernisse ergeben sich aus Familiensystemen, Unternehmenssystemen, politischen Systemen, Sportvereinen etc.

Wie oft haben Sie schon in Dialogen aus persönlicher Betroffenheit heraus agiert und argumentiert und sich nachher mit Zweifeln geplagt? War das wirklich richtig? Bin ich nicht doch zu weit gegangen? Hätte ich doch nur…. Um beispielsweise auch in schwierigen Situationen in jeder Art von Beziehungskonstelationen reflektiert zu bleiben, ist es notwendig, sich selbst als System zu erkennen. Ja, Sie lesen richtig.  Auch der Mensch selbst ist ein System. Ein einzigartiges und wundersames System, nebenbei bemerkt.  Auch hier haben wir kleine, aber feine Helfer, die uns auf dem Weg zu einer empathischen und erfolgreichen Kommunikation begleiten, etwa Gegenwärtigkeit,  Authentizität, Offenheit, Entscheidungskompetenz, Ich-Botschaften, Störungen nachgehen, keine Nebengespräche, Bemerkungen über nicht Anwesende vermeiden, Vertraulichkeit, keine Killerphrasen, Überraschungen ermöglichen und selbst für solche offen sein.

Können starre Regeln in der Kommunikation zur Lösung des Grunddilemma´s beitragen?

Würde man Kommunikation starren Regeln und Gesetzen unterwerfen, wie sie verschiedene Grundmodelle der Kommunikationspsychologie vorgeben, würde die Freiheit der persönlichen Entwicklung jedes Einzelnen von uns gemindert werden. Kommunikation ist ein ganzheitlicher Prozess, dem Modelle lediglich zur Veranschaulichung als orientierender Rahmen menschlichen Verhaltens dienen. Deutlich wird dabei, daß alle Ebenen unseres Lebens, der Beziehungen zwischen Umwelt, Mitwelt, geistiger Welt, Innenwelt etc. voneinander abhängig sind und unser Miteinander prägen. Kommunikation beruht auf Wertschätzung und Achtsamkeit und dem Respekt Anderen gegenüber. Kommunikation ist auch ein lebenslanger Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, der Offenheit, Geduld,  Ausdauer und nicht selten auch Mut erfordert.

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